Baby, Baby,
aint it true, I'm immortal, when im with you
-PJ Harvey-

 




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Das Interesse an KV-Spielen hab ich erst mit 20 oder 21 Jahren gefunden. Aber auch der Weg dahin erscheint mir nicht unwichtig.
 
Angefangen hat es wohl bei mir an einem Samstagabend. Ich war etwa 14 Jahre und schaute in meinem Zimmer fern. Ich zappte bisschen herum, irgendwie kam aber nichts sehenswertes, eigentlich wollte ich mich schon schlafenlegen, aber dann bin ich doch bei SAT 1 hängen geblieben. Dort lief "Tokyo Dekadence". Ich war sofort von dem Film fasziniert; die derben Sexszenen, Phrasen wie "Ich will, dass du uns dort leckst, wo wir ficken....", die Pissszene, überhaupt die gesamte Verdorbenheit in diesem Film rissen mich aus meinem "BRAVO-Liebe-Sex-und-Zärtlichkeit"-Universum. Dieser Film öffnete mir die Augen, ich kaufte mir nie wieder die BRAVO mit ihren gefaketen „Das erste Mal“-Geschichten, hörte auf von einem Märchenprinzen zu träumen, der mich sanft und liebevoll am Meeresstrand entjungfert; stattdessen ging ich in die Bibliothek und lieh mir Bücher von Henry Miller aus oder zeichnete versaute Fickbildchen; in mir erwachte die verdorbene Seite der Sexualität.
 
Etwa 1997 hatten wir dann zu Hause auch Internet. Mein Bruder hatte sich so ein saumäßig langsames 13.3 Modem gekauft, eine normale Seite brauchte so ca. 1 Minute, bis sie aufgebaut war. Hinzu kam noch, dass das surfen noch richtig teuer war, ich glaube so um die 7 Pfennig pro Minute + Grundgebühren. Ich durfte deshalb auch nur 5 Stunden pro Woche surfen, aber die hab ich immer mit chatten und mailen zugebracht. Anfangs habe ich nur „normal“ gechattet, aber später bin ich dann auch in die Erotik-Räume. Bereits in den frühen Jahren des Internets tummelten sich dort massenweise Perverse; ich glaube, die rasche Verbreitung des Internets wurde massiv durch die Sexszene beschleunigt. Durch das chatten mit vielen verschiedenen Leuten wurde mir langsam die gesamte Bandbreite der menschlichen Sexualität bewusst; ich sprach mit SM’lern, Tierliebhabern, Fußfetischisten, Inzestfans, Natursektfetischisten (sogar einmal mit einer, die alle Fetische in sich vereinte, lol, war sicher ein Fake, aber trotzdem lustig und auch interessant), und einmal auch mit einem Jungen, der auf KV stand und mir selbst gemachte Pics von sich bei einer KV-Session zuschickte. Das waren meine ersten KV-Pics, und so beim ersten ansehen war ich davon noch total geekelt, aber auch sehr fasziniert. Ich habe nie verstanden, was Leute an Tiersex scharf macht oder an SM-Spielen, aber diese KV-Bildchen haben mich auf eine seltsame Weise berührt.
 
Als ich mit 18 zu Hause auszog, hatte ich dann auch meinen eigenen Computer und die Preise fürs surfen purzelten kräftig in den Keller. Ich wurde dann Stammgast bei Seiten wie "Einsames Vergnügen" oder "Austrian Erotic Center", und irgendwann hab ich dann das Damenklo-Forum von Alex gefunden. Ich liebte die Geschichten oder Erlebnisberichte. Ich fand Chats, in denen nur Kaviar-Liebhaber waren, viele Leute kauften sich Webcams, und ich hab nicht nur einmal einem Kerl dabei zugesehen, wie er für mich vor der Webcam scheißt und sich dem mit Scheiße eingeschmieren Schwanz wichst.
 
Später kam dann das echt coole Scatclub-Board, und spätestens da wurde mir bewusst, dass es sehr viele Menschen gibt, die auf KV stehen. Es war einfach eine nette Community, die mir auch half, mit meinem Fetisch umzugehen. Und so füllte sich während eines netten Chats auch mein Höschen mit Scheiße, ich hatte die Grenze vom reinen Fantasieren zum Praktizieren überschritten.

Allerdings habe ich mich sehr, sehr lange damit schwer getan, meinem Freund (heute Ehemann) davon auch nur ein Sterbenswörtchen zu sagen. Ich hatte irgendwie nie den Eindruck, dass er diesen Fetisch mögen oder verstehen würde. Also suchte ich mir ein anderes Ventil, indem ich viel chattete, mit mir selbst spielte oder kleine, versaute Geschichten schrieb. Und nicht nur einmal war ich kurz davor, ihn zu betrügen mit einer netten Bekanntschaft aus einem Chat.

Aber irgendwann brachte ich es dann doch übers Herz, mich ihm gegenüber zu offenbaren. Und siehe da, heute haben wir damit zusammen Spaß. Nicht oft, aber dafür umso geiler.

Geschichten schreibe ich aber trotzdem noch, wenn ich Zeit dafür finde. Schreiben schärft die Sinne, sagt man.

 















   

©  Lilja

 

 

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