Die Liebe besteht zu drei Vierteln aus Neugier.
-Casanova-
 


 

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Ein bisschen Wissenschaft

1. Geschichte der Koprophilie

Eine kleine Anmerkung zu Beginn: Die folgenden Ausführungen genügen keinesfalls irgendwelchen wissenschaftlichen Ansprüchen, sondern stellen eher einige Gedanken von mir dar, die mir so durch den Kopf geistern oder ich irgendwo aufgeschnappt habe. 

Schon seit ewigen Zeiten, als sich der Mensch seiner Sexualität bewusst wurde, entwickelten sich Fetische, die den Sex lustvoller, angenehmer oder spannender machten. So gibt es zum Beispiel  Höhlenmalereien, bei denen der Verkehr zwischen Tier und Mensch dargestellt wird oder eine Malerei  aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., auf der zwei Männer dargestellt sind, die eine Frau beim Liebespiel mit der Hand und einer Rute auf den Hintern schlagen. Auch wenn es keine schriftlichen oder bildlichen Quellen  aus diesen Zeiten gibt, kann man wohl davon ausgehen, dass auch die Koprophilie ein sehr alter Fetisch ist.

Der Stuhlgang an sich ist ja auch erst durch das Aufkommen des Christentums zu etwas intimen, schmutzigen, schamhaften geworden. Die Römer benutzten Gemeinschaftstoiletten, wo sie miteinander schwatzten oder gar Geschäfte erledigten. Die Römer und Griechen waren sowieso sehr analfixiert und so wird sicherlich auch hier und da menschlicher (oder gar tierischer) Kot ins Liebespiel mit eingeflossen sein. Obwohl diese Praktiken wohl eher in der Oberschicht stattfanden, da man ja auch die Möglichkeit benötigt, sich nachher gründlich zu reinigen, die in der Unterschicht  nicht gegeben war.

Nach dem Untergang der Antike und dem Übergang ins dunkle Mittelalter, einhergehend mit dem Aufkommen der christlichen Moral, wird es auch kaum Menschen mit koprophilen Neigungen gegeben haben. Die Siedlungen und Städte stanken nach tierischen und menschlichen Ausscheidungen, von denen massenweise Krankheiten ausgingen. Obwohl das Liebesspiel mit Kot etwas sehr schmutziges ist, benötigt man doch ein sauberes Umfeld, denn wenn man tagtäglich von Scheiße umgeben ist, verliert der Sex damit  einfach seinen Reiz.

Dennoch finden sich aus dieser Zeit einige literarische Quellen, die koprophile Elemente, enthalten. Zum Beispiel bei Till Eulenspiegel, der drei Juden seinen Kot als "Prophetenbeere" verkauft.

"Des Nachts lag er schlaflos und dachte über seinen Nahrungserwerb nach. Da biß ihn ein Floh in den Hintern. Nach dem grappelte er eilig und fand etliche Knötlein im Hintern. Da dachte er: das müssen die kleinen Dinger sein, die man »Lexulvander« nennt, von denen der Bisam herkommt. Als er des Morgens aufgestanden war, kaufte er grauen und roten Zende1 und band die Knötlein darein.[...]Denen gab er zur Antwort, es seien echte Prophetenbeeren. Wer eine davon in den Mund nähme und danach in die Nase stecke, der könne von Stund an wahrsagen. Da gingen die Juden beiseite und beratschlagten eine Weile unter sich. Zuletzt sprach der alte Jude: »Damit könnten wir wohl weissagen, wann unser Messias kommt, was uns Juden ein nicht kleiner Trost wäre.« Und sie beschlossen, daß sie die Ware kaufen wollten, wieviel sie auch dafür geben müßten.[...]Eilends gingen sie damit nach Hause und ließen alle Juden, alt und jung, zusammenrufen. Als sie beisammen waren, stand der älteste Rabbi auf, genannt Alpha, und erzählte, wie sie durch den Willen Gottes eine Prophetenbeere bekommen hätten. Die sollte einer von ihnen in den Mund nehmen und dann die Ankunft des Messias verkündigen, damit ihnen Heil und Trost davon komme.[...]Das geschah also. Als er sie im Munde hatte, fragte ihn Moses: »Lieber Isaak, wie schmeckt es denn?« »Gottes Diener, wir sind von dem Goj betrogen, es ist nichts anderes als Menschendreck.« Da rochen sie alle so lange an der Prophetenbeere, bis sie das Holz erkannten, auf dem die Beere gewachsen war."
(http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=229&kapitel=36&cHash=b7aed406c5eulen35#gb_found)

In "Der Abenteuerliche Simplicissimus" von Grimmelshausen wird sehr eindringlich beschrieben, wie Soldaten einen Gefangenen dazu zwingen, ihnen den Arsch zu lecken:

"Sie kamen gleich auf ein Faß, schlugens auf, und fanden einen Kerl darinnen, der weder Nasen noch Ohren mehr hatte, und gleichwohl noch lebte: Sobald sich derselbe ein wenig ermunterte, und vom Haufen etliche kennete, erzählet' er, was maßen die Bauren den vorigen Tag, als einige seines Regiments auf Fütterung gewesen, ihrer sechs gefangen bekommen, davon sie allererst vor einer Stund fünfe, so hintereinander stehen müssen, totgeschossen; und weil die Kugel ihn, weil er der sechste und letzte gewesen, nicht erlangt, indem sie schon zuvor durch fünf Körper gedrungen, hätten sie ihm Nasen und Ohren abgeschnitten, zuvor aber gezwungen, daß er ihrer fünfen (s. v.) den Hintern lecken müssen." ( http://www.namico.net/non-commerce/literatur/simplicissimus1_2.php )

Mit dem Beginn der Neuzeit und der Aufklärung gab es dann auch vermehrt Künstler, die sich mit sexuellen Ausschweifungen der eher bizarren Natur beschäftigten. So ist uns um Beispiel ein Bild des österreichischen Malers Peter Fendi aus dem frühen 19. Jahrhundert erhalten geblieben, auf der einige Herren abgebildet sind, die ihre Krüge mit dem dicken Urinstrahl einer Frau füllen wollen. Am berühmtesten aber ist der Roman "die 120 Tage von Sodom" des Marquis de Sade, in denen  sehr detailliert koprophile Szenen beschrieben werden.

Wird fortgesetzt..................

 
   

©  Lilja

 

 

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