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Der Text enthält Beschreibungen von sexuellen Szenen und ist daher für Kinder und Jugendliche ungeeignet. Vor einem "Nachstellen" oder "Nachspielen" der hier beschriebenen Szenen wird ausdrücklich gewarnt. Denke immer daran: Sicherheit geht vor!


"Todesangst"

von Melac


Du wolltest dich mit ihm treffen. Gemütlich Essen gehen, plaudern, vielleicht ihm näher kommen. Mal sehn. Du bist gespannt, wer sich hinter dieser dunklen ruhigen Stimme verbirgt, die du vom Telefon zu gut kennst. Diese Stimme, die dir auf eine bislang unbekannte Art und Weise Vertrauen einflößt. Diese Stimme, die dein Herz schneller schlagen läßt, wenn du sie hörst, ja selbst wenn du an sie denkst, sie in deinen Vorstellungen erklingen läßt, oder sie gar von selbst dort tönt, ohne daß du sie gerufen hast.

Es ist bereits einige Wochen her, Samstag Vormittag, Frühstück allein, aber dennoch nicht einsam. Du erinnerst dich genau. Kaffee, Saft, ein Ei, wachsweich, so wie du es magst und dazu Toast, nicht zu dunkel. Im Radio Musik und vor dir die Zeitung. Wie so oft hast du die Anzeigen vor dir. Er sucht sie. Es ist schon scharf, was du liest. Rüstige 60 jährige, fleißige Arbeiter, sogar ein besonders Potenter ist dabei heute. Sie preisen ihr Alter, ihre Jugend, ihre Tugenden und auch ihre Nachteile an wie auf dem Markt.

Du liest sie gerne, diese Anzeigen. Manchmal amüsierst du dich dabei, manchmal bist du melancholisch. "Beziehungen" denkst du und seufzt leise dabei, während du noch einen Schluck Saft trinkst. Eigentlich bist du froh, allein zu sein. Eine richtige Beziehung, so eine, in der alles stimmt, hattest du nie erlebt. Meistens endete es im Chaos, gut ging es nie. Vielleicht bist du zu anspruchsvoll fragst du dich. Aber nein, eigentlich nicht. Soll denn nicht bei einer Beziehung alles stimmen? Gefühl, Sex, Vertrauen dasein und gegenseitiges Verständnis?

Plötzlich stockt dein Blick. Da ist eine Anzeige anderer Art. Sie ist klein, zweizeilig nur. Aber nicht nur das unterscheidet sie von den anderen. "Dominanter Mann" steht da und darunter eine Telefonnummer. Sonst nichts. Das muß ja ein arroganter Arsch sein denkst du. Und in deinen Gedanken spürst du auch ein Stück weit Achtung. Dominanter Mann und die Telefonnummer. Der weiß was er will. Na ja, das ist eh nichts für dich. Ein dominanter Typ, das hat dir gerade noch gefehlt. Und außerdem, die Vorwahl zeigt es, wohnt er viel zu weit weg. Das müssen ja mindestens 400 km sein denkst du.

Am Mittag, wie jeden Samstag, ist Fitnesstudio angesagt. In deinem Alter achtest du besonders auf deine Figur. Du siehst nicht aus wie die anderen über 30 und du weißt das. Außerdem macht es dir Spaß, deinen Körper zu fühlen, deine Kraft und deine Power. 400 km, das ist wirklich weit. Danach Schwimmbad und Sauna. Während du deine Bahnen ziehst, wie immer bewundert von einigen Beobachtern, die du heute nicht einmal wahrnimmst, siehst du wieder diese Anzeige vor dir. Eigentlich eine Frechheit, oder? Schreibt der doch nur Dominanter Mann und seine Telefonnummer hin.

Später am Telefon sagst du deiner Freundin ab für diesen Abend. Dir sei nicht gut, du wolltest früh ins Bett, vielleicht lesen, vielleicht fernsehen. Das Buch, eigentlich ganz gut, vermag dich heute nicht zu fesseln. Der Film, den du dir ausgesucht hast erscheint dir langweilig. Du bist unruhig und nervös heute Abend. Noch eine Zigarette, die letzte endete nur halb geraucht im Aschenbecher. Du haßt dich dafür, steckst sie dir aber dennoch an, ziehst hektisch und rauchst sie mit den ersten Zügen heiß. Dann wandert dein Blick zum Telefon, wie magisch angezogen bleibt er dort hängen. Du weißt genau was los ist, verneinst es jedoch im selben Moment, als dir vollends bewußt wird, daß du ihn anrufen willst, ja sogar mußt.

Dein Herz rast, als du wählst, du brichst ab, beginnst von neuem. Was sollst du denn sagen? Er wird fragen, was du willst, warum du anrufst. Alles scheint in Aufruhr geraten zu sein. Die nächste Zigarette, oder ist es schon die übernächste? Auch sie beendet ihr Leben nur halb geraucht. Etwas frische Luft auf dem Balkon. Die Nacht ist lau, ihre Geräusche überdeutlich. Dann der Entschluß, jetzt oder nie! "Hallo?" hörst du eine dunkle sichere Stimme. "Hallo, wer spricht da?" Von dir ein pipsiges "ich habe ihre Anzeige gelesen".

Später liegst du in deinem Bett. Es war gar nicht so schlimm. Ihr habt über vieles geredet, belangloses wie wichtiges. Immer war seine Stimme da, hat dich geführt, hat dir Sicherheit vermittelt. Du hast viel erzählt von dir, manches zum ersten Mal. Hast erzählt von deinen Sehnsüchten, von deinen Ängsten. Wie hat er das nur gemacht? Das war eine ganz neue Erfahrung für dich und du weißt nicht, wie du das sehn sollst. Sicher, es war schön mit ihm zu reden, seiner Stimme zu lauschen, sein Verständnis zu genießen. Andererseits ist da plötzlich etwas ganz neues, was du noch niemals zuvor bei einem Mann erlebt hast. Da ist einer, mit dem du nicht spielen kannst, ja es dir gar nicht traust. Da ist einer, ja wie ist er eigentlich? Du kannst es nicht formulieren, nicht greifen und fassen, und das ärgert dich.

Morgen wird er sich mit dir treffen hat er gesagt. Er hat nicht gefragt, hat dein Einverständnis ganz selbstverständlich vorausgesetzt und du hast doch tatsächlich nur gefragt, wann er kommen wolle. Morgen Abend im Hotel an der Bar. Nicht irgendein Hotel, nein, er scheint sich auszukennen. Es ist das beste. Du schläfst schlecht in dieser Nacht. Noch weigerst du dich zu begreifen, was geschehen ist.

Am nächsten Abend, du hast dich schick gemacht, bist ein bißchen frivol gekleidet, zeigst was du hast, sitzt du dort an der Bar und wartest. Du bist zu früh dran und bist schrecklich aufgeregt als hinter dir plötzlich diese Stimme ertönt, dieses "Hallo", das dir noch zu gut in Erinnerung ist. Ob du einen Sekt magst fragt er und bestellt ihn fast im gleichen Augenblick. Seine Augen mustern dich. Du glaubst einen anerkennenden Blick in ihnen zu finden, in diesen Augen, die kalt und warm zugleich sind, hart und doch weich. Im Gegensatz zu dir ist seine Haltung ruhig und sicher wie seine Stimme. Du bist fast wie elektrisiert, als dich seine Hand an der Schulter berührt, er dich auf dem Barhocker zu sich dreht und sagt: "Komm mit nach oben."

Im Aufzug begreifst du dich selbst nicht. Wie ein kleines dummes Schulmädchen gehst du mit ihm, mit einem Fremden auf sein Zimmer, nur weil er sagte, du sollst mitkommen. Du hast weiche Knie, dir fröstelt trotz der sommerlichen Wärme. Er geht voraus, du folgst ihm wie hypnotisiert. Er schließt das Zimmer auf, du trittst ein. Er umarmt dich von hinten, seine Hände auf deinem Bauch und du läßt dich fallen. Was ist nur los mit dir, fragst du dich.

Du genießt seine Hände. Sie sind wissend, halten dich fest. Du genießt seine Stärke, an die du dich lehnen kannst, seine Stimme, die dir sagt, daß du ihm gefällst. Du schwebst, du weißt nicht wo, aber sicher stehst du nicht mit beiden Beinen auf dem Boden. Seine linke Hand wandert noch oben, streift deine Brust, liebkost deinen empfindlichen Hals. Seine rechte Hand verläßt deinen Bauch, scheint irgend etwas in seiner Hosentasche zu suchen.

Dann, plötzlich greift seine linke an deinem Hals zu, hält fest, und bevor du schreien kannst, kommt seine rechte und klebt dir mit einer Bewegung ein großes Pflaster über deinen Mund. Du bist entsetzt, wie gelähmt, du zitterst, als er dich wie ein Kind aufs Bett hebt. Fast ohne Gegenwehr läßt du es zu, daß er dich an Händen und Füßen mit Pflaster am Bett festklebt, deine Arme über deinem Kopf, deine Beine gespreizt liegst du auf dem Rücken. Zu guter Letzt verbindet er deine Augen mit einem Tuch.

Erst jetzt hörst du wieder seine Stimme, noch immer ruhig, als sei nichts geschehen. Er fragt dich, ob es dir gut geht. Aber es wird ein Monolog, denn du kannst nicht antworten. Du hast Angst, entsetzliche Angst. Was wird er machen? Er ist ja verrückt denkst du, und du bist ihm hilflos ausgeliefert, ihm, seinen Wünschen, seinen Bedürfnissen. Du spürst seine Hände, wie sie deine Schenkel erforschen, den oberen Rand deiner halterlosen Strümpfe finden. Scheiße! Du willst weg, ganz schnell weg, windest dich unter seinen Bewegungen. Dann, ein Ruck und er hat deinen Strumpf entzwei gerissen. Der andere folgt. Du spürst die Luft auf der nackten Haut deiner Schenkel, die er sanft liebkost.

Was ist das? Eisige Kälte dicht bei deiner Scham. "Das ist ein Messer meine liebe", tönt seine Stimme. "Es ist sehr scharf und spitz. Ich würde mich an deiner Stelle jetzt nicht bewegen." Die Messerspitze streicht über die Innenseite deiner Schenkel, du zitterst vor Entsetzen als er deinen Mini nach oben schlägt und bist dir bewußt, welches Bild du ihm nun bieten mußt. Das entsetzliche Messer schiebt sich unter den Rand deines Slips, du spürst seine Kälte an deiner Scham, als er den Slip einfach im Schritt durchschneidet und ihn dann auch oben auftrennt und den übriggebliebenen Fetzen wegzieht.

Deine Gefühle sind eine unbeschreibliche Mischung aus Angst, Scham und Erregung. Dafür schämst du dich am meisten, ja, Erregung. Wenn du doch nur die Beine schließen könntest, dich vor ihm verbergen könntest. Ein Blick von ihm und er weiß alles, sieht das verräterische glänzen deiner Scham, dieses Glänzen, das ihn ja geradezu einladen muß. Und er hat es bemerkt. Genüßlich zieht er einen seiner Finger langsam von unten nach oben durch die glitschige Nässe. "Ich wußte gleich, daß dir das gefällt. Aber zuvor werde ich dir den Rest deiner Kleidung vom Körper schneiden."

Überall spürst du sein Messer, hörst das Reißen von Stoff. Zuletzt nimmt er sich deinen BH vor, langsam und genüßlich läßt er zuerst die Messerspitze über deine Brüste gleiten, sticht etwas zu, ohne dich zu verletzen. Du spürst den Schmerz, versuchst auszuweichen und bist ihm doch hilflos ausgeliefert. Dann trennen drei schnelle Schnitte die Träger und die beiden Körbchen und dein BH geht den Weg deiner restlichen Kleidung.

Du bist dir bewußt, daß du nackt vor ihm liegst, daß er mit dir tun kann, was er will. Schlimmer noch als dieses Bewußtsein ist es, daß du dir trotz aller Angst irgendwie wünschst, daß er es tut.

Langsam und ohne Zweifel gekonnt beginnt er dich zu Streicheln. Seine Hände erforschen deinen Körper, spielen mit deiner Erregung. Lassen sie erwachen und wieder erlöschen, ganz wie er es will. Trotz allem tun dir seine Hände gut. Trotz allem genießt du sie. Und nicht nur die Hände genießt du, zu deinem Schrecken genießt du es auch, wehrlos zu sein und nicht sprechen zu können, obwohl alles in dir schreit, daß du hier raus willst.

Eine Ewigkeit scheint vergangen zu sein. Er hat dich erregt, wie du noch niemals erregt warst. Er hat eine Gier in dir erweckt, die du bislang nicht kanntest, ja nicht einmal für möglich gehalten hast. Dein Körper ist jetzt pure Erregung, aber er läßt nicht zu, daß eine Welle der Lust dich vollends überströmt, dich zum Höhepunkt führt.

"Willst du mehr," fragt er dich mit seiner seltsamer Weise nach wie vor ruhigen Stimme. Du nickst mit dem Kopf, ganz automatisch, obwohl du dich dafür haßt. "Dann werde ich dich jetzt langsam kommen lassen. Genieße es, denn es wird das letzte Mal sein, daß du geniest." Deine Angst platzt jetzt in deinem Bauch. Doch das Pflaster über deinem Mund erstickt deinen Schrei, erstickt dein "nein", dein "Bitte nicht."

Seine Hände werden jetzt intensiver, versuchen ihr begonnenes Werk zur Vollendung zu bringen und du kämpfst dagegen an. Kämpfst gegen seine Hände, kämpfst gegen dich. Anfangs scheint dir deine Angst zu helfen dabei, scheint ein geeignetes Werkzeug, deine Lust zu bekämpfen. Aber du schaffst es nicht, spürst, wie du immer mehr deinem Untergang entgegen getrieben wirst.

Jetzt hat er nur noch eine Hand am Zentrum deiner Lust und er setzt sie gekonnt ein. Seine Finger treiben dich gegen deinen Willen voran, zumal du jetzt sein Messer, die scharfe Schneide seines verdammten Messers an deinem Hals spürst. "Bitte nicht, bitte bitte nicht wimmerst du in das Pflaster", während du unter seinen Fingern zuckst und dich windest. Dein Gesicht ist naß, von deinen Tränen benetzt. Du weißt, es wird gleich vorbei sein. Lange kannst du dich nimmer halten, wozu auch. Du weißt, du hast verloren, verloren gegen ihn und verloren gegen dich selbst. Ein letztes Aufbäumen, ein letztes Weigern, dann verrät dich dein Körper, deine Lust. Wie ein Beben überkommt es dich. Welle für Welle überflutet dich und plötzlich wird es dunkel um dich, dunkel und ruhig, unendlich still.

Als du erwachst, bist du frei. Du liegst auf dem Bett, deine Fesseln sind gelöst. Auf dem Tisch liegen neue Kleider. Slip, Hose und Shirt. Er ist weg, verschwunden. Was war das? Ein Traum? Nein, die zerschnittenen Stoffetzen belehren dich eines besseren. Wie in Trance ziehst du dich an und gehst.

Heute hat er dich angerufen, du hast seine Stimme sofort erkannt. "Morgen Abend, du weißt ja wo." Und dann hat er wieder aufgelegt.

Und jetzt?

Ende


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