FussVideo - Text 515: All D-Day!

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All D-Day!
Von Willi

München. Es ist Montag morgen. Aldi hat seit 15 Minuten geöffnet und bietet wieder einmal zu unglaublichen Preisen begehrenswerte Waren an. Wie begehrenswert die Waren tatsächlich gewesen sind, daß durfte ich scghon wenige Sekunden nachdem ich den Laden betrat feststellen. So wie es aussah, war ich nicht der einzige, der sich an diesem grauen Montagmorgen hierher zu Aldi begab. Unmengen von Menschen drängelten sich rund um die Warenkörbe. Beim näheren Hinschauen sah ich, daß es sich fast ausschließlich um Frauen handelte, die sich dort um die Waren scharrten. Mich erinnerte dieses Bild an die Invasion 1944. Der Codename der Invasion soll seiner Zeit "D-Day!" gewesen sein. Heute morgen war also "All D-Day".
Immer näher kam ich an den Korb, um denen sich diese hyänenhaften Weiber versammelt hatten. Mit Erschrecken durfte ich feststellen, daß sich das Objekt meines Begehrens genau in dem Korb befand, um denen sich die meisten Hyänen versammelt hatten. Ich richtete mich auf, machte mich groß und nahm Kurs auf die Meute. Wie ein Keil schob ich mich lautlos aber bestimmt durch dieses Meer von hysterischen Laibern. Ja... so ähnlich muß es seinerzeit bei der Invasion gewesen sein. Drängeln, schubsen, stöhnen; Leiber die unerbittlich und punktgenau auf ein gesetztes Ziel ansteuerten - gnadenlos und ohne Rücksicht auf Verluste.
Endlich stand ich am Rand des Korbes. Mein Blick fuhr fieberhaft über den Tisch. Unzählige Hände verwirrten meinen Blick. Ich konnte mich nicht konzentrieren! Ohne zu zögern griff ich in die Waren und angelte eins der Objekte an Land. Mühevoll versuchte ich die Beschreibung auf dem Karton zu studieren; versuchte herauszufinden ob es sich um meine Größe handelte oder nicht. Überall um mich herum drängelte und schubste es auf meinen Körper ein, doch ich stand wie der Fels in der Brandung.
Plötzlich bahnte sich ein Signal in mein Hirn. Ein böses, rotes, beißendes Signal, welches auf einmal hell wie eine Glocke in mein Bewußtsein eindrang. "Schmerz!" schrie es in meinem Kopf. "Oh Schmerz!!!" Ich wurde verwundet! Jemand hat mich im Verlauf dieser Invasion verwundet. Nur schwer konnte ich erkunden wo ich getroffen wurde, denn es stürmten so viele fremde Reize auf mich ein. "Fuß!" schrie es in meinem Hirn. "Rechter Fuß!" Mein Blick versuchte sich einen Weg zu meinem rechten Fuß zu bahnen. Tatsächlich! Ich war verletzt. Wie ein Pfeil steckte der Absatz eines Stöckelschuhs in meinem Fußrücken. Zischend sog ich Luft in meine Lungen...
"Ooops!" sagte eine Frau zu meiner Rechten lapidar. Sie mußte doch merken, daß ihr linker Stöckelabsatz sich gerade durch meinen Schuh bohrte und in begriff war meinen Fußrücken zu durchspießen!? Doch sie machte keine Anstalten etwas an ihrer Tat zu ändern. Unfähig zu reagieren starrte ich auf den Absatz dieser Frau. Es war ein weißer Stöckelschuh aus glänzendem Leder. Er hatte einem ca. 13 Zentimeter langen Absatz. Oben war er etwa kleinfingerdick, und nach unten verjüngte er sich zu einem stilettähnlichen Mordinsturment. Eigentlich bin ich ja der Meinung, daß solche Schuhe waffenscheinpflichtig sein müßten. Doch als ich sah, wie sich das Leder meiner eigenen Schuhe mühelos von diesem mörderischen Absatz durchtrennen ließ, und ich einen süßen bösen Schmerz von einer mit unbekannten Frau empfangen durfte, war ich doch froh, daß solche Schuhe frei verkäuflich sind.
Die Frau beugte sich vor, und entlastete meine wunde Stelle am Fuß. Ihr pfeilartiger Absatz zog sich gaaanz langsam aus meiner Wunde und ich hatte die Möglichkeit in Sicherheit zu bringen. Doch ich wollte nicht! Heldenhaft wollte ich mich dieser Frau stellen. Dann verlagerte diese Sadistin ihr Gewicht wieder auf ihren Absatz. Erneut bahnte sich ihr Absatz einen Weg durch das Loch in meinem Schuh. Wieder bohrte sich ihr Stiletto mühelos in meinen Fuß. Erneut durfte ich von dieser Frau süße Schmerzen der Pain empfangen... Bewegungslos stand ich da, versuchte mir nichts anmerken zu lassen und tat als ob ich die Aufschriften des Kartons genauestens prüfte. Doch am liebsten hätte ich vor Schmerzen und vor Geilheit laut aufgeschrien. Sie muß doch merken, daß sie auf dem Fuß eines Mitmenschen steht, dachte ich, als mir die fremde Frau plötzlich ihren Karton entgegenhielt. Ich sah auf den Karton, blickte in ihr Gesicht.
Sie war schätzungsweise Anfang dreißig. Schwarze hochgesteckte Haare, eurasische Gesichtszüge, funkelnde schwarze Auge, schneeweiße Zähne und ein umwerfendes Lächeln. "Was denkst Du?" sagte diese asiatische Sadistin und wedelte mit dem Karton vor meiner Nase herum. Gleichzeitig spürte ich, wie sie ganz langsam ihren Absatz in meiner Wunde hin und her drehte. Sie blickte mir tief in die Augen. Ihre Augen glühten wie das Feuer der Hölle. Obwohl sie ein wenig kleiner war als ich, so kam sie mir wie eine Riesin vor. Ihr roter Mund war zu einem grausamen Lächeln verzogen, ihr Absatz drehte sich weiter in meine Fuß.
"Was ich denke?" fragte ich und versuchte mir nicht anmerken zu lassen, welche süßen Schmerzen sie mir zufügte.
"Ja!" sagte sie diabolisch lächelnd und legte ihren Kopf ein wenig schiwf.
"Ich denke... Einmalig!"
"Das denke ich auch," sagte diese Schönheit und lächelte mich weiterhin an.
"So etwas gibt es nicht alles Tage..." sagte ich und versuchte ebenfalls zu lächeln, was mir jedoch immer schwerer fiel. Diese kleine Eurasiatin bohrte nämlich mit ihrem spitzen Absatz immer weiter einen Weg durch meinen Fußrücken.
"Nein," sagte sie, "so etwas..." sie drückte plötzlich ihren Absatz tiefer in meinen Fuß, "gibt es wirklich nicht oft. Da muß man schnell und entschlossen sein - sonst hat man seine Chance vertan." Ihre Augen blitzen mich an. Trotz meiner Geilheit nahm der Schmerz langsam überhand. Ich spürte wie mir langsam schwindelig wurde. Der Boden schien zu schwanken. "Ist Dir nicht gut?" fragte die Schönheit und lächelte mich an. Ich schüttelte den Kopf, dann wurde ich von hinten etwas umsanft angerempelt, verlor etwas das Gleichgewicht und wurde von meiner hübschen Peinigerin aufgefangen. Sie löste ihren Absatz langsam aus meinem Fleisch und ich meinte dabei das Funkeln tausender Sterne in ihren Augen gesehen zu haben - es kann natürlich auch sein, daß ich selbst Sterne vor Schmerzen sah.
Während ich humpelte zog sie mich aus der Schlacht des All-D-Day. Ich wurde verwundet und von meinem Aggressor in sicheres Gebiet gezerrt. Sie zerrte mich zu einem Pfeiler, gegen den ich mich anlehnte. Nach Beherrschung ringend sah ich in ihr lächelndes Gesicht. Wer sagte doch gleich "Im Land der ewig lächelnden Menschen"? Er schien recht zu haben, denn die kleine Asiatin vor mir schien immer nur zu lächeln. Vielleicht hatte sie ja auch gar nicht mitbekommen, daß sie mich verletzt hatte...
"Lange hast Du es ja nicht gerade ausgehalten," hörte ich sie sagen. "Wenn Du mehr Ausdauer hast..." sie warf den kleinen Karton über die Köpfe der anderen Hyänen zurück in den Korb. "Ich bin hier jeden Montagmorgen. Immer zu gleichen Zeit..." Dann lächelte sie mich noch einmal an, streichelte mir über die Wange und ging zum Ausgang. Ich stand derweil noch ein wenig am Pfeiler, sammelte mich und schaute ihr hinterher. Elegant und mit leicht schwingendem Gang verschwand sie schließlich aus meinem Blickfeld.
Ich humpelte zu Kasse und bezahlte die Ware. Dann nahm ich mir noch ein Prospekt für die Angebote des kommenden Montag. Beim Überfliegen der Angebote konnte ich nichts entdecken, was mir gefallen könnte, doch ich nahm mir vor am nächsten Montag erneut in die Schlacht zu ziehen...

 

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