Frisch lackiert!
Von Willi
Ein fieses Pfeifen ertönte aus dem Lautsprecher und bohrte
sich in ihre Ohren. Genervt verzog sie das Gesicht und schaute
von ihren Fingernägeln auf, legte den Nagellack behebe beiseite
und schaute auf den Monitor. "Mist!" sagte sie verärgert
und pustete über ihre frisch lackierten Fingernägel. Sie war
zufrieden mit der Lackierung und lächelte vor sich hin. Doch als
das Pfeifen in ein Hupen und Bimmeln überging verfinsterte sich
ihre Mine. Wütend schaute sie auf den Monitor und schob ihren
Stuhl energisch nach hinten. Sie stand auf und ging mit hämmernden
Klopfen ihrer weißen Clogs über den sterilen weißen
Kachelboden. Dabei pustete sie sich immer wieder über den
frischen Lack ihrer Finger und wedelte mit der freien Hand umher,
versuchte ihn zu trocknen.
Sie öffnete eine Tür und schaltete das Licht an. "Mensch
Meier!" rief sie in den Raum und schritt laut mit ihren
Clogs auf ein Bett zu. "Da haben Sie sich aber einen sehr
ungünstigen Zeitpunkt für Ihren Herzstillstand ausgesucht!!!"
Wütend inspizierte sie den Sitz der Elektroden, tastete ganz
vorsichtig mit den Fingerkuppen über die Tastatur des EKG-Monitors
- stets bestrebt den frischen Lack nicht zu ruinieren - fand
jedoch keine Fehler am Gerät.
"Herr Meier!!!" rief sie laut und stampfte mit ihren
Clogs ein paar Mal nicht minder laut auf den Boden. "Herr
Meier!?!" rief sie erneut, doch der Mann lag regungslos in
seinem Bett. Seine Lippen waren etwas Blau, die Atmung war flach.
Die Schwester tippelte mit ihren Clogs auf dem Boden herum. Sie
mußte etwas tun, sonst würde Herr Meier in wenigen Augenblicken
seinem Schöpfer gegenüber stehen. Andererseits würde jedoch
ein Eingreifen auch ihren wunderschönen Nagellack ruinieren...
Unschlüssig klopfte die Schwester mit ihren Clogs auf dem Boden.
Sie zog einen ihrer nackten Füße leicht aus dem Clog heraus und
spielte damit ein wenig. Verärgert pustete sie auf den frischen
Lack. Ihn zu versauen lag außerhalb ihrer Vorstellungskraft. Das
Leben des Herrn Meier bedeutete ihr nicht viel. Doch sie wußte:
Sie mußte langsam beginnen etwas zu tun! Während sie in ihren
Überlegungen gedankenverloren an ihrem baren Fuß mit dem Clogs
spielte, fiel ihr Blick auf das Nottelefon. Aber... wenn sie
danach greifen würde, wäre es zugleich auch um ihren schönen
Lack gesehen.
Die Schwester schaute noch einmal in das Gesicht von Herrn Meier.
Dann seufzte sie und schob mit einem ihrer Clogs ein Stuhl an das
Bett des Sterbenden. Sie hob einen Fuß und stellte ihn auf die
Sitzfläche. Verliebt schaute sie auf ihren weißen Clog, denn
sie hatte sich das Paar erst gestern gekauft. Es waren weiße
Lederclogs mit naturbelassener Holzsohle. Entgegen der
Vorschriften wiesen sie keinen Riemen an der Ferse auf, so daß
sie einen schönen Blick auf ihre noch schönere sonnengebräunte
Ferse hatte. Die Lauffläche der weißen Clogs wies jedoch eine
dicke grobe Gummisohle auf - eine, die man sonst meist nur bei
guten Wanderstiefeln zu sehen bekommt - somit waren sie
rutschfest (und für den Dienst geeignet). 99,00 Euro hatte die
Schwester für die Clogs bezahlt und sie hat es nicht bereut,
denn jeder im Haus bewunderte diese exquisiten Clogs.
Das Hupen, Jaulen und Bimmeln des Monitors wurde penetranter. Die
Schwester riß verärgert ihren verliebten Blick von dem schönen
Clog und stieg nun ganz auf den Stuhl. Sie beugte beide Knie ein
wenig und schielte dabei ein wenig auf ihre Fersen, die sich
langsam von der Sohle lösten. Gerne hätte sie diesen Anblick
noch ein wenig auf sich wirken lassen, doch Herr Meier ließ
unangenehm auf sich aufmerksam machen.
Kraftvoll drückte sich die Schwester in die Höhe, sprang in die
Luft und landete mit beiden Clogs auf der Brust von Herrn Meier.
Die grobe Sohle fraß sich einen Weg durch die dünne Bettdecke,
griff in die Haut des Patienten und stieß auf Rippen und
Brustbein. Durch die Wucht des Aufpralls und das Gewicht der
Schwester öffnete der Mann seinen Mund. Unwillkürlich entwich
ihm die in seinen Lungen aufgestaute Luft. Auf dem Monitor konnte
die Schwester sehen, daß die Herzaktivität weiterhin gleich
null war.
Um ihren schönen Lack nicht in Gefahr zu bringen, begann die
Schwester mit Wiederbelebungsmaßnahmen, welche SO nicht im
Lehrbuch beschrieben stehen. Sie beugte wieder ihre Knie und
sprang in die Luft. Aufgrund der Entlastung des Brustkorbes füllten
sie Meiers Lungen etwas mit dringend benötigtem Sauerstoff. Kurz
darauf landete sie mit ihren Clogs wieder auf einem Brustkorb,
der Mund flog auf, Luft entwich seinen Lungen. Wieder sprang die
Schwester in die Höhe, dabei pustete sie unablässig mit ihren
gespitzten Lippen über den frischen Lack an ihren extrem
gepflegten Fingernägeln.
Die Clogs fraßen sich wieder einen Weg durch die Bettwäsche,
bissen sich in der Haut des Sterbenden fest - bis ein Knacken zu
hören war. "Ooops!" sagte die Schwester lapidar, und
schaute ihre schönen sonnengebräunten Beine hinab, welche mit
gestreckten Knien in Clogs auf dem Brustkorb des Herrn Meiers
ruhten. "Rippe hin!?" meinte sie gelassen, zuckte kühl
eine Schulter und sprang wieder in die Höhe. Luft gelangte in
Meiers Lunge. Clogs wieder mit der Schwester auf die Brust. Luft
raus, Herz massiert. Sprung und wieder eine derbe Landung auf dem
Brustkorb.
Die Schwester sprang immer wieder auf dem Brustkorb von Herrn
Meier herum. Sie beachtete ihn nur wenig, denn ihre
Aufmerksamkeit galt mehr ihrem Nagellack, um den sie sich mehr
Sorgen machte als um den alten Mann. Er bedeutete ihr nur wenig.
Er war nur einer von vielen, den sie auf der Station Jahrein
Jahraus betreuen mußte. Auch ihr Job als Nachtschwester
bedeutete ihr nur wenig. Sie machte ihn nur deswegen, weil sie
sich in dem knappen weißen Schwesternkittel und den weißen
Clogs sagenhaft sexy fühlte. Oh, wie sehr sie es liebte wenn die
jungen strammen Ärzte mit ihr flirteten und ihre Augen so unauffällig
wie möglich auf ihre schönen braunen Beine und ihre weißen
Clogs richteten. Aber 'abgeschleppt' hatte sie bisher noch keiner!
Frustriert und verärgert über diese Tatsache sprang die
Schwester weiter mit ihren schönen neuen weißen Clogs in die Höhe,
schaute nicht auf den Leib des Herrn Meier und landete jeweils
mit einem gemeinen Grinsen im Gesicht auf dessen Brustkorb. Ein
wehes Knacken war zu hören. Es klang als ob Holz bersten würde.
Zufrieden schaute die Schwester ihre makellosen braunen Beine
hinab, schaute auf ihre neuen weißen Clogs und verliebte sich in
den Anblick, wie Clogs auf einer Männerbrust ruhen.
Aus dem Lautsprecher des Monitor konnte sie nun ein rhythmisches
Piepen hören. "Sinusrhythmus..." sagte sie fast enttäuscht
und stieg gelassen von Meier herab, stellte sich auf den Stuhl
und sprang mit lautem Getöse ihrer Clogs auf den sterilen weißen
Kachelboden. Herr Meier schlug die Augen auf. Er atmete schwer
und schaute verwirrt um sich. Die Blicke der beiden trafen sich.
Die Schwester sah ihn kühl an.
"Was war denn los...?" fragte Herr Meier etwas gepreßt.
"Sie wollten uns verlassen ohne zu bezahlen, Herr Meier,"
scherzte die Schwester säuerlich.
"Aha..." preßte dieser hervor und versuchte zu lächeln.
"Ich glaube ich verstehe..."
"Ja ja, Herr Meier," sagte die Schwester knapp. "Sie
hatten es sehr eilig - und obendrein war der Zeitpunkt ziemlich
unglücklich gewählt. Aber..." sagte sie, "ich habe
ihnen erklären können, daß Sie noch eine Weile lang mein Gast
sein müssen." Sie grinste den Patienten mehrdeutig an.
Herr Meier stöhnte und schielte an der Schwester herab zu Boden.
Er sah die schönen braunen Beine der Schwester und schaute auf
ihre schönen neunen weißen Clogs. Sofort registrierte die
Schwester seinen Blick - diesen gewissen Blick, den sie so gerne
an ihren Beinen und Clogs spürte. "Sie haben recht,"
sagte Meier. "Ich sollte wirklich noch eine Weile lang ihr
Gast sein - Sie sorgen sich schließlich sehr gut um mich..."
Sie lächelte, zog einen ihrer Füße leicht aus dem Clog,
verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust und spielte ein wenig mit
dem Clog herum. "Das sind gute Schuhe, die Sie da anhaben,
Schwester," sagte er und schaute ihr freudig in die Augen.
Die Schwester lächelte ihn verschnittst an und sagte recht kühl:
"Ich weiß..." Dann drehte sie sich um und ging
langsam, aber nicht leise, mit ihren schönen neuen weißen Clogs
aus dem Zimmer. Sie löschte das Licht und ging zu ihrem Platz.
Dabei lauschte sie den Klang ihrer eigenen Clogs auf dem sterilen
weißen Kachelboden. Sie nahm zufrieden auf ihren Stuhl platz und
überschlug die Beine. Sie schaute auf ihre schönen neuen weißen
Clogs. Fast verliebt sprach sie zu ihnen: "Feine Schuhchen
seit ihr - ganz fein seit ihr!" Dabei wippte sie mit ihrem
Fuß; es sah aus wie ein heftiges Nicken. Der Nagellack war nun
endlich trocken.
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