Wer braucht den schon?
Von TTee
Es war einer dieser kalten Januartage. Jutta klopfte sich den
Schnee von der Jacke und schloß die Haustür hinter sich. Draußen
sah Sie noch einen Schatten durch den Garten huschen. 'Bei diesem
Wetter schickt man nicht mal einen Hund vor die Tür. Ich sehe
wohl schon Gespenster?' dachte Sie... und apropos Hund, wo
steckte eigentlich dieser kleine Balg von Bruder? Seit dem Tod
Ihrer Eltern mußte Sie sich nun um dieses Würstchen kümmern,
daß nichts weiter von der Welt wußte, als jeden zu nerven. Wenn
er heute wieder nicht sauber gemacht hatte, dann konnte er was
erleben.
Alles muß perfekt geputzt sein, damit der neue Freund keinen
schlechten Eindruck von Ihr hat. Sie hörte ein leises Wimmern
aus dem Wohnzimmer und öffnete die Tür. Zuerst konnte Sie
niemanden sehen, aber das Schluchzten führte Sie zu Ihrem am
Boden hinter der Couch liegendem Bruder Thomas, der anscheinend
von der Stehleiter gefallen war, als er Gardinen wechseln wollte.
"Na du Arsch, bist Du von der Leiter gefallen? Daß tut mir
aber leid!" sagte Sie in hämischen Ton.
"Ich glaube ich habe mir was gebrochen. Ich kann mich nicht
mehr bewegen Herrin!" jammerte Thomas. 'HERRIN', das hatte
Sie Ihm im Laufe der Zeit beigebracht (beigeprügelt).
"Du stehst jetzt sofort auf und verkrümelst Dich in den
Keller! Mein Freund kommt bald vorbei und ich will nichts von Dir
hören oder sehen!" sagte Sie. Thomas fing an zu weinen und
es war offensichtlich, daß er wirklich zu keiner Bewegung fähig
war. 'Was soll ich bloß tun? Ich kann doch keinen Krankenwagen
holen. Das kostet Geld und außerdem will ich Ihn sowieso vor
meinem Freund geheim halten,' dachte sich Jutta. Da kam Ihr ein
genialer Gedanke und Ihr Gesicht verzog sich zu einem eiskalten Lächeln,
daß Schlimmes erahnen lies.
Sie packte Thomas an beiden Beinen und zog Ihn hinter der Couch
hervor. Seine Schmerzenschreie ließen Sie absolut kalt.
Gnadenlos wurde er weiter geschleppt bis an den Rand der
Kellertreppe. Sie öffnete die Tür und warf Ihn wie einen Sack
Kartoffeln hinunter. Man hörte noch bei den ersten 2-3 Aufschlägen
auf den harten Steinstufen laute Schmerzensschreie, dann war
Stille. Sie horchte hinab in die Dunkelheit und vernahm keinen
Laut mehr. Wahrscheinlich ist er ohnmächtig oder auch krepiert!
'Egal, wenigstens ist er ruhiggestellt,' dachte Sie sich.
Eine Stunde später, Sie hatte sich gerade aufgestylt, hörte Sie
leises Jaulen aus dem Keller. 'Verdammter Mist! Gerade jetzt! Der
soll endlich sein Maul halten!' Sie machte Licht und stieg die
Stufen hinab. Klock, Klock, Klock,... Die Absätze Ihrer hohen
Stiefel hörten sich sehr bedrohlich an - und bedrohlich war auch
Ihr fest entschlossener Gesichtsausdruck. Fest entschlossen
diesem Generve ein Ende zu setzen. Das Ende für Thomas - den
immer gehaßten Bruder - sollte schrecklich werden. Es kam in
Gestalt der eigenen Schwester, die eigentlich mit Ihren 185 cm Körpergröße
bei ca. 70 kg Gewicht göttlich aussah. Perfekte Maße umhüllt
von einer schwarzen Chiffon-Bluse, einem schwarzen Falten-Minirock,
seidenglatten Feinstrümpfen und eben genannten schwarzen
wadenhohen Plateaustiefeln.
Mit weit aufgerissenen Augen starrte der vor lähmenden Entsetzen
still gewordene Thomas Sie nun an und mochte nicht verstehen, daß
Sie neben Ihm stehend einfach Ihren Fuß über Ihn hob, als
wollte Sie nur einen Käfer zertreten. Für Sie war er auch nur
ein kleiner Käfer. Eine Spinne, die unbarmherzig von Ihr
zermatscht würde. Als Ihr Fuß sich quer auf seinen Hals stellte
und der Druck ungeheuerlich zunahm, war es auch für Schreien zu
spät! Sein Hals wurde auf nur noch 3 cm Durchmesser zusammengedrückt
und er spürte seinen Kehlkopf brechen. Sie spürte oder hörte
dieses auch, und ein böses Lachen kam über Ihre blutrot
geschminkten Lippen. Sie stand nun mit Ihrem ganzen Gewicht auf
seinem Hals und sah seine Lebensgeister schwinden. "Bye, Bye
Brüderchen," sagte Sie noch, hob Ihren Fuß ganz leicht
hoch und stampfte dann noch einmal voll auf den zerquetschten
Hals. Sie drehte Ihren Fußballen hin und her, als wollte Sie ein
Zigarette austreten und ärgerte sich noch über das Blut, daß
Ihr die Schuhe besudelte.
Es klingelte an der Haustür! Sie putzte Ihre Stiefel an Ihrem
Bruder - oder was von Ihm noch übrig war - ab und rannte die
Treppe hinauf. Sorgfältig schloß Sie die Kellertür und drückte
auf den Türöffner. Der geliebte neue Freund... nein, oh Gott es
war die Polizei!
"Guten Abend, Frau Sperling! Wir sind auf der Suche nach
einem entflohenen Häftling, und Zeugen haben ihn vor kurzem in
Ihren Garten flüchten sehen. Sie haben doch sicher nichts
dagegen, wenn wir uns in Ihrem Haus ein wenig umsehen?"
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