FussVideo - Text 426: Sport ist gesund!

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Sport ist gesund!
Vom Turnschuhheld

Teil I.

Michael war beleidigt, denn seine Arbeitskollegin Nadja hatte sich über seine Figur lustig gemacht. Sie hatte so einen Spruch losgelassen wie: "...bei dir werden die Knochen von der Haut zusammengehalten, was?". Das hatte gesessen. Klar er machte sich nichts aus Sport, aber Nadja hatte ihm immer ganz gut gefallen und es traf ihn, daß er ausgerechnet von ihr so eine Bemerkung kassieren mußte.
Jetzt trug er den ganzen Tag schon zur Schau, wie sehr er eingeschnappt war. Nicht daß Nadja ihn bemitleidet hätte, aber auch vor den anderen Kollegen mußte sie wohl offensichtlich etwas Reue zeigen, denn vor Feierabend lauerte sie ihm am Büroausgang auf und machte ein betretenes Gesicht.
"Nimmst du's mir sehr übel?" fragte sie ihn verlegen. Er brummte etwas unverständliches um seine Verärgerung noch besser zur Geltung zu bringen und meinte dann seufzend: "Nein, nein. Ist schon in Ordnung."
"So überzeugend klingt das aber nicht," meinte sie. "Du, es tut mir wirklich leid - ehrlich!"
Diese Entschuldigung empfand er als hinreichend und sagte lächelnd: "Ist schon okay. Eigentlich hast Du ja recht. Ich mache keinerlei Sport. Es macht mir halt keinen Spaß und ich kann mich einfach nicht überwinden."
Nadja fing an zu grinsen und sagte: "Man muß nur in den richtigen Sportclub gehen, dann kommt die Motivation aus der Gruppe. Ich spreche aus Erfahrung." Sie sah auf ihre Uhr, konstatierte, wie eilig sie es hätte und bevor er sich verabschieden konnte, war sie auch schon zur Tür hinausgewischt.
Trotzdem ließ ihm die Bemerkung keine Ruhe. War er wirklich so unfit, daß man es schon von der Ferne sehen konnte? Vielleicht wäre es an der Zeit, mal etwas dagegen zu tun, bevor er sich nicht mehr die Schuhe zubinden können würde.
Eine Woche später - er hatte die ganze Zeit überlegt, ob er nicht doch etwas für seine Gesundheit tun könnte, hatte sich aber nicht aufraffen können - fiel ihm Nadjas Behauptung wieder ein, als er ihr einen Stoß Arbeit auf den Schreibtisch pflanzte.
Er stellte sich dumm und fragte beiläufig: "Du bleibst wohl von alleine fit, oder was?", wobei er auf ihre sportliche Figur anspielte, die noch von ihrem Outfit unterstützt wurde. Sie trug immer enge Hosen, enge Sweatshirts und sehr oft Turnschuhe. Das wurde zwar insgeheim von einigen Kollegen und Vorgesetzten mißbilligt, aber als Projektleiterin konnte sie sich dieses Auftreten anscheinend erlauben.
"Nein," antwortete sie trocken. "Habe ich das behauptet?"
"Äh, nein," er überlegte, was er eigentlich wollte. "Ich dachte," sagte er und versuchte witzig zu wirken, "...weil du immer in Turnschuhen herumläufst machst du den ganzen Tag völlig automatisch Sport."
Ihr Gesicht nahm einen geschmerzten Ausdruck an. "Ha ha ha! Der Witz ist so alt, da rasselt die Bartwickelmaschine im Keller." Sie machte eine Pause, blickte von ihrem Bildschirm auf und meinte: "Nein im Ernst, ich trage Turnschuhe aus Gründen der Bequemlichkeit. Sollen die dummen Büromiezen doch in Stöckelschuhen rumlaufen und sich einen Hexenschuß holen. Außerdem hättet ihr Papiertiger und Schlipsträger doch sonst nichts, worüber ihr euch hinter meinem Rücken auslassen könntet." Dabei warf sie ihm einen gereizten Blick zu, daß es ihn fröstelte.
Er versuchte zu beschwichtigen: "Nein ehrlich, mir ist das Formelle völlig egal. Ich hab' echt kein Problem damit, wenn Du in Turnschuhen in die Arbeit kommst." Und, um das Lächerliche an seinem Witz zu beweisen: "Ich dachte eben, wenn du deine Joggingschuhe anhast stärkst du deine Oberschenkel und in deinen Basketballschuhen verbessert sich deine Aktenordnerwurfkraft. Jeden Tag einen anderen Sport, zur Abwechslung, hihi."
"Jaja, schon gut" - sie hielt einen Augenblick inne und er sah an ihrem Blick, daß sie angestrengt überlegte. Sie kniff die Augen zusammen und sah ihn intensiv an. "Du merkst dir also, welche Schuhe ich so anziehe?" Sie streckte ihre Füße unter dem Bürotisch hervor und setzte nach: "Ist an denen irgendwas komisch oder so? Bin ich wo reingetreten, oder was?", fragte sie bohrend.
Er war völlig verwirrt. Zum Einen weil er nicht wußte, was er jetzt sagen sollte, zum Anderen, weil sein Scherz so eine merkwürdige Reaktion ausgelöst hatte. "Nein, war nur ein Spaß. Mit deinen Schuhen ist alles normal - natürlich. Tut mir leid, schlechter Scherz." Er sah auf ihre Turnschuhe und überlegte, was er sonst noch hätte sagen können.
Ihr: "Ist noch was?" riß ihn aus seinen Gedanken. Er stotterte: "Nein, nein! - Ich habe auch noch zu tun", drehte sich um und machte sich auf den Weg zu seinem Schreibtisch. Kaum saß er, stand Nadja vor ihm. Er fragte: "Willst Du mir jetzt den Kopf waschen?"
"Nein, das mach mal lieber selber. Du wolltest doch mal mit dem Sporteln anfangen, oder? Ich hätte da vielleicht was für Dich." Er blickte nur blöde drein. "Ich bin Trainerin in einem Sportclub," fuhr sie fort. "Nach Feierabend und an manchen Wochenenden finden verschiedene Trainingsstunden statt".
Jetzt hatte er seine Sprache wiedergefunden. "Und was soll da besonderes dran sein? In ein Fitnesstudio kann ich genauso gehen. Solche Clubs gibt's wie Sand am Meer, und nach einem Monat vergeht mir die Lust."
Sie verdrehte die Augen und seufzte. "Wir achten sehr auf die Motivation aller Teilnehmer. Wir haben Trainingsmethoden, um alle bei der Stange zu halten. Es ist ein Club, kein Studio!" Er blickte abschätzig drein. "Es war nur ein Angebot. Wenn ich dir in der Arbeit schon genug auf die Nerven gehe, mußt du mich natürlich nicht auch noch nach Feierabend ertragen, ich verstehe das."
Er sah die Felle davonschwimmen, die ihm gerade erst auf dem Präsentierteller geliefert worden waren und antwortete schnell: "Nein, es interessiert mich! Und ich habe nichts gegen dich; und du bist sicher eine gute Trainerin!"
"Überleg's dir," kam von ihr, und ihm war als wartete sie auf etwas. "Was für Trainingsmethoden? Wo? Wann? Was kostet's?" probierte er.
"Die Methoden siehst du dann schon; sind ein paar Tricks dabei, die kann ich schlecht verraten. Am Besten kommst du nach Feierabend mit."
"Wann? An welchem Tag?"
"Na heute!"
Ihm blieb die Luft weg. "Aber..." stammelte er. "...ich hab' doch gar keine passenden Klamotten und Schuhe dabei!"
"Hast du überhaupt welche?" war ihr Reaktion.
"Äh nein," gestand er.
"Dann mußt du ja sowieso welche kaufen. Dann gehen wir eben vorher in's Sportgeschäft." Der Tonfall duldete keinen Widerspruch. Er hatte sich in ihrer Argumentation verfangen und ihm fiel nichts mehr ein. Zur Bekräftigung sagte sie noch einmal: "Ich dachte du wolltest, oder etwa nicht?"
"Aber natürlich!" kam mit gespielter Sicherheit zurück...
Da hatte er sich was eingebrockt! Aber egal, andernfalls hätte er vielleicht nie etwas für seine Gesundheit getan. Er stand also um 17 Uhr vor der Tür und wartete auf Nadja.
Sie kam fünf Minuten später und meinte: "Ich habe noch bei meinen Kolleginnen anrufen müssen, daß wir einen Schnupperkandidaten haben heute."
Im Sportgeschäft ließ er alles über sich ergehen. Er war wie sie der Ansicht, daß es besser wäre, wenn Entscheidungen von derjenigen getroffen würden, die sich damit auskannte. Während dessen setzte sie ihm Unterschiede zwischen Basketball- und Fitnessschuhen sowie die Vorzüge von Trailschuhen gegenüber Joggingschuhen auseinander. Sie verordnete ihm zwei Trainingsanzüge zum Wechseln und ein Paar Aerobicschuhe. Die würden einiges aushalten und seien im Studio ganz gut zu gebrauchen. Der Club würde zwar, wenn besseres Wetter anstehe auch mal was im Freien unternehmen, aber solange er nicht wisse, ob er dabeibleibe solle er sich noch kein zweites Paar Schuhe kaufen.
Nach dem Einkauf fühlte er sich eigentlich schon genug gerädert, aber er traute sich nicht einen Rückzieher zu machen. Der Club war äußerlich ein normales Fitnesstudio mit Werbeschildern vor der Tür und an der Straße. Auf seinen fragenden Blick hin teilte sie ihm mit, daß es sich tatsächlich um ein Fitnesstudio handelte. Aber nach den normalen Öffnungszeiten sei das Studio für den Club reserviert. Das würde auch der Kostenersparnis dienen.
Er verkniff sich alle weiteren Fragen. Eine Kollegin wartete schon auf sie mit einem Klemmbrett in der Hand. "Du mußt einen Vertrag über die Probemitgliedschaft unterschreiben!" erklärte Nadja. Er griff das Klemmbrett und las den Vertragstext. Die Gebühren waren harmlos.
"Warum soll ich Stillschweigen über die Trainingstechniken bewahren?"
"Weil diese unser Kapital und Erfolgsrezept sind!"
Er unterschrieb, daß er an 5 Probetrainings teilnehmen würde und auch dafür bezahlen würde. Nadja packte Michael am Arm und schob ihn in die Umkleide. Als er wieder herauskam, war Nadja nicht zu sehen. Dafür kam eine junge Frau lächlend auf ihn zu.
"Du bist Michael?" und ohne die Antwort abzuwarten. "Komm, wir fangen an!"
Er folgte ihr in einen Aerobicraum, wo schon 6 andere Männer warteten. Sie stellte sich vor die anderen hin und stellte ihn vor. "Keine Angst, die anderen sind auch noch nicht so lang dabei, wir werden dir schon nicht davon laufen. Ach übrigens, ich bin Ines". Die anderen begrüßten ihn, stellten sich vor, aber er konnte sich die Namen nicht merken. Ines sagte: "Schau einfach was wir machen und mach mit, es ist ganz einfach."
Nach ein paar Dehnübungen, die recht schmerzhaft für ihn waren startete Ines ein Aerobicprogramm. Zu hektischer Musik wurde kräftig gearbeitet. Nicht lange und Michael lief der Schweiß in Strömen herunter. Ein lautes "Nicht einschlafen, Michael!!!" zeigte ihm, daß seine Ermüdungserscheinungen schon für die Trainerin sichtbar geworden waren. Er strengte sich an, aber die Puste war ihm schon lange ausgegangen. Seine Beine und Arme schmerzten und er verfluchte sich innerlich für seinen Entschluß. Ines unterbrach das Programm.
"Michael, du mußt schon bei der Sache sein, sonst kommen wir hier nicht weiter. Du bringst die anderen aus dem Takt."
Er keuchte und die Trainerin stand kopfschüttelnd vor ihm. Er sah keuchend auf ihre Schuhe. Schwarze Aerobicschuhe von Reebok. Sie hatten eine dicke, leicht gewölbte Sohle und eine hochgezogene Stoßkante vorne. "Ich glaube, wir gönnen dir eine Pause. Geh in den Nebenraum, setz' dich hin und trink einen Schluck Wasser aus dem Spender," wobei sie auf die Tür deutete. Ihm wäre gar keine Alternative eingefallen so erschöpft war er. "Wenn du wieder fit bist, kommst du einfach wieder rein."
"Das glaub' ich kaum," murmelte er...
Im Nebenraum saßen zwei Mädchen und unterhielten sich. Als er den Raum betrat unterbrachen sie ihr Gespräch und die eine meinte "Was, schon so schnell?!? Nadja hat zwar gesagt: untrainiert, aber du scheint ja ein schwerer Fall zu sein. - Ich bin Christine," stellte sich die eine vor, "und das ist Judith."
Er schätzte ihr Alter auf 18 oder 19. Judith hielt ihm einen Becher Wasser hin, den er in einem Zug austrank. "So schlimm? Leg dich erstmal zum Verschnaufen hin."Judith deutete auf eine Turnmatte vor Michael.
Er befolgte den Vorschlag mit Freude und fiel fast auf die Matte. Er lag auf dem Bauch und streckte beide Arme weit von sich. Ihm fielen die Augen zu. Doch er hatte gerade zehn Sekunden verschnaufen können, da fühlte er etwas auf seinem Rücken. Er wollte sich umdrehen, aber plötzlich lastete ein grosses Gewicht auf seinem Rücken und er mußte keuchen. Er wollte mit der Hand nach hinten greifen um herauszubekommen was da auf ihm lastete, aber etwas senkte sich schnell auf sein rechtes Handgelenk und hinderte ihn daran. Er drehte seinen Kopf nach rechts und sah, daß Judiths rechter Turnschuh sich auf seine Hand gesenkt hatte. Im Gegensatz zu Ines hatte sie blaue Crosstrainingschuhe von Nike an und das scharfe griffige Profil schnitt sich schmerzhaft in seine Haut. Michael versuchte mit seinem linken Arm an seinen Rücken zu kommen und ertastete einen weiteren Fuß in einem Turnschuh, der mitten auf ihm stand. Christine kicherte, als sie noch etwas Gewicht auf ihn verlagerte. Sein ausgestreckter rechter Arm hinderte ihn daran sich umzudrehen oder mit dem anderen nach dem Fuß auf seinem Rücken zu greifen.
Er keuchte. "Was soll das?" quetschte er hervor.
Christine gackerte. "Wir müssen dich doch davon überzeugen, anständig mitzumachen. Und mit deiner Motivation ist es noch so weit her!" sagte Judith mit zuckersüßer Stimme.
"Wir wollen nur dein Bestes," ließ sich Christine vernehmen.
"Wir geben dir jetzt nur ein paar Argumente für eine ordentliche Anstrengung." Christine drehte ihren Turnschuh ein weing auf seinem Rücken hin und her.
Panisch fuchtelte er mit seinem freien Arm herum und wollte sie zu fassen kriegen. "Nicht aufregen. Du tust dir nur weh!" rief Judith. Aber Michael wollte sich nicht beruhigen. Er drehte seinen Kopf nach links und sah Christines zweiten Fuß. Er bekam einen Zipfel ihrer Trainingshose zu fassen und wollte daran zerren. Sie hob jedoch den Fuß und riß sich los. Dabei verlagerte sie natürlich ihr ganzes Gewicht auf seinen Rücken. Er wurde rot im Gesicht aber hörte nicht auf herumzufuchteln. Christine hob ihren linken Fuß und versuchte, seinen freien Arm unter ihrer Sohle festzuhalten, verfehlte ihn aber. Sie mußte sich nun vor seinem Arm in Acht nehmen. Da sie nur auf einem Bein stand, konnte sie ihr Gleichgewicht nur mühsam halten. Sie wollte ihm nicht völlig die Luft rauben, mußte aber seinen Arm unter Kontrolle bringen. Sie trat mehrmals schwungvoll nach seinem Arm. Sie traf ihn einmal mit der Spitze am Ellenbogen, was er aber kaum spürte und einmal mit der Sohle am Handgelenk. Seine Hand geriet dabei unter ihren Schuh und weil sie weit ausgeholt hatte, rieb das Profil mit dem Schwung ihres Beins hart über sein Handgelenk. Sie trug Runningschuhe von Adidas mit einem groben Profil. Er schrie auf und sah auf seine Hand. Blut sickerte aus mehreren Schürfwunden. Christine nutzte den Schreckmoment aus und stellte sich mit ihrem linken Schuh auf sein blutendes Handgelenk. Dafür war der Druck von seinem Rücken genommen. Er schnappte nach Luft.
"Ich sage doch, du tust dir nur weh!" ließ sich Judith vernehmen. Michael stieß ein paar Flüche aus. "Du solltest etwas kooperativer sein. Dann ist es auch leichter für uns, dich zu motivieren." Judith setzte ihren linken Fuß auf seine Schulter wodurch er vollständig fixiert war. Instinktiv wußte er, daß jede Bewegung äußerst schmerzhaft sein würde. Seine Wut verwandelte sich in Verzweiflung. "Anstrengung tut weh, das wissen wir alle. Aber wir wollen dir zeigen, daß Rumschwächeln genauso weh tun kann. Merkst du was?"
Er ächzte: "Laßt mich raus, ich will gehen!"
Christine tönte: "Darüber können wir nach der Trainingsstunde diskutieren. Wir wollen nur, daß du den Rest der Stunde fleißig mitmachst. Dann hast du's überstanden."
Judith sagte: "Ich höre?!?"
Michael jammerte: "Laßt mich raus!"
"Falsche Antwort!" Christine nahm ihren rechten Fuß von seinem Rücken und stellte die Ferse vor seinem Gesicht auf den Boden. Die Spitze zeigte nach oben, so daß er direkt auf ihr Profil sah. Dann senkte sie ihren Schuh und das Profil grub sich unangenehm in seine Backe ein. Er roch den Gummi der Schuhsohle und ein wenig von ihrem Fußschweiß. "Wie du vielleicht gemerkt hast, kann mangelnde Kooperation unangenehm sein. Also, laß' dir doch helfen."
Der Turnschuh drückte immer fester auf sein Gesicht. Michael wollte seinen Kopf wegdrehen. Dabei rutschte Christines Schuh an ihm ab und die scharfkantige Schuhspitze schrammte über seinen Mund. Dabei riß er sich die Lippe ein. Christine hatte nachgefaßt und das Gesicht war wieder unter der Sohle eingeklemmt. Sein Kopf war jetzt zurückgebogen und konnte sich nicht mehr umdrehen.
Judith meinte: "Jetzt mach es uns doch nicht so schwer. Du könntest schon längst wieder bei den anderen sein! Du brauchst nur deine Kooperation zeigen."
"Was wollt ihr von mir?"
"Nur daß du weiter etwas für deine Gesundheit tust, mehr nicht."
"Ist ja gut, ich mach schon wieder mit", stöhnte er.
"Wunderbar, warum nicht gleich so. Du bist ein guter Junge," lobte ihn Judith.
Christine hob ihren Fuß von seinem Gesicht. "Oh, du hast dich verletzt! Ich bringe dir gleich ein Taschentuch." Sie stieg von seinem Handgelenk. Sowohl auf seinem Gesicht als auch auf seiner Hand hatte sich Blut verteilt und gab die Form des Profils wieder um die es herumgeflossen war.
"Sie ist nicht immer so grob," meinte Judith, die nun auch von Michael heruntergestiegen war.
Er rappelte sich auf. Vor ihm standen die zwei Mädchen und feixten. Da kochte in ihm die Wut auf und er wollte sich wider alle guten Sitten auf Christine stürzen. Bis er ihren Judogriff bemerkt hatte lag er schon auf dem Rücken und fand einen Turnschuh auf seiner Brust wieder.
"Ich dachte du hättest verstanden. Haben wir uns vielleicht geirrt?"
"Nein, äh, tut mir leid."
Christine nahm ihren Runningschuh von seiner Brust. Er hinterließ ein paar Blutreste, die daran klebten. Sie halfen ihm auf und drückten ihm einen Waschlappen und Taschentücher in die Hand. Sie bedeuteten ihm, daß er sich am Waschbecken abputzen sollte.
"Du siehst ja aus wie ein Zombie," kicherte Judith, "aber so geht's allen beim ersten Mal..."
Befehlsgemäß wusch er sich und die zwei Mädchen tupften seine eingerissene Lippe ab. "Halb so schlimm," sagte Christine. "Jetzt kannst du wieder rausgehen. Keine Angst, die werden dich nicht auslachen. Sie wissen alle ganz genau wie das hier läuft."
Judith setzte nach: "Und tu uns einen Gefallen, mach keine Szene oder sowas. Wir wollen dir nicht wieder weh tun. Außerdem ist der Hausmeister schon weg; die Türen sind also abgesperrt". Dabei zwinkerte sie ihm zu.
Wie ein geschlagener Hund verließ er den Nebenraum. Ines begrüßte ihn. "Ah, hallo Michael! Du schaust aber mitgenommen aus. Haben wir dich vorhin etwas überfordert? Ich glaube für unseren Neuen verlangsamen wir das Programm heute ein bißchen. Wir wollen ja nicht, daß er uns abspringt. Außerdem haben eh nur noch 10 Minuten."
Michael stand völlig groggy auf seinem Platz und versuchte die Übungen mitzumachen. Es wollte ihm kaum gelingen und er rechnete jeden Augenblick mit einer Ermahnung. Die blieb aber aus. Die zehn Minuten kamen ihm wie eine Ewigkeit vor.
Plötzlich rief Ines: "So Feierabend für heute. Michael du warst hervorragend. Sehr gut für's erste Mal - als völlig Untrainierter. Ich werde dies' Nadja berichten! Die freut sich bestimmt."
Michael sagte nichts und ließ sich zur Tür hinausdirigieren. Da stand Nadja mit einem erwartungsvollen Gesicht und wartete auf ihn.

Teil II.

"Was geht hier ab?" zischte er Nadja ins Ohr, als er zur Tür hinaustrat. Nadja machte ein verlegenes Gesicht. "Deine Kolleginnen sind total verrückt! Ich hab' mich hier total übel behandeln lassen müssen."
"Findest Du? War es denn nicht motivierend?"
"Ihr spinnt hier doch alle völlig! Von mir aus macht was ihr wollt, aber ohne mich!" Trotz seines Zustands gelang es Michael, einigermaßen wütend auszusehen.
Nadja griff nach seiner Hand, aber er schüttelte die ihre trotzig ab. "Jetzt komm' bitte erste mal ins Büro, es gibt einiges zu erklären," beschwichtigte sie.
"Da gibt's nichts zu erklären! Ich gehe jetzt und setze keinen Fuß mehr in dieses Irrenhaus!"
Sie sah ihm direkt in die Augen und sagte äußerst bestimmt: "Du kommst jetzt bitte mit. Das ist für alle Beteiligten das Beste." Er war über den scharfen Tonfall so überrascht, daß ihm kein ganzer Satz mehr gelang. Nadja packte Michael an der Hand und schleifte ihn hinter sich den Gang hinunter. Am Ende angekommen schob sie ihn durch eine kleine Tür in ein stickiges Büro. Die Fenster waren durch Lamellen verdunkelt und ein klappernder Ventilator vermischte die heiße, unter der Decke stehende Luft mit der verbrauchten Luft am Boden.
In diesem Kabuff warteten schon einige Personen, mit denen er bereits Bekanntschaft gemacht hatte. Als er eintrat, kamen sofort Christine und Judith auf ihn zu und streckten ihm die Hand entgegen. "Wir möchten uns bei dir für die grobe Behandlung entschuldigen. Es ist zwar unser Job, aber wir wollen eigentlich niemanden verletzen." Er starrte sie entgeistert an, gab aber trotzdem zuerst Christine und dann Judith die Hand.
Nadja sprach ihn von der Seite an: "Du möchtest jetzt sicher wissen, was wir hier eigentlich treiben."
"Das ist mir ziemlich wurscht. Meiner Ansicht nach spinnt ihr völlig!"
"Das siehst Du falsch. Wir versuchen bloß besonders hartnäckige Fälle der Unfitness zu einer gesunden Lebensweise zu bewegen. Und dafür haben wir uns halt ein paar spezielle Methoden ausgedacht. Du hast erst den Anfang erlebt..."
"Auf den Rest kann ich gern verzichten! Ich steige hier aus."
Jetzt ließ sich Ines' Stimme vernehmen: "Das glaube ich kaum," meinte sie lachend, "wir sorgen schon dafür, daß du Deine Probestunden bis zum Ende überstehst. Oder findest du, deine Kollegen sollen unbedingt sehen, wie du von zwei Jugendlichen zerlegt worden bist?"
Erst jetzt sah Michael den Bildschirm in der Ecke auf dem er sich selbst sehen konnte, wie er unter den Turnschuhen von Judith und Christine um Luft rang. Er war sprachlos. "Das ist Erpressung!" keuchte er.
"Hilfestellung trifft's eher," kommentierte Nadja. "Du würdest ja sofort aufgeben, und wir wollen ja alle nur dein Erfolgserlebnis. Aber wenn Deine Übungsstunden vorbei sind, wirst Du wahrscheinlich freiwillig dabeibleiben."
Michael japste: "Macht was ihr wollt, aber ich würde jetzt gerne gehen..."
"Niemand hindert dich. Du solltest nur nicht den nächsten Termin vergessen! Aber ich werde dich in der Arbeit noch mal dran erinnern."
Ohne ein weiteres Wort zu sagen, drehte er sich um und verließ den Raum. Er rannte den Gang hinunter und wechselte so schnell er konnte seine Kleider. Niemand folgte ihm. Er verließ das Gebäude - allein. Als er Zuhause angekommen war, kam ihm alles wie ein böser Traum vor, nur die Schmerzen die seinen ganzen Körper zu durchziehen schienen, erinnerten ihn an die Tatsachen.
Die nächsten Tage sprach er kein Wort mit Nadja. Seinen Kollegen erzählte er von einem Sturz mit dem Fahrrad, wenn die ihn auf sein zugerichtetes Gesicht ansprachen. Auch Nadja schien ihn nicht in Konversationen verwickeln zu wollen. Sie erinnerte ihn auch entgegen ihrer Versicherung nicht an den nächsten Termin. Das war auch nicht notwendig, denn Michael ging die ganze Angelegenheit keine Minute aus dem Kopf.
Dann war es wieder soweit. Das Training sollte in einer halben Stunde anfangen. Michael hatte schon Stunden vorher eine riesige Wut im Bauch. Er wollte erst mal sehen, ob sich die Mädels wirklich trauen würden, das Video zu veröffentlichen. Er könnte behaupten, daß er überfallen worden wäre. Und außerdem, wenn sie das täten, würden sie ja ihr Druckmittel gegenüber ihm verlieren. Er beendete seine Überlegungen mit dem Beschluß, nicht zum Training zu gehen, sondern den Abend vor der Glotze zu verbringen. Er hatte bereits ein Bier getrunken und sein Zorn war fast verflogen, als es an der Tür läutete. Michael erschrak. Er stand auf, legte die Türkette ein und öffnete die Tür einen Spalt um "wer da" zu fragen.
Doch war es auch schon zu spät! Die Backen eines Bolzenschneiders schoben sich blitzschnell durch den Türspalt und die Türkette baumelte in zwei Teilen herab. Die Tür wurde aufgedrückt und Christine und Judith quetschten sich durch den Spalt. Sie stürzten sich sofort auf ihn. Er wollte sich wehren, sah aber daß hinter den zwei ihm bekannten Mädchen noch zwei weitere standen und nicht den Eindruck machten, als wären sie zum Canastaspielen gekommen. Er ließ sich widerstandslos zurück in sein Wohnzimmer schieben. Sie drückten ihn auf einen Stuhl und bevor er sich versah, hatten sie ihn mit Klebeband daran festgebunden. Er wollte zuerst lautstark fluchen, aber dann brachte er nur noch ein kleinlautes "Was wollt ihr von mir?" heraus.
Christine baute sich vor ihm auf und sagte kichernd: "Wir haben dich heute vermißt, und jetzt sind wir übereingekommen, daß wir mal sehen sollten, wie es dir so geht und ob du vielleicht von irgendwem festgehalten wirst, so daß du nicht kommen kannst."
"Sehr witzig!" versuchte er zu kontern.
Christine ignorierte das. "Ich wollte Dir nur die zwei anderen Damen vorstellen, bevor wir anfangen." Sie stellt ihren rechten Fuß zwischen seine beiden Oberschenkel auf die Stuhlkante. Sie trug wieder die Turnschuhe von Adidas, mit denen sie sein Gesicht und seine Hand so grob behandelt hatte. "Das ist Carmen..." Sie deutete auf eins von den Mädchen, das zu zwei roten Joggingschuhen von New Balance Straßenklamotten trug. Die andere trug einen seidenglänzenden schwarzen Jogginganzug von Adidas und trug silbern/weiße Nike Airmax BW. Sie machte einen etwas stämmigeren Eindruck, und hatte kurze zu einem Wuschelkopf frisierte blonde Haare. Sie wurde ihm als Marion vorgestellt. "Nachdem du jetzt alle kennst, können wir ja anfangen," meinte Christine und gab dem Stuhl mit ihrem Turnschuh, der immer noch zwischen seinen Beinen stand einen Stoß, so daß dieser nach hinten kippte. Michael schrie auf, aber der Stuhl wurde von Marion aufgefangen und die ließ ihn jetzt langsam auf den Boden.
Er lag jetzt völlig bewegungsunfähig auf dem Boden. Wie auf ein Zeichen traten jetzt Judith und Christine neben ihn hin und hielten ihm je einen Fuß vor das Gesicht. Judith meinte: "Die kennst du ja schon, oder? Jetzt zeigen wir Dir erste mal die anderen Mädels aus der Nähe, ich wollte Dir zwar heute auch ein anderes Paar aus meiner Sammlung vorstellen, aber die waren alle aus verschiedenen Gründen so schmutzig. Und ich will ja nicht, daß Du einen schlechten Eindruck von ihnen bekommst." Sie setzten ihre Füße wieder auf den Boden und gingen einen Schritt zur Seite.
Carmen trat heran und ließ ihren rechten Turnschuh ein paar Zentimeter über seinem Gesicht schweben. "Das ist ein guter Freund von mir. Ich nenne ihn Mike. Du solltest ihn begrüßen..."
Michael kam das alles lächerlich vor. "Hallo Mike," sagte er mit einem ironischen Tonfall.
"Du solltest netter zu ihm sein, ist schließlich mein Turnschuh, oder? Und seine Freunde sind auch meine Freunde." Jetzt stellte sie den rechten Sneaker auf den Boden und hob den linken Fuß, um ihn über seine Nase zu halten. "Und das ist Johnny. Sag Hallo zu Johnny!"
Michael wurde trotzig: "Ich begrüße doch keine Turnschuhe!"
"Johnny mag es nicht, wenn man ihn ignoriert." Die Sohle senkte sich schnell und setzte auf seinem Gesicht auf. Die Fußspitze drückte seine Nase ein wenig nach oben und das Profil berührte seine Lippen. Er roch eine Mischung aus Gummi, Gras und Erde. "Mike und Johnny sind gerne draußen unterwegs. Sie sind zwei recht schmutzige Kerlchen, sie müssen sich immer im Dreck wälzen."
Marion war inzwischen dazugetreten und rieb einen ihrer Nike Airmax an seiner Wange. Sie sagte: "Ich schätze, Du wirst mich in Zukunft eher an meinen Sneakern erkennen, als an meinem Gesicht oder so etwas. Besser gesagt, ich hoffe, daß du mich an meinen Sportschuhen erkennst, ich liebe sie nämlich sehr und finde, du solltest das auch tun."
"Das reicht Mädels," ließ sich Judith vernehmen, "wir haben ihn das letzte Mal schon so zugerichtet; diesmal sollten wir etwas vorsichtiger mit ihm umgehen." Marion und Carmen kippten nun den Stuhl, auf den Michael gefesselt war auf die Seite. Er lag jetzt quasi auch auf der Seite und sah aus der Perspektive eines Kaninchens die vier Mädels um sich herum.
Christine, die immer die Rolle einer Anführerin zu spielen schien, ließ sich nun in einen Sessel neben ihm fallen und blickte ihn kritisch an. "Wie können wir dich nur davon überzeugen, in Zukunft nicht mehr zu schwänzen? Mir fällt da im Moment echt nichts ein. Wäre ja schade, wenn wir dir wieder wehtun müßten..." Sie deutete auf die Obstschale, die auf dem Glastisch vor ihr stand und fragte: "Darf ich?" Er preßte die Lippen zusammen. Wie selbstverständlich nahm Christine einen Apfel heraus und biß hinein. Während dessen machte Judith sich im zweiten Sessel bequem und legte ihre Füße auf den Tisch. An den Sohlen ihrer Crosstrainer klebte ziemlich viel Dreck.
Christine verkündete gerade, daß ihr der Apfel nicht schmecke. "Willst Du?" fragte sie und hielt Judith den zweimal angebissenen Apfel hin. Die schüttelte den Kopf. Ohne ein weiteres Wort warf Christine den Apfel auf den Boden, so daß er unter dem Tisch durchrollte und einen halben Meter vor Michaels Gesicht liegen blieb. "Du darfst ihn haben," sagte sie zu Carmen.
Carmen ging um den Tisch herum und sagte zu Michael: "Ich mag auch keine Äpfel. Aber Joe mag welche, er ist ein echter Obstfan." Sie setzte ihren linken Turnschuh auf den Apfel. "Joe ist ziemlich hungrig, schau, wie gierig er hineinbeißt!" Michael sah, wie sich die Noppen von Carmens New Balance in das Fruchtfleisch des Apfels gruben. Unter Knacken und Knirschen wurde der Apfel flacher, bekam Risse und wurde, wo er die Sohle des angreifenden Turnschuhs berührte, zu Mus. Saft lief heraus und begann auf dem Teppichboden einen sichtbaren Fleck zu bilden. Michael beschwerte sich lautstark darüber. "Ach wolltest Du auch was von dem Apfel? Ich sag' Joe, daß er Dir was übriglassen soll!" Aber in diesem Moment senkte sich der rote Sneaker mit einem lauten "Kruntsch!" auf den Boden und der Apfel wurde vollkommen zermatscht. Carmen hatte ihr ganzes Gewicht auf den Turnschuh verlagert und ihr Opfer vernichtet. "Aber Joe, hattest du nicht gehört, daß Michael etwas abhaben wollte? Jetzt schau dir das an! Ob Michael das noch mag?" Sie drehte ihren Fuß noch ein paarmal hin und her, was zu schmatzenden Geräuschen führte. Dann hob sie den Turnschuh dessen Sohle über und über mit Apfelmus beschmiert war und setzte die Ferse eine Handbreit vor Michaels Gesicht auf den Boden, so daß die Sohle vorne hochragte und er direkt in das Profil sah, an dem noch Stücke der Schale in Fetzen herunterhingen. "Es tut mir leid, aber Joe ist sehr ungezogen und hat Dir nur wenig übriggelassen, aber er bringt es dir wenigstens. Das ist nicht selbstverständlich, so wie du ihn vorher behandelt hast." Die anderen lachten schallend. Michael wußte nicht, was er sagen sollte. "Na was ist? Ich dachte du wolltest etwas von dem Apfel? Keinen Hunger? Das ist aber schade! Aber Joe ist eh noch nicht satt. Und Mike und die anderen sind auch recht scharf auf was zu essen. Stimmt's?" Sie blickte zu Marion und erwartete anscheinend eine Bestätigung.
Die tippte sich an die Stirn und beugte sich zu Michael herunter: "Die spinnt ein bißchen. Ich gebe doch meinen Turnschuhen keine Namen, oder rede am Ende mit ihnen. Die würden nämlich eh nicht auf mich hören." Dann stand sie wieder auf und verschwand zielstrebig in der Küche. Die anderen grinsten ein wenig zu bescheuert wie er fand. Nach einer Minute des Schweigens kam Marion wieder aus der Küche zurück. Sie hatte die Hände hinter dem Rücken verschränkt. "Aber mit einer Sache hat Carmen recht." Und Michael merkte, daß sie kurz davor war, lauthals loszulachen. "Meine zwei Begleiter unter mir haben tatsächlich noch ordentlich Hunger! Allerdings mögen sie kein Obst." Und damit legte sie auf den Boden, was sie in Michaels Küche erbeutet hatte. In einer Reihe lagen nun ziemlich dicht vor seinem Gesicht zwei Tomaten, drei Eier, ein Becher Fruchtjoghurt und eine Packung Bratwürste.
Michael wurde bang. "Das könnt Ihr nicht machen! Ich krieg' das hier nie wieder sauber!" ächzte er.
Judith lächelte süßsauer: "Du bist heute nicht zum Training gekommen. Damit hast Du uns ein wenig herausgefordert. Und jetzt kommen wir halt zu Dir und zeigen Dir ein wenig, was unsere Turnies so alles drauf haben. Gewissermaßen essen sie heute 'auswärts'!"
"Okay, okay ich gebe auf! Ich mache alles was ihr sagt! Ich bin ganz bestimmt bei den anderen Terminen da!!!"
"Schön, das hatten wir gehofft. Ich denke in Zukunft können wir uns auf dich verlassen, nicht wahr?" fragt Judith mit einem schneidenden Unterton. Michael beeilte sich, seine Absicht zu bekräftigen. "So, das ging ja schneller, als ich dachte!" sagte Judith lachend zu ihren Begleiterinnen. "Und jetzt mal ran an den Speck!" Mit diesen Worten schob sie die Lebensmittel auf dem Boden ein wenig auseinander und winkte die anderen herbei.
Michael erschrak. "Ich dachte ihr würdet mich jetzt losbinden und gehen?"
Marion antwortete: "Das ist eine Frage der Konsequenz. Du scheinst keine zu besitzen. Und wir versuchen's Dir die ganze Zeit beizubringen. Paß' einfach auf, was wir von Dir verlangen. Dann brauchst Du unsere 'Konsequenzen' nicht zu tragen." Sie mußte lachen, weil sie ihr Wortspiel wohl ungeheuer komisch fand und drehte sich von ihm weg. Michael merkte, daß er wohl auf das nun folgende keinen großen Einfluß mehr nehmen können würde.
Marion schob mit der Spitze ihres linken Airmax eine Tomate vor sein Gesicht und setzte dann ihre Sohle in Höhe der Zehenballen auf die Frucht. Sie begann, die Tomate hin und herzurollen. Die Profilsohle hinterließ dabei leichte Eindrücke, die Michael gut sehen konnte. Er schluckte. "Methode A, B oder C?" Marions Stimme war plötzlich direkt an seinem Ohr, denn sie hatte sich zu ihm heruntergebeugt. Zuckersüß flüsterte sie: "Na sag schon!"
"C! - Ihr macht ja eh, was ihr wollt!"
Marion richtete sich wieder auf, hob den linken Fuß und stampfte dann mit voller Wucht auf die Tomate! Michael konnte sehen, wie sich das Airkissen unter Marions Ferse zusammendrückte, zu spät allerdings für die Tomate, denn die hatte sich in Sekundenbruchteilen in einen roten Matsch verwandelt und spritzte quer durch das ganze Zimmer. Ein Teil traf auch Michaels Gesicht, was ihn unwillkürlich aufschreien ließ.
Marion beugte sich wieder herunter: "Du hättest ja fragen können, was die Methoden genau sind, hihi! Ich empfehle Dir für die zweite Tomate jedenfalls eine andere, zum Beispiel B. - Ach ich mach's einfach, ja?," säuselte sie ihm ins Ohr. Michael war wie gelähmt. Marion setzte die nächste Tomate an den Platz der vernichteten und stellte sich vor ihm auf. Er sah jetzt das Opfer vor sich und links und rechts daneben die - zumindest aus seiner Perspektive - gewaltigen Nikes. Er sah die großen Spitzen, über die sich die schwarze Sohle nach oben wölbte, die zur Seite hin den Eindruck erweckte, immer breiter zu werden. Die Sohle, die mit ihrem gerippten Profil seinen Blick nach unten, unter den Schuh führte, wo sie in den geheimnisvollen Eigenschatten eintauchte.
Marion hob die Fußspitzen leicht an und schob die Füße zusammen, so daß die Tomate eingeklemmt wurde. Die Sohlen machten ein reibendes Geräusch auf dem Teppich. Michael war gebannt. Die Schuhe machten Eindruck. Marion hob nun wieder die Spitze des rechten Sneakers, so daß er nur noch auf der Ferse stand und setzte die seitliche Kante des Schuhs von schräg oben auf die Tomate. Michael konnte jetzt bis zur Hacke sehen, wo sich die Sohle unter Marions Gewicht bog und in den Teppich eindrückte. Marion senkte nun wieder ihren Schuh, aber diesmal senkrecht abwärts. Die Tomate wäre wohl seitlich weggerutscht, aber sie wurde vom anderen Sneaker daran gehindert. Die Sohle kerbte die Tomatenschale immer mehr ein, bis diese einriß. Der Sneaker rutschte nach unten und schob die dünne Schale mit sich.
"Ooops, das ging aber schnell!" ließ sich Marion vernehmen. Sie hob ihren Sneaker wieder und setzte ihn wieder auf die Tomate. Die Sohle grub sich diesmal in das nackte Fleisch der Tomate und schnitt ein Stück der Tomate ab. Und wieder hob sich der Turnschuh über die arme Tomate. Die Sohlenkante kam nun auf etwa der Mitte des Opfers zu liegen und quetschte dieses zusammen. Die Tomate bekam mehrere Risse, platzte und etwa die Hälfte wurde von Marions Airmax zusammengeschoben und unter eben diesem begraben. Saft quoll darunter hervor und schwemmte kleine grüne Kerne mit sich. Marion wiederholte das immer wieder bis auch der letzte Rest der Tomate unter ihren Sneakern zerquetscht worden war. Jedesmal wenn sie ihren Turnschuh hob, konnte er die Stücke an den Stollen des Profils sehen und beobachten, wie der Saft an der Sohle entlang Richtung Ferse lief. Zum Schluß rieb sie mit dem Turnschuh noch ein paar mal auf dem Teppich hin und her und es blieb nichts als ein roter schleimiger Fleck von der Tomate, als sie zur Seite trat. "Judith, willst Du mal?" fragte sie.
"Aber klar!" kam es zurück." "Wenn Du die Eier nimmst, können wir Ratespielchen machen. Eins ist roh, die anderen gekocht. Ich habe sie geschüttelt..."
"Ach noe... das könnt Ihr machen, mich macht das hier an..." und damit griff sie nach dem Fruchtjoghurt. Der Joghurt landete vor ihm, direkt neben dem Tomatenfleck. "Sag Tschüs zu deinem Joghurt..." Mit diesen Worten setzte sie ihren Crosstrainer auf den Becher. Michael sah den Sneaker von der Seite, sah die Zacken des mächtigen Profils, die ihm wie Zähne vorkamen. 'Jetzt denke ich schon wirklich, daß die Turnschuhe mein Abendessen verspeisen...' dachte er sich.
Weiter kam er nicht, denn Judith fing an ihr Gewicht auf den Joghurt zu verlagern. Der Becher knickte an einer Stelle mit einem Knacken ein und fing an sich unten auszubeulen. Judith kippte ihren Sneaker mehrmals hin und her, aber der Becher blieb ganz. Erst als sie fast ihr ganzes Gewicht darauf verlagerte, riß der Becher so ein, daß der Joghurt wie Milch in Zeitlupe in einem dicken Strahl herausschoß, von unten über die blaue Sohle des Crosstrainers schwappte und an deren Rand heruntertroff. "Na das war doch eine Show!" meinte Christine zu Judith. Judith nahm ihren eingecremten Schuh von dem zerstörten Becher und gab diesem einen kleinen Kick, so daß er einen Meter weit über den Boden eierte und weiter Joghurt verspritzte.
"Ich bin dran!" jubelte Carmen. Sie sprang über Michael hinweg und drehte den querliegenden Stuhl an den er immer noch gefesselt war ein wenig herum, so daß Stefan ein sauberes Stück Teppich vor sich hatte.
"Aber nimm du die Eier, du bist die Spezialistin dafür," kommentierte Marion.
"Okay, aber ich mache ein Spielchen mit Michael! Einverstanden?" Niemand widersprach. "Also Michael, Marion behauptet, zwei wären gekocht, oder wie?"
"Stimmt Carmen. Aber er hat vergessen, sie zu markieren, soll man nicht machen im Kühlschrank."
"Also Michael, du setzt auf ein Ei. Ich meine du tippst, welches Ei das rohe ist. Wenn's stimmt, mach ich das Rohe nicht kaputt, das gibt ja sonst eine Sauerei, was? Also welches hättest du denn gerne?" Damit hielt sie ihm die Eier vor die Nase.
"Links," sagte Michael, dem inzwischen jeglicher Mut zum Widerspruch abhanden gekommen war.
Carmen legte es beiseite und drapierte eines der anderen vor Michaels Nase. Sie machte schon Anstalten, daraufzutreten, als Judith rief: "Führ' bitte den Trick vor!" Carmen sah sie fragend an. "Na, den Ei-Trick..." und zu Michael: "Sie wird dir zeigen, wie zärtlich Turnschuhe sein können."
Carmen meinte: "Wenn ihr wollt," und setzte sich vor Michael auf den Boden, winkelte die Beine an und setzte ihm ihre neuen, knallroten New Balance direkt vor die Nase. Dazwischen legte sie das Ei. Nachdem sie es sich einigermaßen bequem gemacht hatte setzte sie ihren rechten Sneaker auf das Ei und rollte es damit hin und her. Dabei verstärkte sie den Druck immer mehr und mehr. Da machte es knacks und eine der Profilnoppen brach in die Schale ein. Sie lockerte sofort ihren Druck und fing an zuerst mit einem, dann mit dem anderen Sneaker das Ei herumzurollen. Dabei brachen die Noppen immer wieder ganz leicht in die Schale ein, die immer mehr Risse bekam, bis schließlich nur noch ein dünnes Häutchen die Schalenstücke zusammenhielt. Carmen klemmte nun das Ei zwischen beiden Sneakern ein und versuchte mit der scharfen Kante des linken, die Schale herunterzuziehen. Sie rutschte zweimal ab, bis es ihr gelang, das Häutchen zu zerreißen. Dann schob sie vorsichtig die Schale herunter und hatte es tatsächlich geschafft, das Ei ohne Verletzung zu schälen. Michael war längst klar, daß es eins von den gekochten war. Carmen fing an mit dem Ei zu spielen, rollte es mit der Sohle hin und her, rieb es fast zärtlich zwischen beiden Sohlen und ließ es unter sanften Tritten zwischen ihren Sneax hin und herrollen. Michael konnte sehen, wie sich jedesmal die Noppen der Sneaker hineindrückten, aber keinen Schaden hinterließen.
Mittlerweile hatte das leicht feuchte Ei den Schmutz von den Turnschuhsohlen und die Fussel des Teppichs aufgenommen und war ziemlich grau geworden. Auch ein paar braunrote Flecken waren sichtbar und Michael fragte sich, worauf Carmen vorher wohl herumgetrampelt war. Carmen lachte: "Jetzt schau dir das Ei an, das ist gar nicht mehr so jungfräulich, wie vorher. Ziemlich versaut - hat wohl dreckige Phantasien. So etwas dulde ich nicht. Ich werde es von seinen Qualen erlösen..." Sie setzte ihren linken Sneaker mit der Hacke vor dem Ei auf und begann über das Ei abzurollen. Dieses wurde langsam flachgedrückt sowie Carmen den Druck verstärkte. Es war schon ziemlich platt aber noch ohne Risse, da stand Carmen auf und deutete auf das Ei. "Schau mal, da steht 'New Balance' drauf. Wußte gar nicht, daß die auch Eier herstellen." Der Schriftzug der Sohle hatte sich in das Eiweiß gedrückt. Sofort stellte sie ihren Fuß wieder auf das Ei und zerdrückte es langsam. Das Eiweiß riß und das bereits zerbröselte Eigelb wurde herausgedrückt. Dann verschwand alles unter dem schwarzen Gummi der Turnschuhe. Carmen hob den Sneaker, einzelne Stücke der Beute fielen herab, das meiste klebte jedoch fest am Sneaker und sah entfernt aus wie ein Spiegelei. Sie machte einen Schritt zur Seite hob den Fuß und kratzte die Reste an der Kante des Glastisches ab.
Sie drehte sich wieder um und hielt Michael einen Sneaker vor die Nase. "Meine Turnies sind doch echt sexy, oder? - Beim zweiten machen wir es etwas sportlicher..." gackerte sie und stellte das Ei wieder vor Michaels Gesicht. Ohne Vorwarnung holte sie plötzlich aus und kickte mit der Schuhspitze gegen das Ei. Das Ei, diesmal das rohe, zerplatzte und der Inhalt spritzte gegen den Sneaker. Die Schale klatschte leer gegen eine Schrankwand. "Bäh, das war ja das rohe!" keifte Carmen, während die anderen lachten was das Zeug hielt. "Meinen neuen Sneaker sind ganz versaut und du bist schuld! Wieso tippst du falsch," fuhr sie Michael an. Und damit klatschte sie ihm den Sneaker ins Gesicht, dessen Spitze mit Ei überzogen war. Mit groben und kräftigen Bewegungen rieb der Turnschuh an seinem Gesicht entlang und verteilte den Schleim. "Na los, mach sauber!" knurrte sie zwischen zusammengebissenen Zähnen. Sie preßte den Sneaker auf seinen Mund und mit ruppigen Bewegungen zwang sie ihn in zwischen seine Zähne. Er schmeckte Ei, ein wenig Blut von seinen Lippen und das bittere Aroma der Gummisohle. Sie zog den Sneaker wieder zurück und rieb den restlichen Schleim an sein Sofa. Kommentarlos legte sie das dritte Ei auf den Boden und latschte einmal darüber, wie wenn sie gerade zum Einkaufen ginge. Daß das Ei jetzt an ihrem Sneaker klebte störte sie nicht.
Christine war dran. "Ich mach's kurz, du hast schon recht gelitten, was?" Sie öffnete die Bratwurstpackung und nahm ein Würstchen heraus. "Stell dir vor, das wärst du..." sagte sie, während sie sich vor ihn hinsetzte wie vorher Carmen. Sie kippte allerdings ihre Knie zur Seite und rutschte ihre Füße zusammen. Ihre Sohlen lagen jetzt aufeinander. Sie beugte sich mit der Wurst nach vorne, zog die Sneaker wieder ein bißchen auseinander, so daß die Sohlen sich gegenüberlagen. Dann legte sie die Wurst der Länge nach zwischen die beiden Profile und schob sie wieder zusammen. Die Wurst wurde nun durch die beiden Sneaker daran gehindert herunterzufallen. Christine drückte die Fersen gegeneinander und die Wurst wurde von hinten her zerquetscht. Dabei schob sich der Rest immer weiter nach vorne, während an den Absätzen die Wurstmasse zwischen den Profilen hervorquoll. Um das Opfer weiter zu zermatschen zog Christine die Fersen wieder auseinander und rollte die Sneaker gegeneinander ab, bis sie sich nur noch an den Spitzen berührten. Die schmatzenden Geräusche, die dabei entstanden ließen Michael einen Schauer über den Rücken laufen. Christines Worte hatten gewirkt. Er kam sich tatsächlich klein wie das Würstchen vor und hatte beinahe das Gefühl als nächstes unter Christines Adidas zu Wurstmasse verarbeitet zu werden.
Das Wurstzipfelchen fiel mit einem leichten Plopp auf den Boden. "Ooops!" sagte Christine und zog unter einem kurzen Schmatzen ihre Sneaker auseinander. Sie streckte ihr rechtes Bein etwas und hielt ihm die Sohle hin, deren Profil vollkommen mit Wurstmasse gefüllt war. "Lustig, was?" Sie öffnete ihre Schnürsenkel und zog die Schuhe aus. "Ich zieh sie draußen wieder an, wir haben schon genug Schweinerei gemacht," sie stand auf und machte sich auf den Weg zur Tür, die anderen folgten ihr.
"He was ist mit mir?" jammerte Michael. Wie wenn sie darauf gewartet hätte gab Christine Carmen einen Wink. Die drehte sich um, zog ein Teppichmesser aus der Tasche und kniete sich hinter Michael. Er fühlte und hörte, wie sie das Klebeband durchschnitt. Als erstes kamen seine Hände frei und er streckte sich so gut es ging, denn alle seine Muskeln waren schon ziemlich verkrampft. Carmen ging um ihn herum und schnitt seine Füße frei.
Plötzlich fing sie an zu kichern: "Hey Mädels, schaut mal was mit unserem Freund los ist!" Sie hob den rechten Fuß und stupste den Turnschuh zweimal leicht an die unzweideutige Beule in Michaels Hose. Michael schoß es wie ein elektrischer Schlag durch den ganzen Körper. Erst jetzt bemerkte er seine starke Erregung, sein Gesicht wurde ziegelrot.
"Tja, Wette verloren..." meinte Marion mitleidig zu Christine, die ein beleidigtes Gesicht schnitt. "Wir haben's eilig, damit kann sich Nadja befassen..." sagte sie kurz angebunden, und zu Michel nur: "Wir sehen uns, mach's gut." Die anderen drängten gackernd zur Wohnungstür. Als Michael sich aufrichtete fiel die Tür ins Schloß.

Fortsetzung folgt...

 

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