Dani
Von pumpslover
Nach Beendigung meiner Ausbildung besuchte ich meine Schwester
in London, die dort für ihre Firma arbeitete. Ich komme aus
einem kleinen Nest im Norden Dänemarks und war von dem Flair
Londons beeindruckt. Dort gab es in einer Straße mehr
Modeboutiquen und Schuhläden als in unserem ganzen Landkreis.
Ich besichtigte tagsüber die üblichen Sehenswürdigkeiten, die
alle Touristen sich anschauen. Doch abends zog ich mit meiner
Schwester Wenke durch Discotheken, Pubs, Szenetreffs und durch
zahlreiche Boutiquen und unüberschaubare Secondhand-Läden, die
mir besonders gefielen, da es dort viele Artikel spottbillig gab,
was meiner bescheidenen Börse entgegen kam.
Morgens schlief ich meistens aus, während Wenke früh zur Arbeit
mußte. Ich wurde jedesmal wach, wenn sie ging, da wir zu zweit
in dem breiten Bett schliefen, das fürchterlich weich war.
Wenkes Freund Marc, der dort normalerweise schlief, war mit
seinem Unikurs auf Studienfahrt. Nur deswegen hatte ich überhaupt
die Chance bekommen in der kleinen Wohnung zu wohnen.
Von dem gesparten Geld kaufte ich mir viele Klamotten und
Platten, da ich solche Gelegenheiten bei mir zu Hause nie haben würde.
An einem Tag regnete es wie aus Kübeln und es war keine
Besserung in Sicht. Der Regen trommelte gegen die Fenster und auf
das Dach der kleinen Dachgeschoßwohnung. Mir verging sämtliche
Lust auf Shopping oder Sightseeing. Auch das Fernsehen und das
Radio stimmten mich nicht besser, da mein englisch nicht gut
genug war, bzw. ich dem englischen Humor nichts abgewinnen kann.
Aus Langeweile stöberte ich in den Schränken meiner Schwester,
die neben der eleganten Bürokleidung auch zahlreiche flippige
Freizeitkleidung und aufregende Abendgarderobe enthielten.
Einiges dieser Freizeit- und Abendkleidung hatte ich in den
letzten Tagen ja schon an Wenke bewundern können. Auf ihre
Abendkleidung war ich neidisch, da ich mir so teure Stücke nicht
leisten konnte. Da wir gleich groß oder besser gesagt gleich
klein sind, mit unseren 163 cm Körpergröße und eine ähnliche
frauliche Figur haben, wollte ich einige enge Cocktailkleider
anprobieren.
So zog ich mir meinen Spitzen-BH, einen schwarzen Seidenslip und
halterlose Strümpfe an, bevor ich mich an ihre Kleider wagte. Am
meisten faszinierte mich ein schwarzes Tüllkleid, das durch den
engen Schnitt die Brust betonte, einen freien Rücken hatte und
in einem kurzen Petticoatrock endete. Es war ein zeitloses Kleid,
das jede Frau verführerisch erscheinen läßt. Dazu paßten auch
ihre schwarzen Handschuhe, die bis zum Oberarm reichten. Mir
gefiel mein Spiegelbild, so gut, daß ich meine Haare zu einer
stilechten Hochfrisur auftürmte und ein aufregendes Make-up
auftrug. Normalerweise schminke ich mich nur sehr dezent, doch
nun nutzte ich Wenkes Schminkutensilien für ein kräftiges Make-up,
mit einem dunkelrot leuchtenden Mund.
Meine Abschlußbetrachtung gefiel mir noch nicht ganz, denn
bisher hatte ich meine flachen Ballerinas angehabt. Bei der
ersten Anprobe fand ich, daß sie ganz gut dazu paßten, doch nun
erschienen sie mir zu billig und zu unscheinbar. Vielleicht fand
ich ja auch noch ein Paar Schuhe von Wenke, die das Bild abrunden
würden. Wenke hatte einige hochhackige Pumps und zahlreiche
modische Schuhe mit hohen Plateausohlen. Die schwarzen Pumps mit
den moderaten Absätzen sahen zwar besser aus als meine, doch es
stellte mich auch noch nicht zufrieden. Nach einigem Suchen fand
ich in einer Kommode einige Schuhkartons, die offensichtlich
Wenkes Schuhe für besondere Gelegenheiten beinhalteten. Das
erste Paar war aus weißen Lackleder mit einem bleistiftdünnen
High Heel Absatz, der laut Karton 6 inch hoch war. Neugierig
betrachtete ich diese Schuhe und befühlte das glatte Material.
Es fühlte sich angenehm kühl und erregend an. Die Schuhe sahen
aus wie neu, doch die Sohle und das Fußbett verrieten mir, daß
sie öfters getragen worden waren. Ich setzte mich und schlupfte
in die Schuhe. Sie waren mir eine halbe oder eine ganze Nummer zu
groß, doch ich stand trotzdem auf. Dazu mußte ich mich
festhalten, denn ich hatte noch nie solch hohe Schuhe angehabt.
Mein Versuch darin zu laufen scheiterte kläglich, da mir die Absätze
zu hoch und die Schuhe zu groß waren. Auch paßte das weiße
Lackleder nicht zu dem schwarzen Kleid. Die Schuhe wirkten fast
obszön zu dem edlen Kleid. Ich verstaute die Schuhe wieder und
fragte mich, wie Wenke wohl darin laufen konnte.
Im nächsten Karton waren Winterstiefel und im darauffolgenden
fand ich Rollschuhe. Es blieben also nur noch zwei übrig. In der
vorletzten Box fand ich silberne Riemchensandalen, die genauso
hohe Pfennigabsätze wie die weißen Pumps hatten. Diese Sandalen
gehörten zu einen silbrig glänzenden Partykleid. Ich versuchte
sie über und stellte fest, daß sie mir auch etwas zu groß
waren, doch durch die individuelle Schnürung mit den Riemchen
hatten meine Füße schon erheblich mehr Halt. Ich konnte sogar
einige wacklige Schritte damit laufen. Doch die Sandalen paßten
auch nicht zu dem Kleid.
Ohne große Hoffnung öffnete ich die letzte Kiste und meine
Augen wurden groß, denn solche Schuhe hatte ich noch nicht
gesehen. Die Schuhe sahen aus wie ein normales Paar
Wildlederpumps mit einer abgerundeten Spitze, die mit einer Straßbrosche
verziert wurde. Das Faszinierende an den Schuhen waren die Sohlen
und die Absätze: der vordere Schuhteil hatte eine Plateausohle
die 20 cm hoch war und der breite geschwungene Absatz war 30 cm
hoch und wie die Sohle ebenfalls mit dem Wildleder der Schuhe
bezogen. Um die Knöchel ließ sich ein Band aus Leder wickeln.
Die Schuhe sahen nicht nur neu aus, sie waren es anscheinend
auch, denn ich konnte keine Spuren von einem Tragen erkennen.
Diese extravaganten Schuhe paßten zumindest farblich zu dem
Kleid und sie hatten das gewisse Etwas, was ich bei den anderen
Schuhen vermißt hatte.
Ich probierte die Schuhe an und jubilierte innerlich, denn sie
hatten meine Größe. Deswegen hatte sie Wenke wohl auch nicht
angehabt. Mit einer prickelnden Erregung wickelte ich mir die Bänder
um die Knöchel und zog sie fest, damit ich wenigstens etwas Halt
fand. Langsam stand ich auf und versuchte einige Schritte. Nach
einer sehr wackligen Strecke mit Festhalten am Tisch, versuchte
ich den Rückweg ohne mich Abzustützen und es klappte besser, da
ich nicht mehr schief ging. Von Runde zu Runde konnte ich besser
laufen und stolperte auch nicht mehr an der dicken Plateausohle.
Ich fand die richtige Technik in diesen Schuhen elegant laufen zu
können.
Ich setzte mich gerade auf das Sofa um meinen Beinen ein Pause zu
gönnen als Wenke ins Zimmer kam. Ich erschrak und dann fiel mir
ein, daß ja Freitag war und sie nur bis zum Mittag arbeitete.
Ich rechnete mit ihrem Ärger, doch sie stutze nur als sie mich
in ihren Sachen sah. Dann forderte sie mich auf, mich ihr richtig
zu zeigen. Danach sollte ich eine Runde gehen und sie gratulierte
mir zu dem guten Stil und der eleganten Haltung.
Ich erklärte ihr die Situation und erzählte von meiner Suche
nach einem passenden Paar Schuhe. Sie lächelte und zeigte auf
das Paar, welches sie zu ihrem schwarzen Kostüm trug. Es war ein
schwarzes Paar spitzer Pumps mit geschwungenen Bleistiftabsätzen,
die bestimmt 12 cm hoch waren. Die extreme Spitze dieser Schuhe
wurde durch eine Schnalle noch betont. Es waren Pumps, wie ich
sie aus Filmen mit Doris Day oder Marillyn Monroe her kannte. Sie
ergänzten mein Outfit perfekt, doch sie waren mir leider auch zu
groß.
Wenke und ich gingen an dem Abend in eine Oldiedisco und waren
der Blickfang aller männlichen Besucher. Ich genoß es im
Mittelpunkt einer Weltstadtdisco zu stehen, auch wenn meine Füße
mich terrorisierten.
Am Sonntag mußte ich wieder zurück nach Dänemark und eine schöne
Zeit ging zu Ende, in der ich mir vieles gekauft hatte. Doch
meine Gedanken hingen immer noch an diesen Plateauschuhen. Leider
hatte ich solche am Samstag nicht mehr kaufen können und bei uns
gibt es keinen Laden, der solche Schuhe hat.
Nachdem ich wieder zu Hause war erhielt ich zum Geburtstag ein
Paket von Wenke, in dem sie mir die Schuhe schenkte, da sie ihr
zu klein waren. Es war das schönste Geschenk des Tages, obwohl
meine Eltern fast in Ohnmacht fielen.
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