Die Lehrerin
Von berot
Wem ging es in der Schule nicht so, daß man die eine oder
andere Lehrerin toll fand? Ich hatte jedenfalls etliche "sehenswerte"
Frauen als Lehrkörper. Und als Füßling wünscht man sich natürlich,
ihr mal... - na ihr wißt schon.
In den letzten vier Jahren hatten wir eine große Blondine als
Klassenlehrerin. Frau Lehmann. Sie hatte immer ultrageile Schuhe
an. Im Sommer kam sie manchmal mit ihren weißen Pantoletten, wo
vorne nur zwei dünne Riemchen den Fuß hielten. Der Blick auf
ihre göttlichen Füße war also fast völlig frei. Daß ich dort
ständig hinsah hatte sie schnell bemerkt, sagte aber nichts. Sie
hatte die Angewohnheit, wenn sie uns etwas erzählte, abwechselnd
in den beiden Gängen vor und zurückzulaufen. Beim Zurücklaufen
drehte sie sich aber nicht etwa um - nein sie kam rückwärts
angewalzt. Das allein war schon himmlisch, wie sich erst langsam
die Pantolettenabsätze auf den Boden senkten und sich dann die
Fersen langsam daraufpreßten.
Ich saß in der rechten Reihe ganz vorn am Gang und hatte so
stets einen tollen "Ausblick". Während einige von
meinen Mitschülern Taschenspiegel unter den Rock der lieben Frau
Lehmann hielten um sich über den Zustand des Höschens zu
informieren verteilte ich Brotkrümel, Kreidestückchen oder auch
mal einen Apfelkriebsch im Gang. Voller Erwartung, daß sie das
Zeugs zertreten würde. Immer wenn sie auf etwas getreten war
oder sah, daß etwas Neues auf dem Boden lag sah sie mich an und
grinste etwas. Es schien ihr also nichts auszumachen oder
vielleicht fand sie es ja auch toll, daß jemand ihre Füße
bewundert.
Zweimal habe ich es allerdings ein bißchen übertrieben. Ich
fand mal ein Frühstücksbrot in meinem Tischfach welches einer
aus der Vorgängerklasse da liegenlgelassen hatte. Das ließ ich
unter meinen Tisch fallen und bugsierte es mit dem Schuh in den
Gang. Frau Lehmann kam wieder rückwärts den Gang entlang unt
trat genau mit dem Ballen auf die Schnitte. Dabei rutschte sie
mit dem Fuß zur Seite und stieß sich an meinem Tischgestell.
Auf dem Fußboden war nun eine zermatschte Schnitte mit
Leberwurst-"Bremsspur" zu sehen, etwas vom Brot klebte
noch an ihrem Schuh.
Gott sei Dank klingelte es in diesem Moment und niemand achtete
weiter darauf. Sie hielt mich im Zimmer zurück und fragte ob das
mein Brot war. Kleinlaut gab ich zu daß es zwar nicht meins war
aber ich es in den Gang geschoben habe um zu sehen ob sie es
zertreten würde. Sie schüttelte nur mit dem Kopf und sagte noch
daß sie sich weh getan hätte. Ich solle soetwas doch bitte zukünftig
lassen. Ich sagte ihr, daß ich das immer toll finde wenn sie auf
etwas tritt weil ihre Füße und die Pantoletten so schön
aussehen. Sie lächelte nur und ließ mich dann gehen.
Das andere mal legte ich einen alten kaputten Füller von mir hin.
Als sie kam stieß sie mit dem Absatz dran und der Füller rollte
ein Stück zur Seite. Sie bemerkte ihn und wußte wahrscheinlich
sofort, warum der dort lag. Sie beachtete ihn nicht weiter und
ging erst mal in den anderen Gang. Als sie wieder in unseren Gang
lief sah sie den Füller liegen und trat absichtlich drauf. Es
krachte herzzerreißend unter ihrem Fuß. Plastikteile sprangen
unter ihrer Sohle hervor. Sie blieb kurz darauf stehen, warf mir
einen schadenfrohen Blick zu und ging dann weiter. Erst jetzt
bemerkte ich die Tintenpfütze auf dem Fußboden. Ich hätte die
Patrone rausnehmen sollen.
Nach der Stunde mußte ich dableiben und die Tinte wegwischen.
Das Zeug ging kaum raus und ich hatte ganz schön zu tun. Frau
Lehmann saß am Lehrertisch und schrieb etwas. Ich kniete und
schrubbte die Tinte weg. Sie hatte ein Bein übergeschlagen und
wippte ihren Fuß auf und ab. Nun sah ich, daß auch ihre
Schuhsole völlig blau war. Nach einer halben Stunde ließ sie
mich gehen - der Fleck ging nicht richtig raus und war noch
Jahrelang zu sehen. Ich begnügte mich seither wieder mit Brotkrümeln,
Kreide - und Apfelstückchen...
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