Viele Treppen - Kyffhäuser
Von berot
Vor ein paar Jahren habe ich mit Kindern und Kegeln einen
Ausflug zum Kyffhäuser unternommen. Wir wollten hoch auf den
Turm, lösten die Eintrittskarten und gingen zur Treppe. Schon an
der Kasse fiel mir eine junge hübsche Frau mit schönen
Holzsandaletten auf. Ich schickte Kinder und Frau schon mal vor (weil
sie angeblich schneller seien). So konnte ich es einrichten
hinter die besagte Frau zu gelangen. Ihr Macker lief vor ihr und
hinter mir kam ein - Gott sei Dank - langsames Rentnerpaar. So
hatte ich einen herrlichen Blick auf die schönen Fersen der Frau
und genoß jede Stufe die sie betrat.
Es sah toll aus, wie sich ihre Hacken bei jedem Auftreten etwas
verbreiterten. Auf einmal stand die Schlange, weil welche
herunterkamen und eine von den Runterkommenden dermaßen fett
war, daß sich unsere Gruppe quer zur Wand stellen mußte damit
dieses Ungetüm vorbei paßte. Bei dieser Gelegenheit entdeckte
ich eine tote Fliege in den Resten eines Spinnennetzes, welches
am Rande eines Fensterchens hing. Die griff ich mir.
Die Leute vor mir sahen alle nach oben um zu sehen, wann es
weitergeht. Die Frau vor mir hob langsam den linken Fuß als es
weiterging. In diesem Augenblick steckte ich ihr die Fliege unter
die Ferse. Blöderweise berührte ich dabei ihren Fuß und sie
drehte sich zu mir um. Hat aber nichts gesagt und auch die Fliege
nicht bemerkt. Ich konnte nun das Schauspiel verfolgen, wie
innerhalb von ca. 250 Stufen die Fliege immer mehr plattgetreten
wurde. Bei jedem Schritt den sie tat konnte ich unter ihre Ferse
gucken und dort klebte die Fliege auf dem Holz der Sandalette.
Ich hätte ihr am liebsten auch mal einen Finger dazwischen
gesteckt aber das geht bei bemannten Frauen nun mal schlecht. Man
möchte seine Kauleiste ja schonen.
Oben angekommen war die Fliege immer noch unter ihrer - übrigens
nackten - Ferse. Sie stöckelte auf dem Aussichtsring herum und
trampelte die Fliege immer platter. Beim Runtergehen - Kinder und
Kegel blieben noch oben - richtete ich es so ein, daß ihr Oller
vor mir und ich vor ihr lief. Ich ging betont langsam um etwas
Abstand zu dem Typen zu bekommen. Die Frau störte das nicht,
weil sie ohnehin nicht schneller konnte. Ich hatte plötzlich
einen Plan. Ich wollte unbedingt, daß sie mir auf die Hand tritt.
Ich analysierte welchen Fuß sie bei welcher Stufe aufsetzt und
tat so, als wäre ich gestolpert. Ich stützte mich mit der
linken Hand auf der Stufe hinter mir ab und es klappte
hervorragend - sie trat voll drauf. Es tat allerdings viel mehr
weh als mir lieb war. Sie trat praktisch mit ihrer Holzsohle und
ihrem ganzen Gewicht auf drei Finger. Aua, das waren vielleicht
Schmerzen!
Sie war sichtlich erschrocken und betuttelte gleich meine Hand.
Ihr Schuhabdruck war deutlich zu erkennen. Sie faselte was von
Arzt und so - den brauchte ich aber nun wirklich nicht. Ich erklärte
ihr, daß das nicht so schlimm sei, meine Schuld wäre (was ja
auch stimmt) und daß es mir eine Ehre war, von einem so
bezaubernden Fuß getreten zu werden. Sie wurde daraufhin rot und
verlegen und sagte gar nichts mehr. Unten konnte ich dann noch
sehen, daß es sich die Fliege in ihrem Schuh offensichtlich
dauerhaft gemütlich gemacht hat - irgendwann zu Hause würde sie
das flache Ding vielleicht bemerken und eventuell einen Verdacht
schöpfen...
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