FussVideo - Text 242: Baumarkt

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Baumarkt
Von berot

Wenn ich mal alleine im Baumarkt bin - und das bin ich ziemlich oft - mache ich manchmal ein kleines Spielchen. Ich gehe in die Gartenabteilung zu den Blumen, gucke mir eine einsam herumsuchende Frau aus, stelle mich dezent daneben und tue auch sehr suchend. Dann glotze ich ihre Schuhe an - so daß die Frau das mitkriegen muß. Irgendwann sieht sie dann auch nach unten und fragt, was da zu sehen ist. Ich erzähle dann: "Ach, sie haben da eben ein kleines Krabbeltierchen totgetreten. Das kroch da unten lang und eben haben sie sich draufgestellt. Das ist jetzt bestimmt ganz platt."
Die Reaktion der Frauen (die eigentlich gar nichts zertreten haben) ist dann meistens sehr interessant. Von "Igitt!!!" bis "Na und!?" oder "Ach, das arme Tierchen - das wollte ich aber gar nicht..." hört man da alles Mögliche. Wenn man Glück hat, befaßt sich die vermeintliche Mörderin weiter mit dem Opfer, hebt die Füße hoch und sucht nach zertretenen Resten unter ihren Schuhsohlen.
Einige Male konnte ich dabei schon behilflich sein und ihren Fuß anheben um nach dem Gesundheitszustand der armen Kreatur zu sehen. Man sieht zwar eigentlich nichts aber es macht trotzdem Spaß. Diese Masche ist übrigens sehr zur Nachahmung empfohlen weil absolut tierfreundlich, harmlos und unauffällig.
Das tollste Ding erlebte ich vor drei Jahren in einem Leipziger Baumarkt. Eine ultrakurzgekleidete ultrablonde, megahübsche mit haushohen hellblauen Pantoletten stakste in der Gartenabteilung vor mir her. Es war niemand weiter da. Ich sagte: "Halt, warten sie mal, an ihrem Absatz ist gerade eine kleine Spinne hoch unter ihre Hacke gekrabbelt!" Das hatte gesessen. Mit einem verhaltenen Schrei drehte sie sich um und trampelte wie wild auf der Stelle herum. Ängstlich sah sie mich an und fragte: "Ist die wirklich in meinem Schuh? Uäääh! Ich hasse Spinnen!!!" - Na, das war's doch! Ich hockte mich hin und sagte: "Ich sehe mal nach und befreie sie von dem Untier..."
Sie drehte sich wieder um und hielt mir den linken Fuß hin. Ich faßte genüßlich ihre schlanken Fesseln an und sagte: "Nee - den anderen!" Sie hielt nun den anderen Fuß hoch. Es war einfach ein herrlicher Anblick, der Megahohe hellblaue Absatz über dem diese wunderschöne Ferse schwebte. Ich griff ihre Ferse und wischte mit dem Zeigefinger der anderen Hand die virtuellen Reste aus ihrem Schuh. Dann strich ich über ihre Fersensohle und sagte dann: "So, jetzt ist alles sauber, war auch kaum noch was übrig - so sehr haben sie die Spinne zertreten." Den Finger ließ ich zwischen Ferse und Schuh, als sie wieder auftrat. "Huch!" meinte sie, als sie leicht auf den Finger trat (es hätte gern etwas doller sein können). Sie bedankte sich und beteuerte immer wieder, wie sehr sie das ganze Viehzeug haßt.
So ein Erlebnis ist glaube ich leider einmalig - aber das eine Mal war schon toll!

 

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