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FussVideo - Text 176: Besiegelt

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Besiegelt

Wie ich Ihnen in "Waldspaziergang" bereits schilderte, hat das Schicksal für mich eine besondere Fügung ersonnen. Ich weiß nicht, was ich in meinen früheren Leben verbrochen habe, aber es kann nicht ganz unerheblich gewesen sein, gemessen an dem Quantum an Bußbereitschaft und Duldsamkeit, das mir in meiner jetzigen Existenz abverlangt wird.
Seit dem Besuch ihrer Mutter, und dem damit verbundenen Waldausflug, hat sich der Druck, den Herrin Angela auf mich ausübt, stetig erweitert. Im Büro entgeht es kaum noch jemandem, daß ich nach ihrer Pfeife tanze und ich muß mir immer öfter hämische Kommentare darüber anhören.
Aber auch bezüglich meines Privatlebens hat Herrin Angela ihren Einflußbereich konsequent erweitert. So besitzt sie seit einigen Wochen einen Schlüssel zu meiner Wohnung und macht ungeniert Gebrauch davon. Gerade wie es ihr in den Sinn kommt, und immer ohne Ankündigung, schneit sie bei mir herein. Dabei macht sie auch keinen Unterschied, ob ich zu Hause bin oder nicht.
Beim erstenmal, als ich sie völlig unerwartet in meinem Wohnzimmer antraf, wo sie gerade meine privaten Unterlagen, Fotoalben, Briefe und ähnliches durchstöberte (ich hatte noch Überstunden machen müssen, um Ihre Akten zu ordnen), hatte ich wohl noch protestiert und versucht, mein Recht auf Privatsphäre geltend zu machen.
Anscheinend vergriff ich mich dabei etwas im Ton, denn ihr Ärger darüber war weder gespielt, noch kann man behaupten, er sei schnell wieder abgeklungen. Zwar bedurfte es nur weniger gezischter Worte und die unmißverständliche Drohung, ihr Wissen um mein Geheimnis an adäquater Stelle preiszugeben, um mich reumütig auf die Knie sinken zu lassen, aber um Vergebung für mein
Fehlverhalten zu erlangen, mußte ich einige Stunden jämmerliches Leiden ertragen. (ich erwähnte doch schon die Sache, die mich in Ihre Gewalt gebracht hat? Nein? Na dann nur soviel dazu: An die richtige Adresse weitergeleitet würden mir mit Sicherheit einige Jahre hinter Gittern blühen).
In einer Art Verhör ließ sich Herrin Angela nun intimste Details meines bisherigen Lebens schildern. Namen, Adressen und Geschichten meiner früheren Partnerinnen, Verwandten und Bekannten, Vermögensverhältnisse, Verpflichtungen. Sie durchleuchtete mich vollkommen, angefangen bei meinen Gewohnheiten, bis hin zu Ängsten, Hoffnungen und Wünschen.
Ab und zu mußte sie mit ein paar saftigen Ohrfeigen nachhelfen, wenn ihr meine Antworten nicht genügten oder zu zögerlich kamen. Oder, wenn ihr danach war. Gerne verlieh sie ihren Fragen auch Nachdruck, indem sie ihre spitzen Absätze in meine Handrücken, Schenkel oder Weichteile bohrte. Eine bequeme Methode für sie, denn wenn ich ihr nicht gerade Unterlagen herbeischaffte oder etwas zu ihrer Erfrischung aus der Küche holte, verbrachte ich die ganzen Stunden vor ihr kniend - mit gespreizten Schenkeln.
Lange nach Mitternacht erst beendete sie ihren Besuch. Das zufriedene Gesicht, das sie dabei machte, ließ mich einerseits aufatmen, denn es schien zu verheißen, daß sie ihre Drohung bezüglich meines Geheimnisses nicht wahrmachen würde, andererseits ließ es mir auch kalte Schauer den Rücken herunterlaufen. Denn an diesem Abend hatte sie mir die Ausweglosigkeit meiner Situation und die praktisch uneingeschränkte Macht, die sie nun über mich hatte, deutlicher gemacht, als je zuvor. Und sie ließ in keinster Weise erkennen, daß sie nicht willens sei, diese Macht zu gebrauchen. Und zwar ohne Einschränkung. So blieb mir nur die Alternative: Knast oder Sklaverei.
Daß ich definitiv das Letztere gewählt hatte, wurde mir und meiner Herrin Angela noch einmal offenbar, als ich schließlich auch ihrer abschließenden Aufforderung, der wohl härtesten Prüfung dieses Tages, nachkam. Ich mußte sie bitten - nein, sie anflehen - mir zum Zeichen ihrer Vergebung dreimal in die Eier zu treten. Ich mußte sie laut und deutlich darum bitten. Mußte sie bitten, es mit aller Kraft und ohne Rücksicht zu tun - und ich mußte mich jedesmal dafür bedanken, indem ich die Schuhspitze küßte, die sich zuvor in meinen Unterleib gebohrt und mir Tränen des Schmerzes in die Augen getrieben hatte.
Seit jenem Abend ist mein Schicksal besiegelt und es wird sicher noch viel Unerfreuliches zu berichten geben. Oder Erfreuliches. Das liegt wohl am Standpunkt des Betrachters.

 

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