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PILLS
TO ENLARGE YOUR PENIS! |
Geschichte
Von Rusty
Renate machte es sich auf der schwarzen
Velourcouch bequem. Sie lehnte sich zurück, das Rotweinglas in
der Hand. Ich war dagegen überaus nervös, die Handinnenflächen
wurden feucht, der Rücken ebenfalls. Ich saß im Sessel, auch
aus schwarzem Velour. Aber nicht entspannt, sondern vielmehr
verkrampft, nach vorne gebeugt, die Ellenbogen auf den Knien
abgestützt.
"Du brauchst dir keine Sorgen zu machen," sagte Renate
mit gelassener Stimme. "Nichts was du oder ich hier sagen,
wird jemals nach draußen dringen. Ich habe da viel Erfahrung
drin."
Ich hob meinen Kopf etwas an und sah in ihr Gesicht. Renate
konnte ihr Alter nicht verleugnen. Sie hatte den gleichen
Geburtsjahrgang wie meine Mutter, sie gingen sogar in die gleiche
Schulklasse. Renate war für mich und meine Schwester eine
Ruftante. Also eine Frau, die ständig in unserem Haus verkehrte,
die aber nicht blutsmäßig zur Familie gehört. Als kleiner
Junge wird man dazu erzogen, die fremden Erwachsenen mit Onkel
oder Tante anzusprechen und sie hören es auch meistens gerne.
Jetzt, über zwanzig Jahre später, hatte sich das natürlich geändert.
"Worin hast du Erfahrung?" fragte ich nach.
"Im führen eines Doppellebens," erwiderte sie und lächelte
dabei überlegen. "Ich führte zusammen mit Richard ein
Doppelleben, von dem niemand von euch jemals etwas geahnt hat.
Ist das nicht Beweis genug?"
Doppelleben!? Davon wußte wirklich niemand in unserer Familie
etwas. Ich bekam jedenfalls nichts davon erzählt und ich mußte
mir beim Abendbrot sehr viel anhören, was meine Eltern über die
Familie von Renate Brokowski sich zu sagen hatten. Nicht immer
nur positive Dinge. Aber das ist wie gesagt lange her und fällt
unter die gleiche Schweigepflicht, wie das vermeintliche
Doppelleben der Brokowskis. Aber neugierig war ich dennoch.
"Habt ihr etwa Banken überfallen, als eine Art moderne
Bonnie und Clyde?" hakte ich nach und wollte dabei witzig
wirken.
"Nein," sagte sie und ließ sich mit dem Rest der
Antwort einige Sekunden Zeit. Genug Zeit um den Fragesteller
aufgrund seiner Vorwitzigkeit zu beschämen. "Richard und
ich hatten ein ausschweifendes Sexualleben."
Ob ich das unbedingt wissen wollte? Niemand möchte wissen, ob
seine Eltern jemals Sex hatten, augenblicklich haben oder in
Zukunft haben werden. Schon der Gedanke daran ist wenig erbaulich.
Das gleiche gilt für das Liebesleben von Menschen, die man
einmal als Tante Renate und Onkel Richard kennen und auch ein bißchen
lieben gelernt hat. Nein, nach detaillierter Schilderung von
Orgien in den Siebzigern stand mir nicht der Sinn. Das hatte mit
meiner derzeitigen Situation nur wenig zu tun.
Renate bemerkte, das ich wieder in Schweigen verfallen war.
Deshalb wartete sie nicht auf weitere ermutigende Nachfragen von
mir, sondern begann von sich aus zu erzählen: "Richard war
ein Masochist." Die Sprechpause ließ nicht genügend Raum
auf den Satz zu reagieren. "Ich fand es eines Tages heraus."
"Und?"
"Ich wollte mich natürlich sofort von dem Kerl scheiden
lassen," lachte Renate, "Er schlug es sogar vor. Was
mich natürlich noch mehr verletzte."
"Bei uns zu Hause merkte keiner was davon."
"Eine gewisse Zeit lang, kann man Entwicklungen unter der
Decke halten," klärte die erfahrene Frau mich auf. "Aber
es geht natürlich nicht ewig. Also führten Richard und ich eine
Aussprache. Mich interessierte vor allem, wie tief dieses
Verhalten in ihm verankert war. Ich schlug eine Therapie vor, die
wahrscheinlich billiger als eine Scheidung gewesen wäre."
"Und er nahm an?"
"Nein. Er sagte, das würde nicht funktionieren. Man kann so
etwas nicht einfach loswerden." Ich nickte, konnte ich doch
Richard gut verstehen. Mir ging es schließlich ähnlich und
deshalb saß ich auch so verkrampft im Sessel. Langsam begann ich
einige Dinge zusammen zu reimen. Aber Renates Ausführungen
lenkten mich wieder ab. "Also begann ich mich für das zu
interessieren, was Richard wollte."
"Hast du Bücher darüber gelesen?"
"Zunächst nicht. Natürlich hatte ich eine Vorstellung
davon, was eine Domina war. Man liest und hört ja einiges darüber.
Aber je mehr Richard mir darüber erzählte, um so mehr verwirrte
mich alles."
"Wolltest du es einmal ausprobieren?"
"Nein. Ich glaubte, nicht so veranlagt zu sein."
"Glaubtest?"
"Seit wann weißt du, das du auf so etwas stehst?"
Ich erhob den Oberkörper und wies die Frage zurück: "Ich
bin kein Masochist!"
"Nein? Wirklich nicht?"
"Nein," kam die Antwort deutlich leiser zurück. "Zumindest
glaube ich das. Ich mag keine Dominas und keine Studios. Nein,
das ist nicht das, was ich suche."
"Was suchst du denn?" fragte Renate fast schon flüsternd
und neigte sich in meine Richtung.
Jetzt ging mir die Sache fast schon zu weit. Ich hatte bisher
noch mit niemandem über dieses Spektrum meines sexuell
motivierten Verlangens gesprochen. Nicht in dieser Form. Und so
verfiel ich wieder in Schweigen. Renate sprach für etwa dreißig
Sekunden auch kein Wort, dann fuhr sie mit ihrer Geschichte fort.
"Richard war ein Masochist, er liebte den Schmerz." Für
einen kurzen Moment wollte ich etwas darauf erwidern, ließ es
aber bleiben. "Er hatte sich von diesen Dominas quälen
lassen, mit auspeitschen und anderen Sachen und dafür sehr viel
Geld bezahlt..."
Da fiel mir ein, wie zu Hause beim Abendbrot immer neidisch auf
die finanzielle Situation der Brokowskis geblickt wurde. Richard
Brokowski war Bauleiter und verdiente nicht schlecht. Er fuhr
Mercedes und mit seiner Frau zweimal im Jahr in Urlaub. Mein
Vater, Büroangestellter bei der Krankenkasse, mußte von weniger
Gehalt eine Frau und zwei kleine Kinder ernähren. Meine Mutter
verdiente ein wenig hinzu, aber es reichte weder für einen
Mercedes noch für einen Urlaub im Jahr.
Renate stellte das nun leere Rotweinglas zurück, schenkte aber
nicht nach. Vermutlich wollte sie einen klaren Kopf behalten. Es
ging weiter in ihrer Lebensgeschichte. "Ich stand also vor
der Alternative, mich von diesem Mann scheiden zu lassen oder es
zu akzeptieren, das er zu diesen Lederladys geht um sich dort für
eine Menge Kohle zu holen, was er von mir nicht bekommen kann."
Ich konnte mir vorstellen, wie verletzend das für Renate gewesen
sein mußte. Aber vielleicht war es bei meinen Eltern ja ähnlich.
Was wußte ich denn schon von ihrem Sexualleben. Es hatte viele
Jahre gedauert, ehe ich begriffen hatte, das geschmacklose
Fruchtgummi, das ich als kleiner Junge in der Schublade vom
Nachtschrank meines Vaters gefunden hatte und eifrig darauf herum
kaute, war ein Kondom gewesen. Ob er es gemerkt hatte, nachdem
ich es wieder zurück legte?
Sie nahm wieder die entspannte Haltung ein, schlug die Beine übereinander
und glättete eine Falte in der dunklen Stoffhose mit der flachen
Hand. "Ich entschied mich für den dritten Weg. Ich wurde
Richards Domina." Ihre Stimme klang plötzlich sehr
selbstbewußt, ja fast schon triumphierend. Auf ihren Lippen
zeichnete sich ein sanftes Lächeln ab. Renate hatte sich und die
Lage völlig unter Kontrolle. Ich versuchte inzwischen die
Erkenntnisse wieder in eine Reihe zu bringen und eine Verbindung
zu mir herzustellen. Wieder wurden meine Gedankenversuche von
ihren Ausführungen unterbrochen.
"Schritt für Schritt tauchte ich in diese Welt ein."
Nun war meine Neugier geweckt und ließ sich auch nicht mehr zähmen.
Auf der einen Seite gab es die Zurückhaltung, aus der
gemeinsamen Vergangenheit begründet, die ich vermutlich bei
einer völlig fremden Person nicht in gleicher Weise verspürt hätte.
Andererseits aber begannen mich Renates Ausführungen zu
faszinieren. Ich weigerte mich zwar noch, mir die Szenen bildlich
vorzustellen. Doch ich war kurz davor, detaillierte Fragen zu
stellen. Renate legte den Kopf in den Nacken und schloß die
Augen. Meine brennende Neugier wuchs mit jeder Sekunde, wurde
aber jäh enttäuscht.
"Hier geht es aber ja nicht um mich, sondern um dich!"
'Äh, Tante Renate,' war ich fast geneigt zu sagen, 'erzähl mir
doch mehr von dir und Onkel Richard!' Aber ich wußte, das mir
dies nicht zustand. Ich saß schließlich nicht hier, um mich an
Schilderungen aus ihrem Intimleben aufzugeilen, sondern um mit
ihr über mein ''Problem" zu reden, was ich aber gar nicht
so richtig wollte. Also schwieg ich wieder und hielt mich am
Rotweinglas fest.
"Du mußt schon selber etwas tun," befand Renate
richtigerweise. "Ich kann dir nicht helfen, wenn du nichts
sagst."
"Wie willst du mir schon helfen und wobei?" erwiderte
ich leicht trotzig.
Doch Renate blieb ruhig und ließ sich nicht provozieren: "Dabei
herauszufinden, was du eigentlich möchtest. Ich habe das Gefühl,
du weißt nicht, was du wirklich willst."
"Und du weißt es!?"
Jetzt reichte es ihr! "Hör mal zu!", fauchte sie mich
plötzlich an und ließ mich zusammenzucken. "Wenn du hier
nur in dich hineingrübeln willst, dann kannst du das auch vor
der Tür machen! Entweder du kommst jetzt zur Sache oder du gehst!"
Ich hatte nun den Eindruck gewonnen, das Tante Renate durchaus
das Potential zu Herrin Renate besaß. Es schüchterte mich
jedenfalls gewaltig ein und kleinlaut, noch mehr in den Sessel
gesunken, antwortete ich: "Ich kann darüber nicht reden."
"Willst du vielleicht lieber schreiben?" spottete sie
und zündete sich eine Zigarette an.
"Du verstehst das nicht," sagte ich und sah sie an.
Renate lächelte wieder. "Du bist wirklich ein harter Fall,"
erklärte sie, faßte über den Wohnzimmertisch und berührte mit
den Fingerspitzen meine Hand. "Ich verspreche dir, wenn du
dich ausgesprochen hast, wirst du dich viel besser fühlen.
Befreit und entspannt." Renate lehnte sich wieder zurück.
"Komm her," sagte sie, so wie man eine Katze anlockt.
"Komm her, hier neben mich." Ich widersetzte mich keine
Sekunde. "Stell dein Glas auf den Tisch und komm her."
Langsam erhob ich mich aus dem Sessel und ging seitlich um den
Tisch, ein schwarzer Tisch mit dunklen Keramikfliesen. Ich wollte
mich gerade wie ein schüchterner Pennäler neben seiner
Angebeteten auf die Couch setzen, als Renate leicht mit dem Kopf
schüttelte. "Nicht dort. Knie dich dort hin, direkt neben
mich." Ihre Stimme hatte etwas unglaublich betörendes an
sich. Etwas, das keinen Widerstand duldete. Ich sank direkt neben
ihren übereinandergeschlagenen Beinen auf den Laminatboden.
Der Anblick hatte nichts erotisches. Er entsprach überhaupt
nicht meinen Wunschbildern. Eine schwarze Stoffhose, schwarze Strümpfe
und, fast schon von Stilblindheit zeugend, schlichte, flache, weiße
Ballerinaschuhe, deren einzige Zierde eine funktionslose Schleife
war. Aber in diesem Moment, in dieser Atmosphäre ließ es meinen
Gaumen austrocknen.
"Ich weiß, dir gefällt das jetzt," flüsterte sie
nahezu. "Du wolltest schon immer vor einer Frau knien und
sie aus dieser Position anbeten. Und nun küß den Fuß. Das
willst du doch, oder?"
Und ob ich das wollte. Ich hatte zwar schon vorher zwei-, dreimal
bei Prostituierten das ''Vergnügen" gehabt, aber nie auch
nur annähernd das empfunden, was mir die Phantasie vorgaukelte.
Doch diesmal war alles so, wie ich es mir immer schon gewünscht
hatte.
"Küß ihn," sagte Renate nur leise und ich beugte mich
nach vorne, öffnete leicht die Lippen und berührte damit das
warme Leder ihres Schuhs. Es durchzuckte mich und der Duft von
Waschmittel und Seife drang in meine Nasenlöcher. Ich inhalierte
tief und schloß die Augen. Möge dieser Moment nie zu Ende gehen.
Aber es kam noch besser.
"Öffne deinen Mund," befahl sie sanft, "und nimm
den Fuß hinein." Ich mußte nichts weiter tun, als Ober-
und Unterkiefer zu spreizen. Renate schob ihre Schuhspitze
zwischen den Lippen hindurch. Sofort begann ich mit der Zunge das
Objekt der Begierde zu erkunden. Die runde Spitze, das narbige
Leder, die zerkratzte Laufsohle.
Renate genoß die Anbetung, die ein junger Mann ihren
ausgetretenen, alten Schuhen zukommen ließ. Sie zog tief an der
Zigarette und stieß den inhalierten Rauch in kurzen, heftigen
Wolken aus. Sie zog den Fuß wieder zurück und tippte mit der
Spitze gegen meine Stirn. "Was möchtest du? Sag es mir,"
forderte sie mich auf und ich sah in ein paar große,
freundliche, braune Augen.
Aber ich brachte meine Wünsche nicht über die Lippen. Die
Formulierung der Worte schnürte meine Kehle zu. Der Puls begann
zu rasen, der Schweiß zu strömen. Ich versuchte nach ihrem Fuß
zu greifen, doch Renate unterband es mit einem kurzen, scharf
ausgesprochenem: "Nein!!!" Als sei ich schon perfekt
dressiert, sanken die Hände auf den Boden und der Kopf senkte
sich schamvoll dazu.
Mit der Schuhspitze hob sie das Kinn wieder an und ließ mich in
ihr Gesicht schauen. "Wenn du es nicht aussprichst, wirst du
dich nie befreien," erklärte sie. "Du mußt Mut haben."
Ich riß mich förmlich zusammen und schaffte es nur mit
gesenktem Blick, die Worte halbwegs zu stammeln: "Ich möchte
unter deinen Füßen liegen." Sofort lief ich rot an und
schwitzte noch mehr. Ich hielt die Situation fast nicht mehr aus.
Innerlich hatte ich schon die Flucht ergriffen. Raus aus diesem
Zimmer, raus aus diesem Haus, raus aus dieser Stadt, raus aus
dieser Welt! Doch der Körper war träge. Er gehorchte nicht mehr
dem Geist.
Renate nahm den Fuß weg und wie leblos sackte der Kopf wieder
nach vorne. "Du möchtest also, das ich dich trete?"
fragte Renate leise und drückte dabei die Zigarette im
Aschenbecher aus. Ich nickte nur. "Hältst du das auch aus?"
Ich zuckte nur mit den Schultern. Es wäre nicht das erste Mal,
das eine Frau auf mir stehen würde. Die Prostituierten hatten
dies schon vorexerziert, ohne mich davon zu begeistern. Aber hier
war die Stimmung anders. Es herrschte ein Klima der Intimität,
ein Klima des Vertrauens. Nichts war vorhersehbar, nichts
abgesprochen. Alles entwickelte sich spontan und das war spannend.
Renate rückte auf die Vorderkante der Couch und stellte die Füße
parallel auf den Boden. Mein Blick war fest darauf geheftet. Ich
fühlte mich abhängig und doch zugleich frei. "Leg dich
dort vor den Fernseher, das Gesicht nach unten," befahl sie
in ruhiger, unaufgeregter Tonlage. Ich nickte stumm und kroch an
den angegebenen Ort. Das Fernsehgerät war in eine nußbaumfurnierte
Schrankwand eingebaut. Ich legte mich bäuchlings direkt davor,
die Arme angelegt, den Kopf seitlich in Richtung der
Couchgarnitur gewendet. Renate schenkte sich ein wenig von dem
Rotwein aus Burgund ein und nahm einen kleinen Schluck. Gerade
soviel um die Geschmacksnerven zu benetzen. Dann stand sie auf,
streifte ihre Bluse und die Hose glatt und kam mit langsamen
Schritten auf die Schrankwand zu. Sie schlich geradezu und ihre
Sohlen hinterließen kaum ein Geräusch auf dem Holzboden.
Schnell war sie aus meinem Blickfeld verschwunden. Ich konnte nur
noch ihre Stimme hören und den Schatten sehen, den ihr Körper
im Licht der Deckenstrahler warf.
Sie stellte einen Fuß auf meinen Hintern und lehnte einen Arm
gegen die Schrankwand. "Rutsch etwas von der Wand weg, damit
ich mehr Platz habe," ordnete sie an. Ich glitt über den
Holzboden bis ich mit dem Becken gegen ihren zweiten Fuß stieß.
Meine Anspannung und Erregung war kaum noch zu überbieten. Nicht
einmal beim ersten sexuellen Erlebnis mit einem Mädchen hatte
ich vergleichbar gefiebert.
"Ich möchte dir nicht weh tun - noch nicht," bei ihren
letzten Worten erschauerte ich. "Wenn du Schmerzen hast,
dann sag es mir. Du sollst hier keinesfalls den Helden spielen.
Ich bin ohnehin stärker als du. Hast du das verstanden?"
"Ja," erwiderte ich leise und erwartete jeden
Augenblick ihr Gewicht auf meinem Rücken.
"Du bist gut gebaut," befand Renate. "Du dürftest
keine Schwierigkeiten haben mich zu tragen." Gegenüber
Richard müßte ich ihr aber wie ein Hänfling vorgekommen sein.
Der Bauleiter hatte eine kräftige Maurerstatur, in die ich
zweimal hineingepaßt hätte. Aber vielleicht hatte ihm das
Trampeln auch keinen Spaß gemacht. Vielleicht mochte er es
wirklich nur von seiner Frau ausgepeitscht zu werden.
Weitere Gedanken in dieser Richtung waren aber nicht mehr möglich.
Zügig trat Renate mit beiden Beinen auf meinen Hintern und von
dort wanderte sie ohne große Pause in Richtung der Schultern.
Ihr Gewicht war erträglich, wenn auch ungewohnt. Die flachen
Schuhe verteilten das Gewicht gleichmäßig, sofern das überhaupt
möglich war. Bei jedem Schritt lastete natürlich mehr Gewicht
auf nur einem Fuß. Mit einer Hand tastete sich Renate an der
Schrankwand entlang. Ein lebendiger Körper, noch dazu wenn er
sich hebt und senkt, mit rutschigem Stoff und beweglicher Haut
versehen ist, läßt sich nicht mit einem toten Bärenfell
gleichsetzen.
Mit Bedacht setzte Renate ihre Schritte. Im Lendenbereich ist die
Belastung am Höchsten, im Schulterbereich am Niedrigsten. Ich fühlte
mich sicher und konnte zum Erstenmal genießen, was ich bisher
nur in der Phantasie lustvoll erlebte und in der Praxis sich als
unbefriedigend präsentierte.
"Du bist ein guter Junge," lobte sie von oben herab.
"Man sieht, das es für dich nicht vollkommen neu ist."
Sie schaukelte ein wenig, was ich im ersten Moment, weil völlig
unerwartet, eher als unangenehm empfand. Da jedoch mein Stolz
sehr ausgeprägt ist und sich der Satz aus der Kindheit "Indianer
kennen keinen Schmerz" tief bei mir verwurzelt ist, nahm ich
alle meine Kräfte zusammen und unterdrückte jede Äußerung von
körperlicher Belastung.
Renate stieg wieder herunter und stellte sich vor meinen Kopf.
Ein befreiendes Gefühl, als ihr Gewicht meinen Rücken verließ.
Die Muskeln konnten sich wieder entspannen und ich hatte wieder
die Möglichkeit tief durchzuatmen, wovon ich auch gleich
ausgiebig Gebrauch machte. Auch wenn die letzten Minuten ein
zwiespältiges Gefühl bei mir hinterließen, war ich doch glücklich
und zufrieden. Ich hätte Renate vor Freude und Dankbarkeit um
den Hals fallen können. Der erste Schritt war getan.
"Leg deinen Kopf auf die Seite," sagte sie ruhig. Ich
gehorchte und dachte, nun dürfte ich ihre Füße wieder küssen.
Aber statt dessen stellte sie einen Fuß auf den Kopf, er
bedeckte vollkommen das Ohr, und ehe ich es mich versah stand sie
auf einem Bein mit dem gesamten Körpergewicht auf meinem Schädel.
Der Druck war nicht so stark, wie ich vermutet hätte. Aber Angst
verspürte ich keine.
Ich hatte im Biologieunterricht aufgepaßt und wußte, das
menschliche Skelett hält enorme Belastungen aus und ich hatte im
Physikunterricht aufgepaßt und wußte, das Gewicht nichts
anderes als Masse mal Beschleunigung ist. Und solange Renate
keinen Anlauf nahm und eine beidfüßige Punktlandung auf der
entsprechenden Stelle plante, war das Risiko mehr als gering.
Eine Treppe eilig herunter zu hasten erschien mir gefährlicher.
Dennoch war der Druck schon heftig und als Renate auch noch
anfing zu wippen, war es nicht mehr zu unterdrücken. Mit einem
Gefühl der Entlastung gab ich einige keuchende Geräusche von
mir. Auch die Muskeln im Nackenbereich wurden angespannt, was
eher die Lage verschärfte.
"Tut das weh?" fragte sie, nachdem sie mit beiden
Beinen wieder auf dem Laminatboden stand. Sie war außerhalb
meines Blickfeldes. Ich war mir nicht sicher, welche Antwort ich
geben sollte. Denn weh, im Sinne von Schmerzen, tat es nicht. Es
war mehr so, als wenn man einen Kasten Cola in den dritten Stock
trägt. Belastend, aber nicht schmerzvoll. "Ich habe dich
etwas gefragt," sagte sie und es klang schon leicht genervt.
"Nein, Renate," antwortete ich. "Nur ungewohnt."
"Dann ist es ja gut." Prompt stand sie wieder auf
meinem Kopf. Diesmal mit beiden Beinen. Doch das war eine weniger
gute Idee. Nun mußte sie den einen Fuß weiter nach außen
schieben, in Richtung Wangenknochen, und deshalb drückte die
scharfe Kante ihrer Schuhsohle mittig in die Ohrmuschel und das
tat nun weh. "Aaahh!", entfuhr es mir, was Renate aber
nicht beeindruckte. Das Ohr wurde richtig heiß und ehe ich zum
zweiten Schrei ansetzen könnte, schritt sie schon weiter. Das
Ohr pochte.
Auf der Oberschenkelmuskulatur tat es dann zum ersten Mal
wirklich weh. Ich zog die Luft scharf zwischen den Zähnen ein
und ballte die Fäuste, als sie mit ihrem Gewicht die Muskeln
malträtierte. Aber zum Glück war es nur ein kurzes Leiden.
Renate stellte sich auf die Seite. "Dreh dich um,"
befahl sie. Etwas umständlich rollte ich auf den Rücken. Der
nachlassende Schmerz in den Oberschenkeln war eine Wohltat, an
das Ohr dachte ich schon nicht mehr. Nun zeigte sich, das es mehr
als eine Schnappsidee von mir war. Unter dem Reißverschluß der
Jeans zeichnete sich eine Beule ab. Ich würde lügen, wenn ich
sage, es wäre mir nicht peinlich. Vor einer Frau, die man schon
als kleiner Junge gekannt hat, eine Erektion zu kriegen, gehört
nicht zu meinen lustvollen Phantasien.
Aber Renate ging erfrischend unbekümmert damit um. Ohne lange
Vorreden stellte sie ihren Fuß auf diese Stelle und übte
sanften Druck aus. Sie lächelte verständnisvoll, als hätte sie
genau das Ergebnis erwartet. Doch damit war die Vorstellung noch
nicht beendet. Sie holte ihr Rotweinglas vom Tisch, während ich
weiter vor dem Schrank lag. "Möchtest du auch einen
Schluck?" fragte sie und stellte ihre Fuß auf meine Brust.
Dann nippte sie am Glas. Ich nickte, weil meine Kehle
ausgetrocknet war. Sie grinste und das Grinsen sah alles andere
als gut aus. Es war ein breites, teuflisches Grinsen. Was hatte
sie sich nun ausgedacht?
Renate zog ihren Fuß von meiner Brust zurück und ging in die
Hocke. Dann sagte sie, den Kopf leicht zur Seite geneigt, leise säuselnd:
"Mach deinen Mund auf." Ich öffnete ihn und starrte
sie dabei an. Langsam konnte ich mir denken was kam, doch ich täuschte
mich. Anstatt das Glas über meinen Mund zu führen und es zu
kippen, nahm sie einen Schluck aus dem Glas, beugte sich über
mich, als wollte sie mich küssen und etwa zehn Zentimeter über
dem Mund kam ein Schwall des roten gekelterten Traubensaftes
zwischen ihren Lippen hervor und floß in meinem Rachen.
"Schluck!" Ich war perplex. Damit hatte ich nicht
gerechnet. Ich fühlte mich mit einem Schlag tief gedemütigt,
aber zugleich sauwohl. In diesem Augenblick, viel stärker als
vorhin in der Rolle ihres Fußabtreters, war mir klar, das diese
Rolle meine Rolle ist. Etwas, das ich seit Jahren gesucht hatte
ohne es zu wissen und deshalb auch nie fand. Ganz langsam ließ
ich den Rotwein die Speiseröhre hinuntergleiten.
Renate stand auf und lachte. "Steh auf," befahl sie. Während
ich mich, schon ein wenig Gliedersteif, aufrappelte, verließ sie
das Zimmer und kam mit meiner Jacke im Arm zurück. "Du fährst
jetzt nach Hause. Und wenn du dort angekommen bist und dort
weitermachen willst, wo wir heute hier aufhören, dann rufst du
mich an. Wenn du mich nicht anrufst, dann bleibt das heute eine
einmalige Sache und wir werden nie wieder darüber reden.
Einverstanden?" Mit diesen Worten drückte sie mir meine
Jacke in die Hand. Ich nickte. Renate drückte mir noch einen Kuß
auf die Wange und führte mich nach draußen.
Ich fuhr zwar nur langsam nach Hause, um mir alles noch mal durch
den Kopf gehen zu lassen, aber der Griff zum Telefonhörer war
dafür bedeutend schneller...
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