Der Text enthält Beschreibungen von sexuellen Szenen und ist daher für Kinder und Jugendliche ungeeignet. Vor einem "Nachstellen" oder "Nachspielen" der hier beschriebenen Szenen wird ausdrücklich gewarnt. Denke immer daran: Sicherheit geht vor!
Der Gedanke an Katze weckte Erinnerungen. "Neunschwänzige Katze", so nannte ER etwas, das sie noch niemals gesehen, aber oft schon gespürt hatte. Immer wurden ihre Augen verbunden, wenn sie gezüchtigt wurde. So begann sie, in den langen Momenten zwischen zwei Schlägen, sich dieses Instrument, das ER so meisterlich führen konnte, vorzustellen. Ein kurzer Stiel, daran, in panischer Angst, neun Katzen, an den Schwänzen zusammengebunden, die mit Wucht gegen ihren wehrlosen Körper geschleudert wurden. Die verkrampften Pfoten weit ausgestreckt, warteten sie nur darauf, die spitzen Krallen in das nackte Fleisch ihres Pos, ihrer Schenkel und ihrer Brüste einzugraben.
Natürlich wußte sie, daß es keine Katzen waren,
die ihr laute Schmerzensschreie entrissen. Dünne Lederbänder,
mit kleinen Eisenkugeln daran, ließen sie immer wieder die
Schwachheit ihres Körpers spüren. Trotzdem waren es
ihre Katzen, so wie es seine Peitsche war. Es waren ihre Schmerzen
und es war seine meisterliche Hand. Sie hatte begonnen, ihre neun
Katzen zu lieben. So wie sie ihn liebte.
Ihr Blick fiel auf das Kaminfeuer. Wie jeder offene Rost, wärmte auch diese Flamme nur von vorne. Ihr Gesicht, ihre Brüste, ihr Bauch, ihr Geschlecht und ihre Beine glühten, während der Rücken von der klammen Kälte umkrochen wurde, die dieser Raum ausstrahlte. "Du wirst die Nacht im Verlies verbringen.", hatte ER zu ihr gesagt, mit seiner Stimme, die so viel Liebe ausdrückte und doch niemals Mitgefühl spüren ließ.
Wie gerne hätte sie sich umgedreht, um ihr Gesicht zu kühlen und ihren Rücken zu wärmen. Doch die Kette, die um ihre Handgelenke geschlungen war, hinderte sie nachhaltig daran, irgend etwas an ihrer Stellung zu verändern. Links und rechts von ihr standen zwei dicke steinerne Säulen, die wohl das dunkle Gewölbe trugen. Daran war ein Holzbalken angeschlagen worden, der quer über ihrem Kopf hing und an dem die Gelenke scheuerten, wenn sie den Druck der Kette auf eine andere Stelle verlagern wollte. Auch ihre Beine waren gespreizt worden, festgehalten durch die gleiche Kette, die irgendwo nach unten lief und sie, in kniender Stellung, unveränderlich festhielten.
Sie sehnte sich nach ihm. Daß ER kommen würde, und sie einfach nehmen würde. Die Ketten lösen, ihren Körper aufheben, sie auf die Bank legen und in sie eindringen würde. Aber ER hatte gesagt, "Du wirst die Nacht im Verlies verbringen.". Sie wußte, daß ER nicht kommen würde. Ihre Wünsche waren nicht wichtig, ihre Schmerzen waren nicht wichtig, ER war wichtig. Sie spürte, daß sie bereit war. Bereit für ihn. Ihr Geschlecht hatte sich geöffnet, rief nach ihm, lauter , als es ihre Stimme je gekonnt hätte. Aber es blieb ruhig.
Nein. Jetzt war es deutlich zu hören. Es war nicht diese hungrige Katze, die sie zu narren versuchte. Es war ein Schlüssel, langsam zwar, aber unverkennbar, der sich im Schloß umdrehte und das Quietschen der Tür, das sie schon vom Betreten des Raumes her kannte. Sie spürte ihn hinter sich, sein Geruch, sein Atem und hörte das Aneinanderreiben der Lederbänder der Peitsche. Ganz leise entfuhr es ihr "Bitte..." und sie ahnte, daß ER nickte.