Vorwort : Vielen vielen Dank an alle, die mir in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder nette eMails geschrieben haben. Meine Sommerferien-Geschichte ist ja nun auch schon nicht mehr die neueste aber anscheinend scheint sie doch auch immernoch Leser zu finden. Ich war leider lange nicht mehr dazu gekommen etwas Neues zu schreiben. Das möchte ich jetzt wieder gern ändern und veröffentliche hiermit also jetzt eine ganz neue Geschichte. "Unsere kleine Idee" fängt im ersten Teil noch sehr harmlos an. Ich erstelle jetzt also erstmal die storytechnische Umgebung, auf die ich dann in weiteren Teilen aufbauen werde. Zusätzlich möchte ich dann aber auch langsam meine Sommerferien-Geschichte fortsetzen... Wer Ideen oder Einfälle für "Unsere Kleine WG" oder "Sommerferien" hat, soll sie mir bitte per Mail zuschicken. Ich freue mich immer über Mails und für euch ist es sicherlich auch schön, eigene Ideen umgesetzt zu sehen :-). In diesem Sinne, viel Spaß mit meinen Geschichten!!! Euer Berni :-) Unsere Kleine WG. Teil 1 : "Hey aufwachen!" Ich schreckte hoch und erkannte meinen Kumpel Freddy. "Ähhh ja sorry, war wohl kurz eingepennt", antwortete ich und versuchte, mir den Schlaf aus dem Kopf zu schütteln. "Hast wohl wieder mal die Nacht durchgemacht, was?" Ich grinste und griff in die Innentasche meiner Jacke. "Naja schon aber dafür hab ich was für dich!" Ich reichte ihm eine MiniDVD. Der Datenträger wechselte unauffällig den Besitzer. "Ist das WLAN beim Studentenwohnheim immernoch offen, was?" "Und ob und die Leitung war gestern Nacht fast frei... das geht mal ab wie Schmidt's Katze, sag ich dir! Hab in eMule zwar immernoch nur ne LowID aber es hat sich trotzdem fett gelohnt diesmal!" Ich konnte sehen, wie sich Freddy's Gesicht aufhellte. "Wird ja auch mal Zeit, nachdem du dir kürzlich meine ganze Sammlung rübergezogen hast!" Wir lachten beide. Freddy, mein bester Kumpel, wusste erst seit kurzem über meine Neigung Bescheid - und ich über seine, die zufällig die selbe war. Er hatte vor ein paar Tagen seinen PDA bei mir vergessen gehabt und ich, neugierig wie ich war, hatte einen Blick auf die SD-Karte im Slot geworfen. Die meisten hätten wohl den Schock ihres Lebens erhalten aber ich war nur überrascht. Sie war randvoll mit Porno-Videos. Das allein hätte mich noch nicht überrascht, aber als ich schon beim ersten Anklicken eine laut Intro angeblich sechsjährige beim Oralsex beobachten könnte, viel mir die Kinnlade runter. Freddy ein Pädo? Das glaube ich zunächst nicht, erst nach zwei Stunden und dreimal abspritzen war ich sicher. Die SD-Karte war randvoll mit Kinderpornos. Der Rest ging recht schnell. Ich war bei ihm vorbeigefahren und alles mit ihm geklärt. Dass ich ebenfalls ein Pädo war, sagte ich gleich zu Anfang. Ich wollte nicht, dass er sich vor Schiss ertappt worden zu sein, noch vollpinkelte... Seitdem sahen wir uns täglich. Sei es nun um Bilder oder Videos auszutauschen, oder auch um uns sonstwie über DIESES Thema zu unterhalten. Ich hatte Freddy beim Zivildienst kennen gelernt und wir wohnten leider auch ein ganzes Stück auseinander. Eigentlich wäre ich später noch bei ihm vorbei gefahren aber dass uns der Zufall schon so früh in der S-Bahn zueinandergeführt hatte, war mir auch grade Recht gekommen. "Was treibst du denn so früh hier? Ich dachte du hast noch zwei Wochen frei?", fragte Freddy. "Ja eigentlich schon aber gestern hat mich mein Chef angerufen; is wohl was Dringenderes, keine Ahnung. Jedenfalls muss ich heute Vormittag da vorbeischaun. Deshalb hock ich hier rum. Und was machst du in der Stadt?" "Weißt du doch.. ich such immernoch ne Wohnung. Mein alter Vermieter mag nimmer warten und wird langsam genervt... Scheiß Eigenbedarf! Aber find mal so miernichts diernichts ne Wohnung, die bezahlbar is..", erwiederte Freddy zerknirscht. Die S-Bahn fuhr jetzt langsam in den Citybahnhof ein... "OK hier muss ich raus", sagte ich und schnappte mir meine Tasche. "Alles klar... klappt das heute Abend noch mit dem Kino?", fragte Freddy. "Ja logisch, aber ich meld mich vorher ehh nochmal. Also bis dann!" In diesem Moment öffneten sich die Türen und ich sprang heraus. Ich war wirklich neugierig, was ich schon zwei Wochen vor meinem offiziellen Rückkehrtermin in meiner alten Firma sollte... Zwei Stunden später sollte ich es wissen - Ich war gekündigt! OK, so schlimm wurde es nicht formuliert aber im Grunde genommen war es genau das. Ich war dort als Netzwerkadministrator angestellt gewesen bis zu dem Tag, an dem der Schrieb von der Musterungsstelle kam - oder wie auch immer die hies - dass ich einzurücken hätte. Zum Glück war es mir noch gelungen, nachträglich zu verweigern aber meine Hoffnungen, dem Bund oder Zivi entgehen zu können, waren dahin gewesen. Natürlich bekommt man in solch einem Fall hundert Zusicherungen vom Betrieb, dass man auch ganz sicher nach geleistetem Zivildienst wieder dort weitermachen können würde aber das war in meinem Fall wohl "wegen unglücklichen Umständen" nicht mehr möglich. Meine Firma wollte nach Polen gehen oder wie auch immer und deswegen gab es keinen Bedarf mehr nach IT-Kräften. Mein einziger Trost war, dass sie mich wegen meines Zivis und irgendwelcher Tarifverträge nicht einfach rausschmeißen konnten. Daher hatten sie mir einen Vertrag vorgelegt, wonach ich zwar sofort entlassen war, jedoch mit einer ganz ordentlichen Abfindung und ich hatte nach kurzem Durchlesen auch unterschrieben. Immerhin hatte ich ein ganzes Jahresgehalt bekommen und man versprach mir auch noch, mir mein Arbeitszeugniss nachzuschicken. Jetzt, als alles vorbei war, saß ich da nun also und fuhr frustriert wieder nach Hause. Keine Arbeit mehr und auch keinen Plan, was ich nun tun sollte. Das Geld war für sich genommen kein wirkliches Problem. Meine Eltern hatten mich immer unterstützt und ich war sicher, dass ich von dieser Seite her kein Problem haben würde aber was sollte ich jetzt mit mir anfangen?! Erstmal nach Hause und dann würde ich weitersehen. Als sich eine halbe Stunde später die Haustür hinter mir schloss, war ich erstmal erleichtert. Ich schmiss meine Tasche zusammen mit meiner Jacke auf die Couch und hockte mich daneben. Puhh...erstmal würde ich meine Eltern anrufen müssen und ihnen alles erzählen. Gesagt getan und zu meinem Glück wurde wohl doch nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Ich hatte mir das Gespräch mit meinem Vater schlimmer vorgestellt aber er war garnicht mal so besorgt oder verärgert oder was auch immer ich mir vorgestellt hatte, dass er sein würde. Er war eigentlich ganz ruhig und meinte einfach nur, ich solle mir in Ruhe alle Möglichkeiten durch den Kopf gehen lassen und am Besten mal ein paar Tage darüber nachdenken. Ich wäre ja noch nicht zu alt, mit 25, etwas neues zu beginnen. Zuerst fühlte ich mich nicht wirklich ernst genommen aber dann wich dieses Gefühl langsam einer unbestimmten Erleichterung. Ich weiß nicht genau wieso, aber irgendwie fühlte ich mich wieder wohler. Ich schaltete für ein paar Minuten den Fernseher ein, ließ es dann aber wieder sein. Nun war es schon fast zwei Uhr und ich hatte noch ein paar Stunden Zeit bis ich Freddy heute Abend im Kino treffen würde. Daher legte ich mich nochmal ein Wenig in's Bett. Dort konnte ich meistens am Besten nachdenken und das Schlafzimmer war noch schön dunkel. Ich hatte die Rolladen noch nicht hochgezogen und im Moment war ich dankbar dafür. Einmal im warmen Bett angekommen, ließ ich meinen Gedanken freien Lauf. Mir ging es hier doch eigentlich ganz gut. Verdammt gut eigentlich. Meine Eltern hatten mir als ich nach dem Abitur gleich eine Stelle angetreten hatte, ihr Ferienhäuschen hier draußen praktisch geschenkt und ein Auto hatte ich auch. Das Haus war außerhalb der Stadt gelegen und damit schön ruhig. Meine Eltern hatten es lange Jahre für kleine Kurzurlaube genutzt aber seitdem mein Vater im Ruhestand war, waren sie kaum noch hergekommen. Sie flogen lieber in die Südsee oder fuhren nach Sylt. Geld war in unserer Familie noch nie ein Problem gewesen und daher war es auch kein Problem gewesen, dem Sohn das kleine Zweithäuschen zu überlassen, wenn er schon ausziehen wollte. Eignentlich was das einzige, was mich jetzt nervte, dass ich keinen Job mehr hatte. Warum sollte das eigentlich so schlimm sein, überlegte ich. Ich war sowieso nicht so wirklich scharf drauf gewesen, gleich nach der Schule anzufangen zu arbeiten. Mich hatte eigentlich nur die Unabhängigkeit von zu Hause dazu bewegt aber das war ja nun inzwischen überhaupt kein Thema mehr. Ich beschloss, es für heute sein zu lassen, mir den Kopf zu zerbrechen... Es war kurz nach acht Uhr als ich aus meinen Träumen gerissen wurde. Das Telefon klingelte und ich als ich langsam wach wurde, dass ich total verpennt hatte. Das wurde mir am Telefon auch gleich von einem ziemlich genervten Freddy bestätigt. Die 8:30Uhr-Vorstellung konnten wir jedenfalls vergessen. Ich entschuldigte mich kurz angebunden bei ihm und versprach, alles zu erklären. Er meinte wir könnten ja immerhin noch um elf Uhr in den Film gehen und ich machte mich auch sofort auf den Weg. Ich fuhr mit dem Auto zum Bahnhof und sprang in den nächsten Zug. Natürlich hätte ich auch das Auto nehmen können aber am Kino gab es meistens sowieso keine Parkplätze; daher war das jetzt einfacher. Ungeduldig hockte ich auf meinem Sitzplatz in der ersten Klasse. Wiedereinmal war ich froh, die paar Euro mehr für das erste-Klasse-Monatsticket gezahlt zu haben, denn die zweite Klasse war wie immer um diese Uhrzeit brechend voll. Als ich nach zweimaligem Umsteigen endlich am Kino ankam, erwartete mich auch schon Freddy vor dem Eingang mit zwei Karten. "Komm mit, wir hocken und da hinten noch ein Bisschen in die Snackbar, ich ladt' dich ein", schlug ich vor. Freddy, der eine Einladung sowieso nie ablehnte, hatte nichts dagegen, wirkte aber auch nicht wirklich fröhlich. "Was ist denn mit dir los? Du wirkst nicht besonders in Kinolaune?", wollte ich wissen. "Ach nee net wirklich", gab Freddy gefrustet zurück, "das mit der Wohnung hat mal wieder nicht geklappt. Ich war wohl nur ein Interessent unter hundert und ach keine Ahnung... vergiss es einfach!" Ich konnte ihn verstehen; er suchte nun schon seid bald zwei Monaten nach einer neuen Wohnung und leider hatte er nicht ganz meine Möglichkeiten in dieser Richtung. "Sag mal...", kam ich langsam mit einer Idee heraus, "...was hältst du davon, wenn wir, bis du was neues hast, 'ne WG oder sowas aufmachen?" Die Idee war mir schon länger im Kopf herum gegeistert aber bis vor ein paar Tagen wäre ich nicht ernsthaft auf den Gedanken gekommen, da ich keine Lust gehabt hätte, selbst am heimischen PC mit meinen Pornos vorsichtig sein zu müssen. Das war nun aber kein ernsthaftes Problem mehr, da Freddy sich als ein genauso schlimmer Pädo herausgestellt hatte wie ich. Langsam schaute Freddy nun auf. "Meinst du das Ernst? Ich dachte, deine Hütte wäre von deinen Eltern? Haben die da nix dagegen?!" "Nee wieso? Die sind doch ehh fast nur noch im Urlaub und selbst wenn nicht, glaube ich nicht, dass sie was dagegen sagen würden." "Ja okay aber das kommt alles so schnell? Ich muss erst noch mein Zeug aufräumen und dann alles zu dir bringen. Das dauert..." "Dein Zeug? Dein Rechner und deine Klamotten passen bei mir hinten in den Kofferraum. Alles andere ist doch ehh bei der Wohnung dabei gewesen oder?" Freddy dachte einen Moment lang nach. "Du hast Recht", gab er schließlich zu, "Die Möbel muss ich ehh da lassen. Das is ja mal krass. Hatte ich garnicht mehr dran gedacht." Über dieser Einsicht mussten wir beide lachen. "Ja okay, dann mach ich das morgen mit meinem Vermieter klar und melde mich dann bei dir. Vielleicht krieg ich dann noch nen Teil meiner Miete für den Monat zurück wenn ich gleich ausziehe. Das wäre dem Alten doch nur Recht!" Freddy freute sich sichtlich über diese Lösung. Ich schaute kurz auf meine Uhr "Ach du Scheiße - Wir müssen los, sonst verfallen die Karten noch"... Ich ließ schnell zehn Euro unter meinem Glas liegen und rannte Freddy hinterher... Es war kurz nach zwei Uhr als wir uns an diesem Abend schließlich trennten. Freddy war wieder bester Laune gewesen und ich mit ihm. Mein verlorener Job und der ganze Misst der vergangenen Monate, mit Zivildienst und allem, war fast schon wieder vergessen und sogar der Film war sein Geld Wert gewesen. Langsam ging ich in Richtung Stadtbahn. Freddy's Wohnung war in der Gegenrichtung gelegen und nicht so weit weg. Daher war er zu Fuß gegangen. Allein und verlassen erreichte ich die Station. Nur ein paar einsame Nachtschwärmer waren zu sehen, die auf der anderen Straßenseite in der Nacht verschwanden. Mit leichtem Zweifel schaute ich auf den Fahrtplan. Verdammt! Ich hätte doch das Auto nehmen sollen, fiehl mir ein. So spät fuhr kaum noch etwas, höchstens vom Citybahnhof aus aber das war auch nicht sicher. Es war inzwischen März und Nachts war es immernoch saukalt. Ich hatte keine Lust, in der Kälte herumzustehen und beschloss, mich dorthin auf den Weg zu machen. Im Notfall würde ich mir von dort aus wenigstens ein Nachttaxi rufen können, erkannte ich. Es dauerte fast eine dreiviertel Stunde aber um etwa drei Uhr erreichte ich den Bahnhof. Lange Rolltreppen führten zu den im Untergrund gelegenen Bahngleisen. Ein kurzer Blick auf die Anzeigetafeln bestätigte, was ich ohnehin schon wusste. Die nächste Bahn fuhr um halb fünf! Ich war nicht wirklich müde, hatte aber auch keine Lust fast zwei Stunden hier rumzuhängen. Naja, was soll's, dachte ich. Es war ja nicht das erste Mal. Im Handy hatte ich die Taxi-RUf-Nummer schon einprogrammiert. Gesagt, getan. In einer viertel Stunde würde vor dem Haupteingang ein Wagen sein. Ich atmete kurz durch und hockte mich auf eine Bank. Da hörte ich es! Oder besser ihn, denn irgendwo im unteren Bereich des Bahnhofs, bei den Gleisen, brüllte jemand durch die Hallen. Es war offensichtlich, dass dieser jemand betrunken war, soviel hörte ich aus seiner lallenden Stimme. Wahrscheinlich irgendein Obdachloser, dachte ich. Aber da war noch etwas anderes. Was ich da gerade wirklich gehört hatte, wusste ich nicht mehr sicher aber immerhin war meine Neugier geweckt worden und so schlich ich leise die paar Stufen nach unten. Der Penner schien schon wieder verschwunden zu sein oder er hatte sich irgendwo versteckt. Jedenfalls konnte ich ihn nicht mehr sehen. DA WAR ES WIEDER! Irgendwelche kleinen Schritte oder soetwas. Langsam ging ich die Bahngleise ab und da sah ich es plötzlich. Es war ein kleines Mädchen, die sich hinter einen Cola-Automaten geduckt hatte. Sie war noch sehr jung, vielleicht acht oder neun Jahre alt und sah wirklich erbärmlich aus. Braune, völlig verschmutzte Klamotten und sie schaute mich mit weit aufgerissenen Augen an. In ihnen war Angst und Panik zu erkennen. Sie hatte wohl gehofft, dass sie hier niemand finden würde. Plötzlich bewegte sich unter ihrer weiten Jacke etwas und ich sah, dass sie nicht völlig allein dort kauerte. Ganz geduckt unter ihren zerfetzten Klamotten hatte sich noch ein Kind versteckt. Noch bevor ich etwas zu den beiden sagen könnte, war die größere der beiden auch schon losgelaufen und rannte in Richtung des nächsten Ausganges. In ihrer Panik ließ sie die Hand ihres Schützlings allerdings los und er stolperte. Mit schnellen Schritten war ich nun zur Stelle und hob das Kind vom Bahnsteig. Es war noch ein Mädchen, jedoch noch ein Bisschen jünger. Die Kleine war vielleicht fünf oder so. Das Mädchen auf meinem Arm find völlig verängstigt an zu weinen und ich versuchte vergeblich sie zu beruhigen. Das hatte die andere wohl gehört, jedenfalls rannte sie nicht mehr davon, sondern blieb ca. zwanzig Meter von mir entfernt stehen. Ich sah es ihr an, dass sie am liebsten weggerannt wäre, aber gleichzeitig hatte sie offensichtlich auch wahnsinnige Angst um das Mädchen in meinem Arm. Langsam ging ich auf sie zu. "Du brauchst keine Angst zu haben", sprach ich sie an, "was macht ihr denn so spät noch hier?". Sie antwortete nicht, sondern schaute nur vor Sorge auf ihre kleine Gefährtin. Erst als sie vor mir stand, beruhigte sich die kleine in meinem Arm auch langsam und ich ging in die Hocke, sodass ich mit den beiden Kindern auf Augenhöhe war. "Na was macht ihr hier?", wollte ich nocheinmal wissen. "Wir ... wir ..", schluchzte die Große schließlich, "Wir sind wegge..gelaufen!" Ich stutzte. Weggelaufen? Die beiden Kleinen? Ach Vdu Scheiße! Ich erinnerte mich, das in fünf Minuten oben am Bahnhof mein Taxi ankommen würde und schaltete schnell. "Wenn ihr wollt, könnt ihr mit mir kommen. Dann müsst ihr euch nicht hier am Bahnhof verstecken!", schlug ich ihnen vor. Die Große schaute mich mit großen Augen an, sagte aber nichts. "Ich ich hab Hunger", fing ihre kleine Freundin nun in meinem Arm an zu weinen und drückte sich dabei an mich. Sie hatte sich also schon entschieden und nun nickte auch die andere zaghaft. Ich stand auf ließ das Mädchen in meinem Arm wieder zu Boden. Langsam schlichen mir die beiden Kinder nun hinterher. Sie hatten immernoch ziemliche Angst aber anscheinend war ihnen das jetzt alles lieber als weiterhin hier unten auf dem Steinboden zu sitzen. Ich ging extra langsam, sodass die Kinder mir folgen konnten. Erst wollte ich sie an die Hand nehmen aber das wollten sie anscheinend nicht. Sie trauten mir anscheinend noch nicht wirklich. Der Bahnhof war um diese späte Uhrzeit zu meinem Glück völlig menschenleer. Als wir endlich oben ankamen und in's Freie traten, stand das Taxi zum Glück schon dort. Ich war erleichtert, das der Fahrer auch noch nicht ausgestiegen war, denn sonst wäre dieses Bild doch ein wenig komisch gekommen. Ein junger Mann und drei Meter dahinter zwei ängstliche kleine Mädchen... das wäre schwierig zu erklären gewesen. Aber zu meinem Glück saß der Fahrer recht gelangweilt noch auf dem Fahrersitz. Es war ein jüngerer Mann ausländischer Herkunft und als ich die Tür öffnete und ich nach den Mädchen auf den Rücksitz kletterte, schaute er sich nicht einmal richtig um. Ich nannte ihm die Adresse und schob ihm schnell einen Hunterter nach vorne. Ich wusste, dass dies für eine derart kurze Strecke sehr viel war aber ich dachte mir, dass es so unkomplizierter werden würde - in mehrerer Hinsicht. Ich bekam Recht. Ohne ein Gespräch anzufangen, fuhr er los und eine halbe Stunde später waren wir am Ziel. "Einen schönen Tag noch", war das letzte, was ich zu ihm sagen konnte, denn als wir alle drei ausgestiegen waren, machte er sich wortlos auch schon wieder auf den Rückweg. Da stand ich nun, mit zwei kleinen völlig verrissenen Kindern, vor meinem Haus. Nachbarn hatte ich zum Glück unmittelbar keine. Das Haus lag etwas abgelegen eingefasst in ein kleines Waldstück am Stadtrand. Meine Eltern hatten es früher als Ferienhaus genutzt und daher lag es auch dementsprechend in einer sehr ruhigen Lage. Einen kurzen Moment dachte ich an mein Auto. Eigentlich hätte das Taxi uns zum Bahnhof bringen sollen, aber das hatte ich in dem ganzen Chaos völlig vergessen. Nun ging ich zur Tür und schloss auf. "Na rein mit euch", forderte ich sie auf und langsam und sichtlich scheu folgten die beiden. Nach ihnen zog ich die Tür in's Schloss und verriegelte sie leise. Ich begleitete sie in mein Wohnzimmer, wo ich sie auf die Couch setzte. "Ich hol euch schnell etwas zu essen", sagte ich und ging in die Küche. So ein alleinlebender Typ wie ich hat zum Glück immer genug Fertiggerichte im Kühlschrank, dachte ich zufrieden. Also wanderten schnell zwei Mal Spaghetti mit Tomatensoße in die Mikrowelle. Neunzig Sekunden später trug ich die beiden Platikteller zurück in's Wohnzimmer. Eigentlich stand zwei Minuten auf der Packung aber ich wollte vermeiden, dass die Nudeln zu heiß für meine beiden Besucher wurden. Gierig machten sich die Mädchen über das Essen her. Natürlich blieb es dabei auch nicht aus, dass sie sich und ihre ohnehin schon schmutzigen Kleider über und über mit Soße bekleckerten. Aber das war nun wirklich egal, fand ich. Als die Kinder fertig waren, wurden sie fast schlagartig müde. "Wollt ihr beiden Mäuse schlafen?", fragte ich vorsichtig. Die Mädchen nickten mich müde an. Ich wollte die beiden nicht gleich noch mehr verängstigen und ließ meine Idee fallen, die beiden aufzufordern, sich auszuziehen. Morgen würde ich sie sowieso erstmal baden müssen, so schmutzig wie sie waren. Ich freute mich schon darauf und in meiner Jeans begann es für eine Sekunde schon recht eng zu werden! Aber dafür war die nächsten Tage noch genug Zeit, beruhigte ich mich. So zog ich den beiden Mädchen ersteinmal die Schlafcouch auseinander."Ich bring euch noch eine Decke", erklärte ich und ging schnell nach oben um die große warme Fließdecke für meine beiden Freundinnen zu holen. Als ich mit ihr zurückkam, waren meine beiden schon fast eingeschlafen. Dicht zusammengekuschelt lagen sie nebeneinander und atmeten ruhig und gleichmäßig. Ich ließ sie schlafen und deckte sie vorsichtig zu. Freddy würde morgen vielleicht Augen machen... das würde eine sehr interessante WG werden, dachte ich... [Wird fortgesetzt :-)]wg1