Die Guttempler
Von Willi
Eigentlich gehörte ich immer dem Orden der Guttempler an;
aber das ist Vergangenheit. Nicht etwa, daß ich kein
Ordensbruder mehr bin, nein nein! Ganz im Gegenteil. Auch wenn es
sich für viele unglaubwürdig anhört: Auch kirchliche
Organisationen verschließen sich nicht vor den Neuerungen der
modernen Welt. Ja ja! Sie lesen richtig! Wir haben stets ein
waches Auge, und bekommen sehr wohl mit, was der Trend der Zeit
ist. Aber nicht nur wir. Viel schneller als wir bekommt die
Jugend dieses mit messerscharfem Verstand mit. Dieses erschien
uns von je her als eine... sagen wir mal: Problem. Die jungen
Leute wollen schon vielen seit Jahrzehnten nicht mehr in muffigen
Klostermauern schmachten und sich der Fleischeslust entziehen.
Auch erschien die uns sonst so heilige Tracht, in der wir uns
seit Jahrhunderten kleideten, in den Augen des modern denkenden
Menschen als "abgefuckt", "ungeil" und "abätzend".
Gerade der Orden der weiblichen Guttempler hatte unter diesem
Trend sehr zu leiden. Wir wußten, daß die jungen Mädchen schon
interessiert wären Nonne zu werden, doch als sie die
Ordenstracht sahen schüttelten sie stets vehement den Kopf und
waren nie wieder gesehen. Also Folge dieses Modebewußtseins
dezimierte sich die Zahl der weiblichen Guttempler erheblich
rasanter als die der männlichen Brüder. Vom drohenden
Aussterben war sogar seinerzeit die Rede...
Durch einen glücklichen Zufall wurde eine sehr modern denkende
junge Nonne Äbtissin in dem Kloster nebenan. Schwester Maria, so
heißt sie, war bekannt für ihren eisernen Willen und radikalen
Reformdenken. Schon als ganz junges Mädchen wußte sie sich
genau das zu beschaffen ,was sie für nötig hielt. Und weil sie
es vollbrachte immer zu bekommen, was sie sich in den Kopf
setzte, wurde sie von ihrer streng gläubigen Familie den
Guttemplerinnen übergeben.
Schwester Maria war eine keusche, willensstarke Frau. Sicherlich
waren viele Menschen außerhalb der Klostermauern sehr enntäuscht,
daß Schwester Maria eine Nonne ist, denn die Äbtissin gilt in
den Augen unserer männlichen Gemeinde als sehr attraktive und
begehrenswerte Frau. Als sie eines Tages von einer ihrer
Einkaufstouren zurück kam, war sie erfüllt von der Erleuchtung
unseres Herrn. Mit ihrem messerscharfem Verstand durchschaute sie
die Welt und deren Strukturen. Ihr war klar: Entweder muß die
Kleiderordnung geändert werden - oder der Orden der
Guttemplerinnen würde in wenigen Jahren nur noch in den
Geschichtsbüchern existieren.
Die ehrenwerte Schwester Maria zog mich ins Vertrauen und
berichtete mir ihre Visionen: "Bruder Willi! Ich habe die Lösung
gefunden, wie ich unseren Orden retten kann. Es ist sooo einfach..."
Ihr Augen glühten wie Feuer.
"Schwester Maria, sparet nicht mit Worten! Teilt mir Eure
Gedanken mit," ich war sehr aufgeregt, denn ich erhoffte mir
durch diese Idee auch eine Genesung des männlichen Ordens der
Guttempler.
"Bruder Willi," begann die Schwester. "Sehen wir
den Fakten in die Augen. Wir haben No Sex, No Crime and No
Rock'nRoll - aber dafür muffige Kutten. Wer will auch schon
heutzutage so unter die Leute gehen?! Die Unterwäsche sieht
verboten aus; sie reibt und schubbert. Die Schuhe sind unbequem
und waren selbst bei ihrer Kreation weder gut noch schön. Seien
wir ehrlich: In unserer Tracht sehen wir aus wie die letzten
Hinterwäldler - wie Grufties übelster Art!"
"Und?" fragte ich nachdenklich. "Wie gedenkt ihr
nun das Problem zu beheben?"
"Ganz einfach!" rief Schwester Maria euphorisch. "Den
Rahmen unserer Tracht lassen wir erhalten. Nur ein paar Änderungen
an der Qualität des Stoffes, ein wenig modernerer Schnitt sowie
bessere Unterwäsche."
"Und Ihr glaubt," fragte ich zweifelnd, "dieses würde
den Orden retten?" Ich schüttelte bedächtig den Kopf.
"Aber nein, Bruder Willi!" sagte sie mit verschwörerischer
Stimme. "Der Clou sind die Schuhe!"
"Die Schuhe?!" ich war verwirrt. "Wieso die
Schuhe?!"
"Als ich heute an einem dieser modernen Schuhgeschäfte
vorbeiging, durfte ich das Gespräch zweier jungen Damen anhören.
Die eine hielt eines dieser neuartigen Modelle in den Händen und
meinte, daß sie alles tun würde um solch ein Paar besitzen zu dürfen..."
"Hm..." grübelte ich.
"Bruder Willi, es handelt sich um diese Schuhe, welche die Mädchen
innerhalb von Sekunden um einige Zentimeter wachsen lassen. Sie
haben eine sehr markante, dicke, grobe Sohle. Ich sehe jeden Tag
jungen Frauen mit diesen Schuhen durch die Stadt gehen. Auch sehe
ich die jungen Männer, welche sich die Augen nach den Mädchen
mit diesen Schuhen verdrehen. Ich glaube sogar Lust in ihrem
Blick gesehen zu haben! - Bruder Willi," sie ergriff mich an
der Schulter. "Versteht Ihr denn nicht? Durch diese Schuhe
fallen die Damen in der modernen Männerwelt auf - und das möchte
doch jede normale Frau mit Hirn. Auffallen und Blicke ihrer
Mitmenschen auf sich ziehen! Das Sexuelle steht bei diesem Drang
nach Auffallen und Geltung natürlich völlig außen vor. Frau
will nur wie die stolze Rose im Garten bewundert werden - mehr
nicht..."
"Und..." ich konnte mich langsam für die Ideen der
Schwester begeistern, "wie sagtet Ihr, heißen diese Schuhe?"
"Sie heißen Buffalos, Bruder Willi, Buffalos!"
Ja, ich kannte diese Schuhe. Ich habe sie des öfteren an den Füßen
der jungen Mädchen gesehen. Zu Anfang fand ich sie einfach nur
gräßlich. Die hübschen Mädchen sahen für mich in diesen
Schuhen aus wie Pferde - zumindest ließ ihr Gangbild keinen
anderen Rückschluß zu. Doch mit der Zeit habe ich mich an deren
Anblick gewöhnt, fand sogar das ein oder andere Paar recht
angenehm anzuschauen. Auch fand ich, daß die Äbtissin mit ihren
Ansichten in gewisser Weise recht hatte. Unser "Outfit"
war nur wirklich sehr überholt. "Schwester Maria,"
begann ich freudig, "ich glaube ihr habt mit Eurer
Erkenntnis unseren Orden gerettet!"
Die Äbtissin wurde noch am selben Tag aktiv. Es wurden
Modedesigner eingeladen und sich zusammen mit ihnen beraten. Der
Grundstil der Tracht mußte erhalten bleiben. Das heißt:
Schwarze Haube mit weißem Untersatz sowie schwarzes mindestens
knielangen Kleid. Die Modeherren nahmen die Herausforderung an
und begannen zu grübelten und rauften sich gegenseitig die Haare.
Derweil verhandelte Schwester Maria mit diversen Großhändlern für
Schuhe. Da sie größte Abnahmezahlen für ein bestimmtes Modell
in Aussicht stellte, unterboten sich die Händler gegenseitig. Am
Ende des Tages hatte die Äbtissin einen Großhändler unter
Vertrag genommen, der den Orden der Guttemplerinnen in Zukunft
exklusiv mit Buffalos beliefern durfte. Dafür bekam der Orden
die Schuhe fast geschenkt. Der Händler hatte eine gute Seele,
und weil ihm der Erhalt des Ordens so am Herzen lag, so sagte er
zumindest, machte er dieses Angebot.
Nach einer Woche war es vollbracht. Die Nonnen des
Guttemplerordens bekamen ihre neue Tracht. Wir Brüder im Kloster
nebenan waren sehr aufgeregt, konnten es nicht erwarten unsere
Schwestern in ihrem neuen "Look" zu sehen. Da wir
jedoch befürchteten der Fleischeslust zu unterliegen,
beschlossen wir zu einer außerordentlichen Andacht zu gehen und
um Gnade für unsere unvollkommenen Seelen zu bitten.
Nach der Abendvesper wurden wir dann endlich von Schwester Maria
in die ehrenwerten Mauern der Guttemplerinnen gebeten. Wir
sollten die ersten sein, welche die neue Tracht auf Gottes
Erdboden sehen durften. Wir Brüder waren mächtig aufgeregt.
Endlich wurden wir in den Speisesaal der Schwestern gebracht und
nahmen auf Bänken Platz. Die Schwestern hatten mit den Tischen
eine Art Laufsteg gebildet, der mit Kerzenlicht ausgeleuchtet
wurde. Es lag eine warme, angenehme Spannung in der Luft.
Die Äbtissin betrat im alten "Look" den Speisesaal.
Wir Brüder waren ein wenig enttäuscht, sprachen mit ihr jedoch
ein Gebet. Unsere Ungeduld wurde von Schwester Maria sehr wohl
bemerkt. Sie hielt eine nicht enden wollende Rede und schaute uns
mit listigem Lächeln der Reihe nach durchdringend an. Wenn ich
seinerzeit nicht gewußt hätte, das Schwester Maria 100% gottesfürchtig
wäre, so hätte ich sie als dämonisches Weib, als satanische
Brut bezeichnet! Doch ich wußte um ihren starken Glauben, wußte,
daß sie bewußt die Spannung auf die Spitze treiben wollte...
"... und hier, meine lieben Brüder, hier sind sie!!!"
rief sie endlich mit marktschreierischer Art durch den Saal.
Wasserdampf stieg auf, aus der Orgel kamen rockige Töne und
meine Brüder und ich sprangen wie besessen auf. Wir klatschten
in die Hände und begrüßten unsere Schwestern wie den Heiland!
"Die neuen Guttemplerinnen!!!" rief die Äbtissin durch
die heiligen Hallen.
Dann erschienen sie. Endlich! Unsere Schwestern. Wir trauten
unseren Augen nicht. Wir gerieten völlig aus dem Häuschen. Sie
sahen wunderschön aus! Die schwarze Haube und das sonst so
geschmacklose Kleid waren wunderschön bis knapp unter die Knie
geschnitten. Wir konnten endlich sehen, welche vorzügliche
Gestalten sich hinter den alten Kutten verbargen. Die Schwestern
trugen braune Nylons, was einigen meiner Brüdern begeisterte
Pfiffe entlockte. Schuldbewußt schielten sie kurz zu mir, doch
ich ignorierte es einfach - mir entwichen ebenfalls Pfiffen der
Begeisterung - für die ich mich natürlich ausgiebig bei unserem
Herrn entschuldigt habe.
Die Schuhe, oh ja, die Schuhe. Diese Buffalos sahen an den Füßen
meiner Schwestern aus, als wenn der Herrgott sie extra nur für
meine Schwestern schaffen ließ. Sie trugen weiße knöchelhohe
Buffaloschuhe. Vorne waren sie züchtig zusammengeschnürt und -
um das Zölibat zu demonstrieren - mit einem breiten
Klettverschluß gesichert. Meine Schwestern sahen wie Engel aus,
als sie mit ihren groben Profilsohlen über den Laufsteg
schritten. Auch für das folgende habe ich schon gebeichtet und
sage es auch heute immer wieder gerne: Es sah geil aus, wie meine
Schwestern vom Kloster nebenan mit diesen imposanten Schuhen über
die Tische schritten!
Im neuen Look stellten sich die Guttemplerinnen uns noch eine
Weile lang vor. Meine Brüder und ich bekamen uns lange Zeit
nicht mehr ein. Wir pfiffen und johlten vor Begeisterung, dann
rief uns Schwester Maria zur Ordnung. "Wie ich sehe, meine
Brüder," sagte sie mit Stolz in der Stimme, "überzeugt
euch das neue Aussehen meiner Schwestern." Zustimmung aus
aller Munde war die Folge. "Brüder..." Sie breitete
ihre Arme und schaute zu Himmel. "Brüder lasset uns den
Herrn preisen und ihn für diese Gnade danken." Sie stimmte
eine Lobeshymne an unseren Herr an, und schob sogleich ein
Dankgebet hinterher.
Wir wären gerne noch den ganzen Abend geblieben, doch Schwester
Maria komplimentiere uns hinaus. Zu Abschied verneigte ich mich
vor der Äbtissin und sagte ihr: "Schwester Maria, ich habt
wahre Wunder vollbracht. Ihr seit eine Heilige, und wenn Euer
Schaffen unseren Orden nicht retten kann, dann kann es niemand."
Die Äbtissin errötetet leicht, bedankte sich bei mir für die
schönen Worte und verschloß das schwere Eichentor vor unseren
neugierigen Nasen. Jeder von uns versuchte noch bis zum letzten
Augenblick einen Blick auf unsere Schwestern zu werfen. Dann war
das Tor verschlossen.
Der Morgen graute, unsere Morgenvesper war beendet und jeder
von uns hatte an diesem Tag noch etwas sehr dringendes in der
Stadt zu erledigen. Auch ich mußte in die Stadt, denn ich mußte
mir noch dringend etwas Jodsalz aus dem Reformhaus besorgen -
soll gesund sein, habe ich gelesen. In der Innenstadt waren an
diesem Tage fast alle meine Brüder unterwegs. Sie schienen es
nicht eilig zu haben, denn sie gingen sehr langsam ihres Weges.
Sie überlegten sicherlich noch was sie alles erledigen mußten,
wollten nichts vergessen...
Dann erschienen sie! Unsere Schwestern. Darauf haben wir
eigentlich in Wahrheit gewartet. Wir wollten unbedingt bei der öffentlichen
Premiere unserer Schwestern zugegen sein. Wir mußten einfach
Augenzeuge sein, wie die Bevölkerung auf unsere Schwestern
reagieren würde. Zuerst nahm jedoch niemand Notiz von ihnen.
Solange nicht, bis ein junger Bursche, der gerade mit seinem
Fahrrad an meinen Schwestern vorbeiradelte einen kleinen verächtlichen
Seitenblick riskierte. Er bekam gierigen Augen, als er die neue
Tracht der Schwestern sah und biß seinen Blick an den Schuhen
meiner Schwestern fest. Er verlor die Kontrolle über sein Gefährt
und stürzte einer der Nonnen genau vor die Füße. Jeder andere
Junge hätte vor Schmerzen geschrien, doch dieser starrte mit glänzenden
Augen auf das weißer Paar Buffalos direkt vor seinen Augen.
Die Schwester reichte ihm eine Hand, wollte ihn beim Aufstehen
helfen, doch der Junge bat darum noch etwas vor ihr liegen zu dürfen.
"Wenn das der Himmel ist," soll er gesagt haben, "dann
möchte ich ihn mir noch einen Augenblick lang anschauen dürfen,
Schwester..." Er blieb noch ein Weilchen am Boden liegen und
schaute auf die Schuhe und Beine meiner Schwester. Die Nonne fühlte
sich geehrt und kam dem Wunsch des Jüngling nach. Auch sie genoß
es sichtlich von dem Jungen beachtet und bewundert zu werden -
ich sah, wie sie dezent mit ihren Buffalos kokettierte. Mir wurde
warm ums Herz.
Allmählich bekam die Bevölkerung mit, daß sich etwas in ihrem
tristen Dasein verändert hat. Sie bemerkten, daß die Nonnen ein
neues Erscheinungsbild hatten und staunten nicht schlecht.
Besonders die junge Bevölkerung blieb unverhohlen vor den Nonnen
stehen und bestaunten sie. Meine Blicke kreuzten sich mit denen
der Äbtissin - die nebenbei bemerkt in dieser neuen Tracht
atemberaubend aussah. Ich nickte ihr zu und formte mit meinen Händen
dezent so etwas wie einen Beifallsklatschen. Schwester Maria errötete
ein wenig, schaute zu Boden, blickte aber kurz darauf wieder zu
mir und strahlte mich mit einem himmlischen Lächeln an. Sie
hatte es geschafft!
Am Nachmittag wurden wir in unsere Andacht durch laute Stimmen
etwas gestört. Einer der Brüder wollte gerade die Fenster
schließen, als er sich erbarmte zu sagen: "Brüder... DAS müßt
ihr sehen..!" Die Andacht wurde für beendet erklärt und
wir eilten zu den Fenstern. Wir glaubten unseren Augen nicht zu
trauen. Vor dem Eingangstor des Klosters nebenan standen gut zwei
Dutzend junger Damen, welche Einlaß begehrten. Da mir einfiel,
daß ich bei Schwester Maria noch etwas sehr wichtiges vergessen
hatte, eilte ich zu dem Tor.
Die Mädchen begehrten Einlaß, da sie sich über das Kloster,
das Leben im selbigen und überhaupt informieren wollten. Ich
bekam eine Gänsehaut, wurde eingelassen und traf sie Äbtissin,
im Speisesaal. Sie stand auf einem der Stühle und informierte
gerade gut drei Dutzend junger Damen über das Leben einer Nonne.
Sie schilderte die strenge Kleiderordnung und erklärte diese an
drei bildhübschen Schwestern.
"... im Winter, wenn es draußen kälter wird," hörte
ich die Äbtissin sprechen, "wird die Kleiderordnung so
aussehen." Hätte ich ein Monokel getragen, es wäre mir aus
den Augen gefallen. An Haube und Kleid fiel mir kein Unterschied
auf. Es war genauso tiefschwarz wie die Kleidung des Vorabends.
Sie wirkte nur etwas besser gefüttert. Aber die Schuhe... Sie
sahen zwar im Prinzip so aus wie die knöchelhohen von gestern,
doch die Winterschuhe reichten bis fast an die Knie. Dieselben
wurden mir beim Anblick dieser Buffalos weich. Auch die Mädchen
bestaunten die hohen weißen Stiefel.
"Im Sommer, wenn es heiß draußen ist," wieder führte
sie eine der Schwestern vor sich, "tragen wie leichtere
Kleider und dazu diese weißen Buffaloclogs." Herr im Himmel!
Schwester Maria hatte an alles gedacht. Die drei Schwestern sahen
- der Herr sein milde mit meiner Seele - zum Anbeißen aus. Doch
Schwester Maria, als wenn Sie meine Gedanken gelesen hätte, fuhr
mit strenger Stimme fort: "Aber eines dürft ihr nie
vergessen. Wir haben uns der Fleischeslust völlig entsagt. Es
gibt keinen Sex, wenn ihr euch entschließt eine Guttemplerin zu
werden. Niemals, niemals und noch mal niemals darf es zur körperlichen
Liebe mit Euren Mitmenschen kommen. Jedes Mißachten des Zölibats
hätte schwerste Folge für die Betreffende!!!" Ermahnend
schaute die Äbtissin in die leuchtenden Augen der jungen Damen.
Als ihr Blick mich traf mußte sie grinsen. Ich wußte, daß auch
ich mit dieser Ermahnung angesprochen war.
Schwester Maria hatte es tatsächlich geschafft. Immer mehr junge Damen wollte den Orden beitreten. Doch die Kapazität des Klosters reichte bald nicht aus um alle Bewerberinnen anzunehmen. Von diesem Ansturm begeistert, beschlossen auch andere Kloster unseres Ordens ihre Kleiderordnung gemäß den Anweisungen der Äbtissin zu korrigieren. Die Akzeptanz in der Öffentlichkeit war überwältigend. Schon nach wenigen Monaten mußte eine Warteliste angefertigt werden, denn es war kein Platz mehr hinter den Klostermauern. Dieses war den Novizinnen sehr wohl bewußt, und deswegen wurde das Enthalten der Fleischeslust von ihnen auch sehr streng befolgt.
Etwa ein Jahr später nahm ich einem jungen Mann die Beichte
ab. Er schilderte mir Visionen, die ich anfangs nicht
nachvollziehen konnte. Er bekannte sich als Fetischist und fürchtete
das Höllenfeuer. Er schaue sich in einem Medium - welches er
"Internet" nannte - für sein Leben gerne Bilder an,
auf denen Frauen zu sehen seien, die mit Füßen und Schuhen Männer
besteigen und treten. Er bezeichnete seinen Fetisch als "Trampling".
Ich konnte mit seinen Schilderungen nur wenig anfangen; fand sie
sogar pervers. Doch als er mir schilderte, wie stark es ihn
erregt, daß er besonders beim Anblick von Trampling in Buffalos
eine riesige Erektion bekam und wenig später Ejakulieren mußte,
kam mir eine Idee.
Ich fragte ihn, was die Frau bei solch einer Tätigkeit empfindet
und freute mich verhalten als mir der junge Sünder erklärte, daß
auch die Frauen dabei nicht selten Glücksgefühle erfahren würden.
Ob es viele geben würde, die solch einen Fetisch haben, wollte
ich wissen - und zu meinem größten Erstaunen und Freude
zugleich sagte der junge Mann lachend: "Es gibt mehr als
Sand am Strand, Vater..."
Während der weibliche Ableger der Guttempler förmlich wegen Überfüllung
schließen mußte und wir männlichen Glaubensbrüder um unsere
Existenz bangen mußten, faßte ich einen Entschluß. Ich eilte
zu Schwester Maria in das Kloster nebenan. Ich fand sie in ihrer
Kammer bei der Andacht. Sie staunte nicht schlecht, als sie meine
gehetzte Erscheinung wahrnahm.
"Aber, aber, Bruder Willi... Was treibt euch denn zu solch
Eile an?"
"Schwester," begann ich. "Auch ich hatte gerade
eine Vision! Ich habe den Weg gefunden um mir und meinen Brüdern
die Lebensgrundlage auf lange Sicht hinaus zu sichern..."
"Und, wie gedenkt ihr dieses zu bewerkstelligen, Bruder
Willi," fragte die Äbtissin aufgeschlossen. Ich schilderte
ihr grob die Details der eben abgenommenen Beichte. Sie staunte
nicht schlecht, als ich ihr dann offenbarte, ob wir - die
Schwestern und die Brüder - nicht eine Fusion eingehen könnten.
"Eine Fusion?! Bruder Willi, ich glaube ich seit von Sinnen!
Wir sind doch keine Wirtschaftsunternehmen mit weltlichen Zielen..."
"Aber nein, Schwester Maria, aber nicht doch. Sehet: Die
jungen Menschen habe nun einmal Fleischesgelüste. Wir hatten es,
sie haben es und so wird es auch immer bleiben. Warum können wir
uns die Erkenntnis dieser Beichte nicht zu nutze machen? Die
heutigen Männer lassen sich offensichtlich gerne von Frauen
dominieren. Fußfetisch soll wohl für viele kein Tabu mehr sein.
Und wenn dieses 'Trampling' tatsächlich... also ich meine... Ich
bitte Sie, Schwester Maria, dabei handelt es sich doch nicht um
die uns bekannte Form der zur Befriedigung der Fleischeslust. Das
ist doch kein Sex!"
Schwester Maria nickte vor sich hin. Sie schien nicht mehr zu
glauben ich sei wahnsinnig. "Und weiter, Bruder Willi, und
wie weiter...?" fragte sie sehr interessiert.
"Schwester," ich holte tief Luft. "Unsere Novizen
legen bei sich selbst heimlich des Nachts - aber auch an
unbesehenen Orten - Hand an. Das ist Sünde vor dem Herrn! Wenn
wir es einführen könnten, daß nach der Beichte weniger Rosenkränze
verhangen werden - und Ihr wißt, wie halbherzig dieses erledigt
wird - sondern Trampling auferlegt wird... und dieses Trampling
von Euren Schwestern durchgeführt werden würde..."
"Ihr möchtet meine Schwestern zur Exekutive der Kirche
machen?! Meine Schwestern sollen die Sünder mit Füßen treten?!"
Die Äbtissin schaute mich verwundert an.
"Ja, genau DAS will ich damit sagen," sagte ich stolz.
"Steht nicht geschrieben: Du sollst gleiches mit gleichem
Vergelten? Warum soll ein Sünder, der die Gesetze unseres Herrn
mit Füßen tritt, nicht ebenfalls mit Füßen getreten werden?!"
Ich machte eine kleine Pause, schaute die Äbtissin an. Sie
nickte vor sich hin. "Und was sieht unser Herr im Himmel
wohl lieber? Einen Sünder, der seine gerechte Strafe erhält -
oder einen Gläubigen, der sich selbst Hand anlegt...?"
Maria riß ruckartig ihren Kopf in die Höhe, schaute mir mit
leuchtenden Augen ins Gesicht und sagte: "QED - Quod erat
demonstrandum!"
"Hier und jetzt!" rief ich feierlich und warf mich der
Äbtissin vor die Füße auf den Boden. Plötzlich war ich diesen
weißen Buffalos so nahe... so unglaublich nahe. Mir fiel wieder
der Junge ein, der seinerzeit der Schwester vor den Schuhen
landete und noch eine Weile lang liegen bleiben wollte. Aus
dieser Nähe betrachtet sahen diese Buffalos noch schöner, noch
respekteinflößender aus als aus der Ferne. Ich sah ein Stück
des Himmels zu greifen nahe. Ich sah das Paradies, direkt vor
meinen Augen, und küßte voller gebotener Ehrfurcht die
Schuhspitze dieser himmlischen Buffalos.
"Ich höre?" sprach die Äbtissin mit strenger Stimme.
"Schwester, ich liege hier vor Ihnen, weil ich gesündigt
habe. Bitte nehmt mir die Beichte ab. Und befreit mich von meinem
Übel."
"So sprechet aus: Was war Eure Sünde, mein Bruder?"
"Schwester, ich hatte unkeusche Gedanken als ich Eure
Glaubensschwestern das erste Mal in ihrer neuen Tracht sah."
"Hattest Du den Wunsch mit ihnen das Nachtlager zuteilen?"
fragte die Äbtissin von oben herab mit strenger Stimme.
"Nein, Schwester Maria, das hatte ich nicht. Doch ich war
erregt und legte mir am Abend..." ich zögerte.
"Bruder Willi," donnerte die Äbtissin von oben herab,
"was habt ihr getan?!"
"Schwester... ich nahm es selbst in die Hand. Bitte vergebt
mir meine Sünden, denn ich möchte büßen..." Ich scheig
und senkte meinen Blick reumütig auf den kargen Steinboden.
Die Äbtissin ging nun langsam um mich herum. Ich hörte wie ihr
grobe Profilsohle sich knirschend in den Boden fraß. Als sie
wieder vor mir stand, sah ich wie kleine Steinchen berstend unter
ihrer dicken Sohle verschwanden. Streng sagte die Äbtissin:
"Bruder Willi, Du hast etwas getan, was nicht nur mit ein
paar Rosenkränzen abgehandelt sein kann. Du hast die Gesetze
unseres Glaubens mit Füßen getreten - und Füße sollen Deine
gerechte Strafe sein!" donnerte sie von oben. Ich war nicht
unbewegt während dieser Beichte. Ich spürte Fleischeslust
zwischen meinen Beinen. "Du wirst von mir - weil Du im
Stande eines Abtes bist - höchst persönlich bestraft werden.
Ich werde mich auf Dich stellen und Dich mit Füßen treten bis
Du Deine Sünden bereust - bis Du mich darum anflehst bei unserem
Herr ein gutes Wort für Dich einzulegen."
Dann spürte ich wie etwas hartes grobes langsam auf meinem Rücken
abgesetzt wurde. Der Druck wuchs an. Es war einer der Buffalos
von Schwester Maria. "Bist Du bereit, Bruder Willi?"
herrschte sie mich an und ich bejahte ihre Frage. "So soll
es sein!" Und zum ersten mal in meinem Leben spürte ich
eine Frau in Form einer Nonne, die sich mit ihren Schuhen auf
meine Leib stellte. Es war ein begnadetes Gefühl. Mir entfuhr
ein Halleluja.
Die Äbtissin lachte auf: "Ja, Bruder Willi, so ist's recht.
Preise den Namen unseres Herrn!" Die Schwester Maria begann
sich mit ihren Buffalos vorsichtig auf meinem Rücken zu bewegen.
Dabei grub sich die grobe Profilsohle durch meine Kutte in mein
Fleisch. Es war ein süßer Schmerz, der mich frohlocken ließ.
"Gelobt sei der Herr!" stöhnte ich, und die Äbtissin
rief: "Ja, Bruder Willi, lobet den Herrn! Unterwirf sich
seinen Gesetzen - denn das Gesetz bin ich!" Die Äbtissin
schritt energisch auf meinem Rücken herum. Sie wirkte zuerst
etwas unbeholfen, und es schmerzte gar ziemlich. Doch ich war glücklich
unter ihr liegen zu dürfen, genoß die gemeinen doch süßen
Qualen. Ich war selig eine gerechte Strafe für meine Strafen zu
bekommen - und das von den Füßen seiner Frau, welche wahrhaft
himmlisch weiße Buffalos trug. Obwohl sie so weiß wie die Flügel
eines Engels sind - so konnten sie so böse Qualen wie die des
Namenlosen in meinem Leib auslösen.
Die Äbtissin atmete schwerer, je mehr sie auf meinem Leib herum
trat. In mir spürte ich die Säfte des Schlechten aufsteigen.
"Bist Du bereit?" keuchte Schwester Maria, die nunmehr
mit brutalen Tritten auf meinem Hintern trat und von dort immer
wieder auf meinen Brutkorb sprang. "Bist.. Du... bereit...
Bru.. der... Wil... li!?" rief sie nunmher abgehackt. "Jaaa!"
schrie ich laut. "Jaaa Schwester! Befreiet mich von dem
Schlechten, was zwischen meinen Lenden sein Unwesen mit mir
treiben will!!!"
"So... las... set... mich... Euch... das... Schlech... te...
aus... trei... ben - JEEETZT!!!" schrie sie von oben auf
mich herab.
Auch ich schrie laut auf: "Jaaa!!!" und merkte, daß
das Schlechte zwischen meine Beinen aus meinem Körper getrieben
wurde. "Jaaa!" schrie ich: "Jaaa, gelobt sei der
Herr im Himmel, der mich durch Deine Kraft in diesem Augenblick
von Schlechten befreit. Jaaa...!"
"So... sperrt... Euch... nicht... dem... Wil... len... uns...
eres... Herrn! - Las... set... Euch... ge... hen...! -
Halleluuujaaa!" Die Äbtissin trampelte wie eine Wilde das
Schlechte aus meinen Lenden und nach wenigen Augenblicken wurde
ich erlöst vom Schlechten. Ich hatte nicht gewußt, wieviel des
Schlechten in mir wohnte, doch Schwester Maria trieb es vollends
aus mir heraus. Ich hatte meine Buße empfangen und war dankbar für
die Gnade, die mir von Gott durch meine Glaubensschwester zuteil
wurde.
Keuchend ließ sich die Äbtissin auf ihren Stuhl nieder. Ihre
Augen glänzten. Ich kroch zu ihr, küßte die Spitzen ihre
himmlischen Buffalos und murmelte ein Dankgebet. Auch Schwester
Maria betete und bedankte sich für die Kraft, die der Himmel ihr
sandte um mich vom Schlechten zu befreien. "Bruder Will?"
sagte sie, nachdem wie beide mit unserer Andacht fertig waren.
"Ja?" fragte ich und schaute in ein paar Augen, welches
so leuchtete wie das Kreuz des Südens.
"Bruder Willi, ich denke Euer Vorschlag findet mein höchstes
Wohlgefallen. So seltsam er auch im ersten Augenblick erscheinen
mag - er findet meine volle Unterstützung. Erst was man probiert
hat, kann man beurteilen, steht geschrieben. Ich werde zur
Abendmesse meine Schwestern in die neuen Beichtmaßnahmen
einweihen. Auch sie werden sicherlich fremdlich gegenüber dieser
Neuerung begegnen. Doch ich werde mich gewiß durchzusetzen
wissen. So weiset Eure Brüder ebenfalls in diesen neuen guten
Brauch ein und führet sie nach Eurer Abendvesper zu uns - auf
das meine Schwestern ihnen die Beichte abnehmen können. Ihr dürft
mich jetzt verlassen, Bruder Willi." Noch einmal küßte ich
die engelsgleichen Buffalos und begab mich in mein Kloster
nebenan.
Meine Brüder staunten nicht schlecht, als ich die neue Direktive
bei der Abendvesper kundtat. Ein wenig ungehalten folgten sie mir
in das Kloster nebenan. Doch als sie sich den Schwestern vor die
Füße warfen und die himmlischen, weißen Buffalos vor ihren
Nasen sahen, tauten sie ließen sich bereitwillig die Beichte
abnehmen. Leider kann ich nichts Näheres über das weitere
Vorgehen berichten, denn das Beichtgeheimnis ist bei uns trotz
vieler Neuerungen nach wie vor ein sehr streng gehütetes
Geheimnis. So viel sei jedoch gesagt: Es wurde an diesem Abend
sehr viel Schlechtes aus dieser Welt getrieben...
Als ich meine Brüder bei der Morgenvesper erneut wieder sah, erschienen sie etwas steif und mit etwas schmerzverzertem Gesicht - doch allesamt hatten solch glückliche Augen, als ob sie den Heiland persönlich getroffen hätten. Der neue Brauch wurde von meinen Brüdern und Schwester voll und ganz akzeptiert. Schnell breitete sich dieser neue Brauch auch auf die anderen Kloster aus. Auch hier wurde er zum festen Bestandteil unseres Glaubens.
Die Öffentlichkeit bekam von unserem neuen Brauch natürlich sehr schnell etwas mit, denn wir wurden nicht nur durch neue Tracht der Schwestern sehr populär. Immer mehr junge Männer kamen zu uns um zu beichten. Nachdem wir Ihnen die Beichte abnahmen, verwiesen wir Sünder mit besonderen Vergehen an unsere Schwestern, welche eine entsprechende Bestrafung stets bei Fuße hatte. Grundsätzlich aber empfingen sie von unseren Schwestern die Strafen Gottes, welcher ihnen stets die Kraft gab und auch noch heute gibt.
Wir weiteten auf Anregung der Sünder unsere Bußmaßnahmen
noch ein wenig aus. So wurde wenig später nicht nur getrampelt
und getreten. So mußten z.B. einige Schwarze Schafe die Schuhe
unserer Schwestern mit ihrer Zunge reinigen. Einige Sünder
hatten jedoch härtere und härteste Strafen verdient, so daß
sie über eine gewissen Zeitraum im Kerker eingesperrt wurden und
von den Frauen auf den rechten Weg gezwungen wurden. Dabei wurden
die Mißachter der Gebote Gottes wie seinerzeit Jesus Christus an
einem Kreuz befestigt und mit üblen Tritten zwischen die Beine
von ihren Sünden befreit. Gelegentlich konnte ich dabei
beobachten, wie sehr viel Schlechtes durch die Tritte meiner
Schwestern aus den Lenden der Männer getrieben wurde.
Seither leben wir in einer sehr guten Symbiose mit unseren
Mitmenschen. Wir machten sie zu friedlicheren Menschen. Es gibt
weniger Straftaten und Gewaltverbrechen in unseren Gemeinden. Ab
und zu gibt es zwar immer noch ein paar Schwarze Schafe, welche
gelegentlich vom rechten Weg abkamen, doch da sie stets unverzüglich
zur Beichte kamen will ich mal nicht all zu sehr mit ihnen ins
Gericht ziehen. Das steht mir auch gar nicht zu.
Unser Orden verzeichnet heute eine immense Akzeptanz in der
Weltöffentlichkeit. Auch wir im männlichen Teil des
Guttemplerglaubes, haben mittlerweile eine Warteliste für
Novizen anlegen müssen. Unglaublich viele Männer wünschen
unserem Glauben beizutreten. All das haben wir der Äbtissin
Maria vom Kloster nebenan zu verdanken. Ohne ihre brillante
Beobachtungsgabe, ihrer Aufgeschlossenheit und ihrem Mut zu
Neuerungen wäre unsere Glaube heute nicht mehr gegenwärtig.
Heute, zwei Jahre nach unserern umfangreichen Reformen, haben wir
den Namen unseres Glaubens geändert. Wir heißen nicht mehr die
"Guttempler" - wir schreiben uns jetzt die "Guttrampler"
- in Ewigkeit, Amen.
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