FussVideo - Text 550: Die Guttempler

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Die Guttempler
Von Willi

Eigentlich gehörte ich immer dem Orden der Guttempler an; aber das ist Vergangenheit. Nicht etwa, daß ich kein Ordensbruder mehr bin, nein nein! Ganz im Gegenteil. Auch wenn es sich für viele unglaubwürdig anhört: Auch kirchliche Organisationen verschließen sich nicht vor den Neuerungen der modernen Welt. Ja ja! Sie lesen richtig! Wir haben stets ein waches Auge, und bekommen sehr wohl mit, was der Trend der Zeit ist. Aber nicht nur wir. Viel schneller als wir bekommt die Jugend dieses mit messerscharfem Verstand mit. Dieses erschien uns von je her als eine... sagen wir mal: Problem. Die jungen Leute wollen schon vielen seit Jahrzehnten nicht mehr in muffigen Klostermauern schmachten und sich der Fleischeslust entziehen. Auch erschien die uns sonst so heilige Tracht, in der wir uns seit Jahrhunderten kleideten, in den Augen des modern denkenden Menschen als "abgefuckt", "ungeil" und "abätzend".
Gerade der Orden der weiblichen Guttempler hatte unter diesem Trend sehr zu leiden. Wir wußten, daß die jungen Mädchen schon interessiert wären Nonne zu werden, doch als sie die Ordenstracht sahen schüttelten sie stets vehement den Kopf und waren nie wieder gesehen. Also Folge dieses Modebewußtseins dezimierte sich die Zahl der weiblichen Guttempler erheblich rasanter als die der männlichen Brüder. Vom drohenden Aussterben war sogar seinerzeit die Rede...
Durch einen glücklichen Zufall wurde eine sehr modern denkende junge Nonne Äbtissin in dem Kloster nebenan. Schwester Maria, so heißt sie, war bekannt für ihren eisernen Willen und radikalen Reformdenken. Schon als ganz junges Mädchen wußte sie sich genau das zu beschaffen ,was sie für nötig hielt. Und weil sie es vollbrachte immer zu bekommen, was sie sich in den Kopf setzte, wurde sie von ihrer streng gläubigen Familie den Guttemplerinnen übergeben.
Schwester Maria war eine keusche, willensstarke Frau. Sicherlich waren viele Menschen außerhalb der Klostermauern sehr enntäuscht, daß Schwester Maria eine Nonne ist, denn die Äbtissin gilt in den Augen unserer männlichen Gemeinde als sehr attraktive und begehrenswerte Frau. Als sie eines Tages von einer ihrer Einkaufstouren zurück kam, war sie erfüllt von der Erleuchtung unseres Herrn. Mit ihrem messerscharfem Verstand durchschaute sie die Welt und deren Strukturen. Ihr war klar: Entweder muß die Kleiderordnung geändert werden - oder der Orden der Guttemplerinnen würde in wenigen Jahren nur noch in den Geschichtsbüchern existieren.
Die ehrenwerte Schwester Maria zog mich ins Vertrauen und berichtete mir ihre Visionen: "Bruder Willi! Ich habe die Lösung gefunden, wie ich unseren Orden retten kann. Es ist sooo einfach..." Ihr Augen glühten wie Feuer.
"Schwester Maria, sparet nicht mit Worten! Teilt mir Eure Gedanken mit," ich war sehr aufgeregt, denn ich erhoffte mir durch diese Idee auch eine Genesung des männlichen Ordens der Guttempler.
"Bruder Willi," begann die Schwester. "Sehen wir den Fakten in die Augen. Wir haben No Sex, No Crime and No Rock'nRoll - aber dafür muffige Kutten. Wer will auch schon heutzutage so unter die Leute gehen?! Die Unterwäsche sieht verboten aus; sie reibt und schubbert. Die Schuhe sind unbequem und waren selbst bei ihrer Kreation weder gut noch schön. Seien wir ehrlich: In unserer Tracht sehen wir aus wie die letzten Hinterwäldler - wie Grufties übelster Art!"
"Und?" fragte ich nachdenklich. "Wie gedenkt ihr nun das Problem zu beheben?"
"Ganz einfach!" rief Schwester Maria euphorisch. "Den Rahmen unserer Tracht lassen wir erhalten. Nur ein paar Änderungen an der Qualität des Stoffes, ein wenig modernerer Schnitt sowie bessere Unterwäsche."
"Und Ihr glaubt," fragte ich zweifelnd, "dieses würde den Orden retten?" Ich schüttelte bedächtig den Kopf.
"Aber nein, Bruder Willi!" sagte sie mit verschwörerischer Stimme. "Der Clou sind die Schuhe!"
"Die Schuhe?!" ich war verwirrt. "Wieso die Schuhe?!"
"Als ich heute an einem dieser modernen Schuhgeschäfte vorbeiging, durfte ich das Gespräch zweier jungen Damen anhören. Die eine hielt eines dieser neuartigen Modelle in den Händen und meinte, daß sie alles tun würde um solch ein Paar besitzen zu dürfen..."
"Hm..." grübelte ich.
"Bruder Willi, es handelt sich um diese Schuhe, welche die Mädchen innerhalb von Sekunden um einige Zentimeter wachsen lassen. Sie haben eine sehr markante, dicke, grobe Sohle. Ich sehe jeden Tag jungen Frauen mit diesen Schuhen durch die Stadt gehen. Auch sehe ich die jungen Männer, welche sich die Augen nach den Mädchen mit diesen Schuhen verdrehen. Ich glaube sogar Lust in ihrem Blick gesehen zu haben! - Bruder Willi," sie ergriff mich an der Schulter. "Versteht Ihr denn nicht? Durch diese Schuhe fallen die Damen in der modernen Männerwelt auf - und das möchte doch jede normale Frau mit Hirn. Auffallen und Blicke ihrer Mitmenschen auf sich ziehen! Das Sexuelle steht bei diesem Drang nach Auffallen und Geltung natürlich völlig außen vor. Frau will nur wie die stolze Rose im Garten bewundert werden - mehr nicht..."
"Und..." ich konnte mich langsam für die Ideen der Schwester begeistern, "wie sagtet Ihr, heißen diese Schuhe?"
"Sie heißen Buffalos, Bruder Willi, Buffalos!"
Ja, ich kannte diese Schuhe. Ich habe sie des öfteren an den Füßen der jungen Mädchen gesehen. Zu Anfang fand ich sie einfach nur gräßlich. Die hübschen Mädchen sahen für mich in diesen Schuhen aus wie Pferde - zumindest ließ ihr Gangbild keinen anderen Rückschluß zu. Doch mit der Zeit habe ich mich an deren Anblick gewöhnt, fand sogar das ein oder andere Paar recht angenehm anzuschauen. Auch fand ich, daß die Äbtissin mit ihren Ansichten in gewisser Weise recht hatte. Unser "Outfit" war nur wirklich sehr überholt. "Schwester Maria," begann ich freudig, "ich glaube ihr habt mit Eurer Erkenntnis unseren Orden gerettet!"

Die Äbtissin wurde noch am selben Tag aktiv. Es wurden Modedesigner eingeladen und sich zusammen mit ihnen beraten. Der Grundstil der Tracht mußte erhalten bleiben. Das heißt: Schwarze Haube mit weißem Untersatz sowie schwarzes mindestens knielangen Kleid. Die Modeherren nahmen die Herausforderung an und begannen zu grübelten und rauften sich gegenseitig die Haare.
Derweil verhandelte Schwester Maria mit diversen Großhändlern für Schuhe. Da sie größte Abnahmezahlen für ein bestimmtes Modell in Aussicht stellte, unterboten sich die Händler gegenseitig. Am Ende des Tages hatte die Äbtissin einen Großhändler unter Vertrag genommen, der den Orden der Guttemplerinnen in Zukunft exklusiv mit Buffalos beliefern durfte. Dafür bekam der Orden die Schuhe fast geschenkt. Der Händler hatte eine gute Seele, und weil ihm der Erhalt des Ordens so am Herzen lag, so sagte er zumindest, machte er dieses Angebot.

Nach einer Woche war es vollbracht. Die Nonnen des Guttemplerordens bekamen ihre neue Tracht. Wir Brüder im Kloster nebenan waren sehr aufgeregt, konnten es nicht erwarten unsere Schwestern in ihrem neuen "Look" zu sehen. Da wir jedoch befürchteten der Fleischeslust zu unterliegen, beschlossen wir zu einer außerordentlichen Andacht zu gehen und um Gnade für unsere unvollkommenen Seelen zu bitten.
Nach der Abendvesper wurden wir dann endlich von Schwester Maria in die ehrenwerten Mauern der Guttemplerinnen gebeten. Wir sollten die ersten sein, welche die neue Tracht auf Gottes Erdboden sehen durften. Wir Brüder waren mächtig aufgeregt. Endlich wurden wir in den Speisesaal der Schwestern gebracht und nahmen auf Bänken Platz. Die Schwestern hatten mit den Tischen eine Art Laufsteg gebildet, der mit Kerzenlicht ausgeleuchtet wurde. Es lag eine warme, angenehme Spannung in der Luft.
Die Äbtissin betrat im alten "Look" den Speisesaal. Wir Brüder waren ein wenig enttäuscht, sprachen mit ihr jedoch ein Gebet. Unsere Ungeduld wurde von Schwester Maria sehr wohl bemerkt. Sie hielt eine nicht enden wollende Rede und schaute uns mit listigem Lächeln der Reihe nach durchdringend an. Wenn ich seinerzeit nicht gewußt hätte, das Schwester Maria 100% gottesfürchtig wäre, so hätte ich sie als dämonisches Weib, als satanische Brut bezeichnet! Doch ich wußte um ihren starken Glauben, wußte, daß sie bewußt die Spannung auf die Spitze treiben wollte...
"... und hier, meine lieben Brüder, hier sind sie!!!" rief sie endlich mit marktschreierischer Art durch den Saal. Wasserdampf stieg auf, aus der Orgel kamen rockige Töne und meine Brüder und ich sprangen wie besessen auf. Wir klatschten in die Hände und begrüßten unsere Schwestern wie den Heiland! "Die neuen Guttemplerinnen!!!" rief die Äbtissin durch die heiligen Hallen.
Dann erschienen sie. Endlich! Unsere Schwestern. Wir trauten unseren Augen nicht. Wir gerieten völlig aus dem Häuschen. Sie sahen wunderschön aus! Die schwarze Haube und das sonst so geschmacklose Kleid waren wunderschön bis knapp unter die Knie geschnitten. Wir konnten endlich sehen, welche vorzügliche Gestalten sich hinter den alten Kutten verbargen. Die Schwestern trugen braune Nylons, was einigen meiner Brüdern begeisterte Pfiffe entlockte. Schuldbewußt schielten sie kurz zu mir, doch ich ignorierte es einfach - mir entwichen ebenfalls Pfiffen der Begeisterung - für die ich mich natürlich ausgiebig bei unserem Herrn entschuldigt habe.
Die Schuhe, oh ja, die Schuhe. Diese Buffalos sahen an den Füßen meiner Schwestern aus, als wenn der Herrgott sie extra nur für meine Schwestern schaffen ließ. Sie trugen weiße knöchelhohe Buffaloschuhe. Vorne waren sie züchtig zusammengeschnürt und - um das Zölibat zu demonstrieren - mit einem breiten Klettverschluß gesichert. Meine Schwestern sahen wie Engel aus, als sie mit ihren groben Profilsohlen über den Laufsteg schritten. Auch für das folgende habe ich schon gebeichtet und sage es auch heute immer wieder gerne: Es sah geil aus, wie meine Schwestern vom Kloster nebenan mit diesen imposanten Schuhen über die Tische schritten!
Im neuen Look stellten sich die Guttemplerinnen uns noch eine Weile lang vor. Meine Brüder und ich bekamen uns lange Zeit nicht mehr ein. Wir pfiffen und johlten vor Begeisterung, dann rief uns Schwester Maria zur Ordnung. "Wie ich sehe, meine Brüder," sagte sie mit Stolz in der Stimme, "überzeugt euch das neue Aussehen meiner Schwestern." Zustimmung aus aller Munde war die Folge. "Brüder..." Sie breitete ihre Arme und schaute zu Himmel. "Brüder lasset uns den Herrn preisen und ihn für diese Gnade danken." Sie stimmte eine Lobeshymne an unseren Herr an, und schob sogleich ein Dankgebet hinterher.
Wir wären gerne noch den ganzen Abend geblieben, doch Schwester Maria komplimentiere uns hinaus. Zu Abschied verneigte ich mich vor der Äbtissin und sagte ihr: "Schwester Maria, ich habt wahre Wunder vollbracht. Ihr seit eine Heilige, und wenn Euer Schaffen unseren Orden nicht retten kann, dann kann es niemand." Die Äbtissin errötetet leicht, bedankte sich bei mir für die schönen Worte und verschloß das schwere Eichentor vor unseren neugierigen Nasen. Jeder von uns versuchte noch bis zum letzten Augenblick einen Blick auf unsere Schwestern zu werfen. Dann war das Tor verschlossen.

Der Morgen graute, unsere Morgenvesper war beendet und jeder von uns hatte an diesem Tag noch etwas sehr dringendes in der Stadt zu erledigen. Auch ich mußte in die Stadt, denn ich mußte mir noch dringend etwas Jodsalz aus dem Reformhaus besorgen - soll gesund sein, habe ich gelesen. In der Innenstadt waren an diesem Tage fast alle meine Brüder unterwegs. Sie schienen es nicht eilig zu haben, denn sie gingen sehr langsam ihres Weges. Sie überlegten sicherlich noch was sie alles erledigen mußten, wollten nichts vergessen...
Dann erschienen sie! Unsere Schwestern. Darauf haben wir eigentlich in Wahrheit gewartet. Wir wollten unbedingt bei der öffentlichen Premiere unserer Schwestern zugegen sein. Wir mußten einfach Augenzeuge sein, wie die Bevölkerung auf unsere Schwestern reagieren würde. Zuerst nahm jedoch niemand Notiz von ihnen. Solange nicht, bis ein junger Bursche, der gerade mit seinem Fahrrad an meinen Schwestern vorbeiradelte einen kleinen verächtlichen Seitenblick riskierte. Er bekam gierigen Augen, als er die neue Tracht der Schwestern sah und biß seinen Blick an den Schuhen meiner Schwestern fest. Er verlor die Kontrolle über sein Gefährt und stürzte einer der Nonnen genau vor die Füße. Jeder andere Junge hätte vor Schmerzen geschrien, doch dieser starrte mit glänzenden Augen auf das weißer Paar Buffalos direkt vor seinen Augen.
Die Schwester reichte ihm eine Hand, wollte ihn beim Aufstehen helfen, doch der Junge bat darum noch etwas vor ihr liegen zu dürfen. "Wenn das der Himmel ist," soll er gesagt haben, "dann möchte ich ihn mir noch einen Augenblick lang anschauen dürfen, Schwester..." Er blieb noch ein Weilchen am Boden liegen und schaute auf die Schuhe und Beine meiner Schwester. Die Nonne fühlte sich geehrt und kam dem Wunsch des Jüngling nach. Auch sie genoß es sichtlich von dem Jungen beachtet und bewundert zu werden - ich sah, wie sie dezent mit ihren Buffalos kokettierte. Mir wurde warm ums Herz.
Allmählich bekam die Bevölkerung mit, daß sich etwas in ihrem tristen Dasein verändert hat. Sie bemerkten, daß die Nonnen ein neues Erscheinungsbild hatten und staunten nicht schlecht. Besonders die junge Bevölkerung blieb unverhohlen vor den Nonnen stehen und bestaunten sie. Meine Blicke kreuzten sich mit denen der Äbtissin - die nebenbei bemerkt in dieser neuen Tracht atemberaubend aussah. Ich nickte ihr zu und formte mit meinen Händen dezent so etwas wie einen Beifallsklatschen. Schwester Maria errötete ein wenig, schaute zu Boden, blickte aber kurz darauf wieder zu mir und strahlte mich mit einem himmlischen Lächeln an. Sie hatte es geschafft!

Am Nachmittag wurden wir in unsere Andacht durch laute Stimmen etwas gestört. Einer der Brüder wollte gerade die Fenster schließen, als er sich erbarmte zu sagen: "Brüder... DAS müßt ihr sehen..!" Die Andacht wurde für beendet erklärt und wir eilten zu den Fenstern. Wir glaubten unseren Augen nicht zu trauen. Vor dem Eingangstor des Klosters nebenan standen gut zwei Dutzend junger Damen, welche Einlaß begehrten. Da mir einfiel, daß ich bei Schwester Maria noch etwas sehr wichtiges vergessen hatte, eilte ich zu dem Tor.
Die Mädchen begehrten Einlaß, da sie sich über das Kloster, das Leben im selbigen und überhaupt informieren wollten. Ich bekam eine Gänsehaut, wurde eingelassen und traf sie Äbtissin, im Speisesaal. Sie stand auf einem der Stühle und informierte gerade gut drei Dutzend junger Damen über das Leben einer Nonne. Sie schilderte die strenge Kleiderordnung und erklärte diese an drei bildhübschen Schwestern.
"... im Winter, wenn es draußen kälter wird," hörte ich die Äbtissin sprechen, "wird die Kleiderordnung so aussehen." Hätte ich ein Monokel getragen, es wäre mir aus den Augen gefallen. An Haube und Kleid fiel mir kein Unterschied auf. Es war genauso tiefschwarz wie die Kleidung des Vorabends. Sie wirkte nur etwas besser gefüttert. Aber die Schuhe... Sie sahen zwar im Prinzip so aus wie die knöchelhohen von gestern, doch die Winterschuhe reichten bis fast an die Knie. Dieselben wurden mir beim Anblick dieser Buffalos weich. Auch die Mädchen bestaunten die hohen weißen Stiefel.
"Im Sommer, wenn es heiß draußen ist," wieder führte sie eine der Schwestern vor sich, "tragen wie leichtere Kleider und dazu diese weißen Buffaloclogs." Herr im Himmel! Schwester Maria hatte an alles gedacht. Die drei Schwestern sahen - der Herr sein milde mit meiner Seele - zum Anbeißen aus. Doch Schwester Maria, als wenn Sie meine Gedanken gelesen hätte, fuhr mit strenger Stimme fort: "Aber eines dürft ihr nie vergessen. Wir haben uns der Fleischeslust völlig entsagt. Es gibt keinen Sex, wenn ihr euch entschließt eine Guttemplerin zu werden. Niemals, niemals und noch mal niemals darf es zur körperlichen Liebe mit Euren Mitmenschen kommen. Jedes Mißachten des Zölibats hätte schwerste Folge für die Betreffende!!!" Ermahnend schaute die Äbtissin in die leuchtenden Augen der jungen Damen. Als ihr Blick mich traf mußte sie grinsen. Ich wußte, daß auch ich mit dieser Ermahnung angesprochen war.

Schwester Maria hatte es tatsächlich geschafft. Immer mehr junge Damen wollte den Orden beitreten. Doch die Kapazität des Klosters reichte bald nicht aus um alle Bewerberinnen anzunehmen. Von diesem Ansturm begeistert, beschlossen auch andere Kloster unseres Ordens ihre Kleiderordnung gemäß den Anweisungen der Äbtissin zu korrigieren. Die Akzeptanz in der Öffentlichkeit war überwältigend. Schon nach wenigen Monaten mußte eine Warteliste angefertigt werden, denn es war kein Platz mehr hinter den Klostermauern. Dieses war den Novizinnen sehr wohl bewußt, und deswegen wurde das Enthalten der Fleischeslust von ihnen auch sehr streng befolgt.

Etwa ein Jahr später nahm ich einem jungen Mann die Beichte ab. Er schilderte mir Visionen, die ich anfangs nicht nachvollziehen konnte. Er bekannte sich als Fetischist und fürchtete das Höllenfeuer. Er schaue sich in einem Medium - welches er "Internet" nannte - für sein Leben gerne Bilder an, auf denen Frauen zu sehen seien, die mit Füßen und Schuhen Männer besteigen und treten. Er bezeichnete seinen Fetisch als "Trampling". Ich konnte mit seinen Schilderungen nur wenig anfangen; fand sie sogar pervers. Doch als er mir schilderte, wie stark es ihn erregt, daß er besonders beim Anblick von Trampling in Buffalos eine riesige Erektion bekam und wenig später Ejakulieren mußte, kam mir eine Idee.
Ich fragte ihn, was die Frau bei solch einer Tätigkeit empfindet und freute mich verhalten als mir der junge Sünder erklärte, daß auch die Frauen dabei nicht selten Glücksgefühle erfahren würden. Ob es viele geben würde, die solch einen Fetisch haben, wollte ich wissen - und zu meinem größten Erstaunen und Freude zugleich sagte der junge Mann lachend: "Es gibt mehr als Sand am Strand, Vater..."
Während der weibliche Ableger der Guttempler förmlich wegen Überfüllung schließen mußte und wir männlichen Glaubensbrüder um unsere Existenz bangen mußten, faßte ich einen Entschluß. Ich eilte zu Schwester Maria in das Kloster nebenan. Ich fand sie in ihrer Kammer bei der Andacht. Sie staunte nicht schlecht, als sie meine gehetzte Erscheinung wahrnahm.
"Aber, aber, Bruder Willi... Was treibt euch denn zu solch Eile an?"
"Schwester," begann ich. "Auch ich hatte gerade eine Vision! Ich habe den Weg gefunden um mir und meinen Brüdern die Lebensgrundlage auf lange Sicht hinaus zu sichern..."
"Und, wie gedenkt ihr dieses zu bewerkstelligen, Bruder Willi," fragte die Äbtissin aufgeschlossen. Ich schilderte ihr grob die Details der eben abgenommenen Beichte. Sie staunte nicht schlecht, als ich ihr dann offenbarte, ob wir - die Schwestern und die Brüder - nicht eine Fusion eingehen könnten.
"Eine Fusion?! Bruder Willi, ich glaube ich seit von Sinnen! Wir sind doch keine Wirtschaftsunternehmen mit weltlichen Zielen..."
"Aber nein, Schwester Maria, aber nicht doch. Sehet: Die jungen Menschen habe nun einmal Fleischesgelüste. Wir hatten es, sie haben es und so wird es auch immer bleiben. Warum können wir uns die Erkenntnis dieser Beichte nicht zu nutze machen? Die heutigen Männer lassen sich offensichtlich gerne von Frauen dominieren. Fußfetisch soll wohl für viele kein Tabu mehr sein. Und wenn dieses 'Trampling' tatsächlich... also ich meine... Ich bitte Sie, Schwester Maria, dabei handelt es sich doch nicht um die uns bekannte Form der zur Befriedigung der Fleischeslust. Das ist doch kein Sex!"
Schwester Maria nickte vor sich hin. Sie schien nicht mehr zu glauben ich sei wahnsinnig. "Und weiter, Bruder Willi, und wie weiter...?" fragte sie sehr interessiert.
"Schwester," ich holte tief Luft. "Unsere Novizen legen bei sich selbst heimlich des Nachts - aber auch an unbesehenen Orten - Hand an. Das ist Sünde vor dem Herrn! Wenn wir es einführen könnten, daß nach der Beichte weniger Rosenkränze verhangen werden - und Ihr wißt, wie halbherzig dieses erledigt wird - sondern Trampling auferlegt wird... und dieses Trampling von Euren Schwestern durchgeführt werden würde..."
"Ihr möchtet meine Schwestern zur Exekutive der Kirche machen?! Meine Schwestern sollen die Sünder mit Füßen treten?!" Die Äbtissin schaute mich verwundert an.
"Ja, genau DAS will ich damit sagen," sagte ich stolz. "Steht nicht geschrieben: Du sollst gleiches mit gleichem Vergelten? Warum soll ein Sünder, der die Gesetze unseres Herrn mit Füßen tritt, nicht ebenfalls mit Füßen getreten werden?!" Ich machte eine kleine Pause, schaute die Äbtissin an. Sie nickte vor sich hin. "Und was sieht unser Herr im Himmel wohl lieber? Einen Sünder, der seine gerechte Strafe erhält - oder einen Gläubigen, der sich selbst Hand anlegt...?"
Maria riß ruckartig ihren Kopf in die Höhe, schaute mir mit leuchtenden Augen ins Gesicht und sagte: "QED - Quod erat demonstrandum!"
"Hier und jetzt!" rief ich feierlich und warf mich der Äbtissin vor die Füße auf den Boden. Plötzlich war ich diesen weißen Buffalos so nahe... so unglaublich nahe. Mir fiel wieder der Junge ein, der seinerzeit der Schwester vor den Schuhen landete und noch eine Weile lang liegen bleiben wollte. Aus dieser Nähe betrachtet sahen diese Buffalos noch schöner, noch respekteinflößender aus als aus der Ferne. Ich sah ein Stück des Himmels zu greifen nahe. Ich sah das Paradies, direkt vor meinen Augen, und küßte voller gebotener Ehrfurcht die Schuhspitze dieser himmlischen Buffalos.
"Ich höre?" sprach die Äbtissin mit strenger Stimme.
"Schwester, ich liege hier vor Ihnen, weil ich gesündigt habe. Bitte nehmt mir die Beichte ab. Und befreit mich von meinem Übel."
"So sprechet aus: Was war Eure Sünde, mein Bruder?"
"Schwester, ich hatte unkeusche Gedanken als ich Eure Glaubensschwestern das erste Mal in ihrer neuen Tracht sah."
"Hattest Du den Wunsch mit ihnen das Nachtlager zuteilen?" fragte die Äbtissin von oben herab mit strenger Stimme.
"Nein, Schwester Maria, das hatte ich nicht. Doch ich war erregt und legte mir am Abend..." ich zögerte.
"Bruder Willi," donnerte die Äbtissin von oben herab, "was habt ihr getan?!"
"Schwester... ich nahm es selbst in die Hand. Bitte vergebt mir meine Sünden, denn ich möchte büßen..." Ich scheig und senkte meinen Blick reumütig auf den kargen Steinboden.
Die Äbtissin ging nun langsam um mich herum. Ich hörte wie ihr grobe Profilsohle sich knirschend in den Boden fraß. Als sie wieder vor mir stand, sah ich wie kleine Steinchen berstend unter ihrer dicken Sohle verschwanden. Streng sagte die Äbtissin: "Bruder Willi, Du hast etwas getan, was nicht nur mit ein paar Rosenkränzen abgehandelt sein kann. Du hast die Gesetze unseres Glaubens mit Füßen getreten - und Füße sollen Deine gerechte Strafe sein!" donnerte sie von oben. Ich war nicht unbewegt während dieser Beichte. Ich spürte Fleischeslust zwischen meinen Beinen. "Du wirst von mir - weil Du im Stande eines Abtes bist - höchst persönlich bestraft werden. Ich werde mich auf Dich stellen und Dich mit Füßen treten bis Du Deine Sünden bereust - bis Du mich darum anflehst bei unserem Herr ein gutes Wort für Dich einzulegen."
Dann spürte ich wie etwas hartes grobes langsam auf meinem Rücken abgesetzt wurde. Der Druck wuchs an. Es war einer der Buffalos von Schwester Maria. "Bist Du bereit, Bruder Willi?" herrschte sie mich an und ich bejahte ihre Frage. "So soll es sein!" Und zum ersten mal in meinem Leben spürte ich eine Frau in Form einer Nonne, die sich mit ihren Schuhen auf meine Leib stellte. Es war ein begnadetes Gefühl. Mir entfuhr ein Halleluja.
Die Äbtissin lachte auf: "Ja, Bruder Willi, so ist's recht. Preise den Namen unseres Herrn!" Die Schwester Maria begann sich mit ihren Buffalos vorsichtig auf meinem Rücken zu bewegen. Dabei grub sich die grobe Profilsohle durch meine Kutte in mein Fleisch. Es war ein süßer Schmerz, der mich frohlocken ließ. "Gelobt sei der Herr!" stöhnte ich, und die Äbtissin rief: "Ja, Bruder Willi, lobet den Herrn! Unterwirf sich seinen Gesetzen - denn das Gesetz bin ich!" Die Äbtissin schritt energisch auf meinem Rücken herum. Sie wirkte zuerst etwas unbeholfen, und es schmerzte gar ziemlich. Doch ich war glücklich unter ihr liegen zu dürfen, genoß die gemeinen doch süßen Qualen. Ich war selig eine gerechte Strafe für meine Strafen zu bekommen - und das von den Füßen seiner Frau, welche wahrhaft himmlisch weiße Buffalos trug. Obwohl sie so weiß wie die Flügel eines Engels sind - so konnten sie so böse Qualen wie die des Namenlosen in meinem Leib auslösen.
Die Äbtissin atmete schwerer, je mehr sie auf meinem Leib herum trat. In mir spürte ich die Säfte des Schlechten aufsteigen. "Bist Du bereit?" keuchte Schwester Maria, die nunmehr mit brutalen Tritten auf meinem Hintern trat und von dort immer wieder auf meinen Brutkorb sprang. "Bist.. Du... bereit... Bru.. der... Wil... li!?" rief sie nunmher abgehackt. "Jaaa!" schrie ich laut. "Jaaa Schwester! Befreiet mich von dem Schlechten, was zwischen meinen Lenden sein Unwesen mit mir treiben will!!!"
"So... las... set... mich... Euch... das... Schlech... te... aus... trei... ben - JEEETZT!!!" schrie sie von oben auf mich herab.
Auch ich schrie laut auf: "Jaaa!!!" und merkte, daß das Schlechte zwischen meine Beinen aus meinem Körper getrieben wurde. "Jaaa!" schrie ich: "Jaaa, gelobt sei der Herr im Himmel, der mich durch Deine Kraft in diesem Augenblick von Schlechten befreit. Jaaa...!"
"So... sperrt... Euch... nicht... dem... Wil... len... uns... eres... Herrn! - Las... set... Euch... ge... hen...! - Halleluuujaaa!" Die Äbtissin trampelte wie eine Wilde das Schlechte aus meinen Lenden und nach wenigen Augenblicken wurde ich erlöst vom Schlechten. Ich hatte nicht gewußt, wieviel des Schlechten in mir wohnte, doch Schwester Maria trieb es vollends aus mir heraus. Ich hatte meine Buße empfangen und war dankbar für die Gnade, die mir von Gott durch meine Glaubensschwester zuteil wurde.
Keuchend ließ sich die Äbtissin auf ihren Stuhl nieder. Ihre Augen glänzten. Ich kroch zu ihr, küßte die Spitzen ihre himmlischen Buffalos und murmelte ein Dankgebet. Auch Schwester Maria betete und bedankte sich für die Kraft, die der Himmel ihr sandte um mich vom Schlechten zu befreien. "Bruder Will?" sagte sie, nachdem wie beide mit unserer Andacht fertig waren.
"Ja?" fragte ich und schaute in ein paar Augen, welches so leuchtete wie das Kreuz des Südens.
"Bruder Willi, ich denke Euer Vorschlag findet mein höchstes Wohlgefallen. So seltsam er auch im ersten Augenblick erscheinen mag - er findet meine volle Unterstützung. Erst was man probiert hat, kann man beurteilen, steht geschrieben. Ich werde zur Abendmesse meine Schwestern in die neuen Beichtmaßnahmen einweihen. Auch sie werden sicherlich fremdlich gegenüber dieser Neuerung begegnen. Doch ich werde mich gewiß durchzusetzen wissen. So weiset Eure Brüder ebenfalls in diesen neuen guten Brauch ein und führet sie nach Eurer Abendvesper zu uns - auf das meine Schwestern ihnen die Beichte abnehmen können. Ihr dürft mich jetzt verlassen, Bruder Willi." Noch einmal küßte ich die engelsgleichen Buffalos und begab mich in mein Kloster nebenan.
Meine Brüder staunten nicht schlecht, als ich die neue Direktive bei der Abendvesper kundtat. Ein wenig ungehalten folgten sie mir in das Kloster nebenan. Doch als sie sich den Schwestern vor die Füße warfen und die himmlischen, weißen Buffalos vor ihren Nasen sahen, tauten sie ließen sich bereitwillig die Beichte abnehmen. Leider kann ich nichts Näheres über das weitere Vorgehen berichten, denn das Beichtgeheimnis ist bei uns trotz vieler Neuerungen nach wie vor ein sehr streng gehütetes Geheimnis. So viel sei jedoch gesagt: Es wurde an diesem Abend sehr viel Schlechtes aus dieser Welt getrieben...

Als ich meine Brüder bei der Morgenvesper erneut wieder sah, erschienen sie etwas steif und mit etwas schmerzverzertem Gesicht - doch allesamt hatten solch glückliche Augen, als ob sie den Heiland persönlich getroffen hätten. Der neue Brauch wurde von meinen Brüdern und Schwester voll und ganz akzeptiert. Schnell breitete sich dieser neue Brauch auch auf die anderen Kloster aus. Auch hier wurde er zum festen Bestandteil unseres Glaubens.

Die Öffentlichkeit bekam von unserem neuen Brauch natürlich sehr schnell etwas mit, denn wir wurden nicht nur durch neue Tracht der Schwestern sehr populär. Immer mehr junge Männer kamen zu uns um zu beichten. Nachdem wir Ihnen die Beichte abnahmen, verwiesen wir Sünder mit besonderen Vergehen an unsere Schwestern, welche eine entsprechende Bestrafung stets bei Fuße hatte. Grundsätzlich aber empfingen sie von unseren Schwestern die Strafen Gottes, welcher ihnen stets die Kraft gab und auch noch heute gibt.

Wir weiteten auf Anregung der Sünder unsere Bußmaßnahmen noch ein wenig aus. So wurde wenig später nicht nur getrampelt und getreten. So mußten z.B. einige Schwarze Schafe die Schuhe unserer Schwestern mit ihrer Zunge reinigen. Einige Sünder hatten jedoch härtere und härteste Strafen verdient, so daß sie über eine gewissen Zeitraum im Kerker eingesperrt wurden und von den Frauen auf den rechten Weg gezwungen wurden. Dabei wurden die Mißachter der Gebote Gottes wie seinerzeit Jesus Christus an einem Kreuz befestigt und mit üblen Tritten zwischen die Beine von ihren Sünden befreit. Gelegentlich konnte ich dabei beobachten, wie sehr viel Schlechtes durch die Tritte meiner Schwestern aus den Lenden der Männer getrieben wurde.
Seither leben wir in einer sehr guten Symbiose mit unseren Mitmenschen. Wir machten sie zu friedlicheren Menschen. Es gibt weniger Straftaten und Gewaltverbrechen in unseren Gemeinden. Ab und zu gibt es zwar immer noch ein paar Schwarze Schafe, welche gelegentlich vom rechten Weg abkamen, doch da sie stets unverzüglich zur Beichte kamen will ich mal nicht all zu sehr mit ihnen ins Gericht ziehen. Das steht mir auch gar nicht zu.

Unser Orden verzeichnet heute eine immense Akzeptanz in der Weltöffentlichkeit. Auch wir im männlichen Teil des Guttemplerglaubes, haben mittlerweile eine Warteliste für Novizen anlegen müssen. Unglaublich viele Männer wünschen unserem Glauben beizutreten. All das haben wir der Äbtissin Maria vom Kloster nebenan zu verdanken. Ohne ihre brillante Beobachtungsgabe, ihrer Aufgeschlossenheit und ihrem Mut zu Neuerungen wäre unsere Glaube heute nicht mehr gegenwärtig.
Heute, zwei Jahre nach unserern umfangreichen Reformen, haben wir den Namen unseres Glaubens geändert. Wir heißen nicht mehr die "Guttempler" - wir schreiben uns jetzt die "Guttrampler" - in Ewigkeit, Amen.

 

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