Der Schuhputzer
Von Schuhputzer
Natürlich gibt es nur eine Art einer schönen Prinzessin die
Schuhe zu putzen: Der Schuhputzer nähert sich Prinzessin
Michelle auf dem Boden liegend. Bei ihren Schuhen angekommen hat
er seine Zunge soweit wie möglich hinaus zu strecken. Mit diesem
feuchten Lappen wischt er nun flink und geschickt über das
wundervolle Leder. Die Prinzessin lächelt als sie die Zunge
durch das Leder spürt. Mit Abscheu erinnert sie sich an die
morastige Pfütze, in die sie treten mußte als sie bei ihrem
Spaziergang den Pferdeweg kreuzte. In die sie treten mußte, weil
kein Mann da war, der sich als Brücke vor ihr nieder warf. Wie
tief doch ihr wundervoller Schuh im Schmutz versank als sie
langsam das Gewicht auf den Fuß verlagerte. Daß der Dreck über
die Schuhsohlen auf die glänzende Schuhoberfläche quoll. Wie es
laut schmatze als sie ihren Fuß wieder anhob. Es gibt nichts, daß
sie mehr haßt als schmutzige Schuhe. Wie gut tut es da eine fleißige
Zunge zu spüren, die das Leder gierig und willig von jedem
Schmutz befreit.
Wie praktisch doch das Schuhputzermodell ist, nimmt es doch den
gesamten Schmutz in einer Öffnung hinter der Zunge auf. Und man
muß noch nicht einmal wie bei einem Staubsauger den Beutel mit
dem Schmutz wechseln. Echt ein praktisches Modell -
selbstreinigend. Und der Schmutz fällt auch nicht auf den Boden.
Da könnte man ja wieder rein treten. Naja, die würgenden Geräusche
müßte man noch beseitigen. Das Leder ist weich und glatt und
die Arbeit geht schnell voran. An der Rille, wo die Schuhoberfläche
in die Sohle übergeht, hat sich der meiste Schmutz angesammelt.
Mit Freuden sieht die Prinzessin, wie sich ihr Schuhputzer abmüht
und seine Zunge spitzt, um in die Rille vorzudringen. Zum Schluß
gleitet die Zunge den Absatz entlang.
Endlich erstrahlen die Schuhe wieder im Glanz der Sonne. Die
Prinzessin mustert sie zufrieden und aufmerksam. Da entdeckt sie
mit Schrecken, daß sich an der Innenseite des Absatzes noch
Schmutz befindet. Wütend schiebt sie ihren Absatz tief in den
Mund des Schuhputzers. Seine Lippen pressen sich fest auf den
scharfkantigem Absatz. Sie schiebt ihren Absatz auf und ab und
dreht ihn in alle Richtungen, bis auch der letzte Fleck beseitigt
ist. Ihr Schuhputzer sieht schon etwas fertig aus. Aber sie spürt
kein Mitleid. Schließlich ist ein Schuhputzer ja ein
Gebrauchsgegenstand und noch müssen ihre Schuhsohlen gereinigt
werden. Genüßlich plaziert sie ihren Schuh auf dem Mund des
Schuhputzers. Sie thront wie eine Königin auf ihm und spürt die
Zunge durch sie Sohle. Sie fühlt wie sie sich unter dem Gewicht
ihres Fußes abmüht.
An den Sohlen hängt der Morast in dicken Klumpen. Er hat sich
tief in den Rillen festgesetzt. Der Schuhputzer arbeitet jetzt
auf Hochtouren. Sie blickt in seine Augen, die voller Hochachtung
zu ihr hinauf blicken. Sie sieht, wie sich die Gesichtsmuskeln
des Schuhputzers voll Ekel zusammenziehen, als sich ein größerer
Batzen Dreck löst. Sie genießt es seine vollkommene Hingabe zu
spüren, als er den Schmutz herunter würgt. Da der Dreck an
ihren Schuhsohlen trocknet und erst mit der Zunge aufgeweicht
werden muß, geht die Arbeit immer langsamer voran. Die
Prinzessin ist unzufrieden und setzt ihren zweiten Fuß auf die
empfindliche Brustwarze des Schuhputzers. Und tatsächlich unter
dem Druck arbeitet er besser.
Doch nach einiger Zeit wird sie über die Leistung ihres
Schuhputzers wütend. Sie preßt ihren scharfkantigen Absatz
jetzt tief in das Fleisch des Schuhputzer. Sie dreht ihn hin und
her und wippt genüßlich. Die Nebengeräusche des Schuhputzers
werden durch die Schuhsohlen unterdrückt. Unter ständiger
Kontrolle des Absatzes beendet der Schuhputzer schließlich seine
Arbeit. Zur Kontrolle stellt sich die Prinzessin auf ihren
Schuhputzer und tritt ihre Schuhe ab. Tatsächlich es bleiben nur
rote Streifen auf dem Schuhputzer zurück - ohne jeden Rückstand
von Schmutz.
Zufrieden setzt sich die Prinzessin auf ihren Thron. Sie blickt
auf ihre Schuhe, die auf hochglanz poliert sind und auf ihrem
Schuhputzer ruhen. Genüßlich zündet sie sich eine Zigarette an.
Nach einigen entspannenden Zügen tritt sie den Zigarettenstummel
auf dem Boden aus. Die Zigarette bleibt an der Sohle haften und
wieder muß ihr Schuhputzer ran. Zufrieden schaut sie nach unten.
Die Schuhe glänzen, wie am ersten Tag. Der Schuhputzer sieht
etwas fertig aus. Aber egal, schließlich ist er ihr Eigentum,
den sie einsetzen kann, wie sie will.
Ihre Blicke wandern über ihren riesigen Schuhschrank. Sie sieht
ihre eleganten modischen Stiefel. Vorne spitz zusammenlaufend,
mit den hohen Absätzen, echtes Leder. Von außen sehen sie
perfekt aus. Aber sie erinnert sich an die letzte Party, als
dieser Idiot den Cocktail verschüttete und sich unter ihren
Schuhsohlen eine klebrige Masse aus Alkohol, Sirup und Dreck
bildetet, so daß ihr Schuh ständig am Boden klebte. Sie wollte
nicht wirklich wissen, was sich auf dem Nachhauseweg alles in der
klebenden Masse festgetreten hat. Sie will nur, daß ihre Schuhe
wieder sauber werden.
Während sie langsam mit ihren wundervollen Füßen in die Schuhe
gleitet, überlegt sie, wie tief man wohl mit dem spitzen Schuh
in den Schuhputzermund eindringen kann. Wenn man es geschickt
anstellt, muß doch der Schuh soweit rein passen, daß man diese
klebrige Zeug an den Zähnen abstreifen kann, genau bis zu der
Stelle, wo sich die Schuhsohle nach oben biegt. Sie sieht nicht
die Panik und die Qual in den Augen ihres Schuhputzers. Sie
mustert weiter ihren Schuhschrank. Die Turnschuhe, die sie
zuletzt beim Joggen im Wald anhatte - hier ist Oberflächen- und
Sohlenreinigung fällig! Die Halbschuhe, in denen sie an der
Bahnhaltestelle in einen Kaugummi getreten ist. Die
Cowboystiefel, die sie Rosenmontag am Karnevalszug getragen hat.
Da hat sich einiges an Kamellen fest getreten... Eigentlich könnten
alle Schuhe zumindest eine Sohlenreingung gebrauchen. Das wird
noch ein langer Abend für ihren Schuhputzer...
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