Das erste Mal in High Heels
Von Susanne
Ich hatte schon immer den Wunsch, einmal Schuhe mit wirklich
hohen Absätzen zu tragen. Aber die Furcht bei Anprobe und Kauf
von Bekannten gesehen zu werden, hatte mich immer davon
abgehalten. Außerdem wollte ich auch in der Öffentlichkeit
zeigen, daß ich diese Schuhe tragen kann. Das ist aber in einer
Kleinstadt unmöglich. Seit einigen Wochen ist alles anders. Dies
ist meine Geschichte...
Ich war mit einigen Freundinnen übers Wochenende in Amsterdam.
Beim Bummeln kamen wir an einem Schaufenster mit ausgefallenen
Schuhen vorbei. Der Atem stockte mir, als ich in einer Ecke ein
Paar schwarze überlange Lederstiefel mit sehr hohen Absätzen
stehen sah. Die anderen kommentierten diese Stiefel überhaupt
nicht, aber mir gingen sie nicht mehr aus dem Kopf. Als wir
wieder zu hause waren, stellten sich immer wieder Phantasien ein,
wie ich diese oberschenkellangen Stiefel anziehe und auf den
hohen Absätzen herumlaufe. Irgendwann habe ich es nicht mehr
ausgehalten, habe ein Hotelzimmer in der Nähe des Schuhgeschäfts
gebucht und bin allein nach Amsterdam gefahren.
Am Morgen nach meiner Ankunft ging ich sehr früh den kurzen Weg
vom Hotel zum Laden. Ich hatte mit Absicht einen langen, aber
seitlich hochgeschlitzten Rock angezogen. Mit klopfendem Herzen näherte
ich mich dem Schaufenster. Aber die Stiefel waren nicht mehr da.
Irgendwie entmutigt ging ich doch in den Laden. Meine Erwartung
mit der Bedienung alleine zu sein erfüllte sich auch nicht - da
war schon eine Kundin. Die Bedienung forderte mich aber lächelnd
auf, mich alleine umzusehen und wendete sich wieder der anderen
zu.
Ich entdeckte nur einige Kurzstiefel mit Plateausohle in
verschiedenen Absatzhöhen, die erträumten Stiefel waren wohl
schon verkauft. Hatte ich zu lange gewartet? Trotzdem probierte
ich ein Paar mit etwa 10 cm hohen Absätzen an. Wegen der hohen
Plateausohle wurde meine Ferse nur mäßig angehoben. Das war
jedoch nicht das erhoffte Gefühl auf hohen Absätzen zu stehen.
Da nahm ich gleich das Paar mit den höchsten Absätzen. Das war
nun doch zu gewagt: der kurze Stiefel war weit geschnitten und
gab kaum Halt. Unsicher balancierte ich auf diesen Absätzen und
konnte keine großen Schritte machen.
Als ich diese Stiefel gerade zurückstellen wollte, kam die Verkäuferin
auf mich zu, da die andere Kundin den Laden gerade verlassen
hatte. Ich versuchte ihr in einer Mischung aus Deutsch und
Englisch klarzumachen, das ich nicht diese, sondern Stiefel mit
richtig langem Schaft suchte. Plötzlich schien sie zu verstehen
und hielt ihre Handkante oberhalb des Knies. Ich nickte
begeistert. Sie nahm den Kurzstiefel, ich nahm an, daß sie damit
die Schuhgröße ermitteln wollte und verschwand im Lager. Nach
einiger Zeit kam Sie zurück und hatte wirklich überlange
Stiefel in meiner Größe gefunden. Sofort zeigte sie mir, daß
die Absätze auch genau so hoch waren wie die der mitgenommenen
Kurzstiefel. Das hatte ich doch gar nicht gewollt. Verzweifelt
bemerkte ich, daß auch die Plateausohle der neuen Stiefel etwas
niedriger war. Ich würde nie in diesen Stiefeln laufen können!
Die Verkäuferin hatte mir die langen Reißverschlüsse geöffnet
und wartete darauf, daß ich die Stiefel anprobiere. Ich raffte
mich auf, ließ den Fuß in den Stiefel gleiten bis meine Ferse
Halt gefunden hatte. Dann zog ich langsam den Reißverschluß
hoch. Das glatte schwarze Leder legt sich mit sanftem Druck um
meinen Fuß, meine Fesseln, dann meine Wade und Knie. Die Stiefel
paßten einfach perfekt und umschlossen mein Bein ohne Falten.
Nachdem ich auch den anderen Stiefel angezogen hatte, richtete
ich mich auf und stellte mich auf die Absätze. Es ging wirklich.
Die langen Lederschäfte gaben mir sehr viel Halt und Sicherheit,
so daß ich ohne Probleme auch mit langen Schritten im Laden auf
und abgehen konnte. Ich bewunderte im Spiegel die in der Mitte
verjüngten geschwungenen Absätze, so daß die Absätze noch höher
als die geraden Blockabsätze anderer Plateauschuhe wirkten. Ich
war jetzt fest entschlossen diese Stiefel zu kaufen. Als ich den
Schlitz meines langen Rocks auseinanderschob, sah ich, daß der
Stiefel erst zwei Handbreiten über dem Knie aufhörte.
In diesem Moment öffnete sich die Ladentür und ein Paar betrat
den Laden. Erschrocken ließ ich den Rock fallen und stellte mich
verunsichert hinter ein Regal, während meine Verkäuferin sich
den neuen Kunden zuwandte. Der Mann setzte sich gelangweilt,
vertiefte sich in eine Zeitschrift, die Frau verhandelte mit der
Verkäuferin. Nach einiger Zeit entschloß ich mich doch wieder
selbstbewußt vor dem Spiegel auf und abzugehen. Ich sah sofort
im Spiegel, daß der Mann mich bemerkt hatte und ganz unverhohlen
auf meine Absätze starrte. Wenn ich größere Schritte machte,
waren kurzzeitig meine überlangen Lederschäfte durch den
Rockschlitz zu sehen. Ich setzte mich an den Zeitschriftentisch
in einen Sessel, schlug die Beine übereinander und bewegte den
Fuß, um den Druck des Leders zu fühlen und die Absätze zu
betrachten. Der Blick des Mannes zeigte offene Bewunderung. Als
ich dann aber das Knie durch den Rockschlitz gleiten ließ,
erkannte er was das für Stiefel waren. Inzwischen war aber seine
Frau auf die Szene aufmerksam geworden und rief wütend nach
ihrem Mann, um den Laden zu verlassen.
"Haben Sie sich entschieden? Diese Stiefel sind wie für sie
gemacht," fragte die Verkäuferin.
"Ja, ich bezahle auch sofort," sagte ich und legte das
Bargeld hin. Als sie den Schuhkarton holte, wurde mir klar, daß
ich die Stiefel jetzt ausziehen mußte. Da fiel mein Blick durch
die Ladentür auf die wenig belebte Seitengasse. Ein wilder
Gedanke durchzuckte mich. Ich behalte die Stiefel noch an und
verlasse den Laden. Draußen konnte ich auf dem Weg zum Hotel
jederzeit zu meinen alten bequemen Schuhen wechseln. Sollte ich
das wagen?
Da stand ich nun auf der Straße in meinen gerade gekauften
Stiefeln mit 15 cm hohen Absätzen. Meine alten Schuhe mit den
bequemen, aber doch so langweiligen Absätzen hatte mir die Verkäuferin
in einer Plastiktüte mitgegeben. Noch etwas unsicher setzte ich
mich langsam in Bewegung. Leute, die mir entgegenkamen,
beachteten mich kaum. Sicher, der lange Rock verbarg den größten
Teil meiner langen Stiefel. Dabei wurde ich doch bei jedem
Schritt durch die Reibung der Stiefelschäfte am Oberschenkel
daran erinnert, wie lang diese Stiefel wirklich waren. Das Laufen
auf dem glatten Asphalt war nicht schwieriger als auf dem
Teppichboden im Schuhgeschäft. So beschleunigte ich meine
Schritte und genoß das Gefühl, die Absätze aufzusetzen, die
Plateausohle abrollen zu lassen und dabei die Spannung des Leders
am Bein zu spüren.
An der nächsten Ecke hätte ich eigentlich zum Hotel abbiegen müssen,
aber ich ging weiter direkt in die stark belebte Fußgängerzone
hinein. Meine Aufregung, vielleicht hier zuviel Aufmerksamkeit zu
erregen, legte sich bald. In der Menge fiel ich noch weniger auf.
Selbst das gedämpfte Tack-Tack meiner Absätze, das sonst die
Aufmerksamkeit interessierter Beobachter auf sich ziehen könnte,
ging hier unter. An einem Schaufenster blieb ich kurz stehen, um
einen Blick über meine Schulter zuwerfen. Doch, es gab wirklich
Leute, die mich im Vorbeigehen musterten oder sich noch einmal
verstohlen umdrehten. Ich hob einen Fuß, um den Absatz noch
einmal von hinten zu betrachten: diese 15 cm hohen, in der Mitte
leicht verjüngten Absätzen sahen wirklich wahnsinnig aus. Da
fiel mein Blick auf einen Mann, der mich beobachtet hatte und mir
lächelnd wie zur Bestätigung zunickte. Ich lächelte nur kurz
zurück und nahm meinen Weg wieder auf.
Mittlerweile begannen doch vor allem die Zehen zu schmerzen. Längeres
Laufen auf hohen Absätzen war für einen Anfänger einfach
zuviel. Daher suchte ich jetzt den kürzesten Weg zum Hotel.
Nachdem ich mit viel Konzentration auf schwankenden Absätzen
einen Platz mit Kopfsteinpflaster überquert hatte, dann die
steile Rampe einer Holzbrücke hochgegangen war, wurde mir klar,
daß der Abstieg auf dem Gefälle der anderen Seite auf diesen
hohen Absätzen ein wirkliches Problem darstellte. Mit diesen Absätzen
bergabzugehen war wegen der höllischen Schmerzen in den Waden
einfach unmöglich. Auf der Brücke wehte jetzt ein böiger Wind,
der meinen hochgeschlitzten Rock hochflattern ließ, während ich
mit winzigen Schritten seitwärts oder rückwärts die Schräge
hinunterbalancieren mußte. Der flatternde Rock und die nun
unverhüllten Stiefel erregten mehr Aufmerksamkeit, als ich mir
in dieser Situation gewünscht hätte.
Endlich hatte ich das Ende der Rampe erreicht und wieder ebenen
Boden unter den Absätzen. Ich flüchtete mich in ein Café,
bestellte etwas und setzte mich an einen Tisch, um meine höllisch
schmerzenden Füße zu entlasten. Doch für längeres Sitzen mit
abgewinkelten Beinen waren die überlangen Stiefel wohl nicht
gedacht. Hinten war zwar ein Schlitz im Lederschaft vorgesehen,
aber in den Kniekehlen spannte sich trotzdem das Leder. Es ging
nicht mehr. Ich mußte die Stiefel in der Damentoilette wieder
mit einen alten Schuhen vertauschen. Zurück am Tisch waren die
schmerzenden Füße schnell vergessen.
Inzwischen war das Café fast vollbesetzt. Meine eher trüben
Gedanken wurden plötzlich durch das charakteristische Peng-Peng
hoher, dünner Absätze unterbrochen, die sich mir von hinten näherten.
Da fragte eine recht sympathische Frau auf Deutsch mit holländischem
Akzent, ob sie sich zu mir setzen könnte. Ich bejahte und sie
setzte sich mir gegenüber an den Tisch. Schnell kamen wir ins
Gespräch über alltägliche Dinge. Nach einer längeren
Unterhaltung erinnerte ich mich wieder, daß ich unbedingt wissen
mußte, ob sie wirklich höhere Absätze trug. Ich ließ also
ungeschickt etwas zu Boden fallen, um mich unter den Tisch zu
beugen.
Wahnsinn - sie trug zu einer 7/8 langen schwarzen Lederhose zarte
Nylons in roten Pumps mit langen Schuhspitzen. Die Absätze waren
leider von vorne nicht zu sehen, aber der Winkel zwischen Spann
und Zehen ließ Außergewöhnliches erwarten. Ich konnte mich
kaum noch auf unser Gespräch konzentrieren, so kam mir der
Gedanke, sie mit einem Vorwand zur Theke zu schicken und damit
durch das ganze Café laufen zulassen.
Von hinten sah sie wirklich atemberaubend aus. Die Absätze waren
für Pumps ohne Plateau sehr hoch und waren noch schlanker als
die früheren Stiletto-Absätze, die leider seit einigen Jahren
aus der normalen Schuhmode verschwunden waren. Beim Gehen ließ
sie manchmal die spitzen Absätze kreischend über die blanken
Steinfliesen gleiten. Jeder Anwesende mußte sie einfach bemerken.
Wenn ich doch nur erfahren könnte, wo man solche Schuhe noch
kaufen kann, dachte ich mir.
Als sie zurückkam, hatte ich doch zu offensichtlich auf ihre
roten Pumps gestarrt. Sie sagte mir gleich, auf meine biederen
Schuhe herabblickend, ihre Schuhe würde ich wohl niemals tragen
wollen. Diese Herausforderung ließ mich alle Zurückhaltung
vergessen und ich erzählte ihr meine ganze Geschichte. Anschließend
wollte sie natürlich meine Stiefel sehen, nahm auch einen
Stiefel in die Hand und ließ prüfend ihre Finger über den
hohen Lederabsatz gleiten.
"Paß auf," sagte sie, "ich kenne ein Schuhgeschäft,
wo wir auch für dich Pumps mit Stiletto-Absätzen finden. Wir können
sofort hingehen, aber nur unter einer Bedingung: Wir verlassen
diesen Tisch nur dann gemeinsam, wenn du deine Stiefel hier und
jetzt wieder anziehst."
Ich war zu allem bereit, bei der Vorstellung auch solche Pumps
besitzen zu können. Ich schlüpfte wieder in die Stiefel, hielt
mit einer Hand den Rock hoch und zog mit der anderen ohne Hektik
den langen Stiefel-Reißverschluß hoch. Mir war vollkommen egal,
daß im vollbesetzten Café alle die Szene verfolgten oder
vielleicht auch genossen.
"Ich heiße übrigens Sonja," sagte sie, als wir das
Café verließen. Auf der Straße ließ ich sie einige Schritte
vorausgehen. Während ich das nun schon vertraute Gefühl meiner
eigenen hohen Absätze genoß, sah ich bewundernd, wie sie sich
auf ihren spitzen Absätzen und in ihrer enggeschnittenen
Lederhose bewegte. Ratlos stellte ich fest, daß wir zuerst auf
ein Kaufhaus zusteuerten. Auf der Rolltreppe konnte ich ihre Absätze
noch einmal in Augenhöhe betrachten. Die spitzen Absätze waren
mit Metall beschlagen, daher erzeugten sie solche lauten Geräusche.
Sonja erklärte mir, daß wir etwas suchten, um meine schönen
Beine besser zur Geltung zu bringen. Während ich meine Stiefel
auszog und mich dabei genußvoll in einem Spiegel betrachtete,
hatte sie schon einen, für meine Vorstellungen, viel zu kurzen
Rock gefunden. Der schwarze Stretch-Rock paßte wie eine zweite
Haut. Sie war aber immer noch nicht zufrieden: "Was hältst
du von auffälligen Strümpfen statt deiner Strumpfhose? Das müssen
nicht unbedingt Strümpfe mit Strapsen sein, wir versuchen einmal
halterlose Strümpfe."
Die neuen Nahtstrümpfe hatten einen breiten schwarzen Rand und
hatten innen am Rand eine gummiartige Beschichtung, damit sie
nicht wieder am Oberschenkel herunterrutschen konnten. Ich
brauchte etwas Zeit, bis ich mit Hilfe des Spiegels die Lage der
Naht am Bein korrigiert hatte, aber sonst saßen sie perfekt. Nur
der sanfte Druck am Oberschenkel irritierte mich etwas. Danach
zog ich meine hohen Stiefel wieder an und konnte sie so zum
erstenmal unverhüllt in voller Länge bewundern. Der Rocksaum
begann erst eine Handbreit über dem Stiefelrand, so daß auch
von den Nahtstrümpfen etwas zu sehen war. "Dann können wir
ja gehen," sagte Sonja, "das Schuhgeschäft liegt am
Ende dieser Straße, da lohnt es sich nicht, daß du dich noch
einmal umziehst." Skeptisch betrachtete ich mich im Spiegel,
ob ich mich in diesem Outfit wirklich in die Öffentlichkeit
wagen konnte. Gut, daß mich hier wirklich niemand kannte. Ich
versuchte den Rock noch etwas herunterzuziehen und folgte ihr.
Als wir auf der Straße waren, ließ Sonja mich diesmal vorgehen.
Ich sah sofort, daß jeder, der mir entgegen kam, mich mit
verstecktem oder auch unverhohlenen Blicken musterte. Mein Herz
klopfte wild. Nur das gleichmäßige Tick-Tack von Sonjas Pumps
erinnerte mich daran, daß sie in meiner Nähe war. Ich
beschleunigte meine Schritte, um die kurze Strecke schnell hinter
mich zu bringen. Dabei merkte ich, daß der Rock beim Gehen höher
rutschte und den Blick auf die schwarzen Strumpfränder frei gab.
Endlich waren wir am Ziel angekommen. Sonja öffnete die Ladentür
und wurde wie eine alte Kundin begrüßt. Auf holländisch
verhandelte sie längere Zeit mit der Verkäuferin. Ich verstand
nur soviel, daß es Probleme mit meiner Schuhgröße gab. Endlich
wurden doch 2 Paar gefunden: rote Pumps mit ganz schlanken
Stiletto-Absätzen, nicht ganz so hoch wie Sonjas Absätze, das
zweite Paar hatte bei sonst gleicher Form um 1 Inch höhere Absätze.
Das erste Paar paßte perfekt, beim zweiten schmerzten die Füße
schon nach kurzem Tragen. Aber vor allem die Pumps mit den höheren
Absätzen sahen phantastisch zu den Nahtstrümpfen aus. Im
Spiegel sah ich, wie die Strumpfnaht wie eine Verlängerung der
hohen, dünnen Absätze zum Rocksaum lief. Ich hatte nie gedacht,
daß meine Beine so aussehen könnten. Sonja empfahl mir, doch
die etwas niedrigeren Absätze zu wählen, da es schwierig genug
sei, Pumps mit solch dünnen Absätzen zu beherrschen.
Ich stimmte ihr zu und ging zur Kasse. Die Verkäuferin hatte
meinen letzten sehnsüchtigen Blick auf die am Boden liegenden
Pumps mit den überhohen Absätzen bemerkt und erklärte mir, daß
sie für den nächsten Morgen in meiner Schuhgröße auch Stiefel
beschaffen könnte, falls ich Interesse hätte. Ich versprach ihr
noch einmal vorbeizukommen.
Jetzt wollte ich die neuen Pumps aber auch auf der Straße
ausprobieren. Sonja kam auf die Idee, die Tüten mit meinen
Sachen nicht mehr herumzutragen und schon ins Hotel schicken zu
lassen. Ich fand, daß das eine gute Idee war. Später wurde mir
erst klar, daß ich so keine Möglichkeit mehr hatte, zu meiner
unauffälligen Kleidung zurückzukehren.
Als Sonja mir die Tür zur Straße aufhielt, kamen mir doch
Bedenken, meine neuen roten Pumps mit 12cm Stiletto-Absätzen auf
der Straße auszuprobieren. Aber ich konnte jetzt keinen Rückzieher
mehr machen und verließ den Schuhladen. Beim Laufen wurde mir
schnell klar, daß ich aufpassen mußte, wohin ich meine spitzen
Absätze setzte. Mit den Blockabsätzen meiner Stiefel hatte ich
unbekümmert herumstelzen können und brauchte nicht auf Löcher
in der Straße achten. Der frische Wind, den ich durch die dünnen
Nahtstrümpfe an meinen Beinen spürte, erinnerte mich daran, wie
weit ich jetzt die Beine entblößt hatte. Ich zog noch einmal
den Stretch-Mini nach unten, damit nicht wieder die schwarze
Spitzen meiner halterlosen Strümpfe zu sehen war. In den
oberschenkellangen Stiefeln hatte ich mich nicht so nackt gefühlt.
Sonja bemerkte meine Verunsicherung, hakte sich bei mir ein und
übernahm die Führung. Jetzt fühlte ich mich besser. Mit
selbstbewußten Schritten stöckelten wir gemeinsam über die
Straße. Das Tack-Tack der hohen Absätze war fast im
Gleichschritt zu hören. Wir erregten natürlich eine gewisse
Aufmerksamkeit, da viele Leute, die durch das Geräusch der Absätze
aufmerksam geworden waren, genauer hinguckten. Sonja hatte ihre
langen Beine zwar durch eine Lederhose verborgen, aber dafür
hatte sie die höheren Absätze.
Nach einiger Zeit brauchte ich doch eine Pause. Sonja steuerte
auf ein Lokal zu. Wir setzten uns gleich an der Bar auf hohe
Barhocker und bestellten einen Kaffee. Natürlich stellten wir so
unsere HighHeels unübersehbar aus. An der Wand war ein Spiegel
angebracht, in dem ich die andern Gäste beobachten konnte. Die Männer,
die sich unbeobachtet fühlten, ließen ihre Blicke ganz
unverfroren über Absätze und Beine gleiten.
"Ich muß dir noch etwas gestehen", sagte Sonja. "Ich
habe dich nicht zufällig im Lokal angesprochen. Als ich dich in
den Stiefeln auf der Brücke gesehen habe, bin ich dir
nachgegangen. Als du dann im Café die Stiefel wieder mit deinen
alten Schuhen vertauscht hast, mußte ich einfach eingreifen,
damit du nicht den Mut verlierst, High Heels zu tragen. Ich habe
dich daher gezwungen, die Stiefel wieder anzuziehen und für das
richtige Outfit gesorgt." In diesem Moment meldete sich ihr
Handy. Ich war ziemlich überrascht, daß sie plötzlich
aufbrechen mußte. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag um
12 Uhr vor Sonjas Schuhladen. Zum Schluß gab sie mir noch den
Rat, mir ein Taxi zum Hotel zu nehmen, weil ich in meinem Outfit
alleine bestimmt angemacht werden würde.
Da stöckelte sie nun aus dem Lokal und ließ ihre Metallabsätze
auf den Steinfußboden knallen. Meine Absätze erzeugten keine so
deutlichen Geräusche. Ich sah mir meine Pumps noch einmal an und
fand, daß sie nur einfache Kunststoffabsatzplättchen trugen.
Das Taxi konnte noch warten. Ich hatte nebenan einen richtigen
Schuhmacherladen gesehen. Also ließ ich mich vom Hocker gleiten
und besuchte einen niederländischen Schuhmacher.
Mit dem Mann im Laden konnte ich mich gut verständigen. Als ich
ihm mein Problem erklärt hatte, mußte er in sein Lager gehen,
da diese kleinen Metallabsätze wohl kaum noch verlangt wurden.
Ich betrachtete neugierig die reparierten Schuhe auf dem Regal.
Neben alltäglichen Schuhen stand da ein Paar Pumps mit richtig
hohen Absätzen. Das Besondere an diesen Absätzen war, daß sie
im wesentlichen aus einem dünnen Metallstift bestanden. So etwas
hatte ich noch nie gesehen. Da kam der Mann zurück und hatte
anscheinend die richtige Größe gefunden. Fachmännisch zog er
die kleinen Kunststoffabsätze mit der Zange heraus und steckte
die neuen Metallabsätze in das Loch im Absatz. Einige Schläge
mit dem Hammer trieben die Absätze hinein. Ich stöckelte mit
den neuen Absätzen gleich im Laden herum. Die Änderung war
nicht zu überhören.
Jetzt wollte ich aber unbedingt wissen, was das für ungewöhnliche
Pumps im Regal waren. Der Mann erklärte mir bereitwillig, daß
solche Schuhe vor einigen Jahren in vielen normalen Schuhgeschäften
zu kaufen waren. Das besondere an diesem Modell war, daß der
Metallstift mit einem Gewinde am Schuh befestigt war. Er konnte
also abgeschraubt und ausgewechselt werden. Der Mann erklärte,
die Kundin hätte sich ein ganzes Sortiment unterschiedlicher
Metallstifte bei einer Werkstatt anfertigen lassen: in Silber aus
Stahl, in Gold aus Messing, spitz zulaufend oder gerade wie ein
Bleistift und schwarzlackiert mit einem Teller am Ende, um die
Trittsicherheit zu erhöhen. Sie konnte die Farben auch
kombinieren: links Silber, rechts Gold. Leider konnte mir der
Mann nicht sagen, wo man heute so etwas kaufen kann. Ich wollte
noch wissen, ob ich so auch höhere Absätze anschrauben könnte.
Er lächelte und sagte: "Nein, mein Mädchen. Mit einem höheren
Absatz steht der Schuh nicht mehr gerade und du kannst nicht
richtig laufen. Wenn du sie nur im Bett tragen willst, kannst du
dir natürlich überlange, nadelspitze Absätze anschrauben..."
Ich war noch in Gedanken mit diesen Schuhen beschäftigt, als ich
wieder auf die Straße ging und ziellos weiter lief. Da sprach
mich ein Mann an. Da ich ihn nicht verstand und er sehr
unsympathisch aussah, ergriff ich die Flucht und eilte mit
klappernden Absätzen einfach auf das nächste Gebäude zu. Das
war ein Museum. Eigentlich kein schlechter Ort um Ruhe zu finden.
Ich kaufte mir eine Eintrittskarte und ging in die
Ausstellungshalle. Das war genau die richtige Umgebung, um meine
Metallabsätze auszuprobieren. Auf dem glatten Steinboden in der
hohen Halle machten sie herrlichen Krach. Wenn ich nicht aufpaßte,
schlitterten sie beim Gehen kreischend über den Boden. Ich lief
durch mehrere Räume, stieg die Steintreppen hoch und runter.
Seit einiger Zeit hatte ich den Eindruck, daß ein älterer Herr
mir unauffällig folgte. Der interessierte sich doch wohl nicht für
HighHeels? An einer Glasvitrine hielt ich an, um den Inhalt
anscheinend aus nächster Nähe zu betrachten. Ich beugte mich
weit vor und bemerkte, wie der Rock hochrutschte. Ich belastete
abwechselnd den linken und den rechten Absatz. Schließlich hob
ich einen Fuß an, um mich mit der spitzen Schuhspitze ausgiebig
am Bein zu kratzen. Ich hatte jetzt soviel Aufmerksamkeit
geweckt, daß der gute Mann sich mit mir bei einem Glas Wein über
Kunst unterhalten wollte.
Dankend lehnte ich ab, zog den Rock wieder gerade und verließ
das Museum. Ich wollte immer noch nicht nachgeben und den Weg zum
Hotel im Taxi zurücklegen. Vielleicht sollte ich wie Sonja eine
Lederjeans zu HighHeels tragen. Damit würde ich nicht so
auffallen wie in meinem jetzigen Outfit. Den Weg zum Hotel könnte
ich dann allein schaffen.
Ein passendes Geschäft war schnell gefunden. Ich wählte eine
schwarze Leder-Jeans mit ausgestellten Beinen. Ich war von dem
weichen Leder ganz hingerissen. Als ich den Preis sah, war meine
Begeisterung schnell verflogen: 199,- EURO, damit hätte ich mir
noch ein Paar ausgefallene Stiefel kaufen können! Aber die Verkäuferin
hatte noch ein einziges Paar Jeans aus Lederimitat im Angebot,
die wirklich günstig waren. Leider waren sie eine Größe zu
klein und dafür zu lang. Ich wollte sie trotzdem anprobieren.
Dieses Material sah aus wie schwarzes Leder, war aber dünner und
nachgiebiger. So spannte die Hose trotz der falschen Größe nur
etwas am Hintern. Das sah im Spiegel richtig gut aus. Die zu große
Länge wurde durch die hohen Absätze ausgeglichen. Das war genau
die richtige Hose, um unauffällig HighHeels zu tragen.
So gekleidet, bin ich dann zum Hotel zurückgegangen. Meine
anderen Sachen waren inzwischen gebracht worden. Als ich abends
im Bett lag, fiel mir wieder ein, daß die Verkäuferin des
Schuhgeschäftes mir morgen noch besondere Stiefel zeigen wollte.
Ich würde also früher zum Schuhgeschäft gehen, um die Stiefel
vor dem Treffen mit Sonja noch auszuprobieren. Müde fiel ich in
den Schlaf...
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