Der Wandertag
Von TTee
Ich haßte diese Wandertage in der Schule auf den Tod, doch
unsere Lehrer waren gnadenlos. Nicht mal eine Krankmeldung
wollten Sie akzeptieren, hatten Sie gedroht - und so mußte ich
wohl oder übel mitmarschieren. Daß der Wandertag aber diesmal
durch ein Naturschutzgebiet gehen sollte, damit war ich
eigentlich nicht einverstanden, aber wer hört schon auf die Einwände
eines 14-jährigen Jungen?
Der einzige Trost war, daß wir mit dem Einverständnis unserer
Eltern aus dem diesjährigen Herbstwandertag ein verlängertes
Wochenende mit Aufenthalt in einer Jugendherberge über 2 Tage
gemacht hatten. Alles sollte sich um die Natur handeln mit
Workshops im Pflanzenbereich und was besonders gut war: Es würden
noch andere Schulklassen aus einem Nürnberger Gymnasium dabei
sein. Juhuuu! Viele schöne Mädels, mit denen man rauschende
Abend-Partys feiern konnte!!!
Alles sollte anders kommen! Nach unserer 2-stündigen Anfahrt mit
dem Reisebus packten wir unsere Reisetaschen in den 5-Bett-Zimmern
aus und hatten danach ein Treffen in der Aula der Herberge, um
die anderen Schüler kennenzulernen. Der Saal war, als ich
eintrat, schon gut gefüllt und mir fiel auf Anhieb eine Gruppe
von fremden Mädchen auf, die auch mich genauestens musterten.
Sie waren alle älter als ich und ich tippte auf eine Abitur-Klasse.
So zwischen 17 und 20 Jahre alt könnten Sie gewesen sein. Wieso
sie mir gleich auffielen, ist leicht zu erklären:
Sie waren alle sehr chic angezogen - überhaupt nicht so wie
Naturliebhaber. Eine davon trug sogar jetzt zur frühen
Vormittagsstunde schon ein aufregend kurzes Minikleid. Wir
grinsten uns gegenseitig zu und folgten mehr oder weniger
interessiert den Ausführungen des Gruppenleiters. Für den
heutigen Nachmittag war eine Besichtigung eines Feuchtbiotopes
angesetzt und man sollte mit festem Schuhwerk erscheinen, da es
ziemlich sumpfig werden sollte.
Wir trafen uns alle um 14 Uhr und marschierten in 15er-Gruppen
los. Zu meiner Freude waren die fünf Mädchen vom Vormittag
"zufällig" in meiner Gruppe dabei. Der "Öko-Futzi"
stapfte los und redete wie ein Wasserfall über
Bodenbeschaffenheiten und Vogelansiedelungen.
Die Mädchen konnten seinem Tempo nicht mithalten und fielen
immer weiter zurück - auch ich! Irgendwie hatten Sie wohl nicht
gehört, daß "festes Schuhwerk" verlangt war, den jede
hatte unter den Jeanshosen zwar Stiefel an, aber eben doch mehr
modische Stiefel - eben mit hübschen Absätzen und hoher Sohle.
Sie umrundeten jede Pfütze und sobald das Gras etwas nachgab
liefen Sie wie auf Eiern. Unsere Gruppe war nun außer Sichtweite
- Aufsichtspflicht des Lehrkörpers nicht erfüllt, und ich
bemerkte, daß ich der einzige Junge bei all den Mädels war.
Plötzlich wurde der Waldweg immer enger, dunkler und vor allem
morastiger, als wir an eine Stelle kamen, die aus einem einzigen
Schlammloch bestand. Man konnte noch die Fußabdrücke der
vorausgegangenen Mitschüler erkennen, die vielleicht 20 - 30 cm
tief in den Schlamm gepreßt waren. Die Mädchen blieben stehen
und diskutierten, wie Sie denn darüber kommen könnten. An den
Seiten des Weges waren dichte Dornenbüsche und über 3 Meter zu
springen, traute sich keine - bei den hohen Schuhen!
"Ich könnte Euch ja rübertragen," sagte ich lachend -
es war die erste Konversation, die ich mit den Fünfen hatte. Sie
schauten erst mich an, dann tuschelten Sie etwas und eine große
schwarzhaarige Schönheit sagte zu mir: "Deine Idee ist im
Prinzip gar nicht schlecht, aber Du wirst Dich als Brücke zur
Verfügung stellen, damit wir über Dich laufen können!"
Ich prustete vor Lachen laut los, doch das Blitzen in Ihren Augen
und daß hämische Lächeln zeigte mir, daß es Ihnen todernst
war.
Ich stand da wie belämmert und wußte nicht, wie ich mich aus
der Affäre ziehen sollte. Vor mir das Schlammloch, hinter mir
die fünf für mich übermächtigen Mädchen... Lange konnte ich
nicht überlegen, da packten mich schon drei und schubsten mich
in den Dreck. Ich lag bäuchlings ausgestreckt mit dem Gesicht
nach unten in der Brühe und wollte mich so schnell wie möglich
wieder aufrichten, doch mehr wie meinen Kopf konnte ich nicht
erheben, da spürte ich schon das Gewicht von einem Mädchen auf
meinem Rücken stehen. Ich konnte nichts sagen, denn mein Mund
und Nase waren nur etwa einen halben Zentimeter außerhalb des
Schlammes und ich hatte gerade mal Zeit meine Nasenlöcher
freizuschniefen. Das auf mir stehende Biest forderte jetzt die
anderen auf, sich auf mich zu stellen, damit ich als Brücke
festgetreten würde. Ich merkte vier weitere Stiefel auf meinen
Oberschenkeln und meinem Hüftbereich, die mich immer tiefer in
den Boden drückten. Ich hob meinen Kopf soweit ich konnte und
erblickte durch die dreckverklebten Augenlieder, daß die
Schwarzhaarige vor mir auf der anderen Seite der Kuhle stand und
mich böse lächelnd anblickte.
"Du kleiner Dreckspatz wagst es uns hübsche Schönheiten
dreckig werden zu lassen? Du kannst froh sein, wenn wir Dich
nicht ganz in den Morast stampfen, damit Dich niemand mehr findet!
Weist Du eigentlich, wie es so als Maulwurf ist? Willst Du es
wissen, wie es ist?" Ich schüttelte so gut es ging den
Kopf, da hob Sie Ihr rechtes Bein und setzte mir Ihre
Stiefelspitze auf den Kopf. Sie verstärkte den Druck und mein
Gesicht wurde in den Matsch gedrückt. Immer tiefer steckte mein
Kopf jetzt schon im Dreck und ich hatte keine Chance auf
Gegenwehr, denn mittlerweile standen alle vier anderen Mädchen
auf meinem Rücken, meinen Armen und meinen Beinen. Der Lehm um
mich herum spannte mich zusätzlich ein wie in einem Schraubstock.
Fast eine Minute verging, bis die Schwarzhaarige Ihren Druck
nachließ. Ich wollte meinen Kopf sofort erheben um Luft zu
schnappen, doch der zähe Schlamm hielt mich wie in Beton
gegossen fest. Mir wurde Schwarz vor Augen und ich verlor das
Bewußtsein.
Als ich wieder aufwachte, lag ich in einem Waldstück auf dem Rücken.
Die fünf Mädchen standen um mich herum und eine sagte: "Gott
sei Dank, wir dachten schon, Du hättest die Segel gestrichen.
Geht es Dir wieder besser?" Ich nickte und schaute Sie
angsterfüllt an. "Kein Wort zu irgendjemanden über das,
was heute passiert ist, klar!? Es würde Dir sowieso keiner
glauben und Du wärst das Gespött Deiner ganzen Freunde!"
Das war mir natürlich auch klar, denn damit wäre ich bis an
mein Lebensende aufgezogen worden. Irgendwie hatte es mir ja
sowieso gefallen - ausgenommen meine Ohnmacht!
Während der nächsten 2 Tage und vor allem Nächte, feierten wir
tatsächlich noch eine mega-geile Party, wobei ich mit der
Schwarzhaarigen noch innigeren Kontakt hatte, aber dies in einer
anderen Geschichte...
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