Rotkäppchen
Von Lady A.
Es war einmal ein Rotkäppchen, das verirrte sich im Wald. Es
hatte wunderschöne rote Highheels an den zierlichen Fesseln,
verführerisches Nahtstrümpfe an den wohlgeformten Beinen und
trug ein rotes Korsett über dem schwarzen Röckchen. Da kam es
zu dem Haus der sieben Zwerge. Es klingelte an der Tür und die
sieben Zwerge öffneten die Tür.
Rotkäppchen fragte: "Ihr seid doch die sieben Zwerge, und
die wollte ich immer schon mal gerne trampeln. Aber sagt mir doch
erst eines: wo habt Ihr denn euer Schneewittchen gelassen?"
"Sie ist mit dem tapferen Schneiderlein durchgebrannt!",
antworteten betrübt die Zwerge. "Wir wollten schon den Wolf
engagieren, um es zu suchen. Aber wir waren so von ihr
niedergetreten worden, daß wir uns erst einmal erholen mußten.
Und das mit dem Wolf war auch zu schwierig, denn der hielt uns
immer für die sieben Geiseln. Außerdem erklärte er sich auch
nur für Großmütter zuständig."
Darauf sagte das Rotkäppchen: "Dann engagiert doch
Rumpelstilzchen. Es ist gerade aus der Chirurgie entlassen und
hat schon Erfahrung mit Königstöchtern. Vorher will ich euch
jedoch eine Freude bereiten." Gesagt, getan. Rotkäppchen
setzte ihr Körbchen mit den Schlemmereien auf dem Boden ab,
reckte mutig das kleine Köpfchen in die Höhe und fragte: "Nun,
wer von euch traut sich als erster unter meine Heels?"
Die sieben Zwerge waren sofort Feuer und Flamme und konnten sich
gar nicht schnell genug unter die Sohlen des Rotkäppchens
begeben. Sie stampfte und trat, sprang und hüpfte und hatte so
ihre wahre Freude an diesem schönen Tag. Die kleinen Zwerge ächzten
und stöhnten unter den scharfen Kanten der roten Heels - das
hatten sie nicht für möglich gehalten, daß das Rotkäppchen
auch so gemein sein konnte.
Nachdem es sich ausgetobt hatte, bat Rotkäppchen um ein kleines
Schlückchen Champagner, um sich wieder zu erholen. Ach, wie
reizend diese kleinen Zwerge doch waren, und wie wundervoll sie
sich zusammentreten ließen, schwärmte es in Gedanken, nahm ein
Schlückchen Sekt und meinte: "Nun mag ich erst einmal in
euren kleinen Bettchen schlafen. Zieht mir die Heels aus,
massiert mir die Füße und streichelt mich in den wohlverdienten
Schlaf, damit ich nachher wohl ausgeruht bei meiner Großmutter
ankomme." Die Zwerge erledigten alles sehr zur Zufriedenheit
des Rotkäppchens und liefen dann zu Rumpelstilzchen, damit es
das Schneewittchen wieder fände.
Rumpelstilzchen bekam zur Tarnung die Ersatzkleidung des siebten
Zwerges und verkündete: "Ach wie gut, daß niemand weiß,
daß ich 007 heiß!" Es machte sich sofort auf die Suche und
landete in einem Gasthaus, wo gerade jemand versuchte, die Zeche
mit dem zu bezahlen, was bei seinem Esel hinten herauskommt.
Rumpelstilzchen ging an die Theke und bestellte einen Martini;
geschüttelt, nicht gerührt. Neben ihm saß ein Prinz, der erzählte,
daß ihm ein Frosch eine goldene Kugel versprochen hätte, wenn
er ihm eine Prinzessin zum Küssen besorgen würde.
'Das Geschäft könnte ich auch machen,' dachte Rumpelstilzchen,
'wenn ich Schneewittchen erst einmal habe...' Was Rumpelstilzchen
nicht ahnte war, daß Schneewittchen genau gegenüber im
Uhrenkasten saß. Dort hatte das tapfere Schneiderlein
Schneewittchen eingesperrt. Es hatte nämlich damit gerechnet, daß
ihm der Wolf folgen würde und der hatte schon einmal etwas im
Uhrenkasten übersehen.
Der Prinz und Rumpelstilzchen machten sich alsbald auf
Prinzessinnen-Suche im Zauberwald. Ihnen folgte unbemerkt der
Frosch. Zuerst trafen sie auf ein merkwürdiges Haus mit
angebautem Käfig, in dem offenbar jemand gefangen gehalten wurde.
Vielleicht Schneewittchen?
Kurz entschlossen sprengte Rumpelstilzchen den Käfig auf und das
Haus in die Luft, während der Prinz die herauseilenden
Bewohnerinnen in Schach hielt. Im Käfig war jedoch nicht
Schneewittchen, sondern ein dicker Junge, und die beiden Frauen
sahen auch nicht wie Prinzessinnen aus. Die Ältere zeterte, daß
ihr schönes Pfefferkuchenhaus nun kaputt sei. Rumpelstilzchen
sagte, daß sie es doch teuer als Bruchkeks verkaufen und dadurch
reich werden könne.
Der Prinz jedoch war dem Fuß-Charme der anderen Hausbewohnerin
erlegen und ließ sich mit nackten Füßen auf dem Kopf herum
treten. Er schien es wirklich zu genießen, denn seinem
herrschaftlichen Munde entrann sich nur ein wohliges Stöhnen, während
die Tochter der Hexe einen wahren Hexentanz auf seinem königlichen
Schädel vollführte.
Der Frosch war inzwischen weiter gehüpft und zu einer großen
Dornenhecke gekommen. Der Prinz folgte nach seiner Exkursion
unter die Füße einer Hexentochter und kämpfte sich ebenfalls
durch das Gestrüpp. Dabei trat er versehentlich auf den Frosch.
Dadurch öffnete sich wie von Geisterhand die Dornenhecke und gab
den Weg in ein verborgenes Schloß frei. Dort schien alles zu
schlafen. Der Prinz eilte sofort in die Küche und fing an, eine
noch warme Backschüssel auszulecken. Der Frosch jedoch fand in
einem Zimmer eine schlafende Prinzessin vor. "Wunderbar,"
dachte er, "jetzt kann ich nach Herzenslust küssen, ohne
dafür mit goldenen Kugeln zu bezahlen," und drückte der
Prinzessin einen Kuß auf den Mund.
Da gab es einen riesigen Knall und die Prinzessin erwachte.
"Ihhh! Du garstiger Frosch!" rief sie angewidert.
"Das wirst du mir büßen!" Sprach's und trat den
Frosch mit heftigem Tritt in den Bauch. Was sie nicht ahnen
konnte, war die Tatsache, daß der Frosch diese Art des Verwöhnens
durchaus liebte. Er ließ sich treten, bis ihm die dicken
Froschaugen förmlich aus den Höhlen quollen und seine Haut sich
chamäleonartig einfärbte. Als die Prinzessin bemerkte, daß sie
keinen Erfolg mit ihrer Bestrafung hatte, sann sie auf Rache. Sie
verwandelte den Frosch in einen Teppich, den sie nun jederzeit
mit sich führen konnte. Und immer, wenn sie sauer wäre, wollte
sie ihn treten, bis die Fetzen flögen...
Es waren jedoch auch alle anderen im Schloß erwacht und der
Prinz in der Küche bekam eine saftige Ohrfeige vom Koch. Auch
Rumpelstilzchen alias 007 erschien endlich am Tatort und stellte
natürlich fest, daß von Schneewittchen keine Spur zu finden war.
Er zog weiter und traf auf ein Haus, in dem sieben Ziegen wohnten.
"Sieben auf einen Streich!" brüllte 007 und schwang
seine Zauberspindel. Aber er traf nur sieben Fliegen und die
Spindel fiel in den Hausbrunnen. Aus Angst vor weiteren Attacken
verrieten die Geiseln ihm den Trick mit dem Uhrenkasten.
Rumpelstilzchen sprang hinter seiner Spindel her in den Brunnen
und wurde in eine andere Welt versetzt. Nachdem er einen
sprechenden Baum und ein rabiates Brot mit seinem Schweizer
Offiziersmesser erledigt hatte, gelangte er zur Herrscherin der
Brunnenwelt, Frau Holle.
Diese lies ihn mit einer Angestellten 10 Tage lang Betten ausschütteln.
Diese Strafe war schon etwas besonderes, denn eigentlich war die
Angestellte eine verwunschene Domina und fesselte
Rumpelstilzchen, nahm ihn als Sitzkissen, verband ihm immer
wieder die Augen, schlug und trat ihn, bis er um Gnade bettelte.
Nach 10 Tagen jedoch hatte er das Martyrium überstanden und Frau
Holle rückte die Zauberspindel heraus und gab den Weg in die
alte Welt preis. Dabei mußte ein großes Tor passiert werden.
007 ahnte eine Hinterlist und sprang mit einem Satz hindurch,
seine Begleiterin bekam jedoch eine Ladung einer schwarzen
Chemikalie ab, die sofort erstarrte.
Nun brach 007 in das Wirtshaus ein und öffnete den Uhrenkasten.
Darin lag jedoch nur ein Zettel. Darauf stand:
Schneewittchen gefangen genommen
tapferes Schneiderlein mit der Nadel erstochen
Lösegeldforderung 10.000 Sterntaler
abzugeben bei "die 7 Schwaben"
Rumpelstilzchen überlegte, wo man wohl Schneewittchen
verstecken könnte. Der unwahrscheinlichste Ort war eigentlich
das Haus der sieben Zwerge. Also beschloß er, dort zu suchen.
Auf einem Einhorn (240 PS) stürmte er durch den Zauberwald
dahin, parkte im Gebüsch und wartete die Nacht ab.
Als alles schlief, stieg er durch ein Kellerfenster ein. Im
Keller stolperte er über einen langen Spieß mit sieben
Handgriffen. Also war er auf der richtigen Spur. Die Sieben
Schwaben mußten hier gewesen sein. Plötzlich stieß er im
Dunkeln gegen eine große Truhe. Als er sie öffnete, fand er
sieben Ziegenfelle. Ein schon lange gehegter Verdacht wurde damit
zur Gewißheit: Die sieben Zwerge, die sieben Geiseln und die
sieben Schwaben waren ein- und dieselben Personen!
007 stieß auf eine Tür mit einem vergitterten Fenster. Davor
lag der Wolf und schlief. 007 erinnerte sich an sein Schweizer
Offiziersmesser, schnitt dem Wolf den Bauch auf und packte die
Ziegenfelle hinein. Vorsichtig spähte Rumpelstilzchen durch das
Fenster in der Tür. Drinnen saßen Rotkäppchen und
Schneewittchen am Spinnrad. Leise öffnete 007 die Tür, und mit
Hilfe seiner Zauberspindel spannen die Mädchen den Flachs zu
Gold im Werte von 10.000 Sterntalern. Bevor sie es ihm jedoch
gaben, forderten sie ihn auf, sich zu ihren Füßen zu legen,
ihnen die wehen Füße zu massieren und sie zwischen den Zehen
mit der Zunge zu verwöhnen. "Nichts lieber und leichter als
das" freute sich Rumpelstilzchen, und legte sich gefügig
auf den Fußboden, während die Sterntaler nur so auf ihn
herabrieselten... Das Gold steckte 007 dann ein, um am folgenden
Tag die Lösegeldsumme zu bezahlen. Dann verschwand er leise
wieder, nachdem er die beiden wunderschönen Ladies so lange verwöhnt
hatte, bis seine Zunge rauh und blutig war.
Am nächsten Morgen klopfte er an die Haustür der sieben Zwerge.
Richtig, drinnen saßen die Sieben Schwaben und aßen Spätzle.
Rumpelstilzchen erklärte, er sei bereit, das Lösegeld zu zahlen
und verlangte Schneewittchen zu sehen, die alsbald vorgerührt
wurde. 007 warf den schwäbischen Zwergen das Gold hin, so daß
sie geblendet wurden, griff nach Schneewittchen und rannte zu dem
versteckten Einhorn. Sie schwangen sich auf den Sattel und ritten
von dannen.
Unterwegs begegneten 007 und Schneewittchen dem Prinzen. Der
verliebte sich augenblicklich in das Schneewittchen und nahm sie
mit zu seinem Schloß. Rumpelstilzchen aber war froh,
Schneewittchen los zu sein, da er noch einmal zu den sieben
Zwergen zurück wollte, um Rotkäppchen zu befreien, die ihm
eigentlich besser gefiel. Also ritt er gegen Mittag wieder zum
Zwergenhaus und spähte durch das Fenster. Die Zwergenschwaben saßen
am Eßtisch und aßen Maultaschen mit Reis. Auch Rotkäppchen war
da. Sie saß vor dem Kamin und sortierte Erbsen, wobei ihr ein
paar Tauben halfen. Nach einer Weile brachte ein Zwerg mit gelber
Mütze Rotkäppchen in den Keller.
007 lief zum Kellerfenster und schaute hindurch. Was er dort sah,
ließ ihn erstarren: Rotkäppchen tanzte den Feuertanz mit ihren
roten Highheels und hatte riesigen Spaß daran zu sehen, wie der
Zwerg sich wandt und stöhnte. 007 kletterte hinein. Er ging zur
Tür mit dem vergitterten Fenster, schloß auf, nahm Rotkäppchen
bei der Hand und kletterte mit ihr hinaus. Sie bestiegen das
Einhorn und ritten nach Hause. Dort ließ er sich erst einmal
nach Herzenslust trampeln.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute, er
genießt ihre Tramplingattacken und Rotkäppchen kauft sich jede
Woche neue Heels, um ihm wundervolle Trophäen zuzufügen...
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