FussVideo - Text 260: Viele Treppen - Kyffhäuser

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Viele Treppen - Kyffhäuser
Von berot

Vor ein paar Jahren habe ich mit Kindern und Kegeln einen Ausflug zum Kyffhäuser unternommen. Wir wollten hoch auf den Turm, lösten die Eintrittskarten und gingen zur Treppe. Schon an der Kasse fiel mir eine junge hübsche Frau mit schönen Holzsandaletten auf. Ich schickte Kinder und Frau schon mal vor (weil sie angeblich schneller seien). So konnte ich es einrichten hinter die besagte Frau zu gelangen. Ihr Macker lief vor ihr und hinter mir kam ein - Gott sei Dank - langsames Rentnerpaar. So hatte ich einen herrlichen Blick auf die schönen Fersen der Frau und genoß jede Stufe die sie betrat.
Es sah toll aus, wie sich ihre Hacken bei jedem Auftreten etwas verbreiterten. Auf einmal stand die Schlange, weil welche herunterkamen und eine von den Runterkommenden dermaßen fett war, daß sich unsere Gruppe quer zur Wand stellen mußte damit dieses Ungetüm vorbei paßte. Bei dieser Gelegenheit entdeckte ich eine tote Fliege in den Resten eines Spinnennetzes, welches am Rande eines Fensterchens hing. Die griff ich mir.
Die Leute vor mir sahen alle nach oben um zu sehen, wann es weitergeht. Die Frau vor mir hob langsam den linken Fuß als es weiterging. In diesem Augenblick steckte ich ihr die Fliege unter die Ferse. Blöderweise berührte ich dabei ihren Fuß und sie drehte sich zu mir um. Hat aber nichts gesagt und auch die Fliege nicht bemerkt. Ich konnte nun das Schauspiel verfolgen, wie innerhalb von ca. 250 Stufen die Fliege immer mehr plattgetreten wurde. Bei jedem Schritt den sie tat konnte ich unter ihre Ferse gucken und dort klebte die Fliege auf dem Holz der Sandalette. Ich hätte ihr am liebsten auch mal einen Finger dazwischen gesteckt aber das geht bei bemannten Frauen nun mal schlecht. Man möchte seine Kauleiste ja schonen.
Oben angekommen war die Fliege immer noch unter ihrer - übrigens nackten - Ferse. Sie stöckelte auf dem Aussichtsring herum und trampelte die Fliege immer platter. Beim Runtergehen - Kinder und Kegel blieben noch oben - richtete ich es so ein, daß ihr Oller vor mir und ich vor ihr lief. Ich ging betont langsam um etwas Abstand zu dem Typen zu bekommen. Die Frau störte das nicht, weil sie ohnehin nicht schneller konnte. Ich hatte plötzlich einen Plan. Ich wollte unbedingt, daß sie mir auf die Hand tritt. Ich analysierte welchen Fuß sie bei welcher Stufe aufsetzt und tat so, als wäre ich gestolpert. Ich stützte mich mit der linken Hand auf der Stufe hinter mir ab und es klappte hervorragend - sie trat voll drauf. Es tat allerdings viel mehr weh als mir lieb war. Sie trat praktisch mit ihrer Holzsohle und ihrem ganzen Gewicht auf drei Finger. Aua, das waren vielleicht Schmerzen!
Sie war sichtlich erschrocken und betuttelte gleich meine Hand. Ihr Schuhabdruck war deutlich zu erkennen. Sie faselte was von Arzt und so - den brauchte ich aber nun wirklich nicht. Ich erklärte ihr, daß das nicht so schlimm sei, meine Schuld wäre (was ja auch stimmt) und daß es mir eine Ehre war, von einem so bezaubernden Fuß getreten zu werden. Sie wurde daraufhin rot und verlegen und sagte gar nichts mehr. Unten konnte ich dann noch sehen, daß es sich die Fliege in ihrem Schuh offensichtlich dauerhaft gemütlich gemacht hat - irgendwann zu Hause würde sie das flache Ding vielleicht bemerken und eventuell einen Verdacht schöpfen...

 

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