FussVideo - Text 258: Nachhilfe in Mathe

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Nachhilfe in Mathe
Von berot

Mathe war noch nie mein Ding und in der zehnten drohte mein Gesamtdurchschnitt wegen dem doofen "Mathe" abzurutschen. Meiner lieben Mutti war das nicht egal und kümmerte sich um eine Nachhilfe. Fräulein Namevergessen, eine Lehrerstudentin, kam alsbald einmal wöchentlich zu mir und ließ mich ätzende Aufgaben lösen. Sie war ziemlich hübsch und hatte immer flache weiße Sandalen an.
Mir kam bei der dritten "Sitzung" die Idee, etwas von ihr zertreten zu lassen. Ich stellte einen meiner Zinnsoldaten unter ihren Stuhl und hoffte, daß sie wie immer den Stuhl etwas zurückzog um sich dann zu setzen. Über die Lehne hängte ich eine Jacke, damit sie den Zinnsoldaten beim Hereinkommen nicht sehen konnte.
Es klappte auch hervorragend - sie trat den Zinnmann mit ihrem Absatz völlig platt. Sie hat es aber gemerkt, stand noch mal auf und betrachtete ihr Werk. "Oh, das tut mir aber leid," säuselte sie und wandte sich gleich den Aufgaben zu. Ich konnte mich gar nicht richtig konzentrieren und als sie gegangen war griff ich mir sofort den Zinni und bewunderte dessen seltsame neue Form.
Eine Woche später wiederholte ich das, aber diesmal mit einem Tausendfüßler, einem Regenwurm und einer winzig kleinen Häuschenschnecke. Als es klingelte und sie im Flur war legte ich schnell die Tierchen unter den Tisch auf das Linoleum, wo sie immer ihre Füße stehen hatte. Ich war wahnsinnig aufgeregt und mir pochte die Pumpe!
Sie kam herein und setzte sich hin. Ein leises Knistern verriet mir, daß jetzt schon etwas dran glauben mußte. Ich beugte mich nach rechts und tat so, als suche ich was in der Schultasche. Natürlich guckte ich nur unter den Tisch um zu sehen was sie da gerade zertreten hatte. Es war nix zu sehen. Nur die kleine Schnecke und der Wurm krochen knapp neben ihrer Sandale entlang.
Im Verlauf der Stunde hörte ich dauernd so ein kratzendes Geräusch. Ich suchte wieder was in der Schultasche und sah auch den Wurm nicht mehr. Sie bewegte ihren rechten Fuß vor und zurück, als wolle sie etwas zerreiben. Ob das der Regenwurm war?
Die Studentin schaute auch einmal unter den Tisch, und muß wohl etwas bemerkt haben. Mir stieg die Hitze in den Kopf und ich hätte mich am liebsten verkrochen - peinlich! Sie sah mich aber nur lächelnd an, zwinkerte mit einem Auge und rieb weiter mit ihrm Fuß auf dem Fußboden herum. Als ich meine Aufgaben gelöst hatte - ja, das konnte ich mittlerweile ganz gut - flüsterte sie mir ins Ohr: "Hast du die Viecher dahin gelegt, damit ich sie zertreten soll?"
Nun war ich völlig perplex. "Welche Viecher - ach die - ja...." Ich nickte dann nur noch und mir war das furchtbar peinlich. Sie stand auf und hob ihren rechten Fuß hoch um mir die Reste zu zeigen. "Das war glaube ich mal dein Regenwurm." Mir blieb bei dem Anblick die Luft weg und ich bekam keinen Ton raus. Sie hatte tatsächlich den Regenwurm unter ihren Schuhen zerrieben. Das Kratzgeräusch war der Sand, der noch im Wurm war.
Ich beruhigte mich langsam wieder, kniete mich hin und sah unter den Tisch. Da lag auch der total plattgetretene Tausendfüßler. Nur das Schneckchen hatte sich aus dem Staub gemacht. Ich nahm es und legte es auf den Teppich vor die Füße von Fräulein Namevergessen. Ich sah an ihr hoch und sie ließ ihren Fuß über der Schnecke schweben.
"Soll ich?" Ich nickte und sie senkte ganz langsam - wie in Zeitlupe - ihren Fuß auf die Schnecke, die mit einem knisternden Geräusch in den Teppich gepreßt wurde. Sie drehte ihre Fußspitze und verrieb somit das Schleimtier im Teppich. Sie zog dann noch den Fuß nach hinten - von der Schnecke war kaum was übriggeblieben. Sie lächelte mich an und sagte nur: "Aber psst!" wobei sie den Zeigefinger an den Mund hielt.
Sie kam noch zweimal, dann waren Semesterferien und ich hatte Prüfung. Sie hat bei den zwei Sitzungen noch zwei Neonfische aus meinem Aquarium und einen alten Füller zertreten. Offensichtlich machte es ihr Spaß so etwas zu tun. Leider habe ich nicht einmal ihren Namen behalten, zu gern hätte ich noch einmal Kontakt zu ihr aufgenommen...

 

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