Die Brille
Von berot
Weil unsere Band 1986 alle möglichen Nachwuchspreise gewann
schickte uns der "Zentralrat der FDJ" zu einer
Auszeichnungsreise nach Rußland (damals UDSSR). Es ging nach
Wilnius und Leningrad. Wir fuhren also bis Berlin, wo wir dann in
den Russenzug umstiegen. Unser Promillepegel war auf der
Berlinfahrt schon gutgehend angestiegen. Der Russenzug bestand
ausschließlich aus Schlafwagen mit Viererabteilen und einem
Restaurantwagen. Ich wollte unbedingt unten liegen, weil ich
Angst hatte oben aus dem Bett zu fallen. Ich stürmte also in den
Waggon und besetzte ein unteres Bett. Bald darauf kam noch Mario
- unser Bassist. Der belegte das andere untere Bett.
Lange tat sich nichts und wir freuten uns auch schon über das
relativ leere Abteil. Dann ging aber doch noch die Schiebetür
auf und ein blöd aussehender Typ mit seiner Freundin betraten
das Abteil. Ohne zu fragen knallten sie ihr Zeug oben drauf und
gingen wieder. Erst zum Schlafen kamen sie zurück, leerten noch
eine Weinflasche und pennten ein. Der blöde Typ legte seine
Brille (Chromstahlrahmen mit kleinen ovalen Gläsern - wie John
Lennon) unten auf seine Reisetasche.
Irgendwann bin ich morgens durch ein lautes: "Ach du Scheiße!"
wach geworden. Ich sah vor mir zwei Beine - die von der Freundin.
Ihre nackten Füße standen neben den Resten der Blödmannbrille.
Sie hatte sie offensichtlich beim Runterspringen zertreten. Da
die Vorhänge noch zugezogen waren hat sie das Okular wohl nicht
gesehen. Aber wie kam das Nasenfahrrad eigentlich dorthin?
Entweder ist sie vom Geruckel von der Tasche gerutscht oder Mario
mußte nachts mal raus und hat sie aus Versehen runtergekickt. Na
egal - jedenfalls war die Blödmannbrille jetzt auf einem Auge
unglasig aber dafür sehr atmungsaktiv.
Die Freundin - sie hieß Anne - hob nacheinander ihre Füße hoch
um zu sehen, ob sie sich geschnitten hat. War aber nix. Ich
glotzte auf ihre Füße, das kaputte Brillenglas sowie den
verbogenen Rahmen und freute mich über den sinnlosen Streit
zwischen Herrn Blöd und Anne. Dann drehte ich mich noch mal rum
- zum Schlafen und Träumen.
Einen Tag später, mittlerweile in Polen, war ich mit Anne
alleine im Abteil. Blödmann und Mario waren waschen. Ich setzte
mich hin um mich anzuziehehen als plötzlich Anne's Füße vor
meiner Nase baumelten. Sie gähnte da oben und sah mich offenbar
nicht. Ich hatte nun also ihre Fersen drei Zentimeter vor mir.
Ich schnupperte daran - nix. Mutig leckte ich mit der Zunge an
ihrer Ferse, es schmeckte leicht salzig und mir wuchs auch
sogleich was. Ich leckte noch ein paar mal ganz sanft, so daß
sie es nicht bemerkte - war sehr schön. Ihre Füße hingen nun
immer noch vor meinem Gesicht und ich wollte mich eigentlich
anziehen - also machte ich mich bemerkbar und kitzelte sie unter
ihrer Fußsohle.
Sichtlich erschrocken zuckte sie und zog rasch ihre Gehfäden
nach oben. Gleich darauf glotzte sie mich an: "Ach hier ist
ja noch einer - ich dachte ihr seid draußen..." Ich fragte
sie ob sie an den Füßen kitzlig sei (blöde Frage was?) und ob
ihr das gefiele. "Ja, ich bin mächtig kitzlig," sagte
sie und ließ ihre Füße nun weiter links wieder runterhängen.
Ich sagte ihr, daß sie sehr schöne Fußsohlen hat und daß ich
es richtig fetzig fand, wie sie die Brille ihres Freundes
zertreten hat.
"Das ist nicht mein Freund, wir studieren nur zusammen in
Wilnius." Aha - da war ich aber beruhigt. Ich griff mir ihre
beiden Füße und drückte auf jede Sohle einen dicken Kuß. Dann
stand ich auf und sah sie an. Sie guckte ziemlich grimmig und
sagte: "Ja, die Scheißbrille - die muß ich jetzt auch noch
bezahlen - sag mal, hast du mir eben die Füße geküßt? Mir hat
noch nie jemand die Füße geküßt!"
Ich sagte ihr, daß ich sie und ihre schönen Füße toll finde
und die ständig küssen könnte. Sie kicherte verlegen und hielt
mir einen Fuß hin. Ich faßte ihn an der Ferse und wollte gerade
ihre herrlichen Zehen ablutschen als die Tür aufging und Mario
hereinkam.
"Hach, was macht ihr denn da, störe ich?" Mist!
Seitdem waren wir nie wieder allein im Abteil und sowohl Anne als
auch ich kamen nicht mehr in den Genuß eines ausgiebigen Fußschleckens.
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