Baumarkt
Von berot
Wenn ich mal alleine im Baumarkt bin - und das bin ich
ziemlich oft - mache ich manchmal ein kleines Spielchen. Ich gehe
in die Gartenabteilung zu den Blumen, gucke mir eine einsam
herumsuchende Frau aus, stelle mich dezent daneben und tue auch
sehr suchend. Dann glotze ich ihre Schuhe an - so daß die Frau
das mitkriegen muß. Irgendwann sieht sie dann auch nach unten
und fragt, was da zu sehen ist. Ich erzähle dann: "Ach, sie
haben da eben ein kleines Krabbeltierchen totgetreten. Das kroch
da unten lang und eben haben sie sich draufgestellt. Das ist
jetzt bestimmt ganz platt."
Die Reaktion der Frauen (die eigentlich gar nichts zertreten
haben) ist dann meistens sehr interessant. Von "Igitt!!!"
bis "Na und!?" oder "Ach, das arme Tierchen - das
wollte ich aber gar nicht..." hört man da alles Mögliche.
Wenn man Glück hat, befaßt sich die vermeintliche Mörderin
weiter mit dem Opfer, hebt die Füße hoch und sucht nach
zertretenen Resten unter ihren Schuhsohlen.
Einige Male konnte ich dabei schon behilflich sein und ihren Fuß
anheben um nach dem Gesundheitszustand der armen Kreatur zu sehen.
Man sieht zwar eigentlich nichts aber es macht trotzdem Spaß.
Diese Masche ist übrigens sehr zur Nachahmung empfohlen weil
absolut tierfreundlich, harmlos und unauffällig.
Das tollste Ding erlebte ich vor drei Jahren in einem Leipziger
Baumarkt. Eine ultrakurzgekleidete ultrablonde, megahübsche mit
haushohen hellblauen Pantoletten stakste in der Gartenabteilung
vor mir her. Es war niemand weiter da. Ich sagte: "Halt,
warten sie mal, an ihrem Absatz ist gerade eine kleine Spinne
hoch unter ihre Hacke gekrabbelt!" Das hatte gesessen. Mit
einem verhaltenen Schrei drehte sie sich um und trampelte wie
wild auf der Stelle herum. Ängstlich sah sie mich an und fragte:
"Ist die wirklich in meinem Schuh? Uäääh! Ich hasse
Spinnen!!!" - Na, das war's doch! Ich hockte mich hin und
sagte: "Ich sehe mal nach und befreie sie von dem Untier..."
Sie drehte sich wieder um und hielt mir den linken Fuß hin. Ich
faßte genüßlich ihre schlanken Fesseln an und sagte: "Nee
- den anderen!" Sie hielt nun den anderen Fuß hoch. Es war
einfach ein herrlicher Anblick, der Megahohe hellblaue Absatz über
dem diese wunderschöne Ferse schwebte. Ich griff ihre Ferse und
wischte mit dem Zeigefinger der anderen Hand die virtuellen Reste
aus ihrem Schuh. Dann strich ich über ihre Fersensohle und sagte
dann: "So, jetzt ist alles sauber, war auch kaum noch was übrig
- so sehr haben sie die Spinne zertreten." Den Finger ließ
ich zwischen Ferse und Schuh, als sie wieder auftrat. "Huch!"
meinte sie, als sie leicht auf den Finger trat (es hätte gern
etwas doller sein können). Sie bedankte sich und beteuerte immer
wieder, wie sehr sie das ganze Viehzeug haßt.
So ein Erlebnis ist glaube ich leider einmalig - aber das eine
Mal war schon toll!
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