Die Putzfrau
Von berot
Angefangen hat - soweit ich mich erinnern kann - alles bei
meiner Großtante in Magdeburg. Ich war 8 oder 9 und fuhr
manchmal in den Ferien dorthin. Tante Grete hatte eine junge Frau
engagiert, die ab und zu sauber machen kam. Wie sie aussah weiß
ich nicht mehr.
In Tante Gretes Wohnzimmer hatte ich Onkel Arthurs kleine
Modelleisenbahn aufgebaut. Plötzlich kam die Putztante herein
und wollte Staub saugen. Ich schob die Bahn vom Teppich aufs
Parkett und spielte weiter. Langsam kam die Putze näher zu mir
ran. Sie hantierte mit dem Rücken zu mir und konnte nicht sehen,
was hinter ihr vorging. Als sie ca. 30 cm vor mir stand und sich
ihre Fersen im Staubsauger-Schwing-Rhythmus in den
Holzpantoletten auf und ab bewegten, fand ich diesen Anblick sehr
bezaubernd. Sie bückte sich nach Fusseln die der Sauger nicht
hoch bekam. Ihre Hacken schwebten nun über den Pantoletten,
deren Absätze ca. 3 cm über dem Boden waren.
Ich griff - weiß auch nicht warum - ein kleines Plastikauto (Trabbi)
und legte es schnell unter ihren rechten Absatz. Als sie aufstand
zertrat sie dieses kleine Wägelchen mit einem knisternden Geräusch.
Sie hob gleich den Absatz um zu sehen, was das war. "Oh, da
habe ich jetzt dein Auto zertreten, du mußt doch hier auch im
Moment nicht spielen!" sagte sie nur und saugte die Trabbi-Reste
auf.
Ich dachte gar nicht daran, das Feld zu räumen und beobachtete
weiter ihre Füße. Sie muß das dann irgendwie bemerkt haben,
denn sie schaute nun zu mir runter, grinste und hob ihren Fuß über
Onkel Arthurs Dampflok. "Nimm die Eisenbahn lieber weg..."
sagte sie lächelnd und saugte weiter. Onkel Arthurs Eisenbahn
fand ich nun doch zu schade und räumte alles weg.
Ich kam zurück ins Zimmer, legte mich wieder auf den Teppich und
beobachtete weiter ihre Füße. Es war schon ein toller Anblick,
wie sich die Absätze in den Teppich preßten und die Fersen bei
jeder Belastung etwas breiter wurden. Als sie mit Saugen fertig
war, kam sie langsam auf mich zu. Mir stockte der Atem - so toll
war der Anblick. Ich streckte schnell die rechte Hand nach vorn
und sagte: "Bitte drauf treten!".
Ich sah sie von unten an - sie wirkte gigantisch. Sie zog ihren
linken Fuß aus der Pantolette und trat ganz leicht auf meine
Hand. Ihr Fuß war warm und etwas feucht. "Na, tut das nicht
weh?" fragte sie und schlüpfte wieder in ihren Schuh.
"Ach wooo..." sagte ich. Sie ging mit ihrem Staubsauger
aus dem Zimmer - ich habe sie nie wieder gesehen. Der feuchte Fußabdruck
auf meiner Hand roch noch leicht. Das war das erste - sicher prägende
Erlebnis, an das ich mich noch erinnern kann.
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