Der Text enthält Beschreibungen von sexuellen Szenen und ist daher für Kinder und Jugendliche ungeeignet. Vor einem "Nachstellen" oder "Nachspielen" der hier beschriebenen Szenen wird ausdrücklich gewarnt. Denke immer daran: Sicherheit geht vor!
"Wie komisch", sinnierte sie, während sie den Packen betrachtete, "man inseriert für eine Brieffreundschaft und erntet nur Schweigen. Aber wenn man in der Bekanntschaften-Spalte etwas von S/M schreibt, wird man mit Post überhäuft."
Vorsichtig öffnete sie den ersten Umschlag, ein dicker, Brauner. Nach einigen Seiten schüttelte sie den Kopf und nahm einen Schluck vom inzwischen eingetroffenen Kakao.
"Wie gut, daß ich unter Chiffre inseriert habe", dachte sie und legte den Brief beiseite.
Fünf Briefe und drei Tassen später seufzte Fiona und ließ ihre Finger abermals über den Umschlägen kreisen. Was wird es diesmal sein? Ein netter Brief? Ein weniger Netter? Oder ein ganz Perverser? Sie versuchte nicht an die kleinen Papier- und Photoschnipsel in ihrer Tasche zu denken. Was manche aus so harmlosen Zeilen herauszulesen glauben:
"Nette, unerfahrene 20jährige sucht jemanden, der ihr verständnisvoll und ohne Hintergedanken die Welt der Seile und Ketten näherbringen kann. Spätere Beziehung nicht ausgeschlossen."
Während sie noch die Umschläge betrachtete, wurde ihr Blick von Einem ganz besonders angezogen. Ihre Augen und Gedanken kehrten einfach immer wieder zu diesem bestimmten Kuvert zurück. Schließlich konnte sie nicht mehr anders und hob es auf.
Der Umschlag hatte nicht nur ein ungewöhnliches Format, sondern war auch steif und fest, fast wie Karton. Die Oberfläche war rauh und so gleißend Weiß, daß die tintenschwarzen Schriftzüge darauf wie mit der Dunkelheit persönlich geschrieben zu sein schienen.
Der Duktus war groß und weiblich angelegt. Obwohl die Schrift keinerlei Schnörkel und Verzierungen hatte, war sie kunstvoll und geschwungen. Sie vermittelte etwas von Herrschaft und Herrlichkeit, aber auch Disziplin und Strenge. So, wie die Windungen einer Peitsche gleichzeitig Faszination und Furcht vermitteln. Fiona hätte allein die Chiffrenummer stundenlang betrachten können. Sie ertappte sich dabei, wie sie an den Nägeln kaute. Als sie es bemerkte gab sie sich einen Ruck und öffnete das schwere Papier vorsichtig.
Der Umschlag enthielt nur eine Karte, in der selben Art, wie die Verpackung. Es standen darauf nur drei Worte. Keine Anrede, keine Vorstellung, kein Geplauder. Nur drei einzelne Worte.
Sardra DANAR 17 MORGEN
Sie hatten die gleichen, gebieterischen Züge, wie die des Umschlags, aber die Tinte war spiegelnd, wie... Fiona mußte sofort an Lack oder feuchtes Gummi denken.
Zunächst erschrak sie über diese Vergleiche, doch gleich darauf wies sie sich zurecht.
"Das ist doch nichts Schlechtes, nichts Verbotenes. Die moderne Gesellschaft hat die Vorliebe für so etwas längst anerkannt und toleriert es. Und auch ich tue das, wenn ich selbst auch nicht darauf stehe. Und überhaupt, wer sagt denn, daß Lack und Gummi sofort etwas mit Sexualität zu tun haben müssen..." dachte sie trotzig.
Fiona holte tief Luft. Gedanken huschten unablässig hinter ihrer Stirn hin und her. "Nein, wirklich, das ist mir zu extrem... Ich will den Gegenüber erst mal kennenlernen... Woher wollen die denn wissen wann ich den Brief bekomme und wann 'Morgen' ist... Bloß nicht, wer weiß, auf was für Perverse ich da treffe..."
Doch ein tiefes Vibrieren in ihrem Brustbein und ein leichtes Kribbeln in ihrem Schoß straften die Gedanken Lügen.
"Aufregend währe es schon..." ihre Phantasie ging auf Wanderschaft.
Fiona schrak auf, als sie bemerkte, wie sie gedankenverloren auf die Schrift gestarrt hatte. Man konnte sich wirklich in ihr verlieren. Schuldbewußt blickte sie um sich. Doch niemand beobachtete sie, alles ging seinen gewohnten Gang und niemand nahm Notiz von ihr.
"Eigenartig, sofort, wenn man an so etwas denkt, fühlt man sich irgendwie beobachtet. Als würde man etwas Schmutziges oder Schlechtes vorhaben. Vielleicht ist das ein Grund, warum S/M immer beliebter wird. Das Kribbeln, etwas Verbotenes zu tun..." dachte sie.
Fiona riß sich zusammen und packte die Karte weg. Sie las die restlichen Briefe, fand aber die rechte Konzentration nicht wieder. Anschließend wählte sie Zwei aus, die sie beantworten wollte und ging nach Hause.
Der nächste Morgen begann ganz besonders schön. Die Frühlingssonne schien warm von einem azurblauen Himmel und erwärmte langsam die noch kühle Luft in der Danmar Avenue.
Fiona hatte trotz der warmen Sonnenstrahlen eine Gänsehaut, als sie vor Nummer 17 ankam. Eine sehr teure Stadtgegend, in der sich die Fassaden irgendwo zwischen Barock und Jugendstiel befanden. Doch trotzdem brachten sie es nicht fertig, mit ihren schönen Reliefen eine gewisse Kälte zu verbergen. Vielleicht kam das auch daher, weil auf den Simsen, Balkonen und steinernem Rankenwerk der helle Sonnenschein glänzte, während die Straße noch im Schatten lag und ein Reservat für den Nachtfrost bildete. Eine Zeitlang stand sie unschlüssig da, trat von einem Bein auf das Andere und betrachtete die Fassade, als könne sie eine Antwort geben.
Schließlich trat sie an die Türe heran und suchte unter den Namen.
"Tatsächlich, es gibt eine Mrs. Sardra, sogar Gräfin Sardra", murmelte Fiona halblaut.
Ihr Finger schwebte über dem Klingelknopf.
"Das ist dumm... lächerlich... gefährlich..." flüsterten die Stimmen in ihrem Kopf. Doch ihr Magen wisperte unaufhörlich: "... aufregend ... aber aufregend..."
Schließlich klingelte sie doch.
Der Türsummer ging fast augenblicklich, als hätte man auf sie gewartet. Das Herz hämmerte ihr wie verrückt gegen den Busen, als sie die alte, verzogene Holztreppe emporkletterte.
Im dritten Stock war eine Tür einen Spalt offen, wie eine Einladung ins Knusperhäuschen.
Fionas zitternde Hand näherte sich der Tür.
"Das ist deine letzte Chance, jetzt kannst du noch zurück. Der Gefahr den Rücken kehren..." flehte sie stumm.
Doch das Gefühl der erregten, leicht gruseligen Spannung hatte bereits voll von ihrem Körper Besitz ergriffen.
Leise zählte sie bis drei, holte tief Luft, trat ein und ließ die Tür hinter sich ins Schloß fallen.
Sie hatte es geschafft! Es hinter sich gebracht! Das Schlimmste war vorbei und die Angst jetzt nur noch ein leiser Unterton in ihrer erregten Spannung.
Fionas Augen brauchten etwas, bis sie sich an das Zwielicht in der Diele gewöhnt hatten. Sie enthielt praktisch nur einen Stuhl in der Art von dampfgebogenen CaféhausStühlen, nur daß Dieser ganz aus verchromten Metall bestand und sich in den weißen Bodenfliesen verzerrt widerspiegelte.
Ein Zettel klemmte an der Lehne. Fiona nahm ihn, sobald sich ihr schneller Atem etwas beruhigt hatte. Sofort sprangen ihr wieder die geschwungenen, befehlenden Buchstaben entgegen: "Entkleide dich vollständig - Ziehe die Schuhe an - Betrete erst dann den nächsten Raum"
Diese Worte brauchten keine Satzzeichen um zu wirken. Fiona zog sich, zögerlich zu Anfang, aus und legte ihre Sachen auf den Stuhl. Es war nicht kalt, aber Fiona zitterte dennoch vor Aufregung.
Dann nahm sie die Schuhe auf. Sie wirkten auf ihren unmöglich hohen Absätzen und den engen Zehenteilen wie Folterinstrumente aus schwarzem Lack. Fiona zwängte sich mit aller größter Mühe hinein und zurrte sie fest.
"Grotesk!" dachte die bei sich, als sie das Drücken und Einschneiden ertragen konnte und gerade versuchte frei zu stehen. "Ich habe noch nie hohe Absätze angehabt. Habe mich immer davor gedrückt. Und ausgerechnet jetzt versuche ich es mit diesen Extremdingern."
Schließlich stakte sie unsicher zur einzigen Tür hinüber. Leise, fast andächtig öffnete Fiona und betrat wackelig das abgedunkelte Schlafzimmer. Wenig war in dem sanften Halbdunkel zu erkennen. Zu ihrer Linken fiel ein gedämpfter Strahl Tageslicht auf ein großes Messingbett.
Doch darauf konnte Fiona nicht achten, denn ihr gegenüber saß eine Frau mit übergeschlagenen Beinen in einem tiefen, herrschaftlichen Korbsessel. Kopf und Oberkörper verschwanden im undurchdringlichen Schatten, aber es war zu sehen, daß von ihren Armen nur die Ellenbogen und die Fingerspitzen die Armlehnen berührten.
Eine Weile musterte sie Fiona unbeweglich. Die Atmosphäre verdichtete sich um Fiona, bis man sie einatmen konnte, wie schweren, bernsteinfarbenen Rauch.
"Dreh dich um!" befahl sie.
Dunkel und voll war die Stimme und glitt Fiona über den Rücken, wie ein heißer Eiswürfel.
Ungelenk tat sie, wie ihr geheißen war. Sie hörte das Knistern des Sessels, das Rascheln von Seide, die festen Schritte, die der Teppich kaum dämpften konnte. Und das ließ einen weiteren Schauder durch ihren Körper laufen.
Die Frau blieb direkt hinter Fiona stehen, doch zu einer Berührung kam es nicht. Es passierte überhaupt nichts. Kein Ton drang an ihre Ohren und das machte sie schier verrückt. Gerade, als sie glaubte, das Kribbeln, welches ihre Folterpumps die Beine hinaufjagten, nicht mehr aushalten zu können, war die Stimme wieder da und strich über ihre Haut, wie ein Stück Wildleder.
"Was soll ich nur mit dir machen! Du bist eine junge, nette Durchschnittsfrau, die gerne Wollwesten trägt und ihre Bekanntschaften in der Bibliothek macht. Und jetzt stehst du hier, nackt, in High Heels, aufgrund von drei Worten und bist bereit dich ganz einer Sadistin hinzugeben."
Plötzlich war eine feste, unnachgiebige Hand zwischen ihren Beinen und das erste Mal wurde Fiona sich der Feuchtigkeit in ihrem Schritt bewußt. Zu mehr als einem Seufzer war sie nicht fähig. Sie wollte sich bewegen, die Hände vor der Scham verschränken, doch auf diesen Schuhen konnte sie kaum mehr tun, als sich zu Räkeln und sie traute sich nicht die fremden Finger zu berühren. Vielleicht wollte sie das auch gar nicht.
Doch mit einem Mal verschwand die Hand und gleichzeitig tauchte der Mund direkt neben ihrem Ohr auf.
"Sicher fragst du dich was passiert ist..."
Fiona zuckte zusammen als sich sehnige Finger fest um ihre Schultern legten.
"Aber ist das wichtig? Ist es nicht wichtiger, daß es passiert?"
Fiona erbebte am ganzen Körper, weniger, wegen dem Luftstrom, der an ihrem Ohr vorbeistrich, sondern, weil ihr bewußt wurde, daß es stimmte! Alles!
Auch Fionas Haut wurde feucht, als die schlanken, kräftigen Hände näher und näher an ihren Hals heran rutschten, bis sie ihn schließlich umschlossen und sanften Druck ausübten.
"Willst du also vernünftig sein und hier raus gehen..." Die Meisterin Sardia machte eine wirkungsvolle Pause. "...oder bleibst du hier und begegnest dem Unbekannten!"
Fiona fürchtete die feierliche, angeregte Stimmung durch Worte zu zerreißen. Außerdem wollte sie nicht, daß die wohligen Wellen, die von den Händen um ihren Hals durch den ganzen Körper fluteten, aufhörten. Wie eine Sucht lechzte sie nach immer mehr.
"Willst du dich vorbehaltlos in meine Hände begeben und alles über dich ergehen lassen, zum Preis der dunklen Lust, als Gegenleistung für die Lehre?"
Fiona konnte nur mit dem Kopf nicken, so fest war sie im Griff der Lust.
"GUT!" Mit einem mal trat Sardia zurück und ließ Fiona los. Sie mußte sich beherrschen, damit die nicht zusammensackte oder auf den High Heels das Gleichgewicht verlor. Erst jetzt wurde ihr bewußt, wie sanft die Stimme geworden war, denn jetzt klang sie wieder hart und unnachgiebig, wie ein Rohrstock.
Fast bereute sie ihren Entschluß, als hinter ihr zweimal scharfes Klatschen ertönte.
Doch das Gefühl der Reue währte nur kurz, denn fast augenblicklich trat das seltsamste Mädchen durch die Tür, das Fiona jemals gesehen hatte.
Als erstes fielen ihre großen, dunklen Augen auf, die nur aus Iris zu bestehen schienen. Das helle, ebenmäßige Gesicht mit der kleinen Nase und dem kleine Mund verstärkte diesen Eindruck noch. Ihr schlanker, kräftiger Körper wurde nur von einem knappen Badeanzug bedeckt, der einen guten Kontrast zu ihren wilden, flachsblonden Haaren bildete.
Als sie an Fiona vorbeiging, fiel ihr auf, daß sie einen eigenartigen, eleganten Gang hatte, nur auf den vorderen Fußballen. Außerdem entsprang ihr über den Pobacken eine Fontäne des selben Haars. Das alles drängte Fiona förmlich den Namen...
"Pony!" ... auf, genau.
"Pony..." erklärte Sardia, "...soll auf dich achten, damit es für dich nicht zu hart wird, denn ich werde keine Rücksicht auf dich nehmen!"
Plötzlich legte sich eine schwarze Seidenbinde um ihre Augen und warf sie in die Dunkelheit. Sie hörte, wie Die Meisterin mit festen Schritten um sie herumging.
"Gut!" sagte sie. "Erste Lektion!"
Doch statt weiteren Ausführungen folgten bloß die festen, entschlossenen Schritte Sardia's.
Wieder und wieder umkreisten sie Fiona, ohne daß etwas geschah. Unwillkürlich versteifte sie sich, wenn das gedämpfte Klacken ihren Rücken passierte. Doch auf den engen, wackeligen Schuhen konnte sie kaum ihr Gewicht verlagern, geschweige denn sich bewegen. Und die stetigen Schritte erklangen immer noch.
"Gott!" dachte Fiona, "Wie lange läuft sie jetzt schon um mich herum? Sicher schon 20 Minuten, aber es könnten auch Stunden sein. Und diese Schuhe! Sie bringen mich noch um. Wie sie brennen! Und sie schnüren mir das Blut ab. Meine Füße sind sicher schon ganz blau!"
Zum xten Mal versuchte sie eine Stellung zu finden, in der ihr die Füße weniger schmerzten - und wie jedes Mal ohne Erfolg.
Gerade, als sie glaubte, es nicht mehr aushalten zu können, hörten die nervenzermürbenden Schritte auf. Vor Schreck verharrte sie regungslos.
Als ihre Muskeln anfingen zu schmerzen, ertönte wieder die strenge Stimme: "Na, hast du die Lektion begriffen?"
"Ich weiß nicht, wovon sie reden," ächzte Fiona leise. "Sie haben doch gar nichts gesagt."
"Du wirst mich mit Euer Gnaden oder Meisterin anreden!"
Wieder raschelte Seide und Fiona zuckte zusammen. Erst jetzt wurde ihr voll bewußt, wie verletzlich und ausgeliefert sie so nackt war.
"So, du hast nicht begriffen! Da muß ich wohl eine härtere Gangart einlegen!"
Wieder bewegte sich etwas hinter ihrem Rücken und Fiona zuckte abermals zusammen.
"Bitte nicht!" flehte sie. "Sagt mir doch, euer Gnaden, was ich machen soll!"
Doch dieses Winseln hatte nur einen ungeduldigen Laut zur Folge.
Zu ihrem Schrecken entfernten sich die Schritte. Etwas klapperte.
Doch dann gesellten sich barfüßige Tritte hinzu. Pony!
Was nun geschah, konnte Fiona nur erahnen. Sie hörte leises Zischen von Kleidung, als würde jemand heftig Gestikulieren. Nur einmal hörte sie von der Meisterin die Worte: "Wenn sie noch nicht bereit dafür ist, wird sie es nie lernen!"
Dann kamen beide wieder herüber.
Eine Art fester, dicker Stoff in Streifen wurde über ihren Körper gezogen. Wildleder. Eine neunschwänzige Katze!
Fiona wand sich, denn sie hieß ihr Schmeicheln ebenso willkommen, wie sie ihren Biß fürchtete.
"Das Ungewisse ist die erste Art, jemanden dunkle Lust zu bereiten, denn die eigene Fantasie foltert dich!"
Ganz plötzlich, ohne Vorwarnung brannte ein Schlag heiß und fest über ihren Rücken. Zunächst empfand sie Schmerz und Angst, doch dann verwandelte es sich in ein elektrisches Ziepen, daß durch ihre Körper zuckte und ihre Brüste und Schenkel heiß und fest werden ließ.
"Du standest kaum zwei Minuten da und konntest mich nur hören und schon bereitet die Phantasie die schlimmsten Dinge vor!"
Fiona konnte nur nicken, denn jetzt sehnte sie sich fast nach einem zweiten Schlag.
Doch die Meisterin packte ihren Arm ganz unvermittelt und hielt ihn im stählernen Griff, während sie geschickt eine Handgelenksfessel anlegte. Fast gleichzeitig nahmen weiche Finger ihre andere Hand und tat dort das gleiche.
"Bist du bereit für deine nächste Lektion?" fragte die Meisterin mit Sarkasmus in der Stimme.
Fiona wurde an den Fesseln durch das Zimmer geführt, was ihr erhebliche Mühe und Schmerzen an den Füßen bereitete. Sie hörte schließlich das Klicken von Karabinerhaken und es gab eine Spannung. Ihr Hände wurden voneinander weg, schräg nach unten gezogen. Es blieb ihr nichts anderes übrig, als sich nach vorne zu beugen, als der Zug zunahm. Die Haltung wurde immer unangenehmer, nicht zuletzt deswegen, weil das Zwicken und Einschneiden ihrer Folterschuhe schier unerträglich wurde.
Dicht vor ihrem Gesicht setzte wieder die Stimme der Herrin ein: "Wie du vielleicht schon erraten hast, sind deine Hände mit den Pfosten am Fuß meines Bettes verbunden. Je mehr ich anziehe, desto näher werden deine hübschen, heißen Brüste an die Querstange herangezogen. An die KALTE Querstange!"
Quälend langsam wurde der Zug am Seil stärker und stärker. Millimeterweise wurde Fionas Oberkörper gnadenlos herabgezurrt, bis ihre Nippel die eiskalte Messingstange berührten. Scharf atmete sie ein, um noch einmal etwas Abstand zu gewinnen, doch unbarmherzig glitt das Seil weiter und ihre Brüste wurden gegen das kalte Metall gepreßt.
Das Blut schoß ihr vor Erregung in den Busen und gleichzeitig zog sich die Haut zusammen, so daß lustvolle Wellen durch ihren Körper fluteten. Fiona konnte nicht mehr an sich halten und stieß leise Seufzer der Befriedigung aus.
Wieder erklang die gebieterische Stimme dicht vor ihr und ein heißer, schneller Atem streifte ihr Gesicht.
"Ich glaube, du brauchst noch fünf Stockschläge! Und du wirst sie mitzählen! Pony!"
Der Stock landete hart auf ihrem zwangsweise vorgereckten Hintern. Heiß zuckten die Impulse über ihren Bauch, um auf die kalten Schauer in der Brust zu treffen.
Wie befohlen zählte sie die regelmäßigen Hiebe, doch die Seile wurden auch jetzt immer straffer und ließen ihre Brüste über das Metall rutschen, bis die Arme gestreckt waren. So wurde aus ihren Zahlen nach und nach nur noch ein lustvolles Stöhnen.
Gerade nachdem der letzte Schlag verebbt war und Fiona wieder etwas mehr Luft bekam, krallten sich Finger fest in ihr Haar und zerrten ihren Kopf hoch. Brutal wurde die Augenbinde heruntergerissen und sie starrte in zwei blaßgrüne, feste Augen, die glänzten, wie polierte Kugeln aus grünem Lapislazuli. Sie versprachen schmerzende Lust und lustvollen Schmerz.
"Die zweite Lektion", hörte Fiona sich flüstern, "ist, daß auch die Vorahnung Lust bereiten kann."
Wie lange sie sich anstarrten wußte Fiona nicht und auch an das Gesicht erinnerte sie sich erst viel später. Es war trotz einiger Reife noch straff und das Make-up darauf bildete fast ein kleines Kunstwerk, das die unsagbar strengen Züge erzeugten. Ihre Augen waren Mitternachtsschwarz eingefaßt und liefen links und Rechts in dunklen Fühlern aus, die ihr etwas Dunkelfeenhaftes verliehen. Das Rouge betonte ihre hohen Wangenknochen und machten gleichzeitig ihre tief geschwungene Gesichtslinie schmal und streng. Und ihre fest zurückgekämmten Haare machten das Aussehen perfekt. Genau so mußte man sich eine Lehrmeisterin der Dunklen Freuden vorstellen.
Was dann folgte, wußte Fiona nicht mehr so genau. Aber als Pony sie sanft und fürsorglich aus ihren Fesseln und den furchtbaren Schuhen befreite, war die Meisterin schon wieder in die Schattenecken des Zimmers getaucht.
"Pony wird dir die Dusche zeigen und dir beim Anziehen helfen," ertönte es aus dem Dunkel. Fast glaubte Fiona so etwas wie Weichheit aus der gestrengen Stimme heraus zuhören.
Bevor beide das Zimmer verließen, sprach noch einmal die Meisterin, das erstemal etwas leiser und weniger befehlend: "Wenn du möchtest, lade ich dich auf mein Gestüt ein, über das Wochenende."
Pony brachte sie mit unendlicher Aufmerksamkeit, Sorgfalt und Freundlichkeit in ein wunderbar renoviertes Bad, in dem sie Fiona abduschte und anschließend trocken rubbelte.
Erst langsam kehrte Fiona unter dem warmen Wasser wieder in das hier und jetzt zurück. Und mit jeder Minute, die sie sich mehr entspannte und Abstand gewann, wurde das Erlebte ferner und unwirklicher, wie im Traum. Nur Pony, die, wie die ganze Zeit über, auch jetzt kein Wort sagte, schien mit ihrem Schweif und ihrem pferdeartigen Verhalten noch immer aus jener dunklen Märchenwelt zu sein.
Als Fiona angezogen war und von Pony zur Tür gebracht wurde, gab sie ihr noch eine kleine Karte, auf der sie in aller Form und Höflichkeit auf das Gestüt der Gräfin Sardia eingeladen wurde.
Und als sie auf der Straße stand, schien diese kleine Karte alles zu sein, was diesen ungeheuerlichen Traum bewies.