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Die Autodiebin


Ich erwachte auf der R�ckbank meines Autos und hatte Kopfschmerzen vom Feinsten. Langsam kam mir der vorangegangene Abend wieder ins Bewu�tsein: Mein Bruder Theo hatte seinen Junggesellenabschied gefeiert. Nat�rlich war es dementsprechend feuchtfr�hlich zugegangen, und ich hatte beschlossen, um kein Risiko einzugehen, in meinem Auto zu �bernachten, statt betrunken nach Hause zu fahren. Gut und sch�n, das war mir alles vollkommen klar, aber warum zum Teufel fuhr das Auto? Hatte ich jemanden gebeten, mich heimzufahren? Nein, daran k�nnte ich mich erinnern, au�erdem war es drau�en taghell, und ich hatte mich gegen 3 Uhr morgens hingelegt, wo es erfahrungsgem�� noch stockdunkel ist, zumal mitten im Winter. Ein Autodieb, der mich �bersehen hat!, scho� es mir durch den Kopf, und leise, um nicht auf mich aufmerksam zu machen, hob ich den Kopf.
Am Fahrersitz sa� jemand mit langen, blonden Haaren, also eine Frau, aber irgendwas stimmte daran nicht. Schlie�lich kam ich dahinter, was da nicht pa�te: Diese Frau – oder dieses M�dchen -, war schlicht zu klein f�r den Fahrersitz und mu�te sich strecken, um �berhaupt �bers Lenkrad hinauszusehen! Ein Kind wom�glich? Oder nur so klein gewachsen?
Ich wartete, bis die Fahrerin an einer Bahnlinie anhalten mu�te (ich wollte ja nicht riskieren, da� sie vor Schreck das Lenkrad verrei�t und wir gegen einen Baum oder ein Haus fahren), dann richtete ich mich vollends auf und sagte mit aller Autorit�t, die ich trotz der Kopfschmerzen noch zustandebrachte: �Rechts ran, anhalten und sitzenbleiben!“ Das M�dchen (ich hatte inzwischen ihr Gesicht im R�ckspiegel gesehen, gute G�te, die Kleine war doch h�chstens zehn oder elf!) war angeschnallt, sie w�rde erst den Gurt �ffnen m�ssen, um abhauen zu k�nnen, das kam mir zugute. Sie erschrak nat�rlich f�rchterlich, ein schneller Blick nach hinten, aber sie gehorchte, als der Schranken sich �ffnete, fuhr sie langsam an, blinkte ordnungsgem��, und parkte am rechten Stra�enrand. Ich hatte den Griff der hinteren T�r l�ngst in der Hand, ri� sie also auf, noch bevor der Wagen ganz stand, sprang heraus und ri� die Fahrert�r auf. Zitternd �ffnete sie den Gurt, sie mu�te eine H�llenangst vor mir haben, aber ich war zu w�tend, um darauf R�cksicht zu nehmen.
Ein kurzer Rundblick zeigte mir, da� wir die Stadt l�ngst verlassen hatten, ich mu� noch eine ganze Weile geschlafen haben, als sie schon fuhr, wir waren irgendwo mitten im Nirgendwo. Die Landstra�e, auf der wir fuhren, war nichts als eine lange Allee mitten durch Wiesen und Felder, nur hinter uns durch die Bahnlinie unterbrochen, die das M�dchen zum Anhalten gezwungen hatte, ein Haus oder einen Bauernhof konnte ich nirgends in der N�he sehen. Es war zwar bei der Bahn ein W�rterh�uschen, aber es machte einen leeren und verlassenen Eindruck – offenbar war dieser Schranken l�ngst automatisiert, was am Lande weiter kein Wunder ist, den Schrankenw�rter, der sich hierher in die tiefste Ein�de versetzen l��t, m�chte ich sehen! Es war ein klarer, wundersch�ner Wintertag, alles war verschneit, und man mochte meinen, in einer Art Paradies zu sein. Direkt in meiner Blickrichtung erhoben sich Berge, wohl die nahen Alpen, hinter mir senkte sich das Land in eine Tiefebene ab. In der Ferne waren wohl in beiden Richtungen Ansiedlungen zu erkennen, D�rfer und St�dte, aber wie bereits erw�hnt, in der N�he war nichts dergleichen. Ich wandte mich also wieder dem M�dchen zu, das mich zitternd und mit vor Angst gro�en Augen ansah. �Steig aus!“, herrschte ich sie an. Sie gehorchte wortlos. Als sie nun vor mir stand, musterte ich sie zum ersten Mal genauer. Sie hatte eine verwaschene Jeans an, festes, pelzgef�ttertes Schuhwerk, aber keine Socken oder Str�mpfe, ihre F��e staken nackt in den Schuhen, als h�tte sie sich in h�chster Eile angezogen. Sie hatte eine eilig und unordentlich in den Hosenbund gestopfte pinkfarbene R�schenbluse an, dar�ber trug sie eine feste Winterjacke, die offen stand. Sie fr�stelte ein wenig. Handschuhe trug sie keine, aber die sah ich am Beifahrersitz liegen. �Der... der Schl�ssel steckte und...“, begann sie stotternd. �Und da dachtest Du, ich setz mich jetzt einfach in ein wildfremdes Auto und haue damit ab, richtig?“, knurrte ich. Sie brach in Tr�nen aus, auch das noch. Ich hasse dieses ewige Rumgeheule von halbw�chsigen Kr�ten. Erst klauen sie Dir Dein Auto, und wenn sie dann erwischt werden, fangen sie an zu heulen und glauben, damit ist alles gut. �Ich sollte Dir den Hintern versohlen und Dich dann hier mitten in der Pampa stehenlassen“, brummte ich. �Los, steig auf der anderen Seite ein, wir fahren jetzt zur�ck in die Stadt.“ Das M�dchen r�hrte sich keinen Millimeter vom Fleck: �Lassen Sie mich doch hier, irgendein Auto wird mich schon mitnehmen, nur nicht zur�ck!“ Das kam so verzweifelt, da� ich stutzte. War dieses M�dchen von zuhause abgehauen? Ich hatte das mit abhauen vorhin nur so dahingesagt, aber... ich besah sie mir genauer. Und dann wurde mir schnell klar, da� sie nicht erst zu heulen begonnen hatte, als ich sie erwischt habe, sie mu� schon vorher immer wieder losgeheult haben. �Steig ein, sonst frierst Du Dich hier zu Tode, schau Dich doch mal um, hier kommt keiner!“, wiederholte ich meine Aufforderung nun etwas freundlicher. �Im geheizten Auto kann man besser reden“, f�gte ich hinzu. Z�gernd gehorchte sie, und ich nahm am Fahrersitz Platz. �So“, begann ich dann, �und jetzt erz�hl mal. Ich glaub nicht, da� Du einfach nur irgendeine Autoknackerin bist. Da steckt mehr dahinter.“ Die Kleine sch�ttelte nur den Kopf. �Schau, Kleine, wir haben jetzt 2 M�glichkeiten: Entweder, ich liefere Dich an der n�chsten Polizeistation ab, und die �bergeben Dich dann Deinen Eltern, und so, wie ich die Sachlage einsch�tze, ist das das Letzte, was Du willst.“ Ihr erschrockener Blick war mir Antwort genug. �Oder ich versuche, Dir zu helfen, aber dazu mu� ich erstmal wissen, was �berhaupt los ist. Ohne Grund haut kein Kind von zuhause ab, und stiehlt dann noch ein Auto.“ Das M�dchen z�gerte kurz, dann zog es den linken �rmel der Bluse ein St�ck h�her, und ich konnte an ihrem Handgelenk Absch�rfungen sehen, wie sie beim Fesseln entstehen. �Mein Papa ist vor einem Jahr gestorben. Er hat mir auch das Autofahren beigebracht.“ Sie sah mich nicht an, und ihre Worte kamen fast tonlos, eher gefl�stert als gesprochen. �Mama hat mich nie liebgehabt, ich wei� nicht, warum, aber solange Papa noch lebte, ging es noch. Aber seit er tot ist, schl�gt sie mich – immer wieder, ohne jeden Grund. Sie betrinkt sich, st�rmt in mein Zimmer, schreit, sie ha�t mich und schl�gt zu. Und gestern...“, sie schluckte, brach in Tr�nen aus, unterdr�ckte den Tr�nenstrom aber gleich wieder, und fuhr beinahe noch leiser fort: �Gestern hat sie so einen komischen Typen mitgebracht. ’Du mu�t lieb zu ihm sein’, hat sie gesagt. ’Und wenn Du ein braves M�dchen bist, gibt er uns viel Geld’.“ Ich ahnte schon, was jetzt kam, aber ich schwieg und h�rte nur zu. �Ich war so lieb wie ich konnte. Ich lie� es zu, da� er mich auf seinen Scho� nahm, obwohl er stank und dann war da in seiner Hose...“, sie schluckte wieder und sah nun aus dem Beifahrerfenster, nur um mich nicht ansehen zu m�ssen: �so etwas Hartes, was er immer an mir gerieben hat. Und dann...“, wieder brachen die Tr�nen aus ihr heraus, und diesmal konnte oder wollte sie sie nicht zur�ckhalten. Ich war in Versuchung, dieses Kind tr�stend in den Arm zu nehmen, aber sie mochte es vielleicht falsch verstehen. Der Mann hatte sie zweifellos mi�braucht, zu Sex gezwungen. W�re er jetzt da gewesen, h�tte ich ihm sicherlich alle Knochen im Leib gebrochen. �Und dann?“, fragte ich, m�glichst ruhig, um nichts von der in mir aufsteigenden Wut auf den Mistkerl zu verraten. �Er hat mich pl�tzlich an den Haaren gepackt und in mein Zimmer geschleppt. Meine Mami hat nur zugesehen.“ Sie drehte sich um und blaue, na�geweinte Augen sahen mir direkt ins Gesicht. �Dort hat er mich auf mein Bett geworfen, sich auf mich draufgesetzt, da� ich glaubte, ich ersticke unter seinem Gewicht, brutal meine Arme gepackt und mit Stricken, die er aus der Hosentasche holte, meine H�nde an die Stangen des Bettes gebunden. Dann hat er dasselbe auch mit meinen Beinen gemacht.“ Sie hob ein Hosenbein kurz an, so da� ich �hnliche Sch�rfwunden an ihrem Fu�gelenk sehen konnte, und lie� es wieder fallen. �Und dann hat er ein Messer genommen, das meine Mami ihm gab“, sie schluchzte wieder auf und vergrub ihr Gesichtchen zwischen den H�nden, �und damit mein Kleid von oben bis unten aufgeschnitten... und das Unterhemd und das H�schen auch...“, ihr Redeflu� geriet ins Stocken. Ich konnte nicht mehr anders, ich streckte die Hand aus und streichelte ihr sanft �bers K�pfchen: �La� gut sein, den Rest kann ich mir vorstellen, Du mu�t es nicht aussprechen“, sagte ich beruhigend. �Nein, das kannst Du nicht!“, brach aus ihr heraus, unwillk�rlich war sie zum Du �bergegangen. �Er hat mich gezwungen, sein... sein Ding in den Mund zu nehmen, und dann hat er... er hat...“, sie schluchzte wieder auf, �er hat es mir da unten reingesteckt, das hat so wehgetan! Ich hab mich gewunden, aber es n�tzte nichts. Er war ja st�rker! Und meine Mutter stand daneben und feuerte ihn noch an! ’Fick die kleine Schlampe tot!’, schrie sie immer wieder. ’Mach sie kaputt!’ Ich... ich werde diese Worte nie vergessen k�nnen.“ Wieder heulte sie los, st�rker als je zuvor. Ich hielt sie an ihren zuckenden Schultern fest und streichelte sanft ihr Haar, und wilder Ha� gegen diese Mutter, die man kaum Mutter nennen kann, und diesen Mistkerl stieg in mir auf. Pl�tzlich h�rte das Kind in meinen Armen auf zu weinen und fuhr fort zu erz�hlen. Ihr Tonfall hatte sich ver�ndert, jegliche Weinerlichkeit und Furchtsamkeit war verschwunden, sie erz�hlte, als ob sie das nur beobachtet, aber nicht an sich selbst erlebt h�tte: �Auf einmal war meine rechte Hand frei, ich wei� nicht wie...“, sie schob ihren Blusen�rmel nun rechts hoch, und ich sah erschrocken, da� die Haut dort bis aufs Fleisch aufgescheuert war. �Ich tastete herum, und da lag das Messer... ich habe einfach zugestochen, in seinen R�cken, immer wieder. Er schrie, er w�rgte mich, und ich hab zugestochen. Bis seine H�nde meinen Hals loslie�en, und er fiel von mir herunter. Ich glaube, er war tot. Meine Mutter lief schreiend aus dem Zimmer. Ich hab mit dem Messer die anderen Fesseln durchgeschnitten, mich schnell angezogen und bin davongerannt. Mami hat mit irgendwem telefoniert, und mich nicht weggehen geh�rt. Und dann stand da an der Ecke Ihr Auto... und es war offen und...“, sie schaute mich entschuldigend an: �Ich hab mir nichts dabei gedacht, ich wollte nur weg, egal wohin!“
Na das war ja mal eine Geschichte. Passieren konnte der Kleinen auch dann nichts, wenn ich sie der Polizei �bergab, soviel war sicher: Erstens konnte sie weder f�r den Toten (das war au�erdem sowieso Notwehr gewesen) noch f�r den Autodiebstahl zur Verantwortung gezogen werden, sie war ja noch nicht vierzehn, und zweitens w�rden die, wenn die das h�rten, erstmal ihre feine Mutter verhaften und sie in ein Heim oder eine betreute Wohngemeinschaft stecken. Oder vielleicht zu Verwandten. �H�r zu, Kleine“, begann ich: �Was Du gemacht hast, hast Du in Angst und Panik und – in Notwehr gemacht. Der Mann hat Dich vergewaltigt, so nennt man das, da hattest Du alles Recht der Welt, Dich zu wehren. Abgesehen davon bist Du auch noch ein Kind. Zu Deiner Mutter w�rde Dich auch die Polizei nicht zur�ckbringen, die w�rden sie stattdessen abholen und ins Gef�ngnis bringen. Das hei�t, die einzige Frage, die sich jetzt stellt, ist – was machen wir mit Dir? Hast Du irgendwelche Verwandten, bei denen Du bleiben k�nntest?“ Sie sch�ttelte den Kopf: �Nur die Eltern von meinem Papa, und die wohnen weit weg, in Spanien. Ich komme ins Heim, ja?“ Sie sah mich �ngstlich an. �Wenn ich Dich der Polizei �bergebe, ja, wahrscheinlich. Aber so schlimm ist es da nicht. Da sind ja viele andere Kinder, und das ist sicher ganz lustig“, versuchte ich ihr das schmackhaft zu machen. �Nein, eine Freundin von mir ist im Heim, das ist gar nicht lustig da“, erkl�rte sie entschlossen. �Die werden da auch geschlagen.“ Was denn, war nun die ganze Welt verr�ckt geworden? Ich seufzte: �Aber bei mir kannst Du auch nicht bleiben, das w�rde das Jugendamt nie erlauben. Ich bin ein allein lebender Mann, meine Freundin wohnt nicht bei mir, die w�rden wei� gott was denken was ich mit Dir vorhabe.“
�Ich k�nnte ja sagen, Du bist ein Onkel oder so?“ Ich l�chelte schief: �Das pr�fen die nach. Aber bevor wir entscheiden, was mit Dir wird, sollten wir erstmal daf�r sorgen, da� Deine Mutter die verdiente Strafe erh�lt – und sie anzeigen. Ok?“ Sie l�chelte ein wenig, und nickte. Ich drehte also den Z�ndschl�ssel im Schlo�, drehte um und fuhr den Weg zur�ck, den wir gekommen waren. Zum Gl�ck fanden wir bald Wegweiser, die uns auf eine Autobahn leiteten, so waren wir schnell wieder in der Stadt. Dort fuhr ich mit ihr sofort zur n�chsten Wachstube.
Der Polizist, der uns empfing, war sehr freundlich, holte eine Kollegin, die mit dem Kind dann verschwand, um sich ihre Geschichte erz�hlen zu lassen, w�hrend ich dieselbe Geschichte dem Beamten erz�hlte, der uns empfangen hatte. �Das klingt glaubw�rdig, aber uns wurde kein Toter gemeldet“, sagte er, als ich fertig war. �Die Frau wird kaum den Notarzt oder die Polizei rufen, nach dem, was sie getan hat“, bemerkte ich bitter. �Stimmt, da haben Sie recht. Wir schicken mal einen Einsatzwagen dahin, haben Sie die Adresse?“ Ich sch�ttelte bedauernd den Kopf: �Das wird wohl Ihre Kollegin das M�dchen fragen m�ssen – ich hab darauf total vergessen... Sie m�ssen verstehen, so eine Geschichte h�rt man ja nicht jeden Tag.“ Der Polizist grinste und nickte: �Hat Sie sch�n von den Socken gehauen, was? Erst wird Ihnen das Auto gleich samt Ihrer Person geklaut, und dann h�ren Sie noch so eine Geschichte... klar, da h�tte ich auch drauf vergessen. Kaffee?“, fragte er �bergangslos. Ich nickte: �Ja, bitte.“ Er holte zwei Tassen und stellte eine vor mich hin, und da er in meiner Hemdtasche meine Zigaretten wohl bemerkt hatte, steckte er sich gem�tlich selbst eine an und hielt mir seine Packung hin: �Greifen Sie zu, die brauchen Sie jetzt sicherlich.“ Ich nickte, dankte und steckte mir ebenfalls eine an, und dann plauderten wir noch eine ganze Weile, bis die Kollegin mit dem M�dchen endlich zur�ckkam. �Also“, sagte sie, �wir schicken jetzt sofort einen Streifenwagen zur Mutter von Sandra“ - (aha, also Sandra hie� die Kleine – hatte ich auch vergessen zu fragen) – �und lassen die feine Dame festnehmen. Eine Durchsuchung der Wohnung wird weitere Klarheit bringen. Herr Berger,“ – (ich hatte meine Personalien nat�rlich angegeben) – �es wird wohl das Beste sein, wenn Sie die Kleine erstmal mitnehmen. Sie werden das mit dem Jugendamt kl�ren m�ssen, aber vorerst ist es wohl das Beste, zumal Sandra darauf besteht.“ Sie l�chelte dem M�dchen zu.
Also fuhr ich mit der Kleinen zu mir, wo ich uns erstmal ein kr�ftiges Essen machte – denn sie hatte zweifellos seit gestern nichts mehr gegessen, ebensowenig wie ich, und es war mittlerweile gl�cklich sp�ter Nachmittag geworden, also h�chste Zeit. Wir waren kaum fertig und ich hatte begonnen, das Geschirr zu sp�len, als es an der T�r klingelte. Drau�en stand die Polizistin von vorhin, sie brachte Sandra ihre Sachen aus der Wohnung der Mutter. Womit sie die erste war, die �berhaupt daran gedacht hatte, da� Sandra au�er den Sachen, die sie anhatte, genau gar nichts mitgenommen hatte auf ihrer Flucht. Sie teilte uns au�erdem mit, das Jugendamt sei verst�ndigt und morgen fr�h w�rde ein Mitarbeiter dieses Amtes uns besuchen. Die Mutter des Kindes habe zwar alles abgestritten, die in ihrer Wohnung gefundenen Spuren spr�chen aber eine klare Sprache. Sie erz�hlte mir, man habe die Frau stockbetrunken vorgefunden, und au�er, da� die Leiche verschwunden war (wenn der Mann denn wirklich tot war), waren keinerlei Spuren beseitigt worden. Die Frau hatte entweder nicht mit dem Erscheinen der Polizei gerechnet oder war durch den Tod dieses Mannes so geschockt gewesen, da� sie zun�chst nur daran dachte, sich zu betrinken. Die Frau hatte ausgesagt, sie habe die Nacht ausw�rts verbracht und einen Babysitter bei Sandra zur�ckgelassen, und als sie am Morgen nach Hause kam, fand sie die Wohnung bereits so vor. Was aus dem Babysitter geworden war, wisse sie nicht. Sie habe angenommen, der Mann h�tte ihr Kind umgebracht, und daher sei das Blut, und deshalb habe sie sich betrunken. Sie wurde trotzdem verhaftet, die Aussage des Kindes erschien den Beamten da doch glaubw�rdiger. Jede andere Mutter, die ihre Wohnung so vorf�nde, w�rde zu allererst die Polizei benachrichtigen, das machte ihre ganze Geschichte unglaubw�rdig – w�hrend die Geschichte Sandras in sich schl�ssig war.
Ich hatte ein G�stezimmer, in dem, wenn wir uns mal wieder gezankt hatten oder aus einem anderen Grund mein Zimmer nicht teilten, meine Freundin zu �bernachten pflegte, das wurde nun zu Sandras Zimmer umfunktioniert, zumindest, bis klar war, was das Jugendamt zu alledem sagte. Diese erste Nacht mit Sandra war der reinste Horrortrip. Nicht nur einmal wurde ich von verzweifelten Hilfeschreien aus dem Kinderzimmer geweckt, mu�te aufstehen, zu ihr gehen und sie tr�sten. Als es endlich Morgen wurde, waren wir beide ersch�pfter als wir zu Bett gegangen waren. Wir sa�en noch beim Fr�hst�ck, als es an der T�r klingelte. Es war ein freundlicher junger Mann, der sich als Mitarbeiter des Jugendamtes auswies. Er sah sich in meiner Wohnung sehr gr�ndlich um, unterhielt sich eine Weile mit Sandra und mir, wobei er sich genau erz�hlen lie�, wie wir uns getroffen hatten und was ich nun weiter mit ihr vorh�tte, empfahl mir die Adresse eines guten Kinderpsychologen, denn da� Sandra nach all dem eine Psychotherapie ben�tige, sei ja wohl klar (worin ich ihm rechtgeben mu�te, speziell nach dieser Nacht), und teilte mir dann mit, er sehe keinen Grund, warum Sandra nicht vorl�ufig bei mir bleiben sollte. Ich w�re ja gewisserma�en zwar allein lebend, aber nicht allein stehend, das w�re weiter kein Problem, Bedenken h�tte man nur bei alleinstehenden M�nnern. Ich h�tte sogar Anspruch auf Pflegegeld vom Staat, da ich ja gewisserma�en die Funktion eines Pflegevaters aus�ben w�rde.
Nun, das hatte ich auch vor, nachdem der Beamte gegangen war, griff ich sofort zum Telefonh�rer und bat sie herzukommen, wir m��ten etwas Dringendes besprechen, und keine 10 Minuten sp�ter stand Diane auch schon vor der T�r. �Was gibt es denn so Dringendes?“, fragte sie, nachdem wir uns begr��t hatten, neugierig und mit einem Unterton von Besorgnis. Ich f�hrte sie ins Wohnzimmer, wo Sandra vor dem Fernseher sa�. �Darf ich vorstellen? Diane, das ist Sandra, Sandra, das ist meine Freundin Diane.“ Sandra sprang sofort auf, und streckte Diane mit kindlicher Herzlichkeit die Hand hin. Die sch�ttelte einigerma�en verbl�fft die Hand des M�dchens und schaute mich entgeistert an: �Wer ist das, hast Du eine Tochter?“ Ich grinste ein wenig, dann bedeutete ich den beiden, Platz zu nehmen. �Ab jetzt schon“, sagte ich dann. �Eine Pflegetochter. Hochoffiziell, vorhin war einer vom Jugendamt da. Die Kleine hat Schreckliches zuhause durchgemacht, ihre Mutter wurde bereits verhaftet. Aber das wird sie Dir vielleicht selbst einmal erz�hlen. Nur soviel, ihre Mutter trinkt, schlug ihre Tochter und verkaufte sie zu guter Letzt an einen Mann, da ist sie abgehauen.“ Sandra sa� neben Diane auf dem Sofa, nun legte Diane ihren Arm besch�tzend um die Schultern des Kindes und zog sie f�rsorglich an sich. Das Eis war gebrochen. �Und der Kerl? Hat man den auch schon verhaftet?“, fragte sie. Ich wechselte einen kurzen Blick mit Sandra, dann sagte ich ruhig: �Tote kann man nicht verhaften.“ Diane zog fragend eine Augenbraue hoch, fragte aber nicht weiter. Sie konnte sich wohl denken, da� der Tod dieses Mannes kein Zufall war. �Arme Kleine“, sagte sie stattdessen. �Nat�rlich m�ssen wir uns um Dich k�mmern!“
Diane blieb den ganzen Tag bei uns und �bernachtete auch bei uns, wof�r ich ihr sehr dankbar war – denn sie schlief bei Sandra, die daraufhin die ganze Nacht ruhig war, weil sie sich besch�tzt f�hlte, und so konnte auch ich durchschlafen. Hatte ich nach der letzten Nacht auch bitter n�tig. Leider mu�te Diane am n�chsten Tag allerdings wieder zur Arbeit, denn sie arbeitete nicht wie ich zu Hause (ich bin Schriftsteller), aber Sandra hatte sich inzwischen gut eingelebt und w�rde, wenn die Weihnachtsferien �bermorgen aus sein w�rden, nahtlos weiter zur Schule gehen, als w�re nichts geschehen.
Ich meldete au�erdem Sandra bei dem bewu�ten Kinderpsychologen, einem Dr. G., zur Therapie an. In den zun�chst folgenden N�chten wiederholte sich der Terror jener ersten Nacht, aber in den folgenden Monaten wurde Sandra zusehends ruhiger und lebte sich gut bei mir ein. Einen Einschnitt gab es allerdings, als Diane uns Ende Februar aus heiterem Himmel er�ffnete, sie habe in ihrer Firma einen anderen Mann kennengelernt, und sie liebe diesen Mann und wolle sich daher von mir trennen. �Wir k�nnen ja Freunde bleiben“, das �bliche Blabla in einer solchen Situation, aber wie das Leben so spielt, schlief der Kontakt dennoch schnell ein. Sandra schien das weniger auszumachen als mir, sie schien im Gegenteil sogar etwas erleichtert, obwohl ich mir das nicht erkl�ren konnte. Aber vielleicht hatte sie ja das Gef�hl gehabt, zwischen Diane und mir zu stehen, und das hatte sich nun wahrscheinlich erledigt.
Das Ganze kam mir sehr ungelegen – denn ich hatte extra, damit wir zusammenziehen und als Familie leben konnten, mir einen lange gehegten Traum erf�llt und ein nettes H�uschen im Gr�nen, am Rande der Stadt, gekauft und f�r die Wohnung bereits einen Mieter. Wir �bersiedelten also nur zu zweit, und das stimmte mich zun�chst etwas traurig, aber als ich Sandras strahlende Augen sah, als sie ihr neues Kinderzimmer bezog, verflog auch meine Traurigkeit und ich freute mich ebenfalls an unserem neuen Heim.
Mitte M�rz gab es dann Neuigkeiten von der Polizei: Man hatte die Leiche eines Mannes aus einem Flu� gefischt, der mehrere Stichwunden am R�cken aufwies – mit hoher Wahrscheinlichkeit also der Mann, der meine kleine Sandra damals vergewaltigt hatte. Sie zeigten der Kleinen ein Foto, und sie konnte ihn auch tats�chlich identifizieren. Das war aber im Grunde eher Formsache, denn es waren die Blutspuren analysiert worden und eine DNA-Probe hatte ergeben, da� a) der aus dem Flu� gezogene Mann tats�chlich derselbe war, der die Blutspuren in der Wohnung von Sandras Mutter hinterlassen hatte, und b) hatte man, wie mir der Polizist, der uns besuchte, erz�hlte, diese DNA in der polizeilichen Datenbank aufgefunden – es handelte sich um einen vorbestraften Kindersch�nder und M�rder, der vor zwei Jahren spurlos aus dem Gef�ngnis verschwunden war, wahrscheinlich hatte er Fluchthelfer gehabt, die aber nie ermittelt werden konnten. Der Mann war sehr gef�hrlich gewesen, und h�tte Sandra nicht die Hand freibekommen und das Messer gehabt, h�tte er sie zweifellos get�tet.
Ihre Mutter blieb nach wie vor bei ihrer Linie, sie sei erst heimgekommen, als alles schon vorbei war. Auch w�hrend des ganzen Prozesses, der dann im Juli stattfand und f�r Sandra eine neue, schwere Belastung bedeutete, mu�te sie doch als Zeugin noch einmal alles schildern, was in jener grausamen Nacht geschehen war. Auch ich wurde als Zeuge vernommen, und das Ganze gipfelte in der Unterstellung des Verteidigers, die ganze Geschichte mit dem Autodiebstahl sei frei erfunden, in Wahrheit h�tte ich dem M�dchen geholfen, die Leiche zu beseitigen. Das ging soweit, da� er die Behauptung in den Raum stellte, Sandra und ich h�tten uns schon vorher gekannt, und wom�glich sogar eine intime Beziehung unterhalten. Er st�tzte sich dabei auf eine Verurteilung, die ich vor vielen Jahren als 17j�hriger ausgefa�t hatte, weil ich damals ein Verh�ltnis mit einer 13j�hrigen gehabt hatte. Wo der Mann diese l�ngst getilgte Vorstrafe ausgegraben hatte, war mir ein R�tsel, aber ich konnte das Gericht �berzeugen, da� alles genau so war, wie Sandra und ich es geschildert hatten, zumal ich als Zeugen ja die G�ste jener Junggesellenabschiedsparty meines Bruders anf�hren konnte, da� ich tats�chlich auf dieser Party gewesen war und tats�chlich auf dem R�cksitz meines Autos gen�chtigt hatte.
Auch Dr. G. wurde als Zeuge und Gutachter geh�rt und erkl�rte Sandras und meine Geschichte f�r glaubw�rdig, die Aussage der Mutter jedoch als Schutzbehauptung.
Die von der Angeklagten als Zeugin aufgef�hrte beste Freundin, bei der die Mutter Sandras angeblich in jener Nacht gewesen war, fiel nach intensiver Befragung durch Staatsanwalt und Richterin vor Gericht um und gestand, der Mutter bei der Beseitigung der Leiche geholfen zu haben (was ihr dann ein weiteres Verfahren einbrockte).
In ihren Pl�doyers forderten der Staatsanwalt dann eine mehrj�hrige Haftstrafe gegen die Frau: Wegen Zuh�lterei, F�rderung sexueller Handlungen Minderj�hriger, K�rperverletzung in mehreren F�llen (er hatte die Pr�gel, die dem Ganzen vorhergegangen waren, in die Anklageschrift mit aufgenommen), sowie St�rung der Totenruhe und Behinderung der Justiz. Der Staatsanwalt lie� nichts aus. Der Verteidiger hingegen forderte Freispruch, das Gest�ndnis der Freundin der Angeklagten sei nicht verwertbar, da unter Druck zustandegekommen und daher nicht glaubw�rdig, und damit g�be es �berhaupt keine Beweise, da� die Angeklagte in jener Nacht �berhaupt zuhause gewesen sei. Die Angeklagte selbst beharrte ebenfalls in ihrem Schlu�wort darauf, �berhaupt nicht dabeigewesen zu sein und den Mann obendrein nur als Babysitter engagiert gehabt zu haben, damit sie selbst ausgehen konnte. Nun, das Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Auch eine darauffolgende Berufung der Angeklagten wurde zur�ckgewiesen, aber das ist f�r unsere Geschichte nicht weiter von Belang, nur, da� sie f�r einige Jahre hinter Gittern verschwand.
Sandras psychischer Zustand hatte sich durch die Therapie und wohl auch dadurch, da� sie sich bei mir sicher und geborgen f�hlte, recht gut stabilisiert gehabt – bis zu ihrer Aussage vor Gericht. Da brachen die ganze Panik und die Erniedrigung jener Nacht wieder auf in ihr, und ich hatte in den ersten beiden N�chten nach ihrer Aussage wenig Gelegenheit zum Schlafen, immer wieder wurde ich, wie damals, als sie zu mir gekommen war, durch panikerf�llte Hilfeschreie aus dem Kinderzimmer geweckt. In der dritten Nacht allerdings, es war die Nacht nach dem Urteilsspruch, kam sie zu mir in mein Bett gekrabbelt: �Darf ich bei Dir schlafen, Gerd? Ich f�hle mich bei Dir sicherer.“ Ich dachte mir nichts weiter dabei und erlaubte es.
Aus heutiger Sicht glaube ich, da� diese Erlaubnis zu dem, was weiter folgen sollte, gef�hrt hat. Denn sie schlief nun jede Nacht bei mir. Ende August beendete sie von sich aus ihre Therapie bei Dr. G., obwohl dieser der Meinung war, sie sei noch nicht so weit. Jedoch kann man niemanden zur Fortsetzung einer Therapie zwingen, der das nicht will, deshalb akzeptierten wir Sandras Entscheidung.
Am 20. September war dann Sandras gro�er Tag: Sie feierte ihren 12. Geburtstag. Nat�rlich gab es eine Party, zu der sie all ihre Freunde und Freundinnen einlud, ich hatte einen gro�en Kellerraum des H�uschens als Partykeller f�r sie eingerichtet. Dort war ich dann den ganzen Tag zugange, Sandra durfte nicht hinein – denn die Stereoanlage, die heute abend f�r Musik sorgen sollte, war n�mlich neu und eines ihrer Geburtstagsgeschenke. Bisher hatte sie nur einen tragbaren CD-Spieler mit Radio und Cassettenger�t gehabt. Ich h�ngte Girlanden auf, bereitete Knabberzeug und Limo vor und montierte meine alte Lichtanlage, die, wie ich �berrascht feststellte, trotz jahrelangem Nichtgebrauchs (aus dem Alter, in dem man Parties feiert, war ich ja heraus) immer noch wunderbar funktionierte. Au�erdem hatte ich einen Luftballon mit Alufolie �berzogen, die ich vorher absichtlich zerknittert hatte, den h�ngte ich an der Decke auf. Ein leichter Schubs w�rde gen�gen, dann w�rde er sich drehen – wie eine Discokugel w�rde das aussehen. Befriedigt sah ich mich um, als ich endlich fertig war: Der perfekte Partykeller. Fast sehnte ich mich nach meiner eigenen Teenagerzeit zur�ck. Um 16 Uhr trafen die ersten G�ste ein, Lisa und Rosi, Sandras beste Freundinnen, und ich lie� Sandra in den Partykeller. Als sie die tolle Stereoanlage sah, blieb ihr der Mund weit offenstehen. Ich umarmte sie: �Die ist f�r Dich, alles Gute zum Geburtstag!“
�Danke, Gerd, Du bist so lieb!“, rief sie aus, und eh ich wu�te, wie mir geschah, hatte ich zwei schallende K�sse auf meinen Wangen. Ich wurde doch tats�chlich etwas rot! Und die beiden Biester Lisa und Rosi applaudierten auch noch! Diese verflixte Rasselbande! Ich schluckte den Klo�, den ich im Hals hatte, runter, und schaltete die Musik ein, da klingelte es schon wieder an der T�r: Ben, einer von Sandras Mitsch�lern, mit seinen beiden ein Jahr j�ngeren Schwestern Marlies und Trudi, Zwillinge. Und dann trafen sie nach und nach alle ein, und ich freute mich an dem Gel�chter und dem L�rm, der aus dem Keller zu mir drang (man hatte mich kurzerhand rausgeschmissen – �Alte M�nner haben bei einer Teenagerparty nichts verloren“, hatte mir die vierzehnj�hrige Gina, auch eine Freundin Sandras, ganz frech verk�ndet).
Um zehn erschienen dann die ersten Eltern, um ihre Kinder abzuholen, und bald waren Sandra und ich wieder allein. Sie kuschelte sich im Wohnzimmer, wo ich ihr zur Feier des Tages noch ein Gl�schen Sekt-Orange erlaubt hatte, eng an mich und gab mir einen Ku� auf die Wange: �Danke, Gerd, das war die sch�nste Party meines Lebens!“ Dann setzte sie sich auf und schaute mich ernst an: �Du bist f�r mich der wichtigste Mensch auf der Welt. Ich habe Dich ganz doll lieb!“ Ich umarmte sie ger�hrt: �Ich habe Dich auch lieb, Sandra!“, sagte ich und gab ihr ein leichtes K��chen auf die Wange. �Dann k�� mich richtig“, sagte sie pl�tzlich. Ich sah sie verdutzt, vielleicht auch ein wenig erschrocken an: �Was hast Du gesagt?“
�Wenn Du mich wirklich liebhast, dann k�� mich auch.“ Sie sah mich ernst an. �Bitte!“ Sie nahm meinen Kopf einfach zwischen ihre H�ndchen, und dann legten sich pl�tzlich warme, weiche M�dchenlippen an meine. Ich konnte nicht anders, ich mu�te diesen Ku� erwidern, und z�rtlich streichelte ich dabei ihr Haar. Als sie sich wieder losmachte, strahlte sie mich an: �Danke, ich hab mir das schon so lange gew�nscht!“, sagte sie und h�pfte aus dem Zimmer. Ich sah ihr verwirrt nach. Ich hatte ein 12j�hriges Kind gek��t! Gut, nicht mit Zunge oder so, aber doch mitten auf die Lippen und sehr intensiv... Und mein K�rper hatte auf sie reagiert, wurde mir bewu�t. Ich hatte einen Riesenst�nder in der Hose, und so, wie sie auf mir gesessen hatte, breitbeinig, genau auf meinem Scho�, MUSSTE sie es bemerkt haben. Und hatte gar keine Angst gezeigt. Ich schlo� die Augen, lehnte mich im Sofa zur�ck und atmete tief durch. �Jetzt nichts falsch machen“, sagte ich mir in Gedanken immer wieder vor. Ich war versucht, sie in dieser Nacht in ihr Kinderzimmer zu schicken, anstatt ihr wie �blich zu erlauben, das Bett mit mir zu teilen, aber das mochte sie vielleicht dann falsch verstehen.
Andererseits hatte mich meine Reaktion auf ihren Ku� erschreckt, und ich bekam Angst, da� ich, nunja, Lust auf dieses M�dchen entwickeln k�nnte. Ich wurde durch Sandras R�ckkehr aus meinen Gedanken gerissen: Sie hatte sich geduscht und umgezogen und setzte sich jetzt in einem d�nnen Nachthemd, das ich nicht kannte, sie hatte bisher immer Pyjamas getragen, wieder neben mich und kuschelte sich sofort in meinen Arm. �Wie gef�llt Dir mein neues Nachthemd?“, fragte sie. �Hab ich von Gina gekriegt.“ Sie l�chelte mich an. �Sexy, oder?“ Uff. Mir wurde immer hei�er. �Ja, sehr“, brachte ich hervor. �Vor allem... durchsichtig.“ Sandra kicherte. �Ich wei�. Gina hat gesagt, sowas bringe jeden Mann auf Touren.“ Sie schaute mich fragend an: �Und, tut es das?“ Ich konnte nur nicken. Sie sah an sich herunter: �Man sieht den Slip durch“, stellte sie fest. �Den hab ich �brigens von Lisa gekriegt. Gef�llt er Dir?“ Und schwupps, war sie aufgesprungen, zog sich das Nachthemd hoch bis zu den H�ften und drehte sich vor mir – und ich schnappte nach Luft. Ich hatte zuerst nicht darauf geachtet, aber als sie mir das hauchd�nne Nichts aus Spitzen so pr�sentierte, vorne nur ein d�nnes Dreieck, hinten �berhaupt nur ein Faden, der zwischen ihren Pobacken verschwand, f�rchtete ich, meine Hose w�rde explodieren. Sandra l�chelte, lie� das Nachthemd fallen und schaute – genau in meinen Schritt. �Ich sehe, er gef�llt Dir“, verk�ndete sie grinsend.
�Aber Schatz, was hast Du vor?“
�Das will ich Dir sagen“, antwortete sie und setzte sich wieder, ein Bein untergeschlagen, wie sie so oft dasa�, aber mein Gott, sie pr�sentierte mir dadurch einen totalen Durchblick auf ihre glatten, ger�teten Schamlippen! �Ich habe mich schon lange in Dich verliebt“, begann sie, �und ich m�chte mehr sein als nur Deine Pflegetochter. Ich m�chte Deine Freundin sein.“
Ich schluckte. �Ich habe Dich auch sehr lieb, Sandra“, sagte ich vorsichtig, �aber glaubst Du nicht, hm, da�... nunja ich bin ja immerhin fast vierzig, und Du erst 12?“ Sandras H�ndchen kam pl�tzlich her�ber, und ein vorwitziger Finger tippte direkt auf eine bestimmte Stelle meiner Hose, die sich leider verd�chtig ausbeulte: �Und das da? Du bist nicht so einer wie der damals“, ihre Miene verd�sterte sich einen Moment, �also kann das ja nur bedeuten, da� Du mich auch liebst.“ Kindliche Logik. Wie sollte ich ihr erkl�ren, da�, wenn einem Mann so eingeheizt wird wie sie mir einheizte, wohl jeder einen St�nder bekommt, v�llig unabh�ngig davon, ob er verliebt ist oder nicht oder ob er ein M�dchen vergewaltigen will oder nicht?
�Schatz, wir m�ssen mal �ber all das reden, �ber Liebe und Sex und so.“ Sandra machte eine unwillige Handbewegung: �Ich wei� dar�ber Bescheid“, sagte sie. �Und ich wei� auch, was damals geschehen ist, da� das kein richtiger Sex war, sondern nur Gewalt. Und ich wei� auch, da� Du mir niemals wehtun w�rdest. Du hast mich nur nicht lieb, ist es das?“, sie brach in Tr�nen aus. Schei�e, genau das hatte ich vermeiden wollen. �Doch, nat�rlich habe ich Dich lieb, Schatz“, sagte ich und nahm sie in den Arm. �Ich habe einfach Angst davor, Dir wehzutun, eben weil ich Dich liebhabe.“ Sie nahm ein Taschentuch, schneuzte mich und sah mich mit ihren gro�en, blauen Augen an, als wollte sie die Tiefen meiner Seele sehen. �Und ich wei�, da� Du mir nicht wehtun wirst. Gerd, ich m�chte, da� es passiert, und ich m�chte, da� es heute Nacht passiert. Weil ich endlich wissen will, wie richtiger Sex ist, sch�ner Sex. Und weil ich mir keinen anderen Mann als Dich vorstellen kann. Weil ich Dich liebe.“ Sie stand auf. �Ich gehe ins Bett. �berlegs Dir, ja? Gute Nacht, Gerd.“ Sie hauchte mir ein K��chen auf die Wange und ging. Ich war verwirrt. Nach allem, was diese Kleine durchgemacht hatte, bot sie sich mir so an? Und ihre Worte hatten nicht so geklungen, als habe sie sich das nicht genau �berlegt. Ich w�rde wohl damit fertigwerden m�ssen, da� ich hier kein Kind mehr vor mir hatte. Das, was ihr damals passierte, mu� zu einer fr�hen Reifung gef�hrt haben. Aber konnte ich ihr Angebot annehmen? Ich wollte es, ja, das mu�te ich mir an jenem Abend eingestehen. Aber konnte, durfte ich es? Was, wenn sie dabei nur wieder in Panik verf�llt und dann auch Angst vor mir bekommt? Aber andererseits, was, wenn es sch�n f�r sie ist und ihr das hilft, die Erinnerung zu verarbeiten (denn darauf, nahm ich an, spekulierte sie wahrscheinlich)?
Erst, als ich aus der Dusche kam und in meinem Pyjama ins Schlafzimmer ging, war mein Entschlu� gefa�t: Ich w�rde es tun, ich w�rde ihr ihren Wunsch erf�llen. Aber ich w�rde alles vermeiden, was ihr Angst machen oder wehtun k�nnte.
Als ich ins Bett kletterte, schauten mich zwei wundersch�ne, blaue Augen fragend an. Sie sagte kein Wort, ich auch nicht, ich nahm sie wortlos in den Arm und k��te sie. Da schlang sie ihre �rmchen um mich, und ihre Zunge dr�ngte sich fordernd in meinen Mund. Ich lie� es geschehen, und ich k��te sie so intensiv, wie sie noch nie zuvor gek��t worden war. Ich wu�te, sp�testens jetzt hatte ich mich strafbar gemacht, aber mir war das nun auch schon egal. Es war ja ihr Wunsch. Meine Hand streichelte ihren R�cken, ging tiefer, zu ihrem wundersch�nen, festen Po, ich knetete ihre Backen ganz sachte, und sie st�hnte leise in meinen Mund. Dann drehte sie sich auf den R�cken, und meine streichelnde Hand glitt �ber ihr d�nnes Nachthemd hoch zu ihren kleinen, festen Br�sten, die ich z�rtlich knetete. Ihr St�hnen wurde tiefer, sie schlo� die Augen. Als meine Hand nach unten wanderte, zu ihrem Venush�gel, z�gerte sie unmerklich, aber dann �ffneten sich ihre Beine, und ich streichelte sachte ihren H�gel, tiefer, die Schamlippen... �berrascht stellte ich fest, da� sie das d�nne Spitzenetwas offenbar ausgezogen hatte. Sie griff nach ihrem Nachthemd und zog es hoch, so da� ihr Unterk�rper v�llig frei lag. Wieder beugte ich mich �ber sie und k��te sie sachte, w�hrend mein tastender Finger ihren Kitzler suchte und fand. Ein Schauern durchfuhr ihren ganzen K�rper, sie st�hnte laut auf, als ich leicht gegen ihren Kitzler dr�ckte und den dann langsam, aber mit stetigem Druck, zu massieren begann. Ein H�ndchen strich sachte �ber die Beule in meiner Hose, suchte den Eingang und pl�tzlich schlossen sich zarte M�dchenfinger um mein Geschlecht. Ich st�hnte ebenfalls auf und zog ihr das Nachthemd endg�ltig �ber den Kopf, nun lag sie nackt und willig vor mir. Sie l�chelte mich an, setzte sich auf und zog mir die Hose herunter. Den Oberteil meines Pyjamas zog ich nun selbst aus. Wieder griffen ihre Finger mein Glied, und sie begann, es sanft zu massieren. Auch meine Hand kehrte zu ihrem vorherigen Platz zur�ck, und ich massierte sie zu einem intensiven Orgasmus. Danach zwang sie mich auf den R�cken, setzte sich rittlings auf mich und sagte nur: �La� mich das bitte machen“, worauf ich nur nickte. Sie griff nach meinem eisenharten Pfahl und richtete ihn genau auf ihre blanke, feucht gl�nzende Muschel, und lie� sich langsam auf mich nieder.
Als meine Eichel ihre geschwollenen Schamlippen teilte, st�hnten wir beide auf. Sie war so warm, so eng, so feucht! Langsam lie� sie sich immer tiefer sinken, immer mehr von meinem Glied in sich aufnehmend. Ihr Gesicht zeigte intensive Konzentration, und eine Schwei�perle tropfte von ihrer Stirn. Schlie�lich hatte sie es geschafft und mich ganz in sich aufgenommen, sie sah mich l�chelnd an: �Ich liebe Dich“, sagte sie. Ich konnte nur nicken.
Ihr Becken begann sich nun zu bewegen, auf und ab, vor und zur�ck, sie folgte ihren Instinkten, und bald begann ich, von unten ihre Bewegungen zu erwidern. Meine H�nde schlossen sich um ihre H�ften, unsere Bewegungen wurden schneller, extatischer, unser beider St�hnen lauter, vereinte sich zu einem Chorgesang der puren Lust, und dann war es soweit, ihr ganzer K�rper wurde steif, ihre Scheidenmuskeln pre�ten mein Glied zusammen und saugten es regelrecht in sie, ich konnte mich auch nicht mehr halten, und laute Lustschreie aussto�end, kamen wir gleichzeitig, und mein Samen f�llte ihren jungen K�rper.
Ersch�pft sank sie auf mich und k��te mich z�rtlich: �Danke, Gerd, es war wundersch�n!“
�Das war es f�r mich auch“, antwortete ich und dr�ckte sie z�rtlich an mich.
In den n�chsten beiden Jahren wurde unsere Beziehung immer intensiver, und wir schliefen noch oft zusammen. Als sie mit knapp 13 die Regel bekam, mu�ten wir zun�chst Kondome nehmen, als sie 14 wurde, ging sie zum Frauenarzt und lie� sich die Pille verschreiben. Sie machte ihm weis, sie habe einen gleichaltrigen Freund, und da das bei vierzehnj�hrigen nicht ungew�hnlich ist, stellte er keine weiteren Fragen.
Allerdings setzten da die ersten Probleme ein. Wie Teenager in dem Alter nunmal sind, setzte auch bei ihr, trotzdem unsere Beziehung eigentlich keine Eltern-Kind-Beziehung, sondern eben die von Liebenden, ein gewisses Protest- und Abnabelungsverhalten ein, das zu viel Streit und vielen Tr�nen f�hrte. Und es kam schlie�lich, wie es kommen mu�te: Als sie 16 wurde, bezog sie meine alte Wohnung (der Mieter war ausgezogen und so ergab sich diese Gelegenheit f�r sie), erkl�rte mir, sie habe einen anderen kennengelernt, einen Jungen in ihrem Alter, und beendete unsere Beziehung. Wir haben aber immer noch ein inniges, freundschaftliches Verh�ltnis – aber wir sind eben wieder da, wo wir damals angefangen hatten – ich bin ihr �Vater“, und sie meine �Tochter“, und nicht mehr, aber zum Gl�ck auch nicht weniger. Den Jungen, den sie damals kennengelernt hatte, heiratete sie sp�ter, und sie bekam von ihm zwei entz�ckende T�chter, aber die Ehe war nicht gl�cklich und wurde nach ein paar Jahren wieder geschieden. Sie lernte dann ihren jetzigen Mann kennen, mit dem sie jetzt gl�cklich ist, und mit dem auch ich mich sehr gut verstehe. Er wei� alles �ber Sandra, auch, da� ich nicht nur ihr Pflegevater bin, sondern auch ihr erster Freund, aber das macht ihm nichts aus, weil er wei�, da� Sandra ihn liebt und ihm treu ist.
Ich selbst habe nie mehr eine Beziehung angefangen. Mag sein, da� ich immer noch irgendwo tief drin den Wunsch habe, Sandra w�rde zu mir zur�ckkehren. Aber ich bin inzwischen 60, die Wahrscheinlichkeit, da� dies geschieht, wird mit jedem Jahr geringer...

 

 

 

 

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