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Das Zeitungsm�dchen
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von Rolf Isar und Paul Pixie
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Creative Commons: (CC: BY-NC-ND) Rolf Isar und Paul Pixie. Der Text darf frei verwendet werden, jedoch nicht kommerziell, nur vollst�ndig und unver�ndert und nur einschlie�lich der (CC)- und Autorenangaben.
– Erotische Erz�hlung –
Inhalt: Die Geschichte behandelt ein Tabuthema: Eine erotische Beziehung zwischen einem minderj�hrigen, gerade erst pubertierenden M�dchen und einem �lteren Mann. Es handelt sich um reine Fiktion. Der Text ist nicht pornographisch, aber durchaus explizit. Bei Weitergabe beachte man die rechtlichen Rahmenbedingungen des jeweiligen Staates.
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Herausgegeben von den Autoren. Wien, �sterreich, Dezember 2013
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– Die Geschichte ist auch als E-Book im Format EPUB erh�ltlich. –
8 – Was bleibt
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Was zuletzt geschah: Falko genie�t die Zeit mit Thea als den H�hepunkt seines Lebens. Wie wird sich dieses besondere Verh�ltnis ver�ndern und was wird bleiben? Mit Falkos wohlwollender Billigung und mit der Sicherheit des R�ckhalts, den sie bei ihm findet, erweitert Thea ihren sexuellen Horizont. Angesichts ihrer und Dunjasschlechter Erfahrungen mit jungen Burschen fokussiert sich ihr Interesse auf �ltere.
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K
raftvoll lie� der Fr�hling alles Leben und alle Lust neu erwachen, die dicken Knospen der Kastanien waren kurz vor dem Aufbrechen, und die B�sche und Stauden freuten sich ihres neuen, noch zarten Gr�ns. Die einst so vertraute Gegend erschien Thea fast ein wenig fremd, und dieser Umstand machte ihr noch einmal umso deutlicher bewusst, wie lange es doch her war, seit sie zuletzt diese Wege abgeschritten hatte. Freilich hatte sie keine Schwierigkeiten, nach all der Zeit Falkos Haus wiederzufinden. Ob er ihr auch etwas fremd vorkommen w�rde, oder sie ihm?
Thea dachte an ihren bislang letzten Besuch bei Falko. Doch noch viel dr�ngender kam ihr alles von noch viel fr�herer Zeit, von damals, als alles begann, wieder in Erinnerung. Ganze vier Jahre waren seither vergangen, ein Viertel ihres bisherigen Lebens. Doch als w�re es heute, sp�rte sie ihr pochendes Herz, als sie f�r ihren Helden das erste Foto von sich in seinen Briefkasten geschmuggelt hatte. Wie sie tagt�glich mit banger Vorfreude seine Briefe erwartet hatte und wie eines Tages Blumen vor seiner T�r gestanden hatten und sie erst sp�ter erfuhr, dass diese ihr zugedacht waren.
Sie dachte an ihren Findel, der gewiss noch immer einen w�rdigen Platz in Falkos Hause haben mochte. Viel bedeutungsvoller noch war f�r sie jedoch jener gemeinsame Gang zum Tierheim gewesen, der mit dem Erwerb Bennos seine vorl�ufige Erf�llung gefunden hatte. Ach ja, Benno hatte sie auch vermisst, und sie hoffte, er w�rde sich nach der f�r ein Hundeleben wahrlich sehr langen Zeit noch an sie erinnern.
Dass Falko sie erwarten w�rde, war sicher: Auf die Kurznachricht, mit der sie ihre Visite offeriert hatte, war die prompte Antwort erfreut zustimmend ausgefallen. Und die Freude war auch ganz auf ihrer Seite. Viel zu lange, wie sie nun empfand, war es her, dass sie zum letzten Mal dieses Haus betreten hatte.
Noch viel l�nger aber lag es zur�ck, dass sie zum letzten Mal die Zeitungen in dieser Gegend ausgetragen hatte. Die Mutter hatte damals in der Euphorie, einen neuen �Mann f�rs Leben“ kennengelernt zu haben, ziemlich �berst�rzt alles aufgegeben, was sie noch in der mit ihren Kindern gemeinsamen Heimatstadt hielt, und war zu ihrem Liebsten gezogen. Sicherlich hatte dabei eine Rolle gespielt, dass sie �berraschend die Chance hatte, im Wohnort ihres neuen Lebensgef�hrten eine freiwerdende Stelle zu besetzen; niemand konnte wissen, wann sich eine solche M�glichkeit erneut b�te.
F�r Thea hie� das, nur noch sehr gelegentlich mit ihrer Janni zusammen sein zu k�nnen, denn wenngleich ihre neue Heimatstadt kaum f�nfzig Kilometer entfernt lag, war die Distanz doch mit �ffentlichen Verkehrsmitteln nur recht umst�ndlich zu �berwinden. Der mit dem Umzug verbundene Schulwechsel hingegen kam ihr gar nicht ungelegen, so hatte doch das mehr als l�stige Mobbing ein Ende, dem sie sich in der letzten Zeit in ihrer alten Schule ausgesetzt gesehen hatte, nach jenem unbegreiflich geh�ssigen, ja, niedertr�chtigen Verhalten Veits.
Doch wie nicht anders vorhergesehen, hatte eine weitere Folge ihres Umzugs f�r die damals Zw�lfj�hrige zun�chst noch schwerer gewogen: Es war die Trennung von ihrem geliebten Falko. Anders, als Dunja betreffend, lie� sich dieser Verlust kaum durch die M�glichkeiten der Telekommunikation mildern, denn was h�tte das unmittelbare Zusammensein, das k�rperlich sp�rbare Geborgenheitsgef�hl und nicht zuletzt den erf�llenden, alles andere vergessen machenden Sex mit ihrem Geliebten ersetzen k�nnen!
Nein, von einer gl�cklichen oder auch nur befriedigenden Fernbeziehung konnte keine Rede sein, das ganze Gegenteil war der Fall. Thea musste feststellen, wie diese mittelbaren Kontakte sie traurig und lustlos stimmten, im Wissen darum, dass ein n�chstes Treffen in unw�gbarer Ferne lag. Hin und wieder, nat�rlich, fanden die beiden doch noch zueinander, nahm Thea, wenn sich ihr ein gutes Alibi ihrer Mutter gegen�ber bot, die Strapazen der fast zweist�ndigen Fahrt mit Bus und Bahn auf sich, oder Falko holte sein M�dchen ab. Einmal hatte er sogar ein Hotelzimmer in dem fremden Ort genommen, aber Thea war der durchdringende Blick des Rezeptionisten mehr als unangenehm gewesen, Falko nicht weniger, zumal die Stadt nicht gerade zu den gr��eren geh�rte.
Der Beigeschmack der unerreichbaren Befriedigung machte die telefonischen und Onlinekontakte zwischen den beiden immer sporadischer, und die Ausd�nnung dieser Verbindung wirkte auf die realen Treffen zur�ck: Auch sie wurden seltener. Gleichzeitig ging das Leben weiter, f�r beide.
Wie das gebrannte Kind das Feuer, mied Thea etwaige erotische Kontakte zu Jungen, die vom Alter her als zu ihr passend gelten mochten. Daf�r jedoch las sie sich, �ber jene Segelfreunde, mit denen sie die erste Tour gemeinsam mit Falko unternommen hatte, nach und nach einen Kreis von M�nnern zusammen, die einerseits dankbar waren f�r jedes einzelne Sch�ferst�ndchen mit einem M�dchen wie ihr – die ihr aber andererseits oftmals mehr geben konnten als nur eine angestaute Spermaladung oder einen Orgasmus.
Nein, kein Geld: Wenn jemand eine Bezahlung bot, hatte er bei Thea ganz schlechte Karten. Aber von Anderer Erfahrungen zu lernen oder, noch besser, die M�glichkeit zu erhalten, mit deren Hilfe den eigenen Erfahrungsschatz zu erweitern, oder aber neue, n�tzliche Kontakte zu bekommen – dagegen hatte sie ganz und gar nichts. Freilich, ein so inniges Verh�ltnis wie es mit Falko bestanden hatte, fand sie all die Jahre nicht wieder, auch wenn das eine oder andere Mal durchaus eine gewisse Verliebtheit mitgeschwungen hatte.
Nein, die Liebe ihres Lebens hatte sie noch nicht gefunden, und so konkrete Vorstellungen sie davon hatte, so schwer war es wohl auch f�r jeden Kandidaten, diesen Vorgaben zu gen�gen. Er musste deutlich j�nger sein als Falko, um mit ihm noch eine Familie planen zu k�nnen. Dazu musste er auch, nat�rlich, frei sein – was schon mal auf viele ihrer Bekanntschaften gar nicht zutraf. Er sollte aber auch nicht zu wenig Lebenserfahrung haben, eine gewisse entspannte �berlegenheit ausstrahlen und dennoch die Augenh�he mit ihr bewahren – und er musste der passende Partner im Sexuellen, und dabei vor allem au�erordentlich tolerant sein: Nach allem, was Thea erlebt hatte, kam eine streng monogame Beziehung f�r sie schlichtweg nicht mehr infrage. Halbwegs gut aussehen sollte der Prinz ihrer Tr�ume auch noch, und, was das Wichtigste war: Alles n�tzte �berhaupt nichts, wenn da nicht ein ganz tiefes Gef�hl der Liebe wuchs.
Die Liebschaft ihrer Mutter, sie war nicht ungl�cklich, aber auch nicht die Verhei�ung schlechthin. Mirko war gottlob etwas selbst�ndiger geworden, doch das Beaufsichtigen, Helfen und vor allem st�ndige Motivieren beim Anfertigen seiner Hausaufgaben, das die Mutter ihr �bertragen hatte, war in ihren Augen alles andere als eine dankbare Aufgabe.
Einer der M�nner, namens Beat, mit denen sie regelm��ig verkehrte, hatte sein Zuhause im benachbarten Ausland und besa� dort eine mittelst�ndische Firma. Er war f�r einige Monate in das St�dtchen gekommen, um dort eine Niederlassung aufzubauen. Zum Wochenende pendelte er immer in seine Heimat, unter der Woche jedoch war er froh, sich hin und wieder mit Thea vergn�gen zu k�nnen.
Bald zeigte sich, dass Beat jemand war, der deutlich mehr als Theas andere Stecher Wert darauf legte, sich ihr auf einer niveauvollen Ebene zu n�hern. Das Sexuelle stand dabei zwar auch f�r ihn im Zentrum des Interesses, doch um diesen Mittelpunkt zog er einen sich stetig weitenden Kreis, den er mit Thea durchwanderte. Rasch hatte er ihr Interesse f�r erotische Fotographie entdeckt und lie� es zu einer sch�nen Gewohnheit werden, einen Gedankenaustausch zu pflegen �ber Aufnahmen, die er vorher zusammengesucht hatte und besonders interessant fand. Das waren nicht nur sinnliche Kunstwerke schlechthin, sondern durchaus auch explizite, pornographische Bilder, wenn diese in seinen Augen gleichwohl anspruchsvolle �sthetische Erwartungen erf�llten.
Nicht selten stellte oder spielte er mit Thea die betrachteten Szenarien nach, und zwar auch dann, wenn es sich nicht nur um ein Portrait oder die Ablichtung eines Paares beim Liebesspiel handelte, sondern etwa um einen Dreier oder mehr. In diesen F�llen enthielt er selbst sich sogar oft der unmittelbaren Beteiligung, sondern verwendete sich vielmehr damit, gleichartig faszinierende Fotos seines Liebesm�dchens mit einem anderen Mann oder mehreren zugleich anzufertigen, sowohl sorgf�ltig gestellte, als auch Schnappsch�sse in ungehemmter Aktion, bei denen vielleicht eines von zwanzig Fotos als aufhebenswert erachtet werden konnte.
Auch f�r erotische Literatur suchte Beat das Interesse des M�dchens zu wecken. Sein Erfolg dabei gipfelte darin, dass Thea selbst begann, erste Schreibversuche f�r anregende Kurzgeschichten zu unternehmen. W�hrenddessen entdeckte Beat seinen Spa� daran, der jungen Freundin und Gespielin allerlei Dessous und Sex-Spielzeug zu kaufen – welches diese freilich zumeist nicht mit nach Hause zu nehmen wagte.
Einmal besuchte er mit ihr einen Swingerclub, dessen Besitzer er bei einer Regionalkonferenz zur Wirtschaftsf�rderung kennengelernt hatte. Damit waren die beiden pers�nliche G�ste des Chefs, und es fragte niemand nach Theas Alter.
Sie selbst hatte von jenem Abend gemischte Eindr�cke. Da war das unverhohlene Interesse vieler Herren an ihr, das ihr schmeichelte. Es waren nur wenige junge Frauen anwesend, so dass es nicht verwundern konnte, dass diese besonders attraktiv auf die Herrenwelt wirkten. Aber darunter waren eben auch M�nner, deren W�nschen Thea nicht unbedingt zur Verf�gung stehen wollte, w�hrend andererseits die Situation des allgemeinen hemmungslosen Treibens wie auch die von ihr – wenn auch nur f�lschlicherweise – vermutete Erwartung ihres Begleiters, nicht nein zu sagen, es sie �berwindung kosten lie�, die �berwiegend in einem ehrbaren Alter befindlichen Interessenten zur�ckzuweisen und zu entt�uschen.
Doch auch wenn sie bei einem Herrn hinreichende Lust und Neugier versp�rte, war sie nicht frei von Bedenken: Viele waren doch in Begleitung ihrer festen Partnerinnen gekommen – w�rden diese sie hernach wom�glich anfeinden? Und au�erdem, auch wenn nicht wenige Frauen mit mehreren M�nnern zugange waren, so sp�rte Thea doch, dass sie, wenn sie sich mit zu vielen einlie�e, sich damit in den Mittelpunkt stellte und nur noch umso mehr Offerten erhalten w�rde. In diese Lage wollte sie sich nicht begeben, jedenfalls nicht bei ihrem ersten Besuch in einem solchen Club, ohne jede Erfahrung.
Allerdings erkannte Beat die Unsicherheit seiner Begleiterin und half ihr entsprechend, indem er ihr bei dem einen oder anderen Angebot die Bedenken nahm, vor allem aber, wenn er die leisen Anzeichen ihres Widerstrebens bemerkte, indem er es ihr abnahm, den Anfragenden einen Korb zu geben. Und Thea wiederum machte die Erfahrung, dass dies genauso problemlos blieb, wie mit einem Mann unter den Augen von dessen Ehefrau zu ficken.
Letztendlich bescherte jene Nacht Thea ein halbes Dutzend H�hepunkte, und schon deshalb war sie einer gelegentlichen Wiederholung nicht abgeneigt, zumal sie dann die Situationen weitaus besser einsch�tzen und ihre Lust fraglos noch ungez�gelter ausleben k�nnen w�rde. Aber es dr�ngte sie auch nicht danach, so bald wie m�glich ein zweites Mal folgen zu lassen, denn obwohl dort so vieles m�glich war und keiner dem anderen f�r irgend etwas b�se sein mochte, erschien ihr die Atmosph�re unter den Anwesenden, deren Altersdurchschnitt eher �ber f�nfzig lag als darunter, doch als weniger aufgeschlossen und entspannt, als sie es sich w�nschte.
Bei einem privateren Date mit mehreren M�nnern, ganz ohne Frauen oder allenfalls mit ebenso geilen Ludern, wie etwa Dunja, konnte sie sich doch eher zu Hause f�hlen. Auf jeden Fall aber war sie Beat sehr dankbar daf�r, dass er ihr die Erfahrung in dem Club erm�glicht und sie dabei auch so einf�hlsam begleitet hatte.
Das Verh�ltnis mit Beat konnte zwar Theas liebevolle Beziehung zu Falko keineswegs erreichen, aber dennoch war es deutlich mehr als nur ein oberfl�chlicher Sexkontakt. Das einzub��en, h�tte Thea als betr�blichen, ja traurig stimmenden Verlust wahrgenommen. Doch die beruflichen Ambitionen des Gesch�ftsmannes lie�en genau das bef�rchten. Die neue Zweigstelle war inzwischen ganz gut eingelaufen, so dass er seine Mission in der Stadt erf�llt sah und davor stand, seine Zelte abzubrechen und f�r st�ndig zur�ckzugehen.
Da machte er Thea ein Angebot. Nachdem sie in wenigen Wochen die mittlere Reife erworben haben werde, k�nne sie ihm nachfolgen und er w�rde ihr den Besuch eines privaten Gymnasiums finanzieren, um dort die Hochschulreife zu erlangen. Wohnen k�nne sie, ganz wie sie es bevorzuge, im Internat oder in einem privaten Zimmer. Nur ihre Mutter m�sse nat�rlich einverstanden sein.
Thea hatte sich Bedenkzeit erbeten. Dass Beat ihr den Vorschlag nicht ganz uneigenn�tzig unterbreitet hatte, war ihr klar, aber es war ihr auch kein Problem. Aus ihrem h�uslichen Umfeld herauszukommen – da war sie f�r jeden Tag dankbar, um den es ihr eher m�glich sein w�rde. Ihr einziger Argwohn bezog sich auf einen denkbaren Verlust ihrer Unabh�ngigkeit. Aber Beat gelang es, diese Zweifel zu zerstreuen. Wenn es �berhaupt nicht passte, k�nne sie schlie�lich als Ultima Ratio jederzeit zur�ckkehren und die Schulbildung an ihrem Heimatort fortsetzen. Ein l�ngerer Auslandsaufenthalt schlage sich jedoch ganz gewiss vorteilhaft im Lebenslauf wieder.
Zur selben Zeit stand bereits fest, dass es Dunja nach mit Ach und Krach bestandenem Abitur in die Ferne zog. �Ich hab kein’ Bock, in diesem Provinzkaff hier zu versauern. Lieber mal woanders chillen. Frei wie ein Vogel“, hatte Janni gesagt und nach Kr�ften versucht, Thea zum Mitkommen zu �berreden. Doch die einstige Zeitungsfee hatte erkannt, wie sehr sie sich doch von ihrer besten, einzig wahren Freundin unterschied: Dunja stand der Sinn danach, in den Tag hinein zu leben und zu genie�en, ohne sich Gedanken �ber die Zukunft zu machen. Da war Thea doch bedeutend ernster und vern�nftiger: Ziellose Tingelei durch die Welt, zweckfreies �Chillen“ als Lebensinhalt – das kam f�r sie schlicht nicht infrage.
So hatte Thea ihre Entscheidung getroffen, ganz f�r sich, ohne ihre Mutter ernsthaft einzubeziehen und auch ohne Falko, den sie noch viel eher h�tte um Rat fragen wollen, wenn es notgetan h�tte. Aber das hielt sie nicht mehr f�r erforderlich, und in der Tat waren ihr Erfahrungshorizont und ihr Einsch�tzungsverm�gen bei Weitem nicht nur auf sexuellem Gebiet �berdurchschnittlich entwickelt, vielmehr hatte sie stets darauf geachtet, ihre M�nnerbekanntschaften so zu w�hlen, dass sie nicht nur der gegenseitigen k�rperlichen Erbauung dienlich waren, sondern auch ihrer Pers�nlichkeitsentwicklung. Beides miteinander zu verbinden, was konnte es Besseres geben?
Leichter als gedacht war es ihr gelungen, die Mutter zu �berzeugen zuzustimmen, nachdem sie deren Liebhaber, ihren Quasi-Stiefvater, als Ersten in die Pl�ne eingeweiht und daf�r begeistert hatte. Als dieser n�mlich h�rte, dass jener Beat f�r alle Kosten aufkommen wolle, musste Thea nicht mehr viel argumentieren. Die W�rfel waren gefallen. In wenigen Wochen w�rde Thea weit weg sein, etliche hundert Kilometer, um sich ein St�ck der gro�en weiten Welt zu erobern. Das war der Anlass, der es f�r sie nunmehr unaufschiebbar machte, zuvor noch einmal Falko zu besuchen.
Das letzte Treffen der beiden lag doch schon lange zur�ck, es war im letzten Fr�hjahr gewesen, mithin vor fast genau einem Jahr. Eine Ewigkeit, wie ihr schien. Noch l�nger war es her, dass Thea ihn in seinem Haus besucht hatte. Besonders seither, aber �berhaupt bereits seit ihrem Wegzug lebte Falko noch mehr als Thea von der Erinnerung an die s��en, berauschenden, unvergesslichen Treffen mit ihr.
So arg bergab, wie er, der es gelernt hatte, im Zweifel lieber eine Spur zu pessimistisch zu sein, es sich dereinst ausgemalt hatte, ging es dann zum Gl�ck f�r ihn aber doch nicht. Zun�chst war es ein Geschenk des Himmels f�r ihn, dass die Treffen mit seiner Thea wenigstens nicht abrupt aufh�rten. Zum anderen hatte durch ihren Umzug eine Zeitungsaustr�gerin gefehlt, und sein Freund Alfons schaffte es tats�chlich mithilfe seiner Kontakte, dass niemand anderes als die kleine Maria diesen Job bekam, trotz ihres daf�r eigentlich wirklich noch nicht ausreichenden Alters.
Doch so jung sie noch war, als so aufgeweckt, wohl gar gerissen, erwies sich die Kleine. Dass sie die Zeitungen fehlerfrei und flink verteilte, war nur die eine Seite dabei. Es gab aber noch eine andere Seite, die etwa darin zum Ausdruck kam, dass Maria es nicht selten einrichtete, ihren dienstlichen Weg genau am Hause Falkos enden zu lassen und dabei bis zum Unterrichtsbeginn ihrer Schule noch gen�gend Zeit �brig zu haben, um ihn mit einer Portion liebevoller Z�rtlichkeit zu wecken, die er dem M�dchen gern zur�ckgab. Dar�ber hinaus aber hatte sie schon nach kurzer Zeit geflissentlich in Erfahrung gebracht, wo auf ihrem Wege Herren wohnten, die nichts dagegen einzuwenden hatten, ihre Zeitung erst am Nachmittag pers�nlich �berbracht zu bekommen, verbunden mit einer �Entschuldigung“ in Form eines feuchten Liebesspiels.
Vielleicht war Maria wirklich die geborene Hure. Zu niemandem entwickelte sie eine tiefere Beziehung, auch zu Alfons nicht, den sie nach wie vor ebenfalls besuchte. Nat�rlich wurde sie nicht mit Geld abgefunden. Ihr Lohn war die Anerkennung, die Dankbarkeit und die kleinen Aufmerksamkeiten der Herren – ob es sich dabei nun um ein glitzerndes Armband handelte, um S��igkeiten oder um eine Einladung ins Kino. Diese Dinge nahm sie gern hin und genoss die Reputation, die sie sich auf diese Weise erwarb: Sie wusste ganz genau, dass sie in Kreisen einschl�gig interessierter Herren bestens bekannt war, dabei als fr�hreife Verf�hrerin, fesches Flittchen und Traum einer Lolita zugleich galt, und sie entsprach den daraus sprie�enden Erwartungen mit ausuferndem Eifer.
Doch das Leben hielt f�r sie nicht nur unbeschwerten Spa� bereit, sondern auch eine wahre Stunde des Schreckens. Eines fr�hen, dunklen Winterabends ritt sie in des Apothekers B�rozimmer wie wild auf dem keuchenden Mann, um dessen Lustspender, der sich zuvor schon in ihren Mund ergossen hatte, binnen kurzer Zeit ein zweites Mal zum harten Phallus zu massieren, und ge�bt, wie sie war, gelang es ihr auch nach einer Weile. Mit einem Aufb�umen jagte er ihr die letzten Tropfen seines Spermas in den Bauch, w�hrend zur selben Sekunde eine gewaltige orgastische Entladung Marias Bewusstsein auf das pure Weib in ihr einengte.
Erst eine kleine Weile sp�ter bemerkte sie die unheimlich erscheinende Leblosigkeit des K�rpers unter ihr, st�rzte splitternackt und sichtbar befleckt, wie sie war, in den Verkaufsraum, um Hilfe zu holen, aber niemand konnte Alfons mehr helfen, es war geschehen um ihn. Herzversagen. Eigentlich ein sch�ner Tod, wie Falko einige Tage sp�ter befand, als er dem Grab des Freundes wei�e Orchideen beigab.
F�r Maria war es allerdings, wenig erstaunlicherweise, ein wahrhaft schockierendes Erlebnis gewesen, das sie mit beachtlichem Erfolg dadurch verdr�ngte, dass sie sich nur umso rigoroser in amour�se St�rme st�rzte. Das Teufelsweib in Maria zeigte sich jedoch nicht nur in ihrer mehr und mehr triebhaften Kopulationsfreude. Vielmehr war sie, ganz im Gegensatz zu Theas zu Vorsicht neigendem, zur�ckhaltendem Charakter, eines der M�dchen, denen es spielend gelingt, sich immer wieder in den Mittelpunkt zu stellen und von Freundinnen wie auch Kontrahentinnen beneidet zu werden. Was immer sie, mehr oder weniger offen, leidenschaftlich trieb, das reizte andere, es nachzuahmen, ihr gleichzutun. Und Maria konnte helfen. Sie kannte gen�gend nach jungem Blut lechzende Stecher in der Stadt, um ihre sie bewundernden Freundinnen �versorgen“ zu k�nnen.
So sah sich auch Falko in der Situation, daraus seinen Vorteil zu ziehen und sein Vergn�gen zu haben. Er geh�rte einfach dazu, zu dem Kreise von Herren im besten Alter, um den sich eine Horde liebeshungriger Lolitas scharte, von denen eine der j�ngsten die ungek�rte, aber auch unbestrittene Anf�hrerin war: Maria.
War es nun so, dass der selige Alfons einfach einen guten Blick daf�r gehabt und schon zu fr�hester Zeit erkannt hatte, welche Anlagen in dem M�dchen schlummerten? Oder war es vielmehr so, dass Maria erst dank seines Einflusses, seiner Erziehung so geworden war? Falko konnte sich nicht entscheiden, welche Antwort die richtige sein mochte.
So reizend das alles f�r ihn war, konnte es jedoch mitnichten mit den tiefen Gef�hlen konkurrieren, die ihn mit seiner Thea verbunden hatten. Das war unersetzlich, unwiederbringlich, und so dachte Falko oft mit Wehmut an sein erstes, einzig wahres Zeitungsm�dchen, wiewohl er auch wusste, dass es der nat�rliche und unaufhaltsame Gang des Lebens war, dass ihre Seele sich seiner entfernte, und er blickte ohne Bitternis mit gro�er Dankbarkeit auf seine Erinnerungen an sie zur�ck.
Denn es entsprach ja allein schon aus biologischen Gr�nden dem Lauf der Dinge, dass Falkos und Theas Verh�ltnis sich ver�nderte: Ihr K�rper hatte sich zu dem einer Frau gewandelt. Aus den kleinen Knospen war ein ansehnlicher Busen erwachsen, ihre H�fte war breiter geworden, ihr Po �ppiger. Kurz gesagt, w�re Falko ihr heute, in ihrem jetzigen Alter, begegnet, h�tte sie wohl kaum die gleiche, magische Faszination auf ihn ausge�bt. Das war das Los von M�nnern, die sich zu heranwachsenden M�dchen hingezogen f�hlten: Es blieben nur wenige Jahre, dann welkte der Zauber dahin. Um so gl�cklicher war Falko, dass seine Verbundenheit zu Thea in weitaus mehr bestand als k�rperlichen Reizen. Es wurde ihm warm ums Herz, als er auf die Uhr blickte und vermutete, dass sie nun jeden Augenblick eintreffen m�sse.
* * *
J
ust in dem Moment klingelte es. Kaum hatte Falko die T�r aufgerissen, da flog Thea auch schon in seine Arme. Ihre nicht enden wollende Umarmung sagte mehr, als Worte es vermocht h�tten. Erst als er die wohlige W�rme ihres K�rpers lange genug gesp�rt, ihren unvergleichlichen Duft ausgiebig eingesogen und sie mit aller Kraft an sich gedr�ckt hatte, erst als auch Thea sich ausreichend lange der N�he ihres geliebten Falko vergewissert hatte, betrachtete er sie von oben bis unten und stellte fest, dass sie seiner vorherigen Gedanken zum Trotz immer noch wahnsinnig gut aussah.
Es folgte ein gewohntes Ritual: Sex lag in der Luft, doch zuvor hatte Thea mal wieder ein Gest�ndnis zu machen, welches ihr ausgesprochen schwergefallen w�re, wenn nicht Falko es bereits geahnt h�tte. Diesmal ging es um ihren Umzug ins Internat. Von dem Angebot hatte sie Falko bereits andeutungsweise berichtet, und nat�rlich gen�gte ihm ein kurzer Blick in ihre Augen, um ihre inzwischen getroffene Entscheidung zu kennen. �Aber Thea, das ist doch wunderbar“, sprach er ihr Mut zu.
�Aber dann bin ich doch noch weiter von dir weg“, jammerte sie, doch Falko lie� den Einwand nicht gelten: �So h�ufig wie in letzter Zeit werden wir uns wohl auch dann noch sehen k�nnen“, lachte er, �und du w�rdest mich traurig machen, wenn du meinetwegen eine solche Gelegenheit ausschl�gst. �brigens kenne ich diesen Mann ein bisschen.“
Da war Thea so unendlich beruhigt, dass sie Falko sogleich in sein Schlafzimmer entf�hrte, um das zu tun, wonach sie sich seit Monaten gesehnt hatte, und verga� dabei ganz, auf seine letzte Andeutung einzugehen. Genauer gesagt, fiel ihr das �berraschende dieser seiner Offenbarung in dem Moment gar nicht auf, in dem sie sich mit allen Fasern ihres Herzens und Leibes auf das Genie�en der noch immer so vertrauten und vollkommenen Harmonie des lang vermissten Zusammenseins mit Falko konzentrierte.
Ihr K�rper war in der vergangenen Woche von nicht weniger als vier verschiedenen M�nnern verw�hnt worden, doch einzig Falko kannte sie so gut, dass er sie mit wenigen Ber�hrungen in die h�chsten H�hen der Lust zu stimulieren vermochte. Sie bedauerte es beinahe, als sie unter seinen zugleich wilden und gef�hlvollen St��en allzu bald zum Orgasmus kam, denn der Weg dorthin war so unbeschreiblich sch�n gewesen, doch nun war es zun�chst vorbei.
Nicht vollst�ndig allerdings, denn Falko hatte sich wieder einmal etwas einfallen lassen und f�tterte Thea jetzt mit Weintrauben, importiert von der entgegengesetzten Seite der Erdkugel, dort, wo es gerade Herbst war. Sie schmeckten k�stlich, doch darum ging es nur nebens�chlich. Vor ihm zu knien und um eine weitere Traube aus seiner Hand zu betteln, erf�llte Thea mit Liebe und Zuneigung. Mit all seiner Erfahrung steigerte Falko die prickelnde Erotik des Spiels, bis er schlie�lich, seinem Alter zum Hohn, erneut steif wurde und die letzte Traube gekonnt auf seinem Penis balancierte, damit Theas gieriger Mund sich �ber beides hermachen konnte.
Erst als die beiden es sich aneinandergekuschelt auf dem Sofa gem�tlich gemacht hatten, kam Falko auf das vorherige Thema zur�ck: �Dein Beat ist ein gro�er Kenner und Liebhaber der erotischen Literatur und des Films, wusstest du das?“
Nat�rlich wusste Thea das, aber sie hatte keine Ahnung, was das mit Falko zu tun haben mochte. Da berichtete er ihr, dass er Beat auf einer Buchmesse kennengelernt habe. Dieser sei auf ihn zugekommen und habe ihm von einem jungen M�dchen erz�hlt, einer ganz erstaunlichen Pers�nlichkeit, die ihn au�erordentlich fasziniert habe. Freiweg hatte Beat – ahnungslos, welch Zufall ihn mit Falko zusammengef�hrt hatte – diesem anschlie�end einige Andeutungen gemacht, die Falko die eindeutige Vermutung aufdr�ngten, es m�sse sich um niemand anderes als Thea handeln. Doch h�tte er es als indiskret, vor allem
ihr gegen�ber, empfunden, es offen zu erkennen zu geben, und so hatte Falko sich in dieser Frage bedeckt gehalten, dar�ber hinaus freilich noch gute und angeregte Gespr�che mit dem Mann gef�hrt. Nun aber, da er ihn auch in Theas Worten wiedererkannte, wusste Falko genau, dass es sich um ebendiesen, ihm sehr sympathischen und Vertrauen erweckenden Herrn handelte.
Allerdings: So unfassbar gro� war der Zufall gar nicht, der die beiden M�nner zusammengef�hrt hatte. Vielmehr hatte es f�r Falko einen sehr besonderen Anlass gegeben, auf jener Buchmesse anwesend zu sein: Sein Vorhaben, Theas Erlebnisse in Form eines kleinen Buches festzuhalten, war zu dem Umfang und der Qualit�t eines Romans gereift, f�r den sich auf Anhieb ein begeisterter Verleger fand. Sicherheitshalber hatte Falko mit dem Alter ein wenig geschummelt und unter Pseudonym ver�ffentlicht. Dennoch hatte sein Werk einen gewissen Skandal ausgel�st, was die Verkaufszahlen nat�rlich in unerwartete H�hen trieb – unerwartet jedenfalls f�r den Autor; sein Verleger mochte genau diese Entwicklung erhofft haben. Kurz vor jener Buchmesse hatte Beat den Roman bereits gelesen.
Danach aber hatte sich ein bekannter Regisseur gemeldet, der die Story verfilmen wollte und um Falkos Mitarbeit bat. Zwar hatte die Handlung letzten Endes nur noch entfernt mit den tats�chlichen Geschehnissen zu tun, die ihr zur Vorlage dienten, doch Falko war mehr als zufrieden mit dem Ergebnis, hatten doch allen Verw�sserungen zum Trotz sowohl die tiefe Romantik ihrer Liebe, als auch der ihr innewohnende Tabubruch, und nicht zuletzt Theas wundervolle Pers�nlichkeit in �berzeugender Weise den Weg auf die Leinwand gefunden. Bei der Premiere des Films waren sich Falko und Beat ein zweites Mal begegnet.
Au�er dem f�r Thea h�chst erstaunlichen Umstand, dass er Beat kannte, hatte Falko gleich noch eine zweite �berraschung f�r sie parat: �Und hier“, er hielt zwei Eintrittskarten in die H�he, �ist unser Programm f�r den morgigen Abend. Der Film l�uft n�mlich gerade in unserem Provinzkino.“
Thea h�tte sich in diesem Moment fragen k�nnen, warum sie von alldem nicht schon eheretwas erfahren hatte. Doch die Antwort lag ja auf der Hand: Es h�tte die wunderbare �berraschung verdorben, die Falko ihr damit jetzt bereitete.
Nach einer eng miteinander verbrachten Nacht und einem Tag, an dem sie Falko an die Grenzen seiner sexuellen Leistungsf�higkeit brachte, sa� Thea also neben ihrem allerliebsten Liebsten auf haargenau jenem Kinosessel, wo sie damals neben Dunja gesessen hatte. Damals, als alles anfing – wie ihr nun erst bewusst wurde. Denn jener Film, zu dem sie von ihrer Freundin eingeladen worden war, hatte sie enorm beeinflusst und letztlich �berhaupt erst zu ihrer Ann�herung an Falko gef�hrt. Und nun war es also
ihre Geschichte, die hier gezeigt wurde?
Nun, sie war es nicht ganz, wie Falko bereits gesagt hatte, doch in gewisser Weise war sie es schon. Die F�nfzehnj�hrige im Film hatte mit Mitsch�lern und Stiefv�tern zu ringen, die allesamt scharf auf ihren K�rper waren, sich ihr gegen�ber ansonsten aber abgrundtief gemein verhielten. Das M�dchen fand Zuflucht bei einem alleinstehenden �lteren Herrn, dem sie morgens die Zeitung brachte. Zwischen Juliane, wie sie im Film hie�, und dem r�stigen Rentner entwickelte sich eine tiefe Freundschaft, dann Liebe. Dies alles half ihr, die Aggressionen und die Strenge des Stiefvaters zu ertragen und noch einiges mehr.
Doch immer deutlicher sp�rte jeder Zuschauer, der sich in die Figur des M�dchens hineinversetzen konnte, wie sehr es sich danach sehnte, die heimliche, vertraute Beziehung mit dem ungleichen Partner auch auf der k�rperlichen, sexuellen Ebene auszuleben. Immer sehnsuchtsvoller musste jene Juliane im Film all das entbehren. Ihre Leidenszeit dauerte ein volles Jahr – doch dann standen sie und der alte Mann nackt voreinander, und die Bilder des Filmes zeichneten das ungleiche Paar in einer wundervoll romantischen Erotik.
Gleich zu Beginn war Thea zu Tr�nen ger�hrt, denn dieser Teil entsprach genau ihrer eigenen Erinnerung an die Zeit, in der Falko und sie sich kennenlernten. Thea fand auch, dass das M�dchen seine, nein,
ihre Rolle, ausgezeichnet spielte. Nicht nur das, es war ein wirklich zuckers��es Pers�nchen. Da konnte Thea gut nachvollziehen, dass ein Mann wie Falko oder wie dieser Robert im Film sich in sie verliebte. Mehr noch, sie selbst fand so gro�en Gefallen an der jungen Schauspielerin, dass ihr seit langer Zeit wieder einmal die erotischen Spiele zwischen ihr und Dunja in den Sinn kamen.
�berhaupt kam ihr einiges in den Sinn, Vergangenes und m�gliches K�nftiges. Bald hatte sie sich zwar �u�erlich ruhig an Falko gekuschelt, den Kopf an seine Schulter gelehnt. Doch innerlich schwamm sie in einem Meer der M�glichkeiten, das f�hlte sie ganz intensiv, und das best�rkte sie noch einmal in der Entscheidung fortzugehen. Was dann geschah, als der Mann und das zur jungen Frau gereifte M�dchen auf der Leinwand miteinander ins Bett gingen, konnte Thea kaum fassen: Eine irre Animation von Wirbeln und Strudeln und Weltraumraketen veranschaulichte Julianes ersten Orgasmus, so als h�tten die Filmemacher vor Jahren einen gr�ndlichen Blick in Theas Kopf geworfen, denn genau so hatte sie ihren eigenen ersten H�hepunkt im Ged�chtnis. Es fehlten Alfons und Dunja, aber was machte das schon? Entscheidend war, dass offenbar Falko in seinem Buch genauestens geschildert hatte, was damals in Thea vorgegangen war. Wie viel Einf�hlungsverm�gen geh�rte dazu? Es stimmte, was sie immer gef�hlt hatte, dass sie einander so nahe waren, wie es n�her gar nicht ging.
Gebannt starrte Thea auf die Leinwand bis zum Schluss des Films. Juliane wurde schwanger, und sie freute sich auf ihr Kind. Mit ihrer Mutter und erst recht mit ihrem Stiefvater hatte sie l�ngst gebrochen, und gegen�ber den Mitsch�lern verlieh die Mutterschaft ihr einen �berlegenen Stolz.
Als der Abspann lief, f�hlte Thea geradezu einen winzigen Falko in ihrem Bauch wachsen, so sehr lie� sie sich auf diesen Gedanken ein, der ihr bisher noch gar nicht gekommen war: mit Falko eine Familie zu gr�nden. In diesem Moment h�tte sie diesen wundervollen Menschen gerne in die n�chste Generation hin�bergetragen. Sehns�chtig, aber auch ein bisschen fragend, sah sie ihren Geliebten an.
Doch der alte Mann, der den Film schon so oft gesehen hatte, dass er jede Szene auswendig kannte, schlief tief und fest und regungslos.
- ENDE
Das Zeitungsm�dchen (Teil 8 von 8) Creative Commons:
(CC: BY-NC-ND) Rolf Isar und Paul Pixie
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