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Das Zeitungsm�dchen

  • von Rolf Isar und Paul Pixie
  • – Erotische Erz�hlung –

Inhalt: Die Geschichte behandelt ein Tabuthema: Eine erotische Beziehung zwischen einem minderj�hrigen, gerade erst pubertierenden M�dchen und einem �lteren Mann. Es handelt sich um reine Fiktion. Der Text ist nicht pornographisch, aber durchaus explizit. Bei Weitergabe beachte man die rechtlichen Rahmenbedingungen des jeweiligen Staates.

      • Herausgegeben von den Autoren. Wien, �sterreich, Dezember 2013
  • – Die Geschichte ist auch als E-Book im Format EPUB erh�ltlich. –

 

 

 

Creative Commons: (CC: BY-NC-ND) Rolf Isar und Paul Pixie. Der Text darf frei verwendet werden, jedoch nicht kommerziell, nur vollst�ndig und unver�ndert und nur einschlie�lich der (CC)- und Autorenangaben.

                  • Dezember 2013

  3 – Fr�hlingsgef�hle

    • Was bisher geschah: Von einem Kinofilm beeindruckt, sieht die zw�lfj�hrige Zeitungsaustr�gerin Thea in Falko, einem ihrer Klienten, das Ebenbild des Filmhelden, welcher in eine Beziehung mit einer Siebzehnj�hrigen geraten war. Thea ist einsam und ersehnt sich einen Freund und Besch�tzer. Innerlich schw�rmt sie f�r Falko, ungeachtet dessen Alters von fast sechzig Jahren. Sie beginnt ihm kleine Briefe zu schreiben, und der ebenfalls einsame Mann l�sst sich darauf ein.
  • A m n�chsten Morgen in aller Fr�he fiel es Thea richtiggehend schwer, ihre Tour wie gewohnt zu absolvieren und nicht etwa zu allererst Falkos Haus anzusteuern. Tausendmal konnte sie sich aus reinem Zweckpessimismus einreden, es w�rde nicht gleich heute eine Antwort f�r sie bereitliegen – es hatte wenig Sinn; ihre Hoffnung war zu stark und zu froh. Unglaublich, wie befl�gelt sie sich durch den neu gewonnenen Kontakt f�hlte! Alle kleinen Widrigkeiten, die ihr den Tag �ber begegneten, hatten an Bedeutung verloren. Die Welt erschien leicht und in hellen Farben. Ja, es machte sie gl�cklich, dass da tats�chlich etwas f�r sie bereitlag, diesmal kein K�rtchen, sondern ein richtiger Brief. 

Wieder bis nach dem Schulschluss warten? Nein, wenn ihr auch nur zwei, drei Minuten nach dem Verteilen der Zeitungen blieben, w�rde sie den Brief gleich noch vor dem Unterricht lesen. Irgendwie sehns�chtig schaute sie noch einmal zu dem Haus, in dem ihr �lterer Brieffreund lebte, da fiel ihr auf, dass dort Blumen standen. Sollte etwa… sollte es ihr gelten? 

Thea schalt sich selbst ob so viel Anma�ung. Sicherlich hatte er die Blumen herausgestellt, damit sie �ber Nacht k�hl stehen sollten, und heute am Tage w�rde er jemanden besuchen und sie mitnehmen. Vielleicht ein Krankenhausbesuch. Oder – eine Frau? 

Aber das brachte das M�dchen auf eine Idee. Vielleicht freute es ihn, w�rde sie ihm irgendetwas Pers�nliches von ihr hinterlassen. Indes, etwas Passendes fiel ihr nicht gleich ein; so verschob sie diese Idee auf sp�ter. F�r den Rest ihrer Runde beeilte sie sich, damit ihr noch etwas Zeit zum Lesen blieb…

Der Inhalt des Briefes war k�rzer, als sie es sich erhofft hatte. Sie wollte doch so gern N�heres erfahren �ber das Leben dieses Mannes, und speziell, warum er keine Frau hatte. Er aber lie� ihr den Vortritt. Wie schwer musste ihm das Erz�hlen fallen! Da w�rde sie, Thea, sich wohl gro�e M�he geben m�ssen, bis er zu ihr gen�gend Vertrauen fasste.

 

Umso w�rmer wurde ihr aber durch die herzliche Wortwahl Falkos. Und er hatte ihr das Du angeboten. Das f�hlte sich sch�n an. Thea h�tte ihn wahrlich nicht beim Nachnamen nennen wollen, das h�tte so viel Distanz ausgedr�ckt… dabei wollte sie ihn doch kennenlernen, ihm nahe kommen, am besten seine kleine Freundin werden. Au�er, dass es ihm offenkundig schwer fiel, sich zu �ffnen, sprach aus seinen Worten kein bisschen Ablehnung, kein Vorbehalt. Alles in allem war das doch toll! 

Aber – ein Foto. Sie selbst hatte davon angefangen, und nun hatte sie das Problem. Erstens wusste sie noch immer nicht, wie er sie denn am liebsten sehen wollte, und zweitens w�rde es, nachdem sie eines ausgew�hlt h�tte, mindestens drei Tage dauern, bis sie den Abzug in den H�nden hielte. Aber Dunja w�rde ihr zur Seite stehen. Nach der Schule waren die beiden ohnehin miteinander verabredet. 

Schneckenlangsam vergingen die Stunden des Vormittags. Endlich war es so weit; Thea eilte nach Hause, rannte buchst�blich, las dort noch einmal Falkos Zeilen, zog sich etwas Bequemeres an und flitzte zu Dunja hin�ber, die an diesem Tag gl�cklicherweise auch schon zu Hause war.

Nun endlich musste sie ihrer Freundin von der neuesten Entwicklung in Sachen Falko erz�hlen. Dunja h�tte es, im Unterschied zu Theas Mutter, ohnehin bemerkt, dass sich die Kleinere im emotionalen Ausnahmezustand befand. Nein, Thea zeigte ihr nicht die beiden Brieflein. Das h�tte sie als eine Art Vertrauensbruch angesehen. Aber mit eigenen Worten wiederzugeben, was darin stand und was sie selbst dem Mann geschrieben hatte, das hielt sie nicht f�r unangemessen. Schlie�lich sollte Dunja ihr doch auch helfen, ein Foto auszusuchen und es in der Drogerie abzuliefern, besser gesagt, zu �berspielen. Fast alle Fotos der letzten Zeit, die von Thea existierten, hatte n�mlich die Freundin mit ihrer Digitalkamera gemacht.

Aber das Problem, das Thea plagte, n�mlich, welcherart Ablichtung wohl Falko am besten gefallen w�rde – f�r Dunja schien das gar kein R�tsel zu sein. Im Gegenteil. Sie �berlegte keine Sekunde lang, dann prustete sie heraus: �Na, ist doch klar: Er will ein Nacktfoto!“ 

An alles hatte Thea gedacht, nur daran nicht. Und sie konnte es auch gar nicht glauben. Aber Dunja schien wie versessen auf ihre vermeintliche Erkenntnis. Sie tanzte lachend um ihre j�ngere Freundin herum: �Er will dich nackig sehn, er will dich nackig sehn!!!“ Vergeblich versuchte Thea sie zu beruhigen, sie davon abzubringen, sie zu �berzeugen… Nein, f�r Dunja stand es felsenfest, was der Mann gern sehen w�rde. 

Sie fragte Thea, ob sie sich denn so h�sslich f�hle, dass sie ausgerechnet ihm gegen�ber Bedenken habe? Jedem Mann w�rde eine Frau die gr��te Freude machen, wenn sie sich ihm v�llig nackt und blo� zeigte. �Frage nicht nach Sonnenschein! – Ausnahmen gibt’s leider keiiine…“, tr�llerte sie die Zeilen eines bekannten Songs �ber die Eigenheiten von M�nnern nach.

Nein, h�sslich glaubte Thea nicht zu sein. Aber auch nicht besonders h�bsch. Da waren ein paar l�stige Pickel, die sich immer mal wieder zeigten. Da war die Sorge, sie k�nnte bald ihre sch�ne schlanke, grazile Gestalt verlieren, indem sie zun�hme, so, wie viele ihrer Mitsch�lerinnen in den oberen Klassen im Laufe der Pubert�t kr�ftig zugelegt hatten. Und da waren ihre noch kaum zu ahnenden Br�stchen, die wiederum gern wachsen durften, offenbar jedoch nicht wollten. Ein Nacktfoto! W�re das nicht billige, sch�bige Anmache?

Ach Dunja. Sie hatte manchmal so absonderliche Ideen und Ansichten. Aber nicht nur, dass sich diese, mehr oder weniger �berraschenderweise, sp�ter zumeist als gar nicht so weit hergeholt erwiesen – wichtig war, dass Thea alles, aber auch wirklich alles, was sie bewegte, Dunja erz�hlen konnte, ohne dass diese abwertend reagiert oder auch nur schlecht �ber sie gedacht h�tte. Das vor allem anderen war es, was die beste Freundin auszeichnete: Das Gef�hl der unbedingten Sicherheit. 

Umgekehrt war Thea f�r die F�nfzehnj�hrige die Person, die alles Vertrauen aufs Beste rechtfertigte, und f�r sie war eine solche Freundin, auch wenn sie noch so jung war, ebenfalls �u�erst wertvoll und wichtig. Das lag auch daran, dass sie doch etwas anders war als andere M�dchen. Dunja war immer schnell dabei, eine Idee umzusetzen, ohne gro�e Scheu und Angst. Sie hatte auch schon reichlich Sex und war dabei, salopp gesagt, ziemlich locker drauf. Neulich erst hatte sie Thea beruhigen m�ssen, als diese von der Sorge umgetrieben war, wenn die �ltere demn�chst einen festen Freund habe, k�nnte wohl die Freundschaft der beiden M�dchen leiden. Dabei hatte sie gesagt: �Ich will doch gar keinen Kerl haben. Jedenfalls nichts Ernstes. Vielleicht sp�ter mal. Aber jetzt will ich lieber die Freiheit, mit jedem Jungen zu schlafen und mit jedem Mann, mit dem ich will. Und au�erdem bist Du mir doch viel zu wichtig, als dass ich unsere Freundschaft vernachl�ssigen w�rde!“ 

Ja, sie hatte schon mit so einigen Jungen geschlafen und auch mit M�nnern. Der �lteste war schon weit in den Drei�igern. Thea kam nicht umhin, ihre Freundin daf�r zu bewundern, wie souver�n sie mit dem heiklen Thema umging. Und sie beneidete sie durchaus nicht wenig um ihre Erfahrenheit in diesen Dingen, die sie freilich f�r sich selbst erst in sp�terer, noch v�llig unabsehbarer Zukunft w�hnte.

Daf�r, das blieb auch der J�ngeren nicht verborgen, war Dunja durchaus ein beliebtes Ziel von Klatsch, Tratsch und �bler Nachrede geworden. Gerade zu jener Zeit, als sich die beiden kennenlernten, hatte das eine Rolle gespielt, und damals konnte Dunja bei weitem noch nicht so erstaunlich souver�n damit umgehen wie inzwischen als F�nfzehnj�hrige. Letzten Endes jedoch hatte sich ihr Freiheitsdrang nur noch um so st�rker durchgesetzt. Niemand sollte ihr hineinreden k�nnen, wie sie ihr Intimleben zu gestalten habe. Das war f�r sie ebenso unersch�tterlich wie das Bekenntnis zu ihrer besten Freundin, Thea. Im Grunde bewies alles Zicken und Geifern doch nur die Unreife derjenigen, die �ber sie herzogen.

F�r Dunja hatte ihr Leben stets den Vorrang vor dem Leumund. Das war ihr festes Prinzip, und dieses suchte sie auch Thea nahezubringen, die mit derlei Missgunst, Neid und H�nseleien auch schon unliebsame Erfahrungen hatte machen m�ssen, bei ihrer ersten Liebelei, vor einem Vierteljahr.

Aber bei allem Vertrauen: Falko ein Nacktfoto zu schicken, kam beim besten Willen f�r Thea nicht infrage. Jedenfalls noch nicht. Dann meinte sie, dass sie doch Falko einfach fragen k�nne, ob er so etwas im Sinn habe. Aber Dunja hielt das f�r keine gute Idee: �Klar kannst du ihn fragen, und wenn er was taugt, freut er sich �ber deine Offenheit. Viel sch�ner w�re esdoch aber, wenn du dir das aufheben w�rdest, als �berraschung f�r irgendwann.“ Nach einer kurzen Pause des �berlegens setzte sie hinzu: �Pass auf: Lass uns heute einfach ein paar Fotos machen. Wenn du willst, k�nnen wir auch zu zweit da drauf sein, dann f�llt es dir wahrscheinlich leichter. Und dann heben wir die so lange auf, bis du sie gebrauchen kannst.“

Ganz �berzeugt war Thea nicht, aber sie nickte, woraufhin die Freundin ihren Fotoapparat holte sowie ein Stativ. Ihr Vater hatte im Keller einen Baustrahler herumstehen, der f�r solche Zwecke ebenfalls gut zu gebrauchen war, um das Blitzlicht der Kamera zu mildern, aber es war ein heller Tag, und das gro�e, weite Fenster lie� jede Menge Licht ins Schlafzimmer von Dunjas Eltern ein, wo sich ein gro�er Spiegel befand. Die junge Hobbyfotographin stellte das Stativ etwas seitlich vor den Spiegel, so dass die beiden M�dchen seitlich von hinten aufgenommen werden w�rden und gleichzeitig im Spiegel zu sehen w�ren. Ob das mit dem Blitzlicht und dem Spiegel funktionierte, w�rde man dann schon sehen. 

Kichernd zogen sich die beiden M�dchen aus und posierten dann ein paar Mal, w�hrend der Selbstausl�ser jeweils die Belichtung freigab. Noch nackend schauten sie sich anschlie�end die Resultate ihrer M�hen an. Am besten gefiel Thea ein Foto, das im direkten Blick nur Thea von hinten sowie den Schopf der von der J�ngeren verdeckten Dunja zeigte. Im Spiegel jedoch waren beide im seitlichen Profil zu sehen, wie sie sich frontal gegen�berstanden und sich in die Augen schauten, gegenseitig die H�nde an die H�fte der Freundin gelegt, und die Brustwarzen sich ber�hrten. Thea hatte sich dazu extra auf die Zehenspitzen gestellt. Zwar unterstrich dieses Foto gar noch die Unterschiedlichkeit der Br�ste der beiden, aber immerhin zeigte es auch, dank der herausstreckenden Haltung beider, dass Thea �berhaupt schon einen Ansatz davon hatte. Es strahlte eine nat�rliche und eigentlich gar nicht anst��ige Erotik aus und wirkte zugleich etwas geheimnisvoll, da die Gesichter nicht von vorn zu sehen waren. 

 

Im Grunde genommen konnte Thea sich nun sogar schon vorstellen, dieses Foto jemandem zeigen zu k�nnen, bei dem sie sicher war, dass er es sch�tzte und sorgf�ltig damit umginge. F�rs Erste hatte Dunja aber auch einen guten Vorschlag f�r ihre Freundin. Sie k�nne doch eines der Strandfotos vom vergangenen Sommer nehmen, auf denen sie mit Bikini zu sehen war. Diese Idee gefiel der J�ngeren. Gemeinsam suchten sie ein Bild heraus, das Thea zeigte, wie sie sich gerade nach einem ihr zugeworfenen Aufblasball reckte.

Dunja blieb freilich nicht verborgen, wie traurig ihre Freundin ob der Aussicht war, mindestens drei Tage warten zu m�ssen, bis sie dieses Foto auf Papier abholen k�nne. Nach kurzem Nachdenken fragte sie, ob dieser Falko denn schon so alt sei, dass er wom�glich keinen Computer besitze. Thea sch�ttelte den Kopf, neugierig, worauf Dunja hinauswollte. Diese hatte in dem Moment die L�sung: �Ich hab doch noch die alte Speicherkarte, die nehme ich doch eh nicht mehr. Da kopieren wir das Foto rauf. Er kann sie dir ja dann zur�ckgeben. Vielleicht hat er auch ein Foto von sich, dann kann ich ihn auch mal sehen und muss nicht vor lauter Neugier vor seinem Haus lauern, bis sich der Herr mal zeigt.“ Beide kicherten. 

Von der neu herausgefundenen – zudem kostenlosen – M�glichkeit umgehend Gebrauch machend, suchte Thea gleich noch mehr Fotos von jenem Tag heraus. Eines zeigte sie im Wasser, wie sie es kr�ftig in Richtung der Fotographin aufspritzte. Auf einem weiteren sah man sie gen�sslich an einer Eiskugel schlecken, die auf einer Waffelt�te steckte, und ein letztes f�gte sie noch hinzu, welches sie beim Sonnenbad zeigte. Dabei hatte sie das Bikinioberteil, welches am R�cken und am Hals zusammenzubinden war, ge�ffnet, lag aber, den Kopf zur Seite gedreht, auf dem Bauch, so dass man nichts �Schlimmes“ sehen konnte.

Nun musste sie aber nach Hause. Thea hatte n�mlich den st�ndigen Auftrag, ihr Br�derchen von der Kinderbetreuung abzuholen, bevor die Mutter nach Hause kam. Dieser Zeitpunkt r�ckte langsam, aber unerbittlich heran. Und die Hausaufgaben musste sie auch noch vorher erledigen, wenn sie keine Schelte bekommen wollte.

Sp�t am Abend, als sie eigentlich schon schlafen sollte, schrieb sie in ihrem Bett im Lichte der Nachttischlampe, das so schwach war, dass sie es �fters �ber Nacht eingeschaltet lie�, ihren Antwortbrief an den Endf�nfziger. Die Anrede �Lieber Falko…“ traute sie sich nicht zu verwenden. Noch nicht.

�Guten Abend Falko. Sch�n, von Dir Post zu haben. Heute war es erst der zweite Brief, und ich hab mich schon so daran gew�hnt und warte schon auf den n�chsten. Ist das unversch�mt von Deiner kleinen Freundin?

 

Bei uns zu Hause geht es abends immer sehr hektisch zu. Jetzt liege ich schon im Bett und hab Zeit f�r Dich. Mama ist immer v�llig geschafft, wenn sie von der Arbeit kommt, und Mirko, mein kleiner Bruder, ist noch so unselbst�ndig, da muss ich helfen. Du musst wissen, wir haben keinen Vater. Also, nat�rlich haben wir einen, aber der ist weit weg und will nichts mehr von uns wissen. Dunja, meine beste Freundin, hat sofort gemerkt, dass ich ganz aufgeregt bin (was an Dir liegt), aber Mama hat nichts gemerkt. War ja klar. Dann muss sie auch nichts davon wissen. Will sie auch gar nicht, sie hat mit ihren eigenen Sorgen genug zu tun. Wenn ich Dir so von mir erz�hle, m�chte ich aber auch aus Deinem Leben etwas erfahren. Vor allem, warum genau Du allein bist. Aber auch alles andere. Bitte hab doch Vertrauen, ich versprech Dir, es nicht zu entt�uschen. Waren die sch�nen Blumen, die heute vor Deiner T�r standen, f�r eine Frau?

Ich hatte Dir ja ein Foto versprochenen. Wenn ich es in der Drogerie in Aufrag gebe, muss ich mindestens drei Tage darauf warten. Nein, DU musst warten. Dunja hatte noch eine alte Speicherkarte, da hab ich vier Fotos raufkopiert. Vielleicht kannst Du mir ja die Karte zur�ckgeben. Ich hoffe, die Bilder gefallen Dir.“

Thea stockte beim Schreiben. Sie dachte an die nachmitt�gliche Fotosession. Dunjas Idee, Falko zu �berraschen, gefiel ihr... eigentlich. Aber so recht �berzeugt war sie nicht davon. Was, wenn ihre Freundin sich irrte? Wenn eine solche �berraschung ungelegen k�me und wom�glich sogar alles zerst�rte, alles entwertete? Schlie�lich war Falko ein erwachsener, reifer Mann, und es war doch gut m�glich, dass er auf das sch�chterne Freundschaftsangebot Theas einginge, nicht weil er sie sch�n und erotisch fand, sondern obwohl ihr fast noch kindlicher, unvollkommener K�rper ihn ganz und gar nicht erregen konnte. 

Hingegen, wenn Falko sich wirklich als ein in allen Belangen vertrauensw�rdiger Freund erweisen wollte, dann hie�e das doch auch, dass sie ihm jede denkbare Frage stellen k�nne. Sonst h�tte es doch alles gar nicht den Wert, den sie der Sache inzwischen beima�. �Sorry, Dunja‘, formulierte sie in Gedanken eine innerliche Entschuldigung vor der Freundin, �aber ich wei� jetzt, ich f�hl mich doch wohler, wenn ich ihn frage.‘ Befreit von den Zweifeln, wenn auch nur z�gernd die passenden Worte findend, setzte das M�dchen fort:

�Jetzt… ich trau mich kaum… kommt noch was Peinliches. Dunja meinte, alle M�nner w�rden gern Frauen oder halt auch junge M�dchen nackt sehen. Am liebsten h�tte sie mich n�mlich �berredet, Dir ein Foto zu geben, auf dem ich nichts anhab. Was mich betrifft, ich w�rde Dir ja vertrauen… Aber ich glaube, an so etwas hast Du nicht gedacht, oder etwa doch? Komischerweise hat Dunja meistens recht in solchen Dingen…

 

Es ist schon sp�t und ich muss sehr fr�h raus, wie Du wei�t. Bin oft sooo m�de… Ich hab da einen Teddy, der ist nur so gro� wie ein Finger, er hei�t Findel, weil ich ihn mal am Strand gefunden hab. Er ist mein Gl�cksbringer. Bis jetzt hing er immer am Rei�verschluss von meinem Rucksack. Ich schenke ihn Dir. Wei� noch nicht genau, wo ich ihn morgen fr�h lasse, aber Du wirst ihn finden. Er soll Dir Gl�ck bringen.

Deine Thea, die Zeitungsfee“

* * *

O h je, dachte Falko, schon so sp�t! Er hatte auf das Stellen des Weckers verzichtet, weil er doch in den letzten Tagen immer schon vorher aufgewacht war. Aber diesmal hatte er verschlafen. Irritiert erinnerte er sich, mitten in der Nacht aufgewacht zu sein aus einem Traum. Darin war ein M�dchen vorgekommen, erinnerte er sich, nat�rlich war es Thea, und sie sie war nackt auf Engelsfl�geln in seine Arme geschwebt, unter dem h�sslichen Gekicher ihrer Freundinnen. Der Traum hatte ihn eine Weile besch�ftigt, und dann hatte sein Schlafbed�rfnis zugeschlagen, gerade als Thea ihre Runde drehte.

Thea! schoss es ihm durch den Kopf. Im Pyjama eilte er zur Haust�r. Ein Schreck durchfuhr ihn, als sich der Blumenstrau� noch an Ort und Stelle befand. Er beruhigte sich erst, als er die Zeitung durchw�hlt hatte und in den H�nden hielt, was er ersehnt hatte: Theas Brief. �Wie dumm von mir‘, dachte er, �wie h�tte sie wissen k�nnen, dass die Blumen f�r sie bestimmt waren?‘ 

Sorgf�ltig legte er den Umschlag auf den Esstisch. Es war ein sch�nes Ritual, ihn bei der Kaffeezubereitung einige Male zu umkreisen, ohne wirklich den Blick davon abzuwenden. Er nahm den ersten Schluck. Dann las er. 

Und bevor er noch seine ersten Gedanken zu Ende gedacht hatte, oh nein, oh nein, die Blumen, und oh ja, oh ja, arme, kleine, ungl�ckliche Thea, hastete er auch schon ein weiteres Mal zum Briefkasten, nicht ohne den kleinen Umweg, um den Computer einzuschalten. Und richtig, da lag so ein kleiner, pl�schiger Schl�sselanh�nger; den hatte er zun�chst �bersehen, aber als er ihn nun in den H�nden hielt, durchstr�mte ihn ein Gef�hl der Freude und der Zuneigung. Er sah wirklich entz�ckend aus, der kleine Teddy. Es schien, als w�sste auch er eine Geschichte zu erz�hlen, so wie Thea, so wie Falko selbst. Vor allem aber war er ein Geschenk von ihr, und nicht einfach irgendeines, sondern es war ihr Talisman, mithin etwas, was ihr lieb und teuer war und von dem sich zu trennen ihr ganz gewiss nicht leicht gefallen sein konnte – das machte ihn in all seiner unscheinbaren Winzigkeit zum bedeutendsten Gegenstand im ganzen Haus.

Falko ertappte sich dabei, mit dem Teddy zu sprechen, als er die Speicherkarte einlegte. Und dann verging eine reichliche halbe Stunde, in deren Verlauf der gute Kaffee erkaltete und damit das Schicksal der Tageszeitung teilte, nicht mehr so wichtig zu sein. Eine halbe Stunde, die Falko damit verbrachte, zwischen den vier Aufnahmen hin- und herzuwechseln, ein- und auszuzoomen, mit vor Staunen offenem Mund den Bildschirm anzustarren. Er war kein bisschen entt�uscht, dass es nicht die Nacktaufnahmen waren, die, wie er nun wusste, �seine“ Thea doch immerhin in Erw�gung gezogen hatte. Denn was er jetzt sah, war so unendlich viel erotischer. Ihr junger K�rper, kaum verh�llt, voller Andeutung ihrer verborgenen Reize, und so reich an offen sichtbaren. Falko bewunderte ihre schlanken, muskul�sen Beine, ihren mageren, straffen Bauch und immer wieder ihr h�bsches Gesicht, ihren zarten Hals, ihre d�nnen Arme. Ihre �bergro�en F��e. Ihre kindliche Begeisterung beim Spiel und ihre Bewegungen. Er zoomte auf ihre schmale rosa Zunge, wie sie gen�sslich Eis schleckte. Er zoomte auf ihr Bikinih�schen im ersten Bild, und richtig, wenn er genau hinsah, erkannte er, wie sich ihre Spalte unter dem Stoff abzeichnete. Unwillk�rlich fuhr seine Hand wieder einmal in seine Pyjamahose und begann ihn dort zu reiben, und so sehr er sich auch einredete, das geh�re sich nicht, sie h�rte nicht auf. Besonders nicht, wenn er das letzte Bild ansah: jenes mit Theas kaum verh�lltem Po und ihrem nackten R�cken und vor allem mit dem Versprechen auf eine sandige, nackte Brust.

Als er sich das Sperma von der Hand gewaschen hatte, fragte er sich, ob das alles wohl Theas Absicht gewesen sei. Er kam sich verdorben vor, hatte ein schlechtes Gewissen. Und dann sagte er sich, er sei eben ein altmodischer Mensch, f�r den Liebe und Sex zueinander geh�rten. Also praktizierte er die einzig m�gliche Form von Sex mit dem M�dchen, in das er sich verliebt hatte. Denn, wenn er ehrlich war, musste er einr�umen: Verliebt hatte er sich in Thea. 

Er trank seinen kalten Kaffee, Strafe muss sein, und bewunderte nochmals die Bilder. Das also war es, wie sie sich ihm zeigen wollte: ebenso unschuldig wie auch verf�hrerisch. War sie sich �ber diese Wirkung ihrer Bilder, ihres K�rpers im Klaren? Nein, dachte Falko, sie war noch so jung, und sie wirkte so wenig von sich selbst �berzeugt, dass sie jetzt wohl eherbangte, ob er ihr �u�eres, wenn schon nicht ansprechend, so doch wenigstens halbwegs akzeptabel fand. Er musste sie �berzeugen von ihrer eigenen Sch�nheit, ohne sie zu �berrumpeln. Vor allem, wenn er noch mehr solcher Fotos bekommen wollte. Abgesehen davon musste er ihr auch zeigen, dass er sie liebte, wiederum ohne sie zu �berrumpeln. Und das hie�: Sich ihr zu �ffnen. Bereit zu sein, ihr jedes letzte seiner Geheimnisse preiszugeben. Und das sofort, oder jedenfalls bis zum n�chsten Morgen, denn das war der Samstagmorgen. Am Sonntag gab es keine Zeitung und keinen Kontakt zu Thea, aber daf�r hatte sie achtundvierzig Stunden Zeit, �ber seine Worte nachzudenken. Und vielleicht sein Bild zu betrachten?

Als erstes rief er den Verlag an. Wie gut, die mont�gliche Redaktionssitzung war erst um elf, und so konnte er den kleinen Text, um den man ihn gebeten hatte, getrost erst Montag Morgen einreichen. Damit geh�rte sein Freitag Thea, und ihr allein. 

Als erstes besch�ftigte er sich damit, ein Foto auszuw�hlen. Denn auch wenn sie ihn nicht ausdr�cklich darum gebeten hatte, glaubte er doch, dass ein solches ihr Wunsch sein k�nnte. Und er fand eines, das ihm perfekt schien. Eines, auf dem er nackt war, ohne dass seine Nacktheit zu erkennen w�re. Ein Selbstportr�t, letztes Jahr auf einem Felsen an der schwedischen K�ste entstanden, im Gegenlicht der Nachmittagssonne. Er fand seinen K�rper immer noch schlank und wohlgeformt, und in dieser Silhouette kam dies wunderbar zur Geltung. Vor allem gefiel ihm diese Spur Erotik, die einer Thea im Bikini in nichts nachstand, ohne zu offensiv zu wirken. Er w�hlte auch noch ein Portr�t, das nur sein Gesicht zeigte, freundlich l�chelnd und doch irgendwie diese nicht zu bestreitende Verschlossenheit ausdr�ckend, die ja auch Thea schon aufgefallen zu sein schien. 

Den Nachmittag verbrachte er mit einem Spaziergang. Er hoffte, sich in der Fr�hlingsluft �ber seine Gef�hle klarer zu werden, Thea betreffend aber auch hinsichtlich seiner selbstgew�hlten Einsamkeit, denn dies alles wollte er ihr schreiben – offen und ehrlich, ohne L�gen oder Auslassungen, ohne sie jedoch zu �berrumpeln oder zu �berfordern oder gar zu entt�uschen. Und das hie�, er musste sich auch ihrer Motive noch einmal gr�ndlich vergewissern. Er wollte auf keinen Fall riskieren, dass sich seine und ihre Vorstellungen dann doch so stark unterschieden, dass Thea keinen Sinn mehr darin sah, das zarte Pfl�nzchen ihrer Freundschaft weiter zu n�hren. Er steckte ihre Briefe vorsichtig in die Tasche, um sie, auf einer Parkbank sitzend, nochmals gr�ndlich zu studieren.

Zun�chst jedoch lie� er seine Umgebung auf sich wirken: die aus ihrem Winterschlaf erwachende, Knospen treibende Natur. Die hoffnungsvolle Fr�hlichkeit, die diese Atmosph�re in die Gesichter der wenigen Erwachsenen zauberte, die sich im Park aufhielten. Sp�ter wurde es turbulenter, Kinder auf dem Schulweg bev�lkerten den Park, nutzten die Zeit bis zum Mittagessen zu ausgelassenem Spiel auf den Gr�nfl�chen.

Da ertappte Falko sich dabei, die M�dchen besonders aufmerksam zu betrachten, und davon vor allem diejenigen, die bereits zu dieser fr�hen Jahreszeit ihre R�ckchen aus dem Schrank geholt hatten und ihre Beine zur Schau trugen. Er bemerkte, dass er sich darauf konzentrierte, m�glichst h�ufig einen Blick auf ihre beim Toben kurzzeitig aufblitzenden H�schen zu erhaschen. 

Nun, er kannte seine Vorliebe – jetzt fragte er sich, worauf sie eigentlich abzielte. Ertr�umte er sich sexuellen Kontakt zu einem dieser M�dchen, ein Traum, dessen Erf�llung in Theas Gestalt in den Bereich des M�glichen r�ckte? Und dann war da diese Dunja. Offenbar ein ganz hei�er Feger. Sie hatte ihn durchschaut, ohne ihn zu kennen. 

Warum hatte Thea Dunjas Ratschlag erw�hnt, obwohl ihr das so unangenehm war? Es gab nur eine Antwort: Sie w�rde sich ihm tats�chlich nackt zeigen wollen, wenn sie nur sicher w�re, dass er es wirklich w�nschte.

Aber war nicht sein innerster Wunsch der nach N�he und Vertrautheit, ohne dass Sex dabei eine Rolle spielte, wie es in Beziehungen zu erwachsenen Partnerinnen unweigerlich der Fall sein w�rde? Musste denn eine Dosis unschuldiger Erotik in Form von wei�en Unterh�schen, niedlichen H�gelchen unter dem T-Shirt oder zarter, unverbrauchter, nackter Haut zwangsl�ufig im Widerspruch zu dieser Variante stehen? Sollte sein, auch dem Alleinleben geschuldetes, Gerubbel am Computer vorhin etwa beweisen, dass der Schwanz �ber das Herz gesiegt hatte? Nein, er war sich sicher, anders als fr�her suchte er die N�he zu jungen M�dchen und insbesondere zu Thea , gerade weil sexuelle Begierden dabei ausgeschlossen waren. So, und nur so, war die Entt�uschung zu vermeiden, deren Bekanntschaft er so oft gemacht hatte. Von diesen Entt�uschungen w�rde er Thea berichten m�ssen. 

Doch zuvor las er nun nochmals ihre Briefe, Zeile f�r Zeile, Satz f�r Satz, und dann war er sich ihres Einvernehmens sicher: Was Thea bei ihm suchte, war ein v�terlicher Freund, ein Ersatz sowohl f�r den fehlenden leiblichen Vater als auch f�r den fehlenden Freundeskreis, einen, der sie verstand und zu ihr hielt, der ihr vorbehaltlos vertraute, wie auch sie ihm. Und wenn sie ihm diese Fotos schickte, hatte sie nicht die Absicht ihn zu verf�hren, aber sehr wohl, ihm zu gefallen, und das, obwohl sie sich vielleicht sogar unwohl f�hlte in ihrem K�rper, der die ihrem Alter entsprechenden Possen mit ihr trieb, so dass sie sich unvollkommen oder gar h�sslich vorkam. Es war die sch�chterne Bitte um ein bisschen Anerkennung, ein kleines Kompliment. Und doch spielte ihr ihre aufkeimende Sexualit�t – unter Dunjas Einfluss – einen Streich, ganz �hnlich, wie Falkos Erektion immer wieder seine ach so lauteren Absichten als Selbstbetrug entlarvte.

Er kehrte nach Hause zur�ck und begann zu schreiben: 

�Liebe Thea! Welch ein herrlicher Tag! Der Fr�hling kommt, ich habe mich gerade im Park davon �berzeugt, und dabei trug ich stolz und zufrieden Deine Briefe mit mir herum. Schon morgens jedoch wurde ich mit tollen Geschenken beinahe �berh�uft, wundersch�ne Fotos eines wundersch�nen M�dchens, und das meine ich ernst; von Kopf bis Fu� siehst Du wirklich so unbeschreiblich gut aus, dass ich Deine Bilder als gro�es, tolles Geschenk betrachte. Hoffentlich bist Du angemessen stolz auf Deinen K�rper, Du hast allen Grund dazu. Wenn der Fr�hling eine Zeit der Ver�nderung ist, in dem alles zu knospen und zu bl�hen und zu wachsen beginnt, dann bist Du die sch�nste aller Blumen, die mir in diesem Jahr entgegensprie�en.“

War das vielleicht ein bisschen zu dick aufgetragen?, fragte sich Falko, aber er belie� es dabei. Er war nun mal kein gro�er Poet, aber er w�rde jetzt ganz bestimmt nicht auf die Suche nach einem Gedicht gehen, um seine Empfindungen und Absichten kunstvoller auszudr�cken. Was er schrieb, mochte unbeholfen sein wie ein aus allen Proportionen geratener M�dchenk�rper in der Pubert�t, aber es war ehrlich.

�Blumen hast Du auch vor meiner Haust�r bemerkt. Die waren in der Tat f�r eine Frau bestimmt, oder genauer gesagt f�r etwas viel Au�ergew�hnlicheres als einfach eine Frau, denn ich habe sie Dir gepfl�ckt. Es war nat�rlich ungeschickt, sie da einfach so abzustellen, wie solltest Du ahnen, dass sie ein Geschenk sind. Aber jetzt, wo ich wei�, dass Du sie gesehen hast und dass sie Dir gefallen haben, hat dieser Strau� eine besondere Bedeutung f�r mich bekommen: Wir beide haben uns an diesen Blumen erfreut – eine weitere, wenn auch kleine, Gemeinsamkeit.

Die Blumen h�tten auch gar nicht f�r eine Frau sein k�nnen, eine andere, erwachsene, meine ich. Ich habe ganz bewusst schon vor langer Zeit damit aufgeh�rt, von Beziehungen zu Frauen viel Gutes zu erwarten. Du musst wissen (vielleicht hast Du es schon erfahren oder bemerkt), dass ich K�nstler bin. Momentan verdiene ich mein Geld damit, dass ich kleine Geschichten f�r diese oder jene Zeitschrift verfasse, nichts Gro�artiges, aber es ist eine angenehme Arbeit. Davor habe ich einmal haupts�chlich fotographiert, doch zu Beginn meiner Karriere war ich Maler.

Ein K�nstler ist immer ein bisschen einsam, denn er arbeitet allein, doch dann tritt er ein in die glitzernde Scheinwelt der Galerien und Ausstellungen und kunstbeflissenen Wichtigtuer, von deren Geld er lebt. Oh ja, ich habe es genossen, eine Zeit lang wenigstens. Ich war jung, und mir gefiel die Aufmerksamkeit, die man mir entgegenbrachte. Doch dann musste ich lernen, wie unaufrichtig, ja verlogen, diese Welt ist. Mehr als einmal verliebte ich mich in eine Frau, doch sehr bald stellte ich fest, dass diese Frau mich nicht zur�ckliebte. Sie liebte einzig und allein das tolle Gef�hl, sich an der Seite eines erfolgreichen Malers zu zeigen und an seinem vermeintlichen Reichtum teilzuhaben. Manche versprachen mir auch das Blaue vom Himmel, doch eigentlich ging es ihnen nur um Sex. Das ist ein heikles Thema, ich wei� nicht, ob es Dich in Deinem Alter bereits besch�ftigt und ob Du verstehst, was ich Dir dazu schreiben will... schreiben muss, denn es ist Teil meiner Geschichte.

 

Sex ohne Liebe, ja, das gibt es, und er kann durchaus sehr leidenschaftlich und aufw�hlend sein, aber niemals so vollkommen, wie Sex, der mit tiefen Gef�hlen f�reinander einher geht. Ich erkannte, dass es genau diese Vollkommenheit war, wonach ich mich sehnte, und ich bin immer noch der Auffassung, wenn man einander wirklich aufrichtig liebt, gibt es auch keinen �schlechten Sex‘.

Doch wenn die Liebe einseitig ist, und von der anderen Seite die st�ndige Befriedigung von Bed�rfnissen verlangt wird, ohne etwas zur�ckzugeben, dann ist das ja keine Partnerschaft. So endeten meine Liebschaften ein ums andere Mal in einem Tr�mmerhaufen. Zuletzt hatte ich eine Beziehung zu einer, die einmal als Fotomodell f�r mich arbeitete. Auch sie sprach von Liebe, doch sie liebte einen anderen und schlief mit einem dritten, und das tat sie auch, w�hrend ich zu Hause auf sie wartete, um mit ihr meinen Geburtstag zu feiern. Ich sa� vor den guten Weingl�sern und dem zarten Rehr�cken, den ich m�hsam selbst zubereitet hatte. Sie rief mich an, um sich halbherzig zu entschuldigen, weil sie mich vergessen hatte, doch dann fragte im Hintergrund eine M�nnerstimme, mit wem sie denn telefoniere, um ihr dann, noch bevor sie auflegen konnte, die sch�ndlichsten und unanst�ndigsten Komplimente zu machen, die ich je geh�rt hatte. Ich gab mein Essen den Nachbarn, dann betrank ich mich. Das ist jetzt �ber zehn Jahre her.

Es macht verwundbar, sich zu verlieben, man ist dadurch verletzlich, anf�llig f�r Entt�uschungen. Endlich beschloss ich, nicht l�nger verwundbar sein zu wollen. Seitdem bin ich allein. Ich hatte mal einen Hund an meiner Seite, so einen wuscheligen Mischling, doch die treue Seele wurde alt und �lter, und er lie� mich, nat�rlich ohne etwas daf�r zu k�nnen, schlie�lich doch im Stich, indem er starb. Wie soll ich es sagen? Nat�rlich fehlt mir oft etwas. Oder jemand. Eine, die sich f�r mich interessiert und nicht daf�r, ob sie auf ihre Kosten kommt. Aber seit ich bewusst allein bin, ist es niemandem mehr gelungen, mich auszunutzen und zu entt�uschen, und dar�ber bin ich sehr froh.

Das alles h�rt sich bestimmt ganz schrecklich an f�r Dich. Aber mach Dir keine Sorgen, ich habe keine Angst, auch Du k�nntest mich entt�uschen. Mit Dir ist es anders. Du hast mir Deinen Gl�cksbringer geschenkt, wie k�nnte ich da an Deiner Aufrichtigkeit zweifeln? Mein gr��ter Wunsch ist es, dass wir einander weiterhin schreiben. Dass wir uns n�her kommen. Dass wir Freunde sind. Und mein allergr��ter Wunsch: Dass diese Freundschaft gut f�r Dich ist, Dir hilft, Dir Freude bereitet. So, jetzt hast Du vielleicht eine Ahnung, wer ich bin und was mit mir los ist. Du hast mir schon Fotos von Dir geschenkt, darum erlaube ich mir, meinerseits zwei Fotos beizulegen.

Zum Schluss muss ich auf Dein peinliches Bekenntnis mit meinem eigenen peinlichen Bekenntnis antworten: Ich muss ehrlich zugeben, dass ich einen Moment lang gedacht habe, Du h�ttest selbst vielleicht von vornherein die Absicht gehabt, mir Fotos zu schicken, auf denen Du nichts anhast. Gut gefallen h�tte mir auch das. Versteh das nicht falsch, ich erwarte das nicht von Dir, und ich finde Dich angezogen allemal sch�n genug. Deine Freundin Dunja hat schon irgendwie recht: M�nner sehen �blicherweise das weibliche Geschlecht gern nackt. Aber sie hat auch unrecht: Nicht allen M�nnern ist dies das Wichtigste. Wenn Du mir eine liebe Freundin sein willst, ist mir das hundertmal wertvoller, als Dich nackt sehen zu d�rfen. Doch wenn Du mir wirklich Deine ganze unverh�llte Sch�nheit zeigen m�chtest, muss Dir das auf gar keinen Fall peinlich sein. Und nun warte ich sehns�chtig auf die Samstagszeitung. Dein Freund Falko.

P.S. Dem kleinen Findel geht es gut, ich habe ihn st�ndig bei mir.

Jetzt blieb nur noch ein Problem: Falkos hartn�ckige Erektion. Die passte in das Bild, das er da von sich gezeichnet hatte, nicht so recht hinein. 

* * *

D er Donnerstag war ein langer Tag f�r Thea, nicht nur wegen der sieben Schulstunden, was f�r eine sechste Klasse eine seltene, und im konkreten Falle einer der Verf�gbarkeit der Turnhalle geschuldete, Ausnahme war – nein, Thea musste diesen Tag hinter sich bringen, ohne ein Brieflein ihres Flirtpartners zu bekommen. Den ganzen Tag musste sie sich selbst auf den n�chsten Morgen vertr�sten, und es w�re schon eine herbe Entt�uschung gewesen, wenn sie an dem Freitag nichts an Falkos Briefkasten vorgefunden h�tte. Freilich schloss sie diese M�glichkeit nicht aus und redete sich, wenn auch nur halbwegs erfolgreich, ein, dass dieser Fall ja noch keine gro�e Katastrophe sei, denn immerhin folge ja vor dem Wochenende noch der Samstagmorgen mit der n�chsten Chance auf einen Brief.

Ja, sie hatte sich schon arg daran gew�hnt, und ihre Gedanken besch�ftigten sich mehr oder weniger den ganzen Tag lang mit Falko und seinen an sie gerichteten Zeilen. Ob er, als erwachsener Mann, wohl ihr kleines Geschenk, den Findel, auch wirklich sch�tzen w�rde? Aber selbst wenn nicht, so war doch das Kerlchen immerhin bei ihm und mochte ihn hin und wieder an sie erinnern… 

Um am n�chsten Morgen bereits etwas fr�her als sonst ihre Runde zu beginnen, damit sie noch vor dem Unterricht Zeit zum Lesen der so sehnlich erhofften Zeilen habe, ging Thea fr�her als sonst zu Bett, und zun�chst ganz unbewusst streichelte sie sich unter der Decke selbst, an ihren Seiten, am Hals, am Bauch und schlie�lich an den Br�stchen, dann auf den Oberschenkeln und an deren Innenseiten, bis die beiden H�nde sich zwangsl�ufig auch im Schritt des M�dchens zu schaffen machten. Das f�r Thea �berraschende, ja regelrecht Irritierende daran war jedoch etwas anderes: Mit einem Mal wurde ihr n�mlich bewusst, dass sie sich vorstellte, es w�ren seine H�nde, die sie da liebkosten. Nun fragte sie sich schon ernsthaft, ob sie es sich selbst erlauben d�rfe, derartige Gedanken zu haben in Bezug auf den wohl bald sechzigj�hrigen Mann. Dann aber stellte sie sich eine helfende Frage: �Wie w�rde Dunja in dieser Situation entscheiden?‘

Thea wusste die Antwort. Kein Zweifel. Warum sollte die Freundin, die mit all diesen Dingen so locker umging, hier zaudern? Nein, Dunja h�tte gewiss keine derartigen Bedenken. Diese Erkenntnis lie� die Zw�lfj�hrige beruhigt einschlafen.

Wie gewohnt erledigte Thea einige Stunden sp�ter pflichtbewusst und zuverl�ssig ihren Dienst, bevor sie daran ging, den aufgrund des Regenwetters an jenem tr�ben Freitagmorgen fast etwas aufgeweichten Brief zu lesen. Gleich als erstes fiel ihr die Speicherkarte auf, und sie fragte sich, ob diese vielleicht ein Foto Falkos enthielte. Nur zu gern wollte sie dieses bei sich tragen, und wenn es vorerst nur ein Ausdruck mit dem alten Schwarzwei�drucker aus Dunjas Hause w�re. Theas Mutter besa� keinen Drucker, nur einen �lteren Computer, aber der war schon seit einiger Zeit defekt, und um eine Reparatur hatte sie sich bislang nicht gek�mmert. Dass sie Thea damit quasi zur Au�enseiterin stempelte, ging ihr mitnichten in den Sinn, so oft ihre Tochter es ihr auch glaubhaft zu machen versuchte. Die Alternative, einen der Schulcomputer zu benutzen oder Dunja zu fragen, linderte Theas Problem nur zu einem kleinen Teil.

Von Falkos Zeilen f�hlte sich die Zw�lfj�hrige wundersam ber�hrt. So sanft und liebevoll schrieb der Mann ihr , und so poetisch! Aber nicht nur die Wortwahl machte den Wert, sondern auch der Inhalt. Nicht nur die �berall versteckten Komplimente, sondern auch die Aufmerksamkeit, wie etwa durch die von ihr kaum beachteten Blumen, und die ehrliche Offenheit, die Thea nun zum ersten Mal von ihrem neuen Freund entgegengebracht bekam, aber auch zum ersten Mal in einer solchen Weise von einem Erwachsenen �berhaupt. 

Die Zeilen, die von einem etwa m�glichen Nacktfoto handelten, verwirrten Thea hingegen ein wenig. Ganz sicher war sie nicht, wie er das alles meinte, denn aus den S�tzen sprach F�r und Wider. Wie sollte sie es richtig machen? Wenn er es wollte, dann w�re sie bereit, ihm den Gefallen zu tun. Einiges sah danach aus. Aber vielleicht war es doch eher ein �Nein, lieber nicht“? 

Aber eines war wirklich eine kleine Tortur: Im Brief waren zwei Fotos erw�hnt, die Falko �beilegen“ wollte. Aber es lagen keine bei, und nat�rlich konnte Thea nicht erkennen, ob mit �beilegen“ gemeint war, dass er die zwei Fotos auf die Karte kopiert habe. Geschrieben stand davon nichts. �Dann wird wohl auch keins drauf sein‘, dachte sie aus Zweckpessimismus. Aber insgeheim hoffte sie doch noch ein wenig; und das spannte sie wahrlich auf die Folter. 

Nur ein Grund mehr, um nach Schulschluss sogleich zu Dunja zu eilen, die um diese Zeit, gegen drei Uhr nachmittags, auch schon zu Hause angekommen war. Es war das Erste, was die beiden neugierigen M�dchen – denn auch die �ltere interessierte sich brennend f�r die Neuigkeiten der Liebelei ihrer Freundin – taten: die Speicherkarte checken. Und dann sahen sie die beiden Fotos. Theas Reaktion war schlicht die, dass sie ihr gefielen. Das ernste L�cheln des ihr freilich durchaus vertrauten Gesichts des verehrten Mannes und die sch�ne, professionell wirkende Aufnahme in der Landschaft mit seinem, wie man sah, ganz passablen K�rper. 

Ganz anders hingegen empfand Dunja. Ihr blieb regelrecht der Mund offen stehen – zum gro�en Erstaunen der J�ngeren. �Wei�t du �berhaupt, was du da bekommen hast?“, fragte Dunja und erkl�rte ohne eine Antwort abzuwarten: �Das ist ein Nacktfoto! Siehst du das, an den Seiten des K�rpers, rechts und links, da m�sste man wenigstens sehen, dass da eine Badehose sitzt oder so etwas. Aber da ist nichts. Nur glatte, reine Haut! Dein Freund ist splitternackt!“ Zum ersten Mal bezeichnete sie Falko als den Freund Theas, als sei es deren neuer Liebster. 

Sie nahm einen Schluck Cola. �Theli“, nannte sie ihre Freundin bei dem einst selbst ausgedachten Kosenamen, den einzig und allein nur sie verwenden durfte, w�hrend Thea sie ebenso exklusiv als �Janni“ bezeichnete. �Theli, das ist der Wahnsinn! Glaub mir, erstens will er dich u - n - b - e - d - i - n - g - t   nackt sehen!“ Sie zog das �unbedingt“ fast endlos in die L�nge, als ob sie dadurch die unterstellte Sehnsucht des Mannes unterstreichen k�nne. �Zweitens ist er ein kluger und r�cksichtsvoller Mensch. Schau mal“, sie zeigte auf das Bild, �kannst du irgendwas erkennen? – Ich nicht! M�nner haben kein Problem, ihr allerwertestes St�ck einer Frau zu zeigen. Er aber hat ein Nacktfoto rausgesucht, auf dem man nichts erkennt, gar nichts.“ Sie redete sich in immer deutlichere Begeisterung. �Thea, das hat er nicht etwa gemacht, weil du f�r ihn ein Kind bist, sondern genau im Gegenteil: Er respektiert dich! Er m�chte vermeiden, dass du es als peinlich empfindest. Das ist sooo lieb von ihm, so r�cksichtsvoll, so achtungsvoll!“ 

Ihr Schw�rmen schien gar kein Ende mehr zu nehmen. �Und findest du nicht, dass er ein unheimlich erotisches Foto herausgesucht hat? Und er vertraut es dir an! Du kannst es ja nicht nur mal angucken, sondern du kannst damit machen, was du willst. Du k�nntest es an seinen Briefkasten kleben, damit jeder es sehen kann. So vertraut er dir! Damit will er dir sagen, dass du ihm auch vertrauen kannst. Auch wenn man die Einzelheiten nicht erkennen kann, sieht doch jeder, dass er nichts anhat. Ich hab noch   n - i - e  erlebt oder geh�rt, dass zuerst ein Mann der Frau so ein Foto gibt, bevor er selbst ein Nacktfoto von ihr hat. Oder hatten wir ihm etwa unser Foto mit auf die Karte kopiert?“, fragte sie, um sich zu vergewissern.  

Jetzt sch�ttelte Thea nicht nur den Kopf, sondern sie strahlte �bers ganze Gesicht. An eine derart euphorische Ansprache Dunjas konnte sie sich gar nicht erinnern. Und ihr Entschluss stand fest: Es mussten unbedingt noch mehr Fotos gemacht werden. Heute w�rde es nicht gehen, aber gleich morgen. Ja, ihr Falko sollte sie sehen k�nnen, nackt und blo�, frei und offen, ohne irgendetwas zu verbergen. Jetzt war es nicht mehr nur eine romantische Verliebtheit, jetzt war es auch ein hei�es Abenteuer, das hei�este ihres jungen Lebens. 

* * *

D unja war sofort dabei und sagte auf die fast schon flehentliche Bitte ihrer besten Freundin hin schmunzelnd zu. Und Thea? – Noch drei Tage zuvor h�tte sie sich nicht vorstellen k�nnen, �berhaupt solche Fotos zu machen, geschweige denn, sie wegzugeben. Und nun? Nun war sie ganz wild darauf, es so schnell wie m�glich zu tun. Aber im heutigen Brief w�rde sie davon noch nichts verraten. 

Mit einem d�rftigen Schwarz-wei�-Ausdruck der beiden Fotos Falkos in ihrer Tasche eilte sie gl�cklich nach Hause. Gleich setzte sie sich an den Tisch und schrieb: 

�Mein lieber, bester Falko“ , begann sie euphorisch. 

�…so ein toller Brief! Ich hab mich riesig dar�ber gefreut, gleich dreimal: Du hast so liebe Worte �ber mich geschrieben, und von Dir selbst so offen und ehrlich – und dann, die beiden wundersch�nen Fotos! Danke, danke, danke. Du verdienst es wirklich, dass ich Dich so sehr mag und Dir vertrau. Ich finde �brigens auch, dass Du toll aussiehst. Vielleicht ist es komisch, wenn ich Dir das schreibe. Du k�nntest mein Vater sein oder sogar mein Gro�vater. Aber irgendwie bist Du f�r mich gar nicht so alt, sondern fast wie ein Freund in meinem Alter, nur nicht so kindisch und albern.

Vor einem Vierteljahr hatte ich meinen ersten Freund. Nein, keine Angst, ich bin noch Jungfrau. Mit siebzehn ist Veit zwar ein paar Jahre �lter als ich (da war ich noch elf), aber ich finde, sooo schlimm ist das nicht, oder? Du bist schlie�lich noch viel �lter. Au�erdem sieht er aus wie h�chstens f�nfzehn. Ich war richtig krass verknallt in ihn. Meine erste Liebe. Und er war auch wirklich nett zu mir und wollte immer mit mir zusammen sein. Aber dann haben sie ihn geh�nselt, also seine Freunde und seine Klassenkumpels. Haben dumme Spr�che abgelassen, wenn sie uns auf dem Schulhof zusammen gesehen haben, und dann haben sie seine Handschrift nachgemacht und Briefe geschrieben, die sie dann herumgereicht haben. Da standen so alberne Liebesschw�re drin, und dass er mich ficken wolle und unbedingt eine Elfj�hrige brauche, weil er keinen hochkriegen w�rde bei einer, die schon Br�ste hat.

Er wollte dann, dass wir uns nur noch heimlich sahen. Ich fand das auch bl�d und nervig, was die gemacht haben. Klar! Aber er hat ja nicht alleine gelitten. Wei�t Du, wie sie mich genannt haben? �Lady M�chtegern‘ und �Spastificke‘ oder �Pickelmatratze‘. Dabei hatte ich gar keine Pickel. Meine Br�ste waren f�r sie nur zwei �Pickel‘ – deswegen der Ausdruck! 

Ich h�tte das alles ertragen, f�r Veit. Aber ihm war’s zu viel. Er sagte dann auch, er will nicht so lange warten, bis er mit mir Sex haben kann. – Der Dummkopf! Wenn er sich nur ein bisschen M�he gegeben h�tte, mich zu verf�hren… Aber dann wollte ich auch nicht mehr. Wenn er mich doch nicht so richtig liebt, muss ich ihn auch nicht mit Sex festhalten.

Ich finde es traurig, was Du mit Frauen erlebt hast. Deinen Geburtstag zu vergessen und sich an dem Abend mit einem anderen rumzutreiben, ist krass und gemein. An der Frau hast Du bestimmt nichts verloren. Ich kann mir vorstellen, wie Du Dich gef�hlt hast!

Mit dem Sex, dazu kann ich nicht viel sagen. Hab da ja noch keine Erfahrungen. Eigentlich bin ich ja auch noch zu jung dazu. Sagt meine Mutter. Sagen die Lehrer. Und von den �lteren Jungs in der Schule hab ich ja schon geschrieben. Ich hab da noch Zeit, und ich muss wahrscheinlich auch wirklich gr��er werden, um das alles zu verstehen. Zum Beispiel, was da so �ber die Telefone die Runde macht. Letztens war da ein Video mit einer Frau, die hat sich Nadeln in die Br�ste stechen lassen. Dann haben sie mit einer Peitsche auf ihre Muschi gehauen. Hinterher hat sie sich daf�r noch bedankt. Was kann daran sch�n sein? Das verstehe ich nicht, das ist doch krank!?

Immer �fter denk ich aber auch, mir fehlt da etwas, was die anderen alle kennen und machen. Fr�her dachte ich ja auch, es ist abartig und eklig, wenn ein M�dchen einen Schwanz lutscht und wenn der Mann ihr dann sein Sperma in den Mund spritzt und sie das runterschluckt. Aber durch Dunja wei� ich, dass das ganz normal ist und Spa� macht. Sie mag Sex �berhaut sehr gern und hatte schon eine ganze Menge M�nner oder Jungen. Obwohl sie mit keinem gehen wollte. Sie erz�hlt niemandem etwas von Liebe oder so. Sie hat einfach Spa� dabei und die Kerle auch. Verurteilst Du das? Ich find’s eigentlich nicht schlimm. Dunja ist eine tolle Freundin. Ich muss dazu noch sagen, sie ist schon f�nfzehn.

Jetzt hab ich Dir Sachen von mir geschrieben, �ber die ich nicht mal Dunja so frei sprechen w�rde. Du erz�hlst es doch niemandem weiter, ja? Deine beiden Fotos hab ich ausgedruckt und trage sie jetzt immer mit mir rum.

Schade, dass Du keinen Hund mehr hast. Ich h�tte mir immer sooooo sehr gew�nscht, dass wir zu Hause einen haben w�rden. Mama sagt aber, der w�rde zu viel Arbeit machen. Wahrscheinlich hat sie recht. Ich hab ja selbst so wenig Zeit, au�er wenn Ferien sind. Ich finde Hunde toll. Wenn ich einen h�tte, w�rde ich alles tun, damit er sich wohl f�hlt und w�rde viel lieber mit ihm spielen als Hausaufgaben zu machen. Mama bef�rchtet das wahrscheinlich auch.

Danke f�r die Blumen. Mir hat noch nie jemand Blumen geschenkt, au�er zum Geburtstag! Hab sie gesehen, wie sie heute noch da standen, und hab mich gefreut. Ich lass sie auch dort, ja? M�chte Mama nicht erkl�ren, woher die sind.

Rehr�cken hab ich noch nie gegessen. Und auch keinen Wein getrunken. Oder doch, einmal mit Dunja heimlich ein Glas Apfelwein, vorigen Sommer. Was dann passiert ist, erz�hl ich lieber nicht...

Ich glaub, so einen langen Brief hab ich noch nie geschrieben. Aber er muss ja �bers ganze Wochenende reichen. – Thea“

Statt einer Abschiedsformel dr�ckte sie einen Kuss aufs Papier, nachdem sie sich im Badezimmer die Lippen mit der Kosmetik ihrer Mutter bemalt hatte.

Am n�chsten Morgen klingelte Theas Wecker wie an jedem Werktag. Samstags empfand sie es nicht so schlimm, denn nach dem Austragen der Zeitungen musste sie nicht zur Schule, sondern konnte sich noch einmal hinlegen. Genau das w�rde jedoch heute nicht passieren, war sie doch mit ihrer besten Freundin verabredet. Trotz der kurzen Nacht stand Thea fr�hlich auf, denn neben den Zeitungen hatte sie noch etwas anderes zuzustellen, etwas, was ihre Motivation und ihre Laune in einen schier schwebenden Zustand hob: den Brief an Falko. 

Aber heute war sie nicht nur einfach froh gelaunt auf ihrer Runde. Nein, innerlich platzte sie fast vor Grinsen, denn sie stellte sich vor, wie Falko v�llig unerwartet am Sonntag noch einmal etwas von ihr finden w�rde, n�mlich die Speicherkarte! Freilich – sicher war sie sich nicht, ob ihr v�terlicher Freund sonntags den Briefkasten leeren w�rde. Aber immerhin wurde jeden Samstag sp�t abends von einer anderen Agentur ein Anzeigenblatt ausgetragen, das die Briefk�sten vollstopfte. Und ein etwaiges Schildchen, mit dem sich einige Leute vor solchen Gratiszeitungen sch�tzen wollten, gab es bei Falko nicht. 

 

Thea ging nach dem Austragen gar nicht mehr nach Hause, sondern gleich zu Dunja. Ganz ungew�hnlich war das nicht, so dass ihre Mutter sich nicht sorgen w�rde, aber andererseits, w�re sie zum Fr�hst�cken nach Hause geeilt, h�tte es gut passieren k�nnen, dass die Mutter, wenn sie erst einmal mitbekommen h�tte, dass Thea mitnichten noch Schlaf nachholen wollte, den einen oder anderen Auftrag f�r sie gehabt h�tte. Nein, das ging heute gar nicht! Thea hatte Wichtiges vor.

Schon am Vortag hatte sie ihrer Freundin angek�ndigt, von ihr erfahren zu wollen, in welchen Posen �die M�nner“ sich nackte Frauen auf Fotos am liebsten w�nschten. Und Dunja hatte sich darauf vorbereitet. Ja, sie hatte am Abend eine Liste mit Internet-Links angefertigt, die ihrer Meinung nach zu beispielhaften Fotos dieses Genres f�hrten, und nun schauten sich diebeiden M�dchen an, was die �ltere gefunden hatte. Entlang der flie�enden Grenze zwischen Aktfotographie und Pornographie handelte es sich zwar durchweg um Aufnahmen, die jeweils nur eine – weibliche – Person zeigten, aber schon das reichte aus, um einige krasse Sachen dabei zu haben.

Eine Frau etwa, die gefesselt war, die Beine weit gespreizt, den Blick freigebend auf ihre deutlich ger�tete und angeschwollene Geschlechtsregion, w�hrend eine daneben abgestellte Gerte andeutete, wie dies wohl zustande gekommen war. Ein nacktes M�dchen, auf dem R�cken liegend, die Beine weit nach vorn �ber den Rumpf gereckt, so dass das Ges�� sich fast senkrecht �ber dem Kopf befand, w�hrend es pinkelte – sich selbst ins Gesicht! Oder ein Teeny, dem Anschein nach etwa in Dunjas Alter, das sich die linke Hand bis zur Handwurzel in die M�se eingef�hrt hatte, w�hrend es ein befreites und gl�ckliches L�cheln zeigte, als sei es das Selbstverst�ndlichste der Welt, so dazusitzen und sich ablichten zu lassen. 

L�chelnd quittierte Dunja das Entsetzen der J�ngeren. Mit etwas Gew�hnung w�rde diese solche Bilder bald nicht mehr als gar so abartig ansehen, mutma�te sie, und damit mochte sie nicht unrecht haben. F�r den Moment aber kam es f�r die Kleine doch etwas schockierend. 

Umso erleichterter war Thea – und genau das hatte die Freundin beabsichtigt – dar�ber, dass die n�chsten Fotos, die sie zu sehen bekam, einen ganz anderen Charakter hatten. Dort waren Models zu sehen, die gleichfalls ohne jedes Schamgef�hl die intimsten Stellen ihres K�rpers zeigten und teilweise so deutlich es nur ging exponierten, aber diese Bilder strahlten dennoch Sch�nheit aus, Harmonie und Nat�rlichkeit. Ja, solche Bilder sollte Dunja von ihr f�r Falko, ihren Helden, machen. Und wo ginge das besser, als in der freien Natur inmitten all der zarten Bl�ten, sprie�enden Knospen und des jungen, frischen, in unendlich vielen Farbschattierungen schimmernden Gr�ns?

 

Einige Stra�en entfernt, war Falko unterdessen damit besch�ftigt, Theas Brief zum dritten Mal zu studieren. Es wurde ihm warm ums Herz, so viel Vertrauen, so viel Offenheit, so viel Neugier schlug ihm da entgegen. Sein erster Impuls galt diesem Veit, in den sie sich verliebt hatte, obwohl der Bengel es doch ganz offensichtlich gar nicht wert war. Falko bedauerte, Thea da noch nicht gekannt zu haben, so gern h�tte er sie in ihrem Kummer getr�stet. 

Nachdem er Veit aus seinen Gedanken verdr�ngt hatte, konzentrierte er sich auf die vielen Ankn�pfungspunkte in Theas Zeilen. Da waren mehr Fragen als Antworten, so gut kannte er sie nach diesen wenigen Briefen nun doch wieder nicht: W�rde sie sich freuen, wenn er sich wieder einen Hund zulegte? Und auch ihre Mutter galt es zu bedenken, das hatte Thea schneller erkannt als er selbst – einer Minderj�hrigen einen Strau� Blumen zu schenken, war in der Tat nicht so ganz unkompliziert. 

Dann erst fiel ihm eine ganz andere Botschaft dieses Briefes auf. Ja, sie schrieb ganz viel davon, dass Sex noch nichts f�r sie sei, in ihrem Alter. Aber was zeigte das?: Dass dieses Thema sie mehr als irgendetwas sonst besch�ftigte. Kein Zweifel, dass Dunjas Lebenswandel auf Thea abf�rbte, aber es war mehr als das. Diese Hinweise auf ihre unbeschadete Jungfr�ulichkeit, auf den Altersunterschied zu ihrem ersten Freund, und dann zu ihm, Falko – er war sich jetzt fast sicher, dass Thea nichts dagegen einzuwenden hatte, dass er mit erigiertem Schwanz vor ihren Fotos sa�. Oh nein, auf keinen Fall w�rde er sie in diese Richtung dr�ngen. Aber wenn es ihr Wunsch w�re, oder war, mit ihm gemeinsam erotische Erfahrungen zu sammeln, war er gern dazu bereit. Wurde es – so gerne er ihre Briefe und Fotos mochte und so sehr er die unausgesprochene Spielregel respektierte, einander nicht am Briefkasten zu begegnen – nicht langsam Zeit, sie richtig kennenzulernen? Das musste er ihr in seinem n�chsten Brief dezent vermitteln. Einen kleinen Hinweis brauchte er noch, um sicher zu sein.

* * *

G emeinsam schlenderten die beiden Freundinnen in den sonnigen Tag hinein, durch das benachbarte Wohngebiet, in dem Falko lebte und dem sich eine Heidelandschaft anschloss, die von Wiesen �ber ausgedehntes Buschwerk und Baumgruppen bis hin zu Waldst�cken nebst einem im Sommer gern zum �wilden“ Baden benutzten kleinen See ein ganzes Spektrum paradiesischer Kostbarkeiten der Natur bot. Bald fanden die beiden M�dchen eine Stelle, die sich wunderbar f�r ihr Vorhaben anbot. Auf der einen Seite ein Meer von B�schen, dem sich eine Blumenwiese mit einzelnen B�umen anschloss, bevor der Rain eines riesiges Feldes die Grenze des Naturparadieses markierte.

 

Hier konnten sie vor allem ungest�rt sein. Niemand w�rde durch das dichte Buschwerk dringen, und wer sich von den anderen Seiten n�herte, den w�rden die beiden schon von gro�er Ferne bemerken. Hier zog sich Thea in der lauen Fr�hlingsluft ohne Z�gern aus, �ffnete ihr zuvor zusammengebundenes Haar und forderte Dunja auf, ihr Anweisungen zu geben.

Zuerst entstand ein noch recht keusches Foto, auf dem Thea sich so hinter ein junges B�umchen stellte, dass ihr Schritt durch dessen Stamm verdeckt war, und dazu hielt sie noch den rechten Unterarm waagerecht vor ihre Br�stchen. Genauer gesagt, entstanden mehrere Fotos in dieser Position, denn als schon etwas routinierte Fotographin war Dunja es l�ngst gewohnt, immer gleich eine Serie von Aufnahmen zu machen, um sp�ter daraus die beste heraussuchen zu k�nnen.

Auf dem zweiten Bild kauerte Thea wie ein H�schen unter einem Strauch, jedoch mit einem koketten L�cheln in die Kamera. Dann kam Dunja auf die Idee, Thea solle einfach im Kreis laufen; sie w�rde sie sodann in der Bewegung auf dem Foto festhalten. Inspiriert von Falkos Abbild, stellte sie alsdann ihre Freundin vor die halbhoch stehende Sonne, lie� sie die Arme hochstrecken und fotographierte sie im Gegenlicht von unten.

Das f�nfte Motiv, das f�r diesen Tag auch schon das letzte sein sollte, bestimmte Thea selbst, und dabei ging sie weiter, als die Freundin es ihr zugetraut h�tte. Sie st�tzte sich r�cklings auf ihre beiden gestreckten Arme, hob den Po weit an, spreizte die Beine und reckte somit ihr offenes Geschlecht der Kamera entgegen, w�hrend sie ein spitzb�bisches Grinsen zeigte. �Kann man das so machen, Jannilein?“, fragte sie, nachdem diese bereits die ersten Bilder von dieser Stellung im Kasten hatte. Offenbar hatte sie nun doch etwas Angst vor der eigenen Courage. Aber Dunja nickte: �Kann man, f�r einen ganz besonderen Menschen. Wir wollen das ja nicht jedem zeigen.“ 

Frohgelaunt machten sich beide M�dchen auf den R�ckweg. Thea war stolz auf sich selbst und zweifelte keinen Deut daran, dass es gut und richtig war, genau diese Fotos zu machen. Eigentlich war sie froh dar�ber, dass Falko ihr den Anlass verschaffte, so etwas �Erwachsenes“ zu tun. Und es kribbelte ihr regelrecht im Bauch, wenn sie sich den Moment vorstellte, indem der von ihr Verehrte diese Fotos mit ganz gewiss freudiger �berraschung zum ersten Mal betrachten w�rde.

Dunja wiederum gefielen die Fortschritte der Kleinen, die mit Riesenschritten dabei zu sein schien, ihre Kindheit hinter sich zu lassen. Freilich, sie h�tten noch mehr Fotos machen k�nnen, vielleicht f�r sp�tere Gelegenheiten. Andererseits aber wollten sie ja auch noch das beste Bild von jedem Motiv ausw�hlen und vom Fotoapparat auf die Speicherkarte kopieren, und au�erdem w�rden beide k�nftig immer wieder die M�glichkeit haben, neue Aufnahmen zu machen. Auch Dunja wollte sich gelegentlich einmal von Thea so sch�n fotographieren lassen, denn bis auf ein paar Selbstausl�seraufnahmen hatte sie keine erotischen Bilder von sich, die sie bei passendem Anlass h�tte verwenden k�nnen. 

�Wer h�tte das wohl gedacht, dass das kleine, scheue Theli-Rehli so etwas tun w�rde?“, zog Dunja die J�ngere auf. Nach einem kurzen Moment des �berlegens antwortete diese: �Ja… ich sollte die Speicherkarte lieber ganz rasch in seinen Briefkasten legen, sonst bekomme ich bis morgen noch weiche Knie! Aber wei�t du was? Ich bin sooo froh, dass ich dich hab! Ohne dich h�tt’ ich mich das nie, nie, nie getraut.“ 

Doch nein, keineswegs verwirklichte Thea ihr gewagtes Vorhaben gleich auf dem Heimweg von Dunja. Vielmehr wollte sie noch ein paar wenige Zeilen dazu schreiben, und dazu hatte sie bei der Freundin nicht genug Ruhe.

Viele Stunden sp�ter, als das Tageslicht schon dem Sternenhimmel Platz gemacht hatte, lag Thea wach und immer noch aufgeregt im Bett. Eine Frage, die Dunja ihr noch gestellt hatte, besch�ftigte ihre Gedanken. Nat�rlich war es eine Frage zu ihrem au�ergew�hnlichen Verh�ltnis zu Falko. Dunja hatte wissen wollen, ob sie, Thea, den Mann gern einmal besuchen oder wenigstens treffen wollte, wenn sich alles weiterhin so gut entwickelte. Daraufhin hatte sie gemeint, ja, das wolle sie, doch sie wisse noch nicht, wann es so weit sein w�rde. Dann aber fragte Dunja weiter: �Und w�rdest du ihn auch k�ssen wollen?“ – Theas Antwort war ein heftiges Nicken. – �Nein“, wandte die F�nfzehnj�hrige ein, �ich meine, richtig, auf den Mund und mit Zunge.“ 

Damit hatte sie Thea ertappt. Ertappt dabei, dass diese sich dar�ber wahrhaftig noch gar keine Gedanken gemacht hatte. Das war doch eigenartig: Sie schickte ihm Nacktbilder von sich, aber eine richtige Kussszene mit ihm hatte sie �berhaupt noch nicht versucht sich vorzustellen. Zwei Abende zuvor, da hatte sie sich sehns�chtig selbst gestreichelt und dabei phantasiert, es seien seine H�nde, die ihren K�rper ber�hrten. Aber ein Kuss von Mund zu Mund, ihre Lippen auf seine gepresst und im gemeinsamen Spiel der Zungen aufs intimste mit dem doch um so vieles �lteren Mann, der aber doch ihr Held war, vereint – das war wirklich etwas anderes. Vielleicht war diese Irritation ein Zeichen, es besser doch zun�chst noch eine Weile bei den Briefen zu belassen. Wenn sie ehrlich war, konnte sie Dunjas Frage nicht beantworten. Und Erfahrung, die ihr h�tte helfen k�nnen, besa� sie ja so gut wie keine. 

Thea war allerdings klar, dass es einzig und allein eine Frage des Gef�hls sei. Einerseits sp�rte sie eine unglaublich starke Zuneigung zu dem Mann. So, wie sie es noch nie erlebt hatte. Das kam von so tief drinnen, ganz anders als bei Veit. Zuerst, erinnerte sie sich, hatte sie in Falko vor allem den eher v�terlichen Besch�tzer gesehen. Aber das war inzwischen nicht mehr so, sp�testens, seit Falko sein Herz ge�ffnet und ihr Sachen geschrieben hatte, die ein Vater �blicherweise kaum seiner zw�lfj�hrigen Tochter offenbaren w�rde, jedenfalls nicht nach Theas Familienverst�ndnis. 

Nein, Falko war nun vielmehr ein Freund, ein lebenserfahrener Freund, zu dem sie aufschauen konnte, der aber dennoch nicht �ber ihr stand. Doch w�rde sie diesen Mann, vorausgesetzt, er w�rde es auch w�nschen, wirklich k�ssen wollen wie eine Frau ihren Liebsten?

Je tiefer sie dar�ber sinnierte, desto mehr festigte sich der Gedanke, dass sie w�nschte, ihr Gef�hl w�rde sie zu einem solchen Kuss dr�ngen und w�rde sie diesen als wundervoll empfinden lassen. Erst dann w�re ihre Freundschaft zu Falko perfekt. Aber es fehlte ihr doch ein wenig die Vorstellung, wie sich das f�r sie anf�hlen w�rde. Wenn die Zeit gekommen sei und sich die Gelegenheit ergebe, werde sie es schon wagen, redete sie sich im Stillen ein und fand mit diesem Gedanken ihren innerlichen Einklang wieder, so dass sie unmerklich ins Reich der Tr�ume hin�berglitt. 

W�hrenddessen befand sich ein paar hundert Meter weit entfernt ein Umschlag in einem dunklen Briefkasten. Thea hatte ihn mit etwas Klebeband am Einwurf befestigt, damit er nicht wom�glich zusammen mit der Reklamezeitung unbemerkt entsorgt werden w�rde. In dem Kuvert befand sich eine unscheinbare Speicherkarte und ein Blatt Papier mit fast �berschw�nglichen, vor allem aber wohl sehnsuchtsvollen Worten:

�Mein lieber Falko, jetzt kann ich Dich einmal �berraschen, und ich hoffe so sehr, dass Du Dich freuen wirst. Dunjas meinte, dass Du sehr gern noch ein paar andere Fotos von mir h�ttest. Aber ich will mich nicht herausreden. Ich selbst will es auch. F�r die Jungen in der Schule w�re ich eine Schlampe, wenn sie die Fotos sehen k�nnten. Aber wenn sie Dir gefallen, bin ich gl�cklich. Ich wei�, sie sind bei Dir gut aufgehoben. Du wirst sie bestimmt nicht irgendwelchen L�sterm�ulern zeigen. Wir waren heute nicht weit von hier, dabei sind f�nf von den sechs Bildern entstanden. Das erste ist schon ein paar Stunden �lter, und darauf kannst Du auch meine Freundin Dunja sehen. (Sie ist damit auch einverstanden.) – HDL, Deine Thea

P.S.: Gr�� den Findel von mir!“

Das Zeitungsm�dchen (Teil 3 von 8) Creative Commons: 

(CC: BY-NC-ND)   Rolf Isar und Paul Pixie

 

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user_75_1_1 gjereos: Vielen Dank f�r eine einf�hlsame sch�ne und auch in die Wirklichkeit passende Geschichte. Gerade mal genug Andeutung auf SEX, so dass die Spannung und Reiz bleibt.

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