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Anja und Onkel Ben
Unter den Umst�nden war es wohl ganz erstaunlich, wie schnell die zw�lfj�hrige Anja sich in ihrem neuen Heim einlebte. Vor zwei Jahren war ihre Mutter an einer schlimmen Krankheit gestorben, nun war ihr Vater an den Folgen eines Autounfalls gestorben, und der einzige Verwandte, den es weit und breit noch gab, war ihr Onkel Ben. Und der hatte sich in den letzten vier Jahren nicht mehr blicken lassen. Als die freundliche Dame von der Beh�rde sie bei ihm ablieferte, war sie entsprechend aufgeregt und versuchte sich die Erinnerungen ins Ged�chtnis zu rufen. Fr�her einmal war Ben ihr toller Lieblingsonkel gewesen, der gerne mit ihr spielte, wenn er zu Besuch kam, und der auch jeden Sommer mit ihr und ihren Eltern in die Ferien fuhr. Sie bem�hte sich, nicht dar�ber nachzudenken, warum er dann so pl�tzlich von der Bildfl�che verschwunden war, etwas, das auch ihr Vater - Bens Bruder - ihr nicht hatte erkl�ren k�nnen.
Mit ihrem Vater war es nicht einfach gewesen, er hatte st�ndig schlechte Laune, sie wusste, dass er heimlich weinte, und mit ihren schwankenden Stimmungen hatte er �berhaupt nicht umgehen k�nnen. Mal k�mmerte er sich wochenlang �berhaupt nicht um sie, dann war er auf einmal streng mit ihr, mehr als einmal hatte er sie sogar geschlagen, und der Satz, den sie ihm im letzten Jahr meistens ins Gesicht gebr�llt hatte, bis sie heiser war, lautete: "Ich hasse dich!"
Onkel Ben wirkte zun�chst nicht sehr begeistert, dass Anja nun wohl oder �bel bei ihm wohnen musste, aber er bem�hte sich. Er hatte sofort ein Zimmer hergerichtet, das Anja wirklich mochte, wo sie sich sofort zuhause f�hlte. Aber Vertrauen fassen zu diesem Mann, der so verschlossen und unsicher wirkte, der seiner Pflicht nachkam, ohne zu wissen, worin genau sie bestand, das gelang ihr erstmal nicht. Sie a� gehorsam ein bisschen von den Mahlzeiten, die er ihr servierte. Sie lauschte desinteressiert den Geschichten, die er ihr vorlas wie einem kleinen Kind. Sie schwieg. Wochenlang. Und er lie� sie schweigen. Er tat dies wohl aus Unsicherheit, aus Hilflosigkeit. Und doch tat er das Richtige.
Indem sie schwieg, indem er sie gew�hren lie�, gewann sie Zeit zum Nachdenken. So wurde ihr bewusst, dass auch Ben trauerte. Um seinen Bruder. Um die verlorene Zeit, die Jahre ohne Kontakt. Um die niemals wiederkehrende Gelegenheit, ihm das alles zu erkl�ren. Er hatte ihn im Stich gelassen, als seine Frau starb, als seine Tochter in die Pubert�t kam, als er ihn zum vielleicht ersten und einzigen Mal wirklich gebraucht h�tte. Er wirkte abweisend in all seinem Bem�hen, ein ordentlicher Ersatzvater zu sein, und Anja begriff, dass das keine b�se Absicht war, dass Ben seine Gr�nde hatte.
Ein kurzer Anflug von Gl�cksgef�hl durchzog ihren Leib, als sie zum ersten Mal seit ihrem Einzug mit ihm sprach, indem sie leise, fast fl�sternd, sagte: "Onkel Be-en?" Und als sich dann mit ihrer Frage seine Miene verfinsterte, wusste sie, dass sie auf einer wichtigen Spur war, und dass sie es w�rde aushalten m�ssen, wie er damit umging. Denn sie fragte: "Warum habe ich dich seit vier Jahren nicht gesehen?"
Es war Morgen, als sie diese Frage stellte. Sie war im Nachthemd und lehnte am T�rrahmen. Ben sa� am bereits gedeckten Fr�hst�ckstisch und nippte an seinem Kaffee. Er hatte alle K�stlichkeiten des K�hlschranks f�r Anja angedeckt, obwohl er ahnte, dass sie wie immer nur eine kleine Br�tchenecke knabbern w�rde.
Sein Herz machte einen Satz, als er unerwartet ihre Stimme h�rte, zum ersten Mal seit langer Zeit, es war nur ein Fl�stern und bedeutete doch so viel. Aber bedeutete es nicht vor allem das Falsche? Wurde damit die Gefahr nicht gr��er? Als sie ihn Ansprach, l�chelte er, er strahlte geradezu, und sah sie an, in ihrem Nachthemd, betrachtete f�r eine Sekunde ihre kinnlangen dunklen Haare, die ihr h�bsches Gesicht umspielten, gestattete sich einen Blick auf ihren schlanken K�rper, ihre Beine, die das viel zu kurze Nachthemd kaum bedeckte. Eilig wandte er sich ab, und dann stellte sie ihm diese Frage, die fr�her oder sp�ter hatte kommen m�ssen, und die ihn doch so sehr erschreckte.
Er rang mit sich, suchte nach Ausfl�chten und verwarf sie, beschloss, ihr die Wahrheit zu sagen und bekam sie doch nicht �ber die Lippen. Anja sp�rte, wie sehr er sich qu�lte, seine Hand umklammerte die Kaffeetasse und zitterte so sehr, dass er ihren Inhalt versch�ttete. Sie lie� ihn gew�hren, wie auch er sie hatte gew�hren lassen in ihrem Schweigen und ihrer Verschlossenheit. Doch dann merkte sie, dass er ihre Hilfe brauchte, dass er um jeden Preis dieses Geheimnis l�ften musste, damit sie sich beide nicht l�nger qu�lten, damit es endlich besser werden konnte. Sie hockte sich vor ihm auf den Teppich und nahm seine Hand. "Warum hast du mich verlassen?" wiederholte sie ihre Frage in einer neuen Formulierung, die, ohne dass sie es wusste, viel treffender war als die vorige, viel n�her an der richtigen Antwort.
Ben wurde hei� und kalt, als sie seine Hand nahm. In dieser Geste lag unendlich viel Vertrauen, das er w�rde entt�uschen m�ssen. Soviel Zuneigung, die er nicht wert war. Soviel Trost, den dringend brauchte, aber nicht verdient hatte. Am liebsten h�tte er seine Hand zur�ckgezogen. Noch lieber w�re er davongelaufen. Vor Anja, vor der Wahrheit. Vor der schlichten Antwort auf diese Frage. Doch er tat es nicht. Was ihn davon abhielt, war eine Art L�hmung. Und wo er nun seinem Impuls zur Flucht nicht folgen konnte, half es wohl alles nichts, er musste es ihr sagen. Einfach so. Und dann, so erwartete er, w�rde er allein an diesem Tisch sitzen bleiben. Er schlug sich die Hand, die nicht in Anjas lag, vors Gesicht.
"Ach, Anja" sagte er mit belegter Stimme. "Ich konnte nicht bei dir sein. Du warst gerade mal ein achtj�hriges M�dchen, die Tochter meines Bruders - und ich habe mich in dich verliebt."
Nachdem er das ausgesprochen hatte, begann er zu weinen. Anja verstand vollkommen, wie er das meinte. Er hatte sich in sie verliebt, wie ein Mann sich in eine Frau verliebt: mit Schmetterlingen im Bauch vielleicht, aber vor allem auch mit dem Wunsch, mit ihr zu schlafen. Wenn das so war, musste ihn die Unbefangenheit, mit der sie ihre nackte Haut, ihren kindlichen K�rper, zur Schau gestellt hatte, in tiefste Abgr�nde gesto�en haben. Und Anja begriff sofort, dass Bens Gef�hle f�r sie sich nicht ge�ndert hatten. Jetzt, da ihr K�rper sich allm�hlich zu dem einer Frau entwickelte, war sie in seinen Augen wom�glich noch verf�hrerischer als damals. Wie musste er sich gequ�lt haben, indem er nicht nur seine Liebe zu ihr, sondern auch zu seinem Bruder die ganze Zeit unterdr�ckte aus Angst vor den Folgen? Wieviel �berwindung musste ihn dieses Gest�ndnis gekostet haben? Er musste doch damit rechnen, dass sie nun schreiend davonlief vor einem Onkel, der zugab, ein potenzieller Kindersch�nder zu sein, der es einzig und allein auf sie abgesehen hatte.
Sie lie� seine Hand nicht los. Im Gegenteil, ihr Griff wurde fester. �berzeugter. Sie lie� ihn weinen, aber sie lie� ihn nicht los. Irgendwann fiel das selbst dem verzweifelten Ben auf. "Anja" sagte er fassungslos. Ergriffen. Verwundert. Erleichtert.
Nachdem sie eine Ewigkeit zu Bens F��en auf dem Boden gekauert und seine Hand gehalten hatte, rappelte Anja sich auf. Sie nahm Platz am reichlich gedeckten Tisch. Mit Hei�hunger machte sie sich �ber ihr Fr�hst�ck her, schmatzend und grinsend. Ben sah ihr erstaunt zu. Er konnte nicht verstehen, wieso ihr die Nachricht, im Haus eines Mannes, der sie bereits als Achtj�hrige hatte ficken wollen, ihren Appetit zur�ckgab. Ja, es war gut, das dunkle Geheimnis ausgesprochen zu haben, doch bedeutete das nicht den Verlust ihres letzten Angeh�rigen? Musste sie nicht Angst vor ihm haben, von Entsetzen gepackt sein, vor ihm davonlaufen?
Doch Anja hatte die Zeit genutzt, die sie auf dem Fu�boden verbracht hatte. Sie hatte nachgedacht. Sie wusste nun, dass sie fortan Bens Geliebte sein w�rde, Bens Frau. Das, oder das Kinderheim. Es war ihre Entscheidung, und sie fiel ihr leicht. Sie hatte in den Monaten vor dem Tod ihres Vaters reichlich �ber die Liebe spekuliert, Jungs und Lehrer angeflirtet, mit ihren Freundinnen �ber Sex geredet, sich mit ihrem Teddy selbst befriedigt, bis dieser v�llig verschmiert und versifft war. Ihre Fantasien waren mit der Zeit immer wilder geworden, der Druck, sie zumindest in zarten Ans�tzen auch auszuleben, immer st�rker. Es hatte ihr mehr bedeutet, als sie zugeben wollte, dass die M�nner, mit denen sie im Internet chattete, sich einen runterholten, sobald sie ihre komischen kleinen Tittchen in die Webcam hielt.
War es nicht r�hrend, wie schwer sich Onkel Ben hier mit seinem Gest�ndnis tat, w�hrend er doch eigentlich nur versprach, der Schl�ssel zu all ihren Tr�umen sein zu wollen? Zum Schluss war sie so erregt, dass sie es kaum noch aushielt, und so fl�chtete sie sich in ein ausgiebiges Fr�hst�ck, denn sie wusste, dass ihn das gl�cklich machen w�rde.
Und so trafen sich ihre Blicke, Anjas und Bens, als sie gerade herzhaft in ein Honigbr�tchen biss. Hastig kaute und schluckte sie. Dann kniete sie breitbeinig auf dem Tisch und zog ihr Nachthemd aus. Vor Ben, das wusste sie, musste sie sich nicht sch�men wegen ihrer Unerfahrenheit oder ihrem schlichten Baumwollh�schen, das sie als einziges noch anhatte.
Keuchend fegte er mit einer einzigen Armbewegung das komplette Fr�hst�ck von der Tischplatte. "Anja!" seufzte er. "Oh mein geliebte Anja!" Seine K�sse brannten wie Feuer auf ihrer Haut. Sie gab sich seinen Ber�hrungen hin, wiegte ihren K�rper in seinen gierigen Armen, lie� ihre Zunge mit seiner verschmelzen, w�hrend sich seine Finger z�gernd, aber unaufhaltsam, ihrem bestgeh�teten Schatz n�herten, den noch niemand au�er ihr und dem Teddy jemals ber�hrt hatte.
Als er auf allen Vieren nackt �ber ihr verweilte, h�tte sie tanzen k�nnen vor Freude. Als er ihr H�schen abstreifte, wurde sie fast ohnm�chtig vor Aufregung. Als seine Zunge durch ihre Spalte wanderte, erfuhr sie auf die k�stlichste Weise, was es bedeutet, geil zu sein. Sie gab sich ihm hin, ermutigte ihn, wann immer er z�gerte, wand sich in seinen Armen. Als sie dann diesen Druck im Unterleib sp�rte, und gleich darauf ein kurzes Stechen, wusste sie, dass es um ihre Unschuld geschehen war, doch sie wusste auch, dass sie es wollte, wie sie noch nie etwas von ganzem Herzen gewollte hatte. Es bedeutete ihr unermesslich viel, dass Onkel Ben sie fickte, wie s�� war er doch, wie er sich in ihrem Leib bewegte wie eine Sprungfeder, keuchend und grunzend, immer schneller, jegliche Kontrolle verlierend, bis er schlie�lich innehielt und sich auf sie legte wie ein gro�er Sack Kartoffeln. Sie schlang ihre Arme um ihn. Gab ihm einen Kuss auf die schei�triefende Stirn. Und dann noch einen.
Und diese K�sse waren so wichtig f�r Ben! Gerade hatte ihn, nachdem sein Orgasmus abgeflaut war, ein weiterer Schreck durchfahren. 'Was hab ich getan?' war der zugeh�rige Gedanke, doch Anja k�sste ihn z�rtlich auf die Stirn, anstatt zu weinen oder zu schreien oder ihn zu schlagen, und das konnte doch nur bedeuten, dass sie es gewollt hatte und es wieder wollen w�rde, es genossen hatte, dass sie nun von ganzem Herzen und wirklich und wahrhaftig seine Geliebte war. Es war eine un�bertrefflich z�rtliche Geste, als er seinen weichsten Waschlappen in lauwarmem Wasser und milder Seife tr�nkte und Anja das Blut und das Sperma von den Schenkeln wusch. Er trug sie, nackt und wund, in seinen Armen durch das ganze Haus und konnte gar nicht aufh�ren, ihren Namen zu sagen. Wie anders h�tte doch das Leben sein k�nnen, ihres und seins, wenn er sich ihr schon fr�her offenbart h�tte, und sie genauso bereitwillig reagiert h�tte wie heute. Aber was half es, �ber Vergangenes nachzudenken, was z�hlte, war das Hier und Jetzt, ein untauglicher Stiefvater und eine vom Schicksal gebeutelte Waise waren zu einem gl�cklichen Liebespaar geworden auf einem wackeligen K�chentisch.
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